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Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen

Aus Duckipedia
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Sein Leben, seine Milliarden
Kapitel XI
Der Großmagnat aus Calisota
Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen,
Der gewissenlose Geschäftsmann aus Calisota
The Empire-Builder from Calisota/The Richest Duck in the World
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Zeit der Handlung: 1902-1930
Ort der Handlung: ganze Welt
Geschichte, auf der das Kapitel basiert: Wudu-Hudu-Zauber
Entstehungsdatum: 1992
Storycode: D 93288
Seiten: 24
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher, Jano Rohleder
Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus Magazin 42-44/1993
Weiterführendes

Ind.PNG Infos zu

Der Großmagnat aus Calisota

beim Inducks

© Egmont Ehapa

Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen, auch Der gewissenlose Geschäftsmann aus Calisota oder in der älteren deutschen Übersetzung Der Geschäftsmann ohne Gewissen (Original The Empire-Builder from Calisota oder, als Dons Arbeitstitel, The Richest Duck in the World) ist eine von Don Rosa gezeichnete Comicgeschichte und das elfte Kapitel seines Opus magnum Sein Leben, seine Milliarden. In diesem Kapitel reist Dagobert um die Welt, immer auf der Suche nach guten Geschäften und mit dem Ziel vor Augen, endlich der reichste Mann der Welt zu werden, wobei er sich immer mehr von sich entfremdet.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Obwohl sich Dagobert in „Der Eroberer von Fort Entenhausen“ in Entenhausen niedergelassen und dort seinen Firmensitz aufgebaut hat, lässt er in den folgenden Jahren seine Schwestern allein mit der Verwaltung seines riesigen Vermögens und reist in der Welt herum, um sein Imperium zu vergrößern und seinen Reichtum zu mehren. Dabei stößt er auf immer mehr Gauner, die ihm seine Wertgegenstände nehmen wollen. In Nugget-Town hat er mit den Gebrüdern Brantewien zu tun, die ihm seine Eisenbahnaktien stehlen wollen. er versteckt die Aktien schließlich, doch da bemerkt er, dass die Brantewiens seinen Hut durchlöchert haben. Natürlich rennt er ihnen hinterher und die Banditen fliehen.

Dagobert lässt sich in einer Kanone nach Entenhausen transferieren, um Porto zu zahlen. Dort zwingen ihn seine Schwestern, sie bei der nächsten Reise mitzunehmen und das Geld in Obhut von Dortels Verlobtem Degenhard und der neu eingestellten Sekretärin Rita Rührig zu lassen. Dagobert und seine Schwestern machen sich auf nach Afrika.

In Afrika schließt Dagobert einen Pakt mit dem Stamm der Quack Quacks. Er erfährt von ihnen, dass sich auf Land, das dem Stamm der Zudas gehört, Gummibäume befinden. Doch Zudas sind nicht bereit, für einen lächerlichen Vierteldollar ihr Land zu verkaufen. Dagobert gerät außer sich und droht dem Medizinmann Fuda. Er heuert eine Bande an Schlägern an, die das Dorf zerstören und Fuda an einen Baum binden. Dagobert verändert sein Äußeres und heuchelt Freundlichkeit vor, um den Medizinmann zu hintergehen. Der Medizinmann verkauft ihm das Land, nicht ahnend, dass er es eben seinem Feind überschrieben hat. Das merkt er jedoch schnell und hetzt Dagobert den Zombie Bombie auf den Hals, der ihn mit einer Voodoopuppe einschrumpeln will. Dagobert kann auch ihn loswerden, da er seinen Backenbart wieder befestigt und der Zombie ihn nicht mehr wiedererkennt. Doch er schämt sich für das, was er getan hat und möchte seine Schwestern wiederfinden. Am Bahnhof von Whambo Jambo erfährt Dagobert, dass Dortel und Mathilda bereits abgereist sind. Der nächste Zug geht aber nicht zur Küste sondern nach Norden und nach Europa, wo er viele Gelegenheiten für neue Geschäfte hat. Außerdem sind Schiffspassagen nach Amerika von Europa aus billiger. Dagobert kann sich die Chance nicht entgehen lassen – und beschließt, sich erst später von seinen Schwestern zu entschuldigen.

So macht Dagobert Umwege um Umwege, die ihn immer reicher machen. Doch immer wieder begegnet er dem Zombie Bombie: in der Arktis, wo er mit Robert Peary um den Kauf des Nordpols verhandeln will und auf der Titanic, mit der Dagobert nach Amerika zurückkehren wollte. Jedesmal versinkt der Zombie und Dagobert glaubt sich gerettet. Er findet eine Menge neue Schätze, unter anderem den wertvollen „rosa gestreiften Rubin“. Auf der Insel Rippan Taro erscheint der Zombie erneut. Der Häuptling bannt ihn, im Gegenzug bekommt er den Rubin, Dagoberts wertvollsten Besitz (nebst seiner Nummer eins).

© Egmont Ehapa


Dagobert reist noch viel länger auf der Welt herum. Als er nach 27 Jahren nach Entenhausen zurückkehrt, ist er ein verbitterter Mann, den der stetige Kampf um den Reichtum geformt hat. Seine Familie erwartet ihn mit einem großen Fest, seine Schwestern haben ihm verziehen. Doch Dagobert will sie nicht sehen, er glaubt, Geld genüge ihm. Dortel, Mathilda, Degenhard und die kleinen Della und Donald verlassen ihn wutentbrannt, der kleine Donald nicht, ohne zuvor seinem Onkel einen Fußtritt verpasst zu haben. Allein in seinem Büro erkennt Dagobert allerdings, was seine Familie ihm bedeutet hat und er rennt los, um sie zurückzuholen. Da stößt er auf einen Brief, der ihm mitteilt, dass er nunmehr der reichste Mann der Welt sei. Sein Streben all die Jahre hat sein Ziel gefunden. Dagobert ist überglücklich, während seine Familie enttäuscht abzieht.

Entwicklung von Dagoberts Charakter[Bearbeiten]

Diese Geschichte kann als der Tiefpunkt in Dagoberts Leben gewertet werden. Denn sie zeigt, wie Dagobert das Geld immer wichtiger wird und wie er dafür alles andere Fallen lässt. Außerdem lässt er all seine Grundsätze fallen, als er das afrikanische Dorf abfackelt: Das war ganz und gar nicht anständig, absolut unehrlich… Dagobert war sich nicht mehr treu. Damit hat er seine ganze Familie enttäuscht und auch seine eigene Selbstachtung verloren. Er fasst sich zwar wieder und es wird seine erste und letzte unehrliche Tat gewesen sein, doch immer noch ist ihm Geld wichtiger als Familie, sodass er es auch versäumt, sich schnell bei seinen Schwestern zu entschuldigen. Und am Ende der Reise um die Welt ist er noch herzloser geworden als je zuvor: „Der harte Kampf um Reichtum in der erbarmungslosen Welt hat seinen Preis gefordert… In unzähligen schweren Jahren hat sich das Herz des Kämpfers verhärtet gegen die Leiden all jener, die weniger Erfolg hatten, als er… Der Junge von einst, der in den Straßen von Glasgow Schuhe putzte, hätte sich der Hilferufe angenommen… Doch diesen Jungen scheint es nicht mehr zu geben.“. Ja, Dagobert ist nun endgültig nicht mehr der Junge von damals, er hat seine Grundsätze verloren, das Geld hat alles eingenommen und da ist nur noch ein alter, griesgrämiger, knausriger Geizhals.


Bezüge[Bearbeiten]

Diese Geschichte hat mehr Bezüge zu Barke-Geschichten als alle anderen Geschichten Don Rosas. Der Hauptbezug ist natürlich Wudu-Hudu-Zauber von Barks, aus der der Zombie Bombie, sowie die dazugehörige Geschichte mit Dagoberts „Fehltritt“ stammen, doch wie immer wurden auch zahlreiche Randbemerkungen aus dessen Geschichten mit einbezogen.
Folgend weitere Bezüge:

D.U.C.K.-Widmung[Bearbeiten]

Die D.U.C.K.-Widmung im Splash-Panel befindet sich auf einem Stück Papier, das aus dem mittleren Sammelalbum herausragt. Auf dem Cover befindet sie sich auf dem Wasser direkt unter Bombies ausgestrecktem Fuß.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Don Rosa war von Anfang an klar, dass dieses Kapitel das schwierigste werden würde. Denn erstens musste er in ihm einen Zeitraum von 30 Jahren abdecken, in der Dagobert sein Imperium beständig vergrößert. Allerdings sind Geschichten von Erfolg langweilig und es ist unglaublich schwer, die zahlreichen Anekdoten aus Barks-Geschichten, die noch eingebracht werden mussten, aufzulisten, ohne dass das Kapitel im Nachhinein nur eine langweilige Aneinanderreihung etlicher Anekdoten wird.
Außerdem gibt es da noch Wudu-Hudu-Zauber. Dabei handelt es sich um einen der frühesten Dagobert-Auftritte. Diese Geschichte steckt, so Don Rosa, voll „Klischees“ und „unhaltbarer Fakten“. Zum Beispiel wird dort erzählt, dass Dagobert in seiner Jugend Donald zum verwechseln ähnlich gesehen habe. Bei Don Rosa ist das aber ganz und gar nicht so… Außerdem sagt Dagobert, er sei bereits 1879 in Afrika gewesen, um dort seine zweite Milliarde zu machen. Dabei ist in späteren Barks-Geschichten klar, dass Dagobert sein Vermögen 1897/98 am Klondike machte. In Don Rosas Lebensgeschichte wird Dagoberts Geburtsjahr auf 1867 gelegt, damit wäre er zwölf gewesen, als die Ereignisse von Wudu-Hudu-Zauber angeblich spielten. Und das Schlimmste für Don Rosa ist, dass Dagobert in der Rückblende in dieser Geschichte als ein skrupelloser „Räuberbaron“ dargestellt wird, der zusammen mit einer Bande von Schlägertypen wehrlosen Eingeborenen ihr Land stahl.[1][2][3]

Ursprünglich wollte Don Rosa diese Geschichte einfach ignorieren, mit dem Argument, dass Carl Barks Dagobert damals noch nicht fertiggeformt habe.
Doch dann kam ihm die Idee: Diese beiden Probleme könnten sich gegenseitig lösen! Dagobert überschreitet einmal kurz den Grat zwischen Gut und Böse – wird kurze Zeit seines Lebens zu einer Art Mac Moneysac – und dieser eine Fehler verfolgt ihn dann die ganze Zeit über, gibt ihm eine weitere Lektion und schafft einen stabilen Handlungsrahmen, der sich quer durch die 30 Jahre Erfolg zieht! Und das Problem, dass Dagobert so ausgesehen haben soll wie Donald, kann man auch mit der schlimmen Tat verbinden. Wäre dann nur noch der „Fakt“, dass Dagobert 1879 in Afrika gewesen sein soll, um dort seine zweite Milliarde zu machen – nun gut, das ließ Don Rosa dann wirklich einfach weg.[1][2]

Für die ursprüngliche Version der Geschichte plante Don Rosa, Dagoberts Schwestern Dortel und Mathilda als Erzählerinnen einzusetzen, die Dagoberts Erlebnisse kommentieren und damit die Geschichte umrahmen sollten. Einige weitere Elemente strich er aus der Endfassung: z.B. zeigte er nie, wie Dagobert das Totem erwarb, welches in Der schwarze Mittwoch von Barks gezeigt wird.[3] Eine weitere gestrichene Szene behandelte die Hochzeit von Dortel und Degenhard. Der abwesende Dagobert ließ seine Glückwünsche ausrichten, strich aber Dortel einen Tagelohn und wies sie an, extra früh am nächsten Morgen zur Arbeit zu kommen.[4]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Der Konflikt mit seinen Schwestern (sie hatten geschworen, ihn nie wieder sehen zu wollen) wird erst in „Ein Brief von daheim“, einer anderen Geschichte von Don Rosa, aufgelöst. In dieser Geschichte findet Dagobert auch endgültig wieder zu seinen Grundsätzen.


Unstimmigkeiten[Bearbeiten]

Donald und Della werden in dieser Geschichte als sehr kleine Kinder dargestellt, jünger als Tick, Trick und Track. In dem 17 Jahre später spielenden zwölften Kapitel ist Donald jedoch schon erwachsen und Della hat bereits Tick, Trick und Track bekommen, was sich in der Chronologie kaum ausgehen kann.


Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Don Rosa in: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden – Die Biographie von Don Rosa: Hinter den Kulissen von Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen, S.239
  2. 2,0 2,1 Don Rosa: Killing Me Softly. In: Don Rosa Collection 4, S. 239–241.
  3. 3,0 3,1 Don Rosa: 1902-1930 – Dagobert der Magnat. In: Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden (2003), S. 218-220
  4. Don Rosa Collection 4, S. 247.
Don Rosas Sein Leben, seine Milliarden

Hauptkapitel: Der Letzte aus dem Clan der Ducks (I) • Der Herr des Mississippi (II) • Der Held der Badlands (III) • Der Kupferkönig von Montana (IV) • Der Retter der Duckenburgh (V) • Der Schrecken von Transvaal (VI) • Der Jäger des heiligen Opals (VII) • Der Einsiedler am White Agony Creek (VIII) • Der Milliardär im Hochmoor (IX) • Der Eroberer von Fort Entenhausen (X) • Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen (XI) • Der Einsiedler der Villa Duck (XII)

Nebenkapitel: Das Geheimnis des Glückszehners (0) • Abenteuer auf Java (3b) • Der Rächer von Windy City (6b) • Die Gefangene am White Agony Creek (8b) • Die zwei Herzen des Yukon (8c) • Der Jaguargott von Culebra (10b)