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Comic

Aus Duckipedia
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Als Comic wird eine zusammenhängende Story bezeichnet, die aus jeweils gezeichneten Panels besteht. Heute werden im Comic viele verschiedene Stilmittel eingesetzt, die oft als Abgrenzung zur Bildergeschichte gesehen werden.

Aufbau[Bearbeiten]

Der Comic setzt sich aus einzelnen aufeinanderfolgenden Bildchen, so genannten Panels, zusammen, die eine zeitliche Abfolge suggerieren sollen. Zwischen den Panels besteht in der Regel ein größerer Unterschied, nicht zu vergleichen etwa mit einem „Daumenkino“, das man als Filmchen laufen lassen kann. Beim Comic spricht man von „lesen“, was zeigt, dass der Comic näher an der Geschichte und am Text ist als am Film.

Stilmittel[Bearbeiten]

Eines der für den Comic bezeichnenden Stilmittel ist die Lautmalerei. Dabei werden Laute, Geräusche und Musik direkt bildlich dargestellt, sei es durch Schrift oder Zeichen wie Noten. Sehr laute Geräusche, vor allem bei Explosionen, werden oft in eine gezackte Fläche geschrieben, die nicht selten ein ganzes Panel einnimmt.

Bei einem weiteren Mittel zur Vereinfachung der bildlichen Erzählung handelt es sich um die Art und Weise der Einbindung von Schrift. Hierbei sind vorrangig Sprech- und Denkblasen sowie Textboxen und -felder zu nennen.

Die Darstellung fortlaufender Handlungen kann nicht nur durch mehrere Panels, sondern auch durch Mehrfachzeichnungen innerhalb eines Bildchens erreicht werden. So bedeutet ein doppelt gezeichneter Kopf eine plötzliche Bewegung desselben. Auch ganze Figuren können in einem Panel mehrmals auftauchen und so ihren Weg deutlich machen. Sollen schnelle, vibrierende oder rotierende Bewegungen kenntlich gemacht werden, so wird das ensprechende Detail skizzenartig-verschwommen mit mehreren, dicht beieinander liegenden Rändern gezeichnet.

Ein weiteres wichtiges Stilmittel sind allerlei Linien und Striche, die Bewegungen, sowie kleine Symbole, die Gefühle anzeigen. Wird etwa ein Ball weggetreten, deutet eine Linie die Bewegung des Fußes und eine weitere die des Balles an. Die Redewendung „sich aus dem Staub machen“ wird sichtbar, wenn rennende Personen Staubwolken aufwirbeln, die mit Bewegungsstrichen verbunden sind. Rote oder gelbe Sterne bedeuten Schmerz, Rauchwölchen über einem Kopf Ärger, über dem Haupt kreiselnde Vögel bzw. vor den Augen angedeutete Strich-Sternchen Weggetretenheit. Sogar Liebe wird direkt dargestellt: durch kleine oder große Herzen. Dinge, die dem Leser auffallen sollen, werden rundum mit kleinen Strahlen versehen. Ganz ähnlich wird Erstaunen kenntlich gemacht: durch vom Kopf wegstrebende Tröpfchen.

Zwei besondere stilistische Vereinfachungen sind noch zu erwähnen. Die eine ist aus dem Trickfilm übernommen und stellt bei schnellem Laufen die Beine als einen einzigen Kreis aus Bewegungslinien dar. Die andere, ganz ähnlich, vereinfacht die Darstellung von Prügeleien, indem die Figuren einfach kreisförmig angeordnet werden; oft verschwimmen auch hier Beine und Rumpf der Charaktere zu einem großen Kreis.

Entwicklung[Bearbeiten]

Gag-Panels[Bearbeiten]

Gag-Panels oder Ein-Bild-Cartoons (heute auch mit dem Begriff Karikatur beschrieben) umfassen nur ein Panel, in dem der Witz („Gag“) dargestellt ist. In ihnen können wie in jedem Comic-Panel neben der unmittelbaren gezeichneten Handlung weitere Gestaltungsmöglichkeiten angewendet werden. Während früher vor allem Bildunterschriften diesem Zweck dienten, werden heute auch Sprechblasen eingesetzt.

Strips[Bearbeiten]

Comicstrips setzen erstmals den Zeitverlauf als Erzählungsmittel ein, indem mehrere Panels in einer meist direkten zeitlichen Aufeinanderfolge gezeigt werden. Damit kommt man dem Film näher, der daher ab dieser Stufe beginnt, die Comicentwicklung merklich zu beeinflussen.

Strips bestehen meist aus etwa zwei bis sechs Panels.

Onepager[Bearbeiten]

Hauptartikel: Einseiter

Bei Onepagern oder Einseitern streckt sich die Erzählung auf eine gesamte Seite und bietet daher mehr Gelegenheit, in die Handlung einzuführen, bevor der Schlussgag kommt. Das bewirkt eine Entfernung vom bloßen Witz, wie man in sonst auch in geschriebener Form verwenden könnte. Die Beschreibung von Gefühlen und Gedanken der Figuren wird möglich.

Geschichten[Bearbeiten]

Schließlich begann man, mehrseitige Comics zu entwickeln. Mit zunehmender Storylänge entfernt sich das Comic immer weiter vom bloßen Hinarbeiten auf den finalen Gag und nimmt erzählende Wirkung auf. Spannung und Action fließen ein und so wird das Comic zur Geschichte.

Geschichte[Bearbeiten]

Micky in seinem ersten Comicabenteuer.

Comics bei Disney[Bearbeiten]

King Features machte Walt Disney im Januar 1930 das Angebot, Zeitungsstrips mit den Figuren aus seinen Trickfilmen zu produzieren.[1] Dieser nahm begeistert an, da die Veröffentlichungen die Popularität seiner Filme erhöhten.[2] Mickys Strips und Sonntagsseiten waren also die ersten Disneycomics.

In eigene Hefte kamen die Comics erstmals, als Firmen speziell gedruckte sogenannte Giveaways verschenkten. So bekamen beispielsweise Kunden von Milchfirmen Micky-Maus-Hefte, und auch Frühstücksflocken-Hersteller warben um die junge Kundschaft mit Disneys Geschichten.[2][3] Im Juni 1935 entstand aus den unregelmäßigen Werbeheften das reguläre Mickey Mouse Magazine, der Vorläufer der Walt Disney's Comics and Stories. Diese sind bis heute das wichtigste Disneyheft der USA.

Erste Ausgabe der „Micky Maus“.

In den USA publizierten die Verlage „[w]egen der Weitläufigkeit des Landes und der damit verbundenen Schwierigkeit, Comic-Hefte [...] pünktlich [...] auszuliefern und nicht verkaufte Exemplare zurückzuholen“[4] nicht häufiger als im Monatstakt. Stattdessen wurden bei Erfolg Nebenreihen gestartet, in denen weitere Geschichten mit den beliebten Charakteren veröffentlicht wurden. So entstanden u. a. die US-Hefte Donald Duck, Mickey Mouse und Uncle $crooge. Durch diesen neugeschaffen Freiraum der einzelnen Figuren konnten sich auch längere Storys etablieren und Abenteuergeschichten entstanden.

Der Sommer wird Neon - Drei-Linien-Strategie von Ehapa

Die erste deutschsprachige Disney-Publikation war die wenig erfolgreiche Micky Maus Zeitschrift in der Schweiz 1937. Im NS-Deutschland wurden die amerikanischen Bildergeschichten abgelehnt. So erschien in Deutschland erst 1951 ein „buntes Monatsheft“ mit Comics - die Micky Maus. Wenige Jahre später kamen Sonderhefte auf den Markt und die Hauptreihe wechselte auf Wochenrhytmus.

In den 60ern starteten Die tollsten Geschichten von Donald Duck, Mickyvision und das Lustige Taschenbuch.

In den 70ern und 80ern erlebten die deutschen Disneycomics einen wahren Boom. Immer mehr Heftreihen wurden auf den Markt gebracht, oft nach einzelnen Figuren benannt. Der Inhalt war meistens „Massenware“ aus den großen Fließbandproduktionen in Italien, Brasilien und auch den USA. Beispiele für typische Serien aus dieser Zeit sind Donald Duck, Onkel Dagobert und Panzerknacker & Co.

Mitte der 90er konnte sich die Menge der Reihen nicht mehr halten, viele wurden eingestellt. Heute verfolgt Egmont Ehapa weitgehend eine Drei-Linien-Strategie, die sich auf die Reihen Lustiges Taschenbuch, Micky Maus Magazin und Donald Duck Sonderheft stützt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang J. Fuchs: Entenhausener Geschichte(n) Folge 111: Italiens Entenhausen. In: Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 217
  2. 2,0 2,1 Wolfgang J. Fuchs: Entenhausener Geschichte(n) Folge 125: Werbung mit Disneycomics. In: Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 231
  3. Wolfgang J. Fuchs: Entenhausener Geschichte(n) Folge 72: Giveaways - Gratis-Comics. In: Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 178
  4. Wolfgang J. Fuchs: Entenhausener Geschichte(n) Folge 39. In: Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 145