Simmullepse

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Simmullepse ist ein von Silke Lahn und Jan-Christoph Meister in die Narratologie (Erzähltheorie) eingeführter Fachterminus.

Sie erweitern die narratologische Kategorie "Ordnung" von zwei Typen (Rückblende und Vorausschau) auf drei Typen von Anachronien: Mit dem Begriff der Simmullepse bezeichnen sie die Darstellung von "simultan [also gleichzeitig] stattfindenden Ereignissen"[1]

Dies ist also der Fall wenn nicht "unilinear"[2] (Fokus auf 1 Schauplatz/ 1 Charakter), sondern "multilinear"[3] (Fokus auf mehreren Schauplätzen und/ oder Charakteren) erzählt wird. Diese unterschiedlichen Perspektiven gleichzeitig darzustellen, ist mitunter ein Problem und bei einem Erzählvorgang in Prosa (Romane etc.) gar nicht möglich. Jedoch ist in Visuellen Medien ist zeitgleiche/ parallele Darstellung mittels der "Split-Screen-Teccnik" durchaus möglich, verbunden mit dem Problem, dass der Betrachter sich nur auf eine Hälfte konzentrieren und fokussieren kann[4]. Auch im Comic ist gleichzeitige Darstellung von Ereignissen durchaus möglich, wenn ein Panel zweigeteilt bzw. unterteilt wird. Teilweise können simultan (gleichzeitig) stattfindende Ereignisse dadurch gezeigt werden, dass der Raum vom einen in den anderen Panel übergeht. In anderen Erzähltexten hingengen müssen Ereignisse, die gleichzeitig stattfinden, nacheinander (sukzessive) erzählt werden. Dieser Vorgang wird "Linearisierung"[5] genannt.

Der Literaturwissenschaftler Ken Ireland nennt die Simmullepse co-occurence[6].

Siehe auch:

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lahn, Silke und Meister, Jan-Christoph: Einführung in die Erzähltextanalyse, 3. Auflage. Stuttgart, 2016: S. 149
  2. ebd.
  3. ebd.
  4. vgl. ebd.
  5. ebd.
  6. ebd.