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Morris

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Morris (r.) mit René Goscinny (l). Morris zeichntete, Goscinny textete die Serie Lucky Luke. (© Peters, Hans / Anefo, © Wiki Commons)

Maurice de Bévère (* 1. Dezember 1923 in Kortrijk; † 16. Juli 2001 in Brüssel), Künstlername Morris, war ein belgischer Comiczeichner. Er zeichnete die bekannte frankobelgische Comicserie Lucky Luke. Anfangs schrieb Morris für seine Lucky Luke-Bände auch noch die Szenarios, ehe er mit anderen Skriptschreibern, etwa René Goscinny oder Lo Hartog van Banda zusammenarbeitete.

Werdegang[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Maurice de Bevere wurde am 1. Dezember 1923 in Kortrijk, eine Stadt in der Provinz Westflandern in der Region Flandern in Belgien, geboren. Sein Vater war Pfeifenhersteller. Bereits als Kind zeigte sich Morris' Begabung fürs Zeichnen. Er ging auf eine Jesuiten-Schule. Dort fertigte er bereits Karikaturen seiner Lehrer an.[1] Nach einer Zeichner-Ausbildung arbeitete Morris ab 1943 in einem Trickfilmstudio. 1945 trat er eine Stelle bei den Editions Dupuis, den Herausgebern des Comic-Magazins Spirou, an. Hier lernte er Jijé, Franquin, Will, Eddy Paape und andere bekannte Zeichner kennen.

Lucky Luke[Bearbeiten]

Da Morris eine Vorliebe für die amerikanische Geschichte hatte, begann er mit der Arbeit an einem neuen Wildwest-Comic. Seine erste Lucky-Luke-Geschichte namens Arizona 1880 erschien 1946 im später sehr berühmten Spirou Almanach 1947.[1] Das erste eigentliche Lucky-Luke-Album erschien dann 1949. Das erste Mal in deutscher Übersetzung erschien der Cowboy 1958 im Comic-Heft Der heitere Fridolin im Alfons Semrau Verlag.[2]

Morris wollte die Serie Lucky Luke weiterführen, erkannte allerdings, dass er zu wenig über den Wilden Westen wusste. So beschloss er, in die USA zu reisen, wo er schließlich sechs Jahre blieb. Er reiste zusammen mit den Zeichnern Franquin und Jijé dorthin. Er betrieb Studien über die Geschichte des Wilden Westens und die Pionierzeit und legte darüber ein großes Archiv an.[2] In New York lernte er René Goscinny kennen, was der Beginn einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit bedeutete: Nach der Rückkehr Morris' und Goscinnys nach Europa ab 1955 bis zu seinem Tod 1977 schrieb Goscinny die Szenarios für Lucky Luke. Charakteristisch für die Comicserie Lucky Luke ist, dass real existierende Persönlichkeiten aus der Geschichte des Wilden Westens dort auftreten, beispielsweise Billy the Kid, Jesse James, Belle Starr, Calamithy Jane, Allan Pinkerton, Jean Gabin und die „echten“ Gebrüder Dalton dort auftreten. (Die historischen Gebrüder Dalton traten in Die Gesetzlosen auf, wo sie Morris, nach historischem Vorbild, bei einer Schießerei in Coffeyville sterben ließ (bis auf Emmett Dalton). Da sich die Leser aber weitere Auftritte wünschten, kreierte Morris die fiktiven Vettern der historischen Daltons Joe, Jack, William und Averell. Dabei war er auch in der Ausgestaltung der Charakter der Daltons freier, und konnte sie ihnen eine Rolle (größenteils) Rolle als „Witzfiguren“ geben.)

Nach Goscinny[Bearbeiten]

Als René Goscinny 1977 während eines ärztlichen Belastungstests starb, verlor Morris seinen langjährigen Partner und Szenaristen. Im Gegensatz zum Asterix-Zeichner Albert Uderzo arbeitete Morris jedoch bald mit neuen Autoren zusammen wie Bob de Groot, Lo Hartog van Banda, Patrick Nordmann sowie dem Team Xavier Fauche und Jean Léturgie. Fauche und Léturgie texteten für Morris auch den Lucky-Luke-Ableger Rantanplan.

Morris starb im Juli 2001 an den Folgen eines Unfalls in seinem Haus in Brüssel.[3] Bis zuletzt hat er an den Abenteuern seines armen, einsamen Cowboys gezeichnet. Kurz vor seinem Tod beendete er mit dem Texter Patrick Nordmann den 76. Lucky-Luke-Band Eine Wildwest-Legende.

Nachlass[Bearbeiten]

Morris verfügte testamentarisch, dass nach seinem Tod die Comic-Serie um den Cowboy, „der schneller schießt/zieht als sein Schatten“, von einem anderen Zeichner weitergeführt werden soll. Sein Nachfolger ist nun der französische Zeichner Hervé Darmenton, der unter dem Künstlernamen Achdé aktiv ist.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1955: Die Eisenbahn durch die Prärie (Band 79; Text: René Goscinny): Lucky Luke wirkt beim Eisensbahn-Schienenausbau im Wilden Westen mit. Der Comic basiert auf einer historischen Gegebenheit, als die Union Pacific Railroad legte ihre Gleise von Omaha, Nebraska aus in Richtung Westen, die Central Pacific Railroad von Sacramento, Kalifornien aus in Richtung Osten verlegten und sich in Promontory Summit in Utah trafen. Die Geschichte ähnelt von der Struktur her dem Band Der singende Draht sowie Die Postkutsche (Wettrennen).
  • 1957: Les Cousins Dalton – Vetternwirtschaft (Band 21; Text: René Goscinny): Der erste Auftritt der Gebrüder Joe, Jack, William und Averell Dalton als Vettern der historischen Banditen Bob, Grat, Bill und Emmett Dalton.
  • 1959: Am Mississippi (Band 20, Text: René Goscinny): Lucky Luke nimmt an der Wettfahrt zweier Dampfschiffe auf dem Mississippi teil und unterstützt dabei den Kapitän des Schiffes Daisy Belle.
  • 1961: Billy the Kid (Band 37, nach ursprünglicher Zählung Band 20[4], Text: René Goscinny) Erster Band, in dem der berüchtigte Desperado Billy the Kid auftritt. Er hat später nochmals einen Auftritt in Die Eskorte (Band 44).
  • 1964: Lucky Luke reitet für di 20er Kavallerie: Lucky Luke reitet (einmalig) für das amerikanische Militär.
  • 1967: Die Postkutsche (Band 15, Text: René Goscinny): Band 1 nach Zählung des Ehapa-Verlags[4].
  • 1967: Das Greenhorn (Band 16, Text: René Goscinny): Der Band problematisiertn den Umgang mit Neuankömmlingen („Grennhorns“ (Grünschnäbel)) im Wilden Westen.
  • 1970: Heiße Hits aus Mexiko (später: Tortillas für die Daltons) (Band 28, Text: René Goscinny): Erstmals befindet sich der Schauplatz eines Lucky-Luke-Comics außerhalb der USA (in Mexiko).
  • 1977: Der singende Draht (Band 18; Text: René Goscinny): Die letzte Lucky-Luke-Geschichte, an der René Goscinny mitwirkte, da er im selben Jahr verstarb.

1983: Fingers (Band 52; Text: Lo Hartog van Banda): Der erste Lucky-Luke-Band, in dem der Cowboy statt einer Zigarette einen Grashalm im Mund hat. 2002: Eine Wildwest-Legende (Band 76; Text: Patrick Nordmann): Der letzte von Morris gezeichnete und fertig gestellte Lucky-Luke-Band.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1972: Grand Prix Saint-Michel
  • 1988: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verlieh Morris eine spezielle Medaille, weil er seinem kettenrauchenden Cowboy Lucky Luke 1983 ab dem Band Fingers (Band. 52) endgültig das Rauchen abgewöhnte. Die obligatorische Zigarette ersetzte er zeichnerisch durch einen Grashalm. Grund dieser Aktion war der bessere Zugang zum US-amerikanischen Markt.
  • 1992: In diesem Jahr erhält er unter anderem den ersten Preis des Comic-Festivals in Québec und den „Grand Prix“ der belgischen nationalen Comic-Vereinigung in Brüssel. Damit nicht genug: Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Internationalen Comic-Salons von Angoulém bekommt Morris den Grand Prix Special.

Sonstiges[Bearbeiten]

Neben dem Abgewöhnen des Rauchens Lucky Lukes verkleinerte Morris im Laufe der Zeit im Zuge der Political Correctness auch die Lippen von dunkelhäutigen Menschen in Lucky-Luke-Comics und ließ Chinesen nicht mehr nur als Wäscherei-Besitzer auftreten.[1]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Artikel über Morris in The Telegraph vom 26. Juli 2001, abgerufen am 29.11.2018
  2. 2,0 2,1 Volker Behrens: Auch mit 70 Jahren sitzt Lucky Luke noch fest im Sattel, Hamburger-Abendblatt, 30.05.2016, abgerufen am 29.11.2018
  3. Horst Berner: MORRIS. Der Mann, der schneller zeichnete als sein Schatten.
  4. 4,0 4,1 Der auch heute noch die Lucky Luke-Bände publizierende Verlag Egmont Ehapa veröffentlicht diese seit 1977 (also ab Band 15). Zuvor waren die Lucky Luke-Bände im Koralle-Verlag erschienen. Da aber in Ehapas Anfangszeiten die ersten 14 Bände bei Koralle noch erhältlich waren, ließ Ehapa die Nummerierung der Bände bei Band 15 beginnen, um Missverständnisse zu vermeiden. Die ersten 14 Bände wurden später nach und nach in die bestehende Reihe integriert.
  5. Eine Wildwest-Legende zieht ihren Hut, Spiegel Online, abgerufen am 29.11.2018

Quellen[Bearbeiten]