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Albert Uderzo

Aus Duckipedia
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Albert Uderzo im Jahre 2005 (© Christian Koehn, © Wiki Commons)

Albert Uderzo (* 25. April 1927 in Fismes bei Reims) ist ein französischer Comiczeichner -und (Mit-)Autor der französischen Comicserie Asterix, mit der er bekannt wurde.

Leben

Uderzo wuchs als Sohn italienischer Einwanderer, die 1934 die französische Staatsbürgerschaft erhielten, auf[1]. Schon früh – bereits im Kindergartenalter – zeigte sich sein zeichnerisches Talent. Inspiriert von den Figuren Walt Disneys, eignete sich Uderzo autodidaktisch die Fähigkeiten eines Comiczeichners an.

Seine ersten Werke veröffentlichte Uderzo zusammen mit Jean-Michel Charlier als Texter des Comics Belloy, Ritter ohne Rüstung. Nochmals zusammen mit Charlier entstanden in den 1960er Jahren die ersten acht Geschichten von Mick Tanguy. Im Jahr 1951 trafen sich Uderzo und René Goscinny, der ebenfalls Comics zeichnete, aber vor allem ein talentierter Geschichtenschreiber war. Goscinny schrieb nun Geschichten, welche Uderzo illustrierte. Gemeinsam produzierten sie mehrere Sereien:

  • über den Kaperkapitän Pitt Pistol (ab 1952)
  • über den jungen Reporter Luc Junior und seinen Hund (1954/57) – Die Ähnlichkeit mit Tim und Struppi ist nicht zufällig, schließlich handelte es sich um eine Auftragsarbeit, die 1957 an Greg abgegeben wurde.
  • Benjamin & Benjamine (1956–1959)
  • über den Indianer Umpah-Pah (1958–1962 im Tintin-Magazin)
  • ihr größter Erfolg Asterix, von 1959 bis 1974 jeweils zuerst in der Zeitschrift Pilote erschienen, danach direkt als Album bei Dargaud bis 1978, danach im eigenen Verlag.
Albert Uderzo (r.) mit René Goscinny (l.), mit dem er gemeinsam die Serie Asterix produzierte

1974 gründeten Goscinny und Uderzo ihr Zeichentrick-Filmstudio „idefix“ in Paris und produzierten dort Asterix erobert Rom und den Lucky-Luke-Zeichentrickfilm Lucky Luke – Sein größter Trick. 1978 musste das Filmstudio wegen der schlechten Auftragslage geschlossen werden.

Nach dem Tod René Goscinnys im Jahr 1977 produzierte Uderzo die Serie Asterix allein, übernahm also neben dem Zeichnen auch die Aufgabe Goscinnys, das Schreibend der Szenarios. Goscinny war während der Arbeiten an Asterix bei den Belgiern während eines ärztlichen Belastungstests gestorben. Dargaud nahme jedoch nach Goscinnys Tod wenig Rücksicht auf die Gefühle Uderzos und zwang diesen per Gerichtsbeschluss, den in Arbeit befindlichen Band Asterix bei den Belgiern fertigzustellen.[2][3] Schließlich hatte Uderzo danach genug von Dargaud und gründete 1979 seinen eigenen Verlag, der zu Ehren seines verstorbenen Freundes Goscinny den Namen Les Éditions Albert René trug[2]. Goscinnys Witwe autorisierte Uderzo, die Serie fortzusetzen, und wurde mit 20 Prozent am Verlag Les Èditions Albert René beteiligt[4]. Der erste allein von Uderzo produzierte Band war schließlich Asterix Band 25: Der große Graben.

Verlegt werden die Asterix-Abenteuer in Frankreich von dem Verlag Hachette. Nach jahrelangem Rechtsstreit (siehe unten Kontroversen#Rechtsstreit mit Dargaud) gingen die Rechte an Asterix an den Verlag Hachette. Hier erschien auch der erste von Uderzo allein gefertigte Band Der große Graben.

Albert Uderzo im Jahre 2012 (© Georges Biard, © Wiki Commons)

Im Jahr 2008 verkaufte Uderzo, zusammen mit der Tochter von Goscinny, seine Anteile an Éditions Albert René an Hachette. Nur noch Uderzos Tochter Sylvie beielt ihre Anteile an Les Éditions Albert René. Damit hat sich Uderzo weitgehend aus der unternehmerischen Verantwortung für die Vermarktung von Asterix zurückgezogen. Es kam jedoch zu einem Rechtsstreit mit seiner Tochter Sylvie, nachdem Uderzo bekannt gab, die Rechte an Asterix an die Gebrüder Mébarki zu übertragen. Schließlich verlor Sylvie vor Gericht und willigte dem Verkauf ihrer 40%-Anteile an Hachette ein. Goscinnys Tochter Anne hatte überraschenderweise ihre 20%-Anteile an Hachette übertragen; in einem früheren Rechtsstreit (siehe unten Kontroversen#Rechtsstreit mit Dargaud) hatte sie sich noch gegen Uderzo gestellt.[2]

1999 gewann er den Spezialpreis „Prix du Millénaire“ beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême.[5][6] Am 12. Juni 2004 wurde Uderzo auf dem 11. Internationalen Comic-Salon Erlangen der Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk verliehen.

Seit Asterix und Latraviata (Band 31/2001) gibt Uderzo neben dem Skript nur noch die Entwürfe für Asterix vor, die Tuschezeichnungen wurden von den Gebrüdern Frédéric und Thierry Mébarki übernommen.[2] Schließlich sollte Jean-Yves Ferri als Texter und Frédéric Mebarki ohne seinen Bruder Thierry für die Zeichnungen die Serie übernehmen. Doch dann erklärte Fréderic Mébarki, dem hohen Erfolgsdruck nicht gewachsen zu sein, und so übernahm Didier Conrad als Zeichner die Serie.[7] Mit Band 35 Asterix bei den Pikten erschien 2013 erstmals ein Asterix-Band, an dem Uderzo nicht beteiligt war.

Im Januar 2015 zeichnete Uderzo im Alter von 87 Jahren eine Würdigung zum Anschlag auf Charlie Hebdo und veröffentlichte das Bild der sich verneigenden Asterix und Obelix zusammen mit Idefix.[8]

Uderzo hat eine Rot-Grün-Sehschwäche[9]. Laut eigenen Aussagen kommt er gut mit dieser Einschränkung zurecht. Früher (und gelegentlich auch noch heute) arbeitete er deshalb mit nummerierten Farbtuben. Ansonsten werden die Zeichnungen heute nach seinen Vorgaben von Spezialisten koloriert.

Albert Uderzo ist seit 1953 mit Ada Milani verheiratet und hat mit dieser eine Tochter.

Kontroversen

Rechtsstreit mit Dargaud

1993 kam es zu einem Rechtsstreit mit Dargaud: Ee ging hierbei um die Klage Uderzos und der Erben von Goscinnys - seiner Witwe Gilberte und Anne -, Dargaud habe im Ausland erzielte Gewinne vorenthalten. Im Dezember 1993 wurde der Verlag zu 5 Millionen Franken Schadensersatz verurteilt, was eine finanzielle Katastrophe für Dargaud bedeutet hätte. Der Verleger legte Berufung ein, aber Gilberte Goscinny starb bald darauf. Die einzige Erbin, Anne Goscinny, beschloss, im Berufungsverfahren neutral zu bleiben. Alle Freunde ihres Vaters arbeiteten bei Dargaud, begründete sie ihren Schritt. Dies verblüffte Uderzos Familie, und Anne Goscinny wurde ein „Seitenwechsel“ vorgeworfen. Am 1. Juni 1994 gwann Dargaud die Berufung.

Geforderte Steuernachzahlung

2011 forderte die französische Steuerbehörde eine Steuernachzahlung von rund 200.000 Euro von Uderzo. Denn Uderzo sei in den ersten 24 Asterix-Bänden nicht Co-Autor, sondern ein einfacher Zeichner gewesen. Damit fällte die französische Steuerbehörde eine recht zweifelhafte Entscheidung, wurde Uderzo in den ersten 24 Asterix-Bänden von Dargaud doch offiziell als Co-Autor angegeben. Uderzo selbst hielt dies für einen „Skandal“ und kündigte an, juristisch dagegen vorzugehen.[10]

Kritik

Trotz anhaltendem Erfolgs erhielten die neuen Asterix-Bände unter Uderzos Alleinregie Kritik.[11][12][13][2] Als Tiefpunkt gilt hierbei Band 33 Gallien in Gefahr[14][15]. Stefan Pannor von der Zeitschrift Der Spiegel kritisierte dabei den Fokus des Bandes auf Science-Fiction, dass man fremde Figuren wie Superman und Manga-Figuren künstlich in die Serie zu integrieren versuche, und die Serie „der Lächerlickeit“ preisgebe.[14] Zudem kritisierte er: „Zuletzt fiel dem nimmermüden Zeichner, der 2007 achtzig Jahre alt wurde, nicht viel mehr ein, als seinen Helden in einem äußerst platten Anfall von französischem Kulturchauvinismus gegen Disney- und Mangafiguren antreten zu lassen, die das gallische Idyll zu stören wagten.“[3] Carsten Scheibe von der Zeitschrift Der Stern kritisierte ähnliche Punkte, auch dass Uderzo selbst die Verwendung der Asterix-Figur restriktiere, in Asterix in Gefahr aber Figuren wie Superman von Warner Bros. oder eine Micky Maus-ähnliche Figur (woran Disney die Rechte hält), in die Comicserie einbaue. Auch einen Mangel an guten Gags warf Scheibe dem Band vor. Zudem kritisierte Scheibe, ältere Sammler kauften den Band nur, um ihre Sammlung vollständig zu halten und jüngere Fans seien damit kaum zu gewinnen. Zudem würde sich René Goscinny wegen des Bandes im Grabe umdrehen.[15]

Georg Seeßlen sagt allgemein dazu, die „sehr spezielle Ironie von Goscinny, diese liebevolle Beobachtung menschlicher und sozialer Schwächen und die lustigen Story-Twists“, seien „von niemandem, auch nicht von seinem Freund und Vertrauten [Uderzo], zu erreichen“. Die Scripts Uderzos seien „zweiffellos gröber“ ausgefallen, vieles sei schlicht „Variation früherer Ideen“ gewesen, dafür sei Uderzo aber auch freier in seiner Gestaltung gewesen.[2] Obgleich Uderzo für seine späten Werke auch Kritik einstecken musste, wurde beispielsweise Asterix und Maestria mit einer Rekordauflage von 2,3 Millionen Exemplaren[2] aufgelegt und Uderzo gilt noch immer als Institution und Comic-Legende.[3]

Werke

  • 1948–1958: Belloy
  • 1953–1954: Marco Polo
  • 1954: Onkel Paul
  • 1954–1955: Bill Blanchart
  • 1954–1957: Luc Junior
  • 1955: Les Grands noms de l’Histoire de France
  • 1955–1956: Tom et Nelly
  • 1956–1959: Benjamin & Benjamine
  • 1958–1962: Umpah-Pah
  • 1959–1966: Tanguy und Laverdure
  • 1959–2009: Asterix

Einzelnachweise

  1. Neues Asterix-Heft: Die Gallier erkunden Italien, auf ORF.at, 8. Oktober 2017, abgerufen am 28.22.2018
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Georg Seeßlen in: ALFONZ – Der Comicreporter, Ausgabe Oktober - Dezember 2018, Barmstedt, Volker Hamann-Verlag, S. 27.
  3. 3,0 3,1 3,2 Stefan Pannor: Uderzo-Autobiografie - Papa Asterix stürzt ab, 17.02.2009, abgerufen am 28.11.2018
  4. Actualité - Conflits d' interets dans une bd en or., L'Express L'Expansion, 21.12.1995, abgerufen am 28.11.2018
  5. Numa Sadoul: Astérix et Cie : Entretiens avec Albert Uderzo. Hachette Jeunesse, 2001.
  6. L'Histoire du festival, édition par édition - 1999, web-archive, abgerufen am 28.11.2018
  7. Georg Seeßlen in: ALFONZ – Der Comicreporter, Ausgabe Oktober - Dezember 2018, Barmstedt, Volker Hamann-Verlag, S. 28.
  8. Charlie Hebdo - Asterix und Obelix verneigen sich, 01.11.2015, abgerufen am 28.11.1018
  9. Artikel im web-archive, 08.09.2003, abgerufen am 28.11.2018
  10. Streit um Steuereinnahmen - Steuerbehörde degradiert Uderzo, spiegel.de, abgerufen am 28.11.2018
  11. Stefan Pannor: Neuer Asterix-Band: Viel Nichts um Lärm, spiegel.de, 14.10.2005, abgerufen am 28.11.2018 „Wie man überhaupt den Brachialhumoristen Uderzo nicht mit dem feinsinnigen Goscinny gleichsetzen sollte, auf dessen enormen Gespür für Pointen wohl ein Großteil des weltweiten "Asterix"-Erfolges beruht.“
  12. Carsten Scheibe: Asterix Band 33: Gallien ist wirklich in Gefahr, stern.de, 16.10.2018, abgerufen am 28.11.2018 „Uderzo ist ein genialer Zeichner, aber ein schlechter Erzähler.“
  13. Stefan Pannor: Uderzo-Autobiografie – Papa Asterix stürzt ab, spiegel.de, 17.02.2009, abgerufen am 28.11.2018
  14. 14,0 14,1 Stefan Pannor: Neuer Asterix-Band: Viel Nichts um Lärm, spiegel.de, 14.10.2005, abgerufen am 28.11.2018
  15. 15,0 15,1 Carsten Scheibe: Asterix Band 33: Gallien ist wirklich in Gefahr, stern.de, 16.10.2018, abgerufen am 28.11.2018

Quelle