LTB 10: Rezension

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© Egmont Ehapa
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In diesem Artikel wird das LTB 10 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 10.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 10 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!


Donald als Spezialist für Frühgeschichte[Bearbeiten]

Gut Donald ist vom Sammelfieber befallen; doch sind es nicht etwa Briefmarken oder Münzen, sondern prähistorische Knochen! Wäre nicht das Schlimmste, wenn er nicht auch noch seine Neffen damit nerven würde! Diese wollen ihm diesen Fimmel austreiben, setzen ihn in einer Höhle aus und erzählen ihm von einer Sintflut, die alle anderen Menschen weggespült habe. Nach einiger Zeit ist Donald kuriert, doch just hier werden sie von Höhlenmenschen und einem Stegosaurus angegriffen! Des Rätsels Lösung: Onkel Dagobert hat mit seinem Filmteam die Komödie der Kinder etwas verlängert…

Definitiv ist diese Geschichte interessant. Dass die Neffen keine Ahnung von Dinosauriern oder Höhlenmenschen haben („Quartär? Ist das ein neuer Supermarkt?“), erscheint heutzutage, wo nahezu jedes Kind mindestens 10 Dinosauriernamen auswendig kennt, doch befremdlich – genauso wie Donalds Kenntnisse darüber. (Dass hier mal wieder ein T Rex mit 3 Fingern gezeichnet wurde, übersehe ich lieber. . .). Ebenso seltsam ist, dass Donald die Geschichte mit der Sintflut schluckt und sich nicht eine Sekunde fragt, wieso er in Fellkleidung, die Neffen aber in normaler Alltagskleidung auftreten . . . Irgendwie naiver Charme, zu dem auch die Zeichnungen von Bottaro passen. Die Gags sprechen eine deutliche Sprache: gelungen! Besonders die Szenen im Museum und nach der „Sintflut“ sind genial. Auch die Rolle von Dagobert ist interessant: er ist, wie der Leser, zu dem er auch öfters Blickkontakt sucht, stiller Beobachter der Geschichte, er verfolgt sie mit und greift erst am Schluss aktiv in das Geschehen ein. Insgesamt eine interessante und gute Geschichte. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>

Onkel Dagobert und die Rache des Pharao[Bearbeiten]

Gut Auf Anraten seines Arztes macht Onkel Dagobert Urlaub in einer Pension auf einer kleinen Insel. Dort öffnet der Hotelbesitzer die Sachen eines mutmaßlichen Zechprellers, der vor einem Jahr verschwand. Onkel Dagobert kauft die Sachen: eine Truhe voller Bücher und einen altägyptischen Spiegel. Er will das Zeug im Entenhausener Museum untersuchen lassen, doch auf dem Weg von der Insel gerät Onkel Dagoberts Boot in dichten Nebel und fährt in die Fahrrinne eines Schiffes. Onkel Dagobert rettet sich und den Spiegel. Doch nun fangen die Probleme erst an: Onkel Dagoberts Leihwagen wird gestohlen, er wird verhaftet, er schluckt so viele Schlafpillen, dass er Einbrecher nicht hört etc. Nach dem Einbruch bekommt er Besuch von einem Ägyptologen, der ihm erzählt, dass der Spiegel mit einem Fluch belegt ist. Dieser Fluch trifft nun die Panzerknacker, die ihn geklaut haben. Nachdem sie verhaftet wurden, erhält Onkel Dagobert den Spiegel – und damit das Pech zurück. Er muss ihn zum Pharao zurückbringen. . .


Die Geschichte ist interessant konstruiert und gut zu lesen. Vor allem die Tatsache, dass der Spiegel jedem neuen Besitzer Unglück bringt, dem Vorbesitzer aber dann Glück (Beispiel: Onkel Dagobert kentert durch den Nebel, der gleichzeitig ein Schiff dermaßen vom Kurs abringt, dass es den Vorbesitzer Dr. Wassermann retten kann), ist sehr interessant. Auch die Gags, die sich hier fast nur auf die Pechsträhnen beziehen, sind gut gemacht worden – besonders die der Panzerknacker. Gekrönt wird dies alles durch die Zeichnungen des frühen Carpi, die durchweg gut zu dieser Geschichte passen. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>

Onkel Dagoberts unsichtbares Gold[Bearbeiten]

Gut Onkel Dagobert lässt sein gesamtes Geld von einer Unsichtbarmachflüssigkeit übergießen, mit Hilfe eines Wunderwässerchens kann er es sehen. Leider läuft den Panzerknackern, als diese einbrechen, das Wässerchen ins Auge, und sie können das Geld sehen und stehlen – ohne zu wissen, dass es eigentlich unsichtbar ist. Insofern halten sie sich für wahnsinnig, als die anderen Panzerknacker ihnen das Wässerchen aus den Augen spülen – und das Geld verschwunden ist… Donald und die Neffen fahren derweil nach Südamerika und sammeln das Geld ein – was sie schnurstracks zur Irrenanstalt führt…

Diese Geschichte hat eine etwas kurze und einfach gestrickte Storyline. Aber sie ist auch mehr eine Aneinanderreihung an Gags – und zwar GUTEN Gags! Das fängt mit dem Obdachlosen am Anfang an, und reicht bis zu den Unsichtbarkeits-Paradoxa. Die allermeisten Gags sind zum Brüllen. Nur das Ende ist etwas – na ja – seltsam: In einem von Giuseppe Perego grauenhaft schlecht gezeichneten Panel stehen Donald und die Neffen (die alle drei exakt gleich aussehen – Schablone!) in einer Gummizelle – und darauf folgt sofort die – zeichnerisch bessere – Zwischengeschichte. Was wurde aus dem ursprünglichen Ende??

Doch schafft es dieses Ende nicht, die Geschichte ins Schlechte zu ziehen, sie bleibt gut, obwohl sie ohne Schluss ist. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>

Die italienische Originalgeschichte endet genauso, jedoch sind Donald und die Neffen in Zwangsjacken zu sehen. Kinder in Zwangsjacken wollte man den Deutschen wohl nicht zumuten oder man hat es allgemein nachträglich verändert. <petethrope 2021>

Donald in Aladdins Grotte[Bearbeiten]

Mittelmaß Onkel Dagobert und seine Neffen suchen die Grotte des Aladdin. Natürlich finden sie sie in der Arabischen Wüste. Doch die Panzerknacker, Sektion Mesopotamien, nehmen sie ihnen wieder ab. Doch selbstverständlich erhält Onkel Dagobert sein Gold wieder… Eine ganz normale Geschichte? Aber keineswegs: Donald erhält durch einen Schlag an den Kopf einen Boxerwahn, d. h. er muss immer, wenn er einen Gong hört, um sich schlagen. Dies verleiht der ansonsten lahmen Story einiges an Witz; gut ist auch das seltsame Ende, das Onkel Dagobert doch als Verlierer dastehen lässt. Am Schluss stehen sich schließlich Onkel Dagobert und Donald im Boxerwahn gegenüber…

Nein, ohne Gags ist auch diese Geschichte nicht. Die ironischen Kommentare des Schneiders, die seltsamen Fachratschläge des Doktors, sowie natürlich Donalds Boxerwahn hauchen der lahmen Geschichte etwas Leben ein und heben sie aus der Rotsphäre hinaus. Die Zeichnungen von de Vita senior sind nicht grottenschlecht, lassen jedoch keinen Vergleich zu z. B. seinem Sohn zu. Zu oft z. B. wirken manche Reaktionen der Figuren deplaziert, oder es schweigen die Figuren bei ihren Aktionen, und man muss ihren Handlungen stumm folgen. (was aber natürlich auch seinen Reiz hat). Auch hier fehlt übrigens wieder ein Stück vom Ende, wahrscheinlich um es besser an die Zwischengeschichte anzugleichen. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>

Donald und die beiden Pistolen[Bearbeiten]

Schlecht Von Cowboy Donald, stark und mutig, bericht ich als Rezensionsschreiber. Die Gebrüder Greulich suchen zwei Pistolen, die Donald besitzt. Nachdem sie ihn durch ein Indianerreservat gejagt haben, trifft Donald auf einen Herrn Johnny, der ihm über einen Schatz aufklärt, wozu die Pistolen als Schatzkarte dienen. Die beiden finden nach einigen Strapazen den Schatz, eine Diamantenmine, doch ist er wertlos, da Donalds Großvater Onkel Dagobert die Mine vermacht hat… Nein, da hilft es mir auch nicht, dass ich Perego mag: Diese Geschichte ist Schrott. Sie soll in der Vergangenheit spielen, springt jedoch immer wieder in die Gegenwart; die Wendungen und Zufälle in der Geschichte sind an den Haaren herbeigezogen, und selbst wenn die Geschichte als Traum konzipiert worden wäre, kann man das niemandem zumuten (gehört das letzte Panel eigentlich dazu, oder wurde es nachträglich eingebaut?) Selbst einige gute Gags retten die Geschichte nicht, und Peregos Zeichnungen gefallen hier irgendwie auch nicht. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>

Onkel Dagobert und der Schatz des Käpt'n Kidd[Bearbeiten]

Schlecht Onkel Dagobert wirft ein Geschenk von Donald fort – und hat eine gewaltige Pechsträhne. Als er das Buch aus der Müllkippe rettet, erfährt er von dem Schatz des Käpt’n Kidd, den er heben will. Mit einer Taucherglocke taucht er an der angegebenen Stelle, doch die Panzerknacker kappen das Trageseil. Um Strom zu bekommen, fangen Tick, Trick und Track elektrische Fische, mit deren Hilfe sie in eine Grotte kommen, in der der Schatz liegt. Die Panzerknacker finden die Grotte auch, sprengen das Schiff und spülen damit den Schatz aus der Grotte in eine Bucht – die rein zufällig Onkel Dagobert gehört…

Also nein, wirklich! Eine Ansammlung von Zufällen, unglaublich erbarmungslose Panzerknacker, massenweise verkauftes Märchenbuch als Schatzkarte etc… Nein, so geht das wirklich nicht, unter einer guten Geschichte stelle ich mir etwas anderes vor. Pier Lorenzo de Vita ist wieder Zeichner, aber man merkt, dass diese Geschichte älter ist als die vorherige: De Vitas Zeichnungen wirken ungelenk und unpassend, manchmal sogar perspektivlos, wenn Figuren unnatürlich groß erscheinen oder nicht ins Bild zu passen scheinen. Kein Vergleich zu anderen Geschichten von ihm, z. B. auch Die Grotte des Aladin. <Treviris, a.k.a. T.A.F.K.A.T., Januar 2006>