LTB 43: Rezension

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In diesem Artikel kann jeder seine persönliche Meinung zu den im LTB 43 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht, mit 3 oder 4 Tilden. Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzung miteinbezogen werden.

Cover[Bearbeiten]

Onkel Dagobert und die Modelleisenbahn / Volldampf im Geldspeicher[Bearbeiten]

  • 40 Seiten

Mittelmaß Los geht’s mit einem Frühwerk Massimo De Vitas. Donalds Hobby – der Modelleisenbahnbau – rettet Dagoberts Milliarden. Obwohl die Panzerknacker diesmal eine sichere Geldspeicher-Räumungsmethode entdeckt zu haben scheinen, vereitelt die im Geldspeicher aufgebaute Modelleisenbahn den Coup – ihr eigener Spieltrieb macht den Räubern einen Strich durch die Rechnung. Die Story von Rodolfo Cimino operiert leider mit kaum kaschierten Unwahrscheinlichkeiten: Ausgerechnet in dem Moment, wo die Panzerknacker keine Einbruchs-Ideen mehr haben, entdecken sie eine magische Quelle, die nur alle fünfzig Jahre erscheint (!) und deren Wasser sie auf Playmobil-Grösse verkleinert (womit sie durchs Lüftungssystem in den Geldspeicher gelangen können). Das ist erzähltechnisch zu billig – der Autor oder der Zeichner hätten leicht einen anderen Dreh’ finden können, um die Entdeckung der Quelle glaubhaft herzuleiten (mir ist jedenfalls nach kurzem Überlegen mehr als einer in den Sinn gekommen). Zudem: Wie schaffen es die Panzerknacker, das Wasser genau so zu dosieren, dass dessen Wirkung Glock zwölf nachlässt? Solche offensichtlichen dramaturgischen Ungeschicktheiten trüben das Vergnügen an der Story. Zudem: De Vitas Zeichnungen wirken hier noch ziemlich domestiziert. Seine Glanzzeit sollte erst noch kommen. --Silly Symphony, September 2005


Der Schatz des Pharao[Bearbeiten]

  • 37 Seiten

Gut Hier geht nun aber richtig was ab! Es folgt eine herrliche Abenteuerschnurre mit schwer komödiantischem Einschlag, erneut geschrieben von Rodolfo Cimino, gezeichnet diesmal von Giorgio Cavazzano. Ein gigantischer neuer Geld- und-Geschäfte-Detektor bringt Dagobert auf die Spur eines in der Wüste versteckten, geheimnisvollen Schatzes. Stracks fliegen die Ducks Richtung Morgenland, wo sie nach einer spektakulären Landung von einer im Wüstensand verborgenen Pyramide erfahren. Doch der Erbauer jener Pyramide, Pharao Tutangaton, hatte den Beinamen „der Philosoph“. Und so werden die Ducks von einem Rätsel zum nächsten gejagt, und vom Pharao sozusagen posthum genasführt. Cavazzano zeichnete hier noch sehr ähnlich wie sein Lehrmeister Romano Scarpa. Die Zeichnungen sind herrlich, das Tempo reisst an keiner Stelle ab, und die Geschichte vermag dank einer Fülle von herrlich witzigen Einfällen zu überzeugen. Sehr schön! --Silly Symphony, September 2005


Kampf dem gemeinsamen Gegner / Partner in der Not[Bearbeiten]

  • 40 Seiten

Schlecht Eine weitere Geschichte aus der Feder von Rodolfo Cimino, diesmal zeichnerisch umgesetzt von Giorgio Bordini. Ausgerechnet in dem Moment, wo die Panzerknacker gezwungenermassen beschliessen, Korbflechter zu werden, kommt der Alchimist des Staates Brutopia auf die Idee, zwecks Mehrung des Staatsschatzes Robot-Panzerknacker zu bauen, die das duck’sche Vermögen nach Brutopia abtransportieren sollen. Schon die Ausgangslage ist ein schauderhafter Schmarren; und die Fortführung der Geschichte bringt leider keine Verbesserung – im Gegenteil! Die Story wird mittels „Wendungen“ und „Lösungen“ der billigsten Art vorangetrieben. So verliert ausgerechnet Dagobert Duck beim Zusammenstoss mit den elektrisch geladenen Blech-Dieben sein Gedächtnis nicht (weshalb, wird nicht erklärt – alle anderen verlieren es nämlich). Er identifiziert sie vor der Polizei – trotz deren auffällig steifem, maschinenhaft-unnatürlichem Gang – nicht als Roboter, sondern als die Panzerknacker. Die echten Knacker verbünden sich sodann mit Dagobert, und Daniel Düsentrieb erfindet ein Seil, das die Roboter ruckzuck vernichtet. Zuletzt wird Brutopia barbarisch in die Luft gesprengt und die Panzerknacker rauben Dagobert nach Ablauf ihres Paktes aus – obwohl sie doch zu Beginn ehrlich werden wollten. Eine lieblos runtergespulte Geschichte, für welche die Macher jede Mühe gescheut haben. Schrott! --Silly Symphony, September 2005


Ein hartnäckiger Gegner / Erbarmungsloser Schuhkampf[Bearbeiten]

  • 37 Seiten

Mittelmaß Noch 'ne Geschichte von Cimino! Schuh-Mogul Dagobert beleidigt Gitta Gans derart, dass sie ihm und seiner Schuh-Produktion den Kampf ansagt. Von einem befreundeten Medizinmann erhält sie ein Geheimrezept, Leder zu gerben. Da jedes ihrer Schuh-Paare dadurch die Eigenschaft eines bestimmten Tieres an den Träger weitergibt, verkaufen sie sich – auf Kosten der Duck-Schuhe – wie warme Semmeln. Romano Scarpa hat die Geschichte gut umgesetzt, doch sie vermag nicht wirklich zu befriedigen. So ist der Exkurs auf die Südseeinsel umständlich, unnötig und unoriginell (man hätte dort durch zwei Sätze um vier Seiten abkürzen können). Kuno Knäul verschwindet plötzlich sang- und klanglos aus der Geschichte, und auch der wirre Schluss überzeugt nicht. Angenehm zu lesen einzig dank Scarpas Zeichnungen. --Silly Symphony, September 2005


Der geheimnisvolle Geppi[Bearbeiten]

  • 33 Seiten

Mittelmaß Und nochmals eine Scarpa-Geschichte, diesmal aus der Feder von Guido Martina. In gewisser Weise ähnelt diese Geschichte der Pharao-Story von Cavazzano: Hier wie dort sind die Ducks in einem fremden Land auf fieberhafter Suche, hier wie dort geschieht dies in beträchtlichem Tempo. Sein Roboter-Berater gibt Dagobert den Tipp, sich einen Geppi zur Rettung seiner Zuckerkringel-Fabrik zu besorgen. Nur: was ein Geppi ist, verrät die Maschine nicht. So nimmt eine haarsträubende Jagd nach Informationen über diesen Geppi seinen Lauf, welche die Ducks schliesslich ins Pamir-Gebirge führt. Dort weilt Professor Delta, der Informationen über den Geppi haben soll. Dass sie ebendort gleich auch den Geppi finden, ist ein an den Haaren herbeigezogener Zufall, der aber von Scarpa hübsch „verkauft“ wird. Insgesamt eine ganz schöne Geschichte, die grandios startet, im letzten Drittel aber dank einiger allzu simpler Wendungen und plumper Behauptungen stark an Überzeugungskraft einbüsst. Schade! --Silly Symphony, September 2005


Das Gold der Wüste[Bearbeiten]

  • 34 Seiten

Mittelmaß Recht nette Geschichte, die ganz gut startet, dann aber mit den in diesem LTB offenbar üblichen billigen Lösungen enttäuscht. Dagobert findet in einem Buch einen Hinweis auf das „Gold der Wüste“ (mir war von Anfang an klar, dass damit nicht Gold gemeint ist!) Hals über Kopf trommelt er die Verwandtschaft zusammen, auf dass sie ihm in Ägypten beim Suchen helfe. Nett an dieser von Giuseppe Perego gezeichneten und von Guido Martina geschriebenen Story sind einige gelungene Randepisoden. Dass die fünf Verdurstenden mitten in der weiten Wüste ausgerechnet kurz vor ihrem Zusammenbruch auf einen Beduinen treffen – der dann ausgerechnet Lebensmittel geladen hat – ist schon schwer zu verdauen. Dass der dann auch noch ein Kamel dabei hat, das Wasser findet, ist mal wieder zuviel des Guten. Den „Schlussgag“ hat man bereits zu Beginn der Geschichte zehn Meter gegen den Wind gerochen. --Silly Symphony, September 2005


Fazit[Bearbeiten]

Ein LTB, für das ich mich nicht richtig erwärmen kann. Vier der sechs Geschichten stammen von Rodolfo Cimino. Ich habe ihn bislang als Autor von schwachen Geschichten wahrgenommen – lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Drei der vier hier vorliegenden Storys bestätigen mir dies allerdings – und in gewissem Sinn auch die vierte: Die von Cavazzano umgesetzte Pharao-Story stimmt in sich ja auch nicht; Beispiel: der Schatz-Detektor, für dessen Einführung fünf Seiten verwendet werden, der aber im Verlauf der Geschichte einfach fallengelassen wird. Doch Cavazzano baut genügend Gags und witzige Details ein, welche die Geschichte dennoch tragen. Hier stellt sich nun die Frage: Wieweit – wenn überhaupt - haben die Zeichner die Text-Vorlagen jeweils verändert, bezw. verbessert? Im Nachhinein lässt sich ja auch bei der Pharao-Geschichte nicht feststellen, ob Cavazzano die Story wirklich aufgewertet hat, oder ob die Gags bereits im Script vorhanden waren. --Silly Symphony, September 2005