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Robin Hood

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Die Geschichte des Rächers der Enterbten, des Beschützers der Witwen und Waisen, verlegt in ein vermenschlichtes Tierreich, wurde als Zeichentrickfilm im Jahre 1973 ein Welterfolg. Das einzige Studio, dem ein solcher Geniestreich zu dieser Zeit gelingen konnte, war natürlich Disney. Der Filmbewertungsstelle der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft war ein solches Werk denn konsequenterweise auch ein "Prädikat wertvoll" wert. Robin Hood ist in dieser Geschichte natürlich ein Fuchs, Little John ein Bär, der Möchtegernmonarch Prinz John ein Löwe, der im Vergleich zu seinem Bruder König Richard Löwenherz jedoch nur eine jämmerliche Kopie des Originals darstellt. Aus dieser Personenkonstellation entwickelt sich in kürzester Zeit ein Film, dem es gelingt, die Balance zwischen familiengerechter, witziger Unterhaltung auf der einen Seite zu halten, ohne aber auf der anderen Seite die Originalgeschichte aus den Augen zu verlieren, die immerhin eine Parabel auf wahren Heldenmut darstellt. So ist der Fuchs Robin Hood kein Held, der die Schlacht benötigt, um sich als Befreier feiern zu lassen. Er bleibt stets eine Figur, die in Wirklichkeit nichts anderes als ein bisschen Frieden, Ruhe und natürlich Liebe sucht, die in Gestalt von Lady Marian (selbstverständlich auch eine Füchsin) daherkommt.

Robin Hood gehört zu den Filmen der Ära Wolfgang Reitherman. Diese Filme sind im Vergleich zu anderen Disney-Zeichentrickfilmen eher einfach in ihrer Visualität gestaltet (wobei der Begriff "einfach" im Zusammenhang mit einem Disney-Zeichentrickfilm eine äußerst relative Angelegenheit darstellt). Statt auf spektakuläre Bilder setzt Reitherman auf die Geschichte. Sie ist es, die den Film trägt. Und sie ist es, an die man sich auch Jahre später noch erinnert. Für die deutsche Version gelang dem Synchronstudio 1974 übrigens ein ganz besonderer Coup. Sie verpflichteten Peter Ustinov als Sprecher des bösen Prinzen John. Ustinov, der den hinterhältigen, aber einfältigen Kronprinzen bereits in der US-Fassung gesprochen hatte, gelang es allein kraft seiner Stimme eine Figur zu kreieren, wie sie bis heute einzigartig in der Welt der Disney'schen Zeichentrickfilme ist.

Produktion[Bearbeiten]

Im direkten Vergleich mit Das Dschungelbuch fällt auf, dass bei Robin Hood offensichtlich Szenen aus dem früheren Film wiederverwendet wurden: Die „Tanzszene“ mit Little John und Lady Kluck ist bis ins Detail identisch mit einer Szene in Das Dschungelbuch, in der der Bär Balu mit dem Affen King Louie tanzt. Auch finden sich Parallelen zu Schneewittchen und Aristocats. Beispielsweise sind die Tanzbewegungen von Robin und Marian denen von O'Malley und Duchess bzw. Schneewittchen nachempfunden und der schlagzeugspielende Hase ähnelt optisch stark dem musizierenden Siamkater aus Aristocats. Zudem erinnert Sir Hiss stark an die Schlange Kaa. Der Film kostete etwa 15 Millionen US-Dollar und spielte in den Vereinigten Staaten an den Kinokassen 32 Millionen wieder ein.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film erhielt insgesamt gemischte Kritiken und wird allgemein als besserer Disneyfilm gesehen. So wertete etwa Filmkritiker Steven D. Greydanus vom Decent Film Guide den Film als ausgezeichneten Beitrag zum Disney-Kanon. Er sei besser als Die Hexe und der Zauberer und Cap und Capper aber schlechter als Das Dschungelbuch und Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh. David Keyes beschrieb den Film auf Cinemaphile.org als einprägsamer als seine Vorgänger Das Dschungelbuch und Aristocats. Der Film hätte Humor, was bei vorangegangenen Filmen oft zu kurz gekommen sei und verfolge eine solide konstruierte Handlung.Das deutsche Filmmagazin Blickpunkt: Film resümierte Robin Hood als „amüsanten Disney-Zeichentrickklassiker“ und das Dirk Jasper FilmLexikon bestätigte dem Film „viel Witz, Spannung und Charme“. Das Lexikon des internationalen Films sprach von perfekter Tricktechnik und „originellen Einfällen, die sich mit süßlicher Sentimentalität die Waage halten“. Bemerkenswert sei „der geglückte Versuch, das Elend der unterdrückten Untertanen im Trickfilm nicht auszusparen“. Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz bezeichnen den Film in ihrem Lexikon „Filme im Fernsehen“ (1990) als „Riesenspaß für jung und alt, mit Witz und Tempo und erträglichen Gewaltakten der gezeichneten Antipoden“ und bewerten ihn mit 2½ von 4 möglichen Sternen als „überdurchschnittlich“ Auf der anderen Seite gab es auch Misstöne, z. B. von Kritiker Bob Bloom in der Zeitung Journal and Courier. Er schreibt, der Film sei kein Disneyfilm der besseren Sorte und schade dem guten Ruf früherer Disneywerke. Jeffrey Westhoff vom Northwest Herald beschrieb den Film gar als Tiefpunkt in der Geschichte der Disneyanimation, er sei einfach eine Schande.

Offizielle Walt Disney Meisterwerke

Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) • Pinocchio (1940) • Fantasia (1940) • Dumbo (1941) • Bambi (1942) • Saludos Amigos (1942) • Drei Caballeros (1944) • Make Mine Music (1946) • Fröhlich, Frei, Spaß dabei (1947) • Melodie Tanz Rhytmus (1948) • Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte (1949) • Cinderella (1950) • Alice im Wunderland (1951) • Peter Pan (1953) • Susi und Strolch (1955) • Dornröschen (1959) • 101 Dalmatiner (1961) • Die Hexe und der Zauberer (1963) • Das Dschungelbuch (1967) • Aristocats (1970) • Robin Hood (1973) • Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh (1977) • Bernard und Bianca (1977) • Cap und Capper (1981) • Taran und der Zauberkessel (1985) • Basil, der große Mäusedetektiv (1986) • Oliver & Co (1988) • Arielle, die Meerjungfrau (1989) • Bernard und Bianca im Känguruhland (1990) • Die Schöne und das Biest (1991) • Aladdin (1992) • Der König der Löwen (1994) • Pocahontas (1995) • Der Glöckner von Notre Dame (1996) • Hercules (1997) • Mulan (1998) • Tarzan (1999) • Fantasia 2000 (1999) • Ein Königreich für ein Lama (2000) • Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001) • Lilo & Stitch (2002) • Der Schatzplanet (2002) • Bärenbrüder (2003) • Die Kühe sind los (2004) • Himmel und Huhn (2005) • Triff die Robinsons (2007) • Bolt – Ein Hund für alle Fälle (2008)  Küss den Frosch (2009)  Rapunzel – Neu verföhnt (2010) • Winnie Puuh (2011) • Ralph reichts (2012) • Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013) • Baymax – Riesiges Robowabohu (2014) • Zoomania (2016) • Vaiana (2016) •