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Carl Barks

Aus Duckipedia
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©Disney Achtung! Der Titel dieses Artikels hat mehrere Bedeutungen. Dieser Artikel handelt vom Comiczeichner Carl Barks. Für seine Ehefrau siehe Garé Barks, der nach Carl benannte Asteroid heißt 2730 Barks.
Carl Barks mit Donald Duck-Maske

Carl Barks (* 27. März 1901 in der Nähe von Merrill, Oregon, † 25. August 2000 in Grants Pass, Oregon) war ein US-amerikanischer Maler, Cartoonist sowie der bekannteste Zeichner und Autor der Disney-Comics rund um die Familie Duck. Die zum Teil noch recht einseitig gehaltenen Charaktere aus den Trickfilmen und den Zeitungscomics von Al Taliaferro differenzierte er und fügte neue Figuren hinzu. Er ist der geistige Vater des reichsten Manns der Welt, Dagobert Duck, des genialen Erfinders Daniel Düsentrieb, des Glückspilzes Gustav Gans, der Panzerknacker und vieler anderer populärer Disney-Comic-Figuren.

Biografie[Bearbeiten]

Geburt und frühe Jahre[Bearbeiten]

Carl Barks wurde 1901 auf einem Bauernhof in der Nähe von Merrill im US-Bundesstaat Oregon geboren. Etwa im Alter von zehn Jahren entdeckte er sein Interesse fürs Zeichnen. Abgesehen von einem Fernkurs der Landon School of Cartooning erhielt er jedoch nie eine formelle Ausbildung.

Barks' Mutter starb, als er 15 Jahre alt war, woraufhin er die Schule nach der 8. Klasse abbrach, um seinen Vater auf der Ranch zu unterstützen. Im Alter von 18 Jahren zog Barks nach San Francisco, wo er als Laufbursche in einer Druckerei seinen Lebensunterhalt verdiente. Nach zweijähriger erfolgloser Suche nach einer Anstellung als Zeichner kehrte er nach Oregon zurück.

1921 heiratete Barks seine erste Frau. 1923 verließ er aufgrund einer Dürre die Ranch. In Roseville, östlich von Sacramento, arbeitete er in der Reparatur-Werkstatt der Eisenbahngesellschaft Pacific Fruit Express. 1928 konnte Barks erste Witzezeichnungen an das Humor-Blatt Calgary Eye-Opener verkaufen. Er kündigte bei der Eisenbahn und zog nach Minneapolis, wo der Eye-Opener seinen Verlagsort hatte. Bereits 1930 kehrte er erneut nach Oregon zurück. Von seiner ersten Frau hatte er sich inzwischen getrennt.

Disney[Bearbeiten]

1935 bewarb sich Barks im Alter von 34 Jahren bei den Disney-Studios, wo er nach einiger Zeit als Zwischenphasenzeichner für Zeichentrickfilme in die Story-Abteilung versetzt wurde. Insgesamt wirkte er an etwa 35 Kurzfilmen mit.

1942 arbeitete Barks erstmals für den Western-Verlag, der Disney-Comics in Lizenz herausbrachte, und realisierte in Zusammenarbeit mit Jack Hannah sein Comic-Debüt „Piratengold“ („Pirate Gold“) nach einem nicht verwirklichten Filmskript.

Ab 1943 schrieb und zeichnete Barks regelmäßig die Donald-Duck-Zehnseiter, zu denen sich noch im selben Jahr die langen Abenteuergeschichten gesellten. Um ein einheitliches Erscheinungsbild der Enten zu gewährleisten, gestaltete er Zeichenanleitungen (model sheets) für seine Kollegen. Sein Stil wurde richtungsweisend für die späteren Duck-Zeichner.

Bald baute Barks wiederkehrende Nebencharaktere und Elemente in seine Geschichten ein. Seine größte Schöpfung, Onkel Dagobert, der im Original 1947 als Uncle Scrooge in „Christmas On Bear Mountain“ („Die Mutprobe“) eingeführt worden war, bekam 1952 mit der Geschichte „Only a Poor Old Man“ („Der arme reiche Mann“) eine eigene, äußerst langlebige Heftreihe. Im Laufe der Jahre schuf Barks


"Ruhestand"[Bearbeiten]

Carl Barks bei der Arbeti an einem Ölgemälde

Am 30. Juni 1966 ging Barks in Rente, lieferte bis 1973 aber noch Story-Ideen und Scribbles für andere Zeichner (Fähnlein Fieselschweif, etc.) sowie Titelbild-Zeichnungen für Western ab. Nachdem er den Disney-Comic-Fans bis dahin lediglich als "the good artist" bekannt gewesen war, drang nun langsam der Name Carl Barks (in Deutschland zunächst als "Barx") an die Öffentlichkeit - besonders hartnäckige Fans waren ihm bereits 1960 auf die Spur gekommen. Insgesamt zeichnete Barks für die Disney-Comics 6215 Seiten, 190 Cover und schrieb 396 Scripts.

Von 1971 bis 1976 malte Barks 122 Ölgemälde mit Motiven der Familie Duck. Nachdem die Spekulation mit den Bildern einsetzte, verboten die Disney-Studios die weitere Produktion. Diese Bilder erzielen heute unter Sammlern Höchstpreise. Nach dem Tod seiner dritten Frau Garé 1993 gründete Barks das Carl Barks Studio. Hier befasste er sich hauptsächlich mit dem Entwurf von Porzellan- und Bronze-Figuren mit Duck-Motiven. Um 1996 zog er sich künstlerisch zurück.

Carl Barks war dreimal verheiratet. Mit Pearl von 1921 bis 1930, Clara von 1938 bis 1951 und schließlich, bis zu ihrem Tod ab 1954 mit Garé, die ihm bei zeichnerischen Details und Hintergründen assistierte. Barks hatte zwei Kinder aus erster Ehe. Er starb am 25. August 2000 im Alter von 99 Jahren in Oregon an Leukämie. Zuvor hatte er sich geweigert, weiter Medikamente gegen seine Krankheit einzunehmen.

"Im Alter von 99 Jahren ist der amerikanische Comiczeichner Carl Barks gestorben. Berühmt wurde er durch Donald Duck und die anderen Figuren aus Entenhausen, die er für die Walt-Disney-Studios entworfen hatte. Dem Zeichner der weltberühmten Enten wurde in Disneyland bereits ein Denkmal gesetzt: Unter der Feder von Carl Barks wurde der liebenswerte Verlierer Donald Duck weltberühmt, obwohl er einst nur als Nebenfigur an der Seite von Mickey Mouse gedacht war. 6.300 Comicseiten hat Barks seit 1942 in den USA geschaffen. 1967 trennte er sich von dem Walt-Disney-Konzern. Wegen seiner zunehmenden Sehschwäche und seiner Erkrankung hatte er das Malen bereits vor einigen Jahren aufgegeben" ("Tagesschau" zum Tod von Carl Barks, ©ARD)

Barks über Donald[Bearbeiten]

I always felt myself to be an unlucky person like Donald, who is a victim of so many circumstances. But there isn't a person in the United States who couldn't identify with him. He is everything, he is everybody; he makes the same mistakes that we all make. He is sometimes a villain, and he is often a real good guy and at all times he is just a blundering person like the average human being, and I think that is one of the reasons people like the duck. (Carl Barks)

Zu Deutsch bedeutet dies etwa:

Ich habe mich immer als eine vom Pech verfolgte Person gefühlt, so wie Donald, der ein Opfer so vieler Umstände ist. Aber es gibt keinen US-Amerikaner, der sich nicht mit ihm identifizieren könnte. Er ist alles, er ist jeder; er macht dieselben Fehler wie wir alle. Manchmal ist er ein Schuft, oft ist er ein richtig guter Kerl und immer macht er wie der Durchschnittsmensch Fehler, und ich denke, das ist einer der Gründe, warum die Leute die Ente mögen.

Hintergründe seines Werks[Bearbeiten]

Barks beobachtete die Entwicklung der Massenmedien in den USA mit großem Unbehagen. Wiederholt wies er in Interviews, die er seinen Anhängern und Journalisten gab, auf die Gefahren des Fernsehkonsums - besonders in Formen, wie er in den USA auftritt - hin: Bei uns [in den USA] steht der Fernsehapparat nie still, und was dann geboten wird, ist zu 99 Prozent absoluter Schund! Man kann den Einfluß des amerikanischen Fernsehns auf die Bevölkerung gar nicht genug betonen, es macht die Menschen wirklich kaputt und vergiftet sie! (zitiert nach: Klaus Strzyz/Andreas C. Knigge: "Disney von innen")

Barks stritt zwar jegliche politische oder gesellschaftliche Intention seiner Werke ab, trotzdem fällt es bei manchen Geschichten, z. B. Die Stadt der goldenen Dächer, schwer, Kritik am (US-) Imperialismus zu übersehen. Des weiteren gibt er auch in manchen Werken Psychologen, Anwälte, Geheimdienstler usw. der Lächerlichkeit preis oder sorgt dafür, dass Hitlers Mein Kampf da platziert ist, wo es hingehört: auf der Müllkippe.

"Mein Kampf" - da, wo es hingehört!

Auch den Vietnamkrieg behandelte Barks kritisch in seiner Geschichte Der Schatz des Marco Polo: Dagobert erwartet aus Unstetistan (das von Vietnam inspiriert ist) einen lebensgroßen Jade-Elefanten. Doch die Kiste enthält nur das Schwanzstück des Elefanten – und den Bauernjungen Kambaluk. Als man in dem Schwanz ein Dokument aus dem 13. Jahrhundert findet, fliegen die Ducks zusammen mit Kambaluk nach Unstetistan, um nach dem Rest des Elefanten und dem sagenhaften Schatz des Marco Polo zu suchen. Dort gerät man in die Wirren eines Bürgerkriegs, der von einer Rebellenarmee unter Führung von Budak angezettelt wurde. Später werden Dagobert und Donald von den Rebellen gefangengenommen. Doch wie sich herausstellt, ist Kambaluk in Wirklichkeit Purruk, der verschollene Prinz von Unstetistan. Mit Hilfe des Jade-Elefanten, der in Unstetistan als heilig gilt, kann er sich als rechtmäßiger Herrscher ausweisen und Budaks Aufstand beenden. Dagobert findet den Schatz des Marco Polo, stiftet ihn aber der notleidenden Bevölkerung von Unstetistan.

Die Tatsache, dass in dieser Geschichte "die Guten" Monarchisten sind, ließe allerdings auch sehr wohl den Rückschluss zu, dass im selben Zuge die "bösen" Rebellen Kommunisten darstellen sollen und nicht der Vietnamkrieg Thema der Geschichte ist, sondern kommunistische Rebellenbewegungen gegen asiatische Königshäuser zur selben Zeit.

Ebenfalls viel diskutiert wurde die Geschichte "Ein fragwürdiger Einkauf". Hier wird noch viel direkter auf die Kommunisten in Russland hingewiesen, indem zum Beispiel solche Aussagen auftauchen wie "Nieder mit allen Kapitalisten" und Wortspiele wie "Brutopia", das auf Utopia anspielt. Auch in dieser Geschichte wird die kommunistische Seite stark kritisiert ("Kanonen sind besser als Speiseeis").

Diese Art von Kritik sorgt dafür, dass einige Werke Barks' stark zensiert oder lange Zeit gar nicht erst veröffentlicht wurden, weil sie für einige, auch für Walt Disney, als politisch unkorrekt galten. Als Beispiel wäre die Geschichte Im Land der Zwergindianer zu nennen, in der Barks auf Umweltprobleme und die Probleme indigener Völker aufmerksam macht.

Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Barks-Comics fanden sich bereits 1951 in den ersten deutschen Micky Maus-Heften der Nachkriegszeit. Das Ehapa-Flaggschiff bot im Laufe der Jahre die meisten Erstveröffentlichungen des Künstlers. Längere Barks-Abenteuergeschichten fanden ihren Platz zwischen 1951 und 1955 vornehmlich im Sonderheft der Micky Maus, später in Fortsetzungen in der MM. Ab 1965 sorgte auch das anfangs sehr Barks-lastige Donald Duck Sonderheft für Erstveröffentlichungen vieler Barks-Klassiker (neben MM-Nachdrucken in überarbeiteter oder, in seltenen Fällen, gänzlich neuer Übersetzung). Die 1979 gestartete Magazinreihe Goofy brachte regelmäßig Barks-Zehnseiter in der Rubrik „Nostalgoofy“. Auch im Lustigen Taschenbuch finden sich trotz des Barks-unüblichen Dreireiher-Formats einige wenige Geschichten (LTB 8, LTB 30, LTB 53).

Die erste ganz Barks gewidmete Reihe stellten die DD-Klassik-Alben ("Die besten Geschichten mit Donald Duck") der Jahre 1984 bis 1999 dar. Mit der zwischen 1992 und 2004 erschienenen, insgesamt 133 Bände umfassenden Albenreihe Barks Library (ab 2010 nachgedruckt als Entenhausen-Edition) erfolgte schließlich die erste Gesamtausgabe, der sich 2005 die limitierte Carl Barks Collection für die betuchteren Fans anschloss. Mittlerweile ist aber auch im TGDD fast das gesamte Barks'sche Disney-Werk veröffentlicht worden.

Mit Dr. Erika Fuchs fanden die Comics von Carl Barks eine kongeniale Übersetzerin ins Deutsche. Typische 1950er-Jahre-Sprüche wie "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" oder das Donald-Duck-Zitat "Wo man hinschaut, nichts als Gegend" stammen aus ihrer Feder. Ihre Sprache war weitaus differenzierter als die des US-amerikanischen Originals, bei der Barks auch viele Slang-Wörter verwendete. In TGDD 260 startete jüngst die Veröffentlichung von Neuübersetzungen, die sich versuchsweise näher am Original orientieren als die Fuchs-Erstversionen.

Filmografie[Bearbeiten]

Fertiggestellte Filme von Carl Barks:

1937

1938

1939

1940

1941

1942

1943

1944

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Anton und Ronald M. Hahn: Donald Duck - Ein Leben in Entenhausen, München 1994 ISBN 3-910079-55-5
  • Gottfried Helnwein: Wer ist Carl Barks, Bayreuth 1993
  • David Kunzle: Carl Barks. Dagobert und Donald Duck. Welteroberung aus Entenperspektive, Frankfurt/Main 2002 ISBN 3-59623-949-4
  • Klaus Strzyz/Andreas C. Knigge: Disney von innen. Gespäche über das Imperium der Maus. Mit einem Vorwort von Carl Barks, Frankfurt am Main/Berlin 1988 ISBN 3-548-36551-5

Links[Bearbeiten]