Die letzten Wilden

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Die letzten Wilden
Lost Frontier
Erstveröffentlichung: März 1961
Entstehungsdatum: 18.07.1960
Storycode: W WDC 246-01
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Seiten: 10
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus Magazin 31/1990
Weiterführendes
Liste aller Comicgeschichten von Carl Barks

Ind.PNG Infos zu Die letzten Wilden

beim I.N.D.U.C.K.S.

Die letzten Wilden (engl Lost Frontier) ist eine Comicgeschichte von Carl Barks aus dem Jahr 1960. Donalds Neffen wollen in den Rocky Mountains nach wilden Ureinwohner suchen - und sie werden fündig. Allerdings haben sie nicht erwartet, wie schnell sich die Wilden an die moderne Technik anpassen.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Willkommen in den Rocky Mountains! (© Egmont Ehapa)

Tick, Trick und Track sind ganz begeistert von Captain Coolwater, der an den unmöglichsten Orten der Erde, längst verstorben geglaubte Lebewesen wiederentdeckt. Ihr Onkel hingegen ist wenig begeistert von der Fernsehsendung, da er Coolwater für einen Scharlatan und Lügner hält. Als er am Ende seiner Show ankündigt, dass er das nächste Mal in den Rocky Mountains auf den einsamen Mesas nach vergessenen Ureinwohnern suchen will, fährt Donald mit seinen Neffen dorthin, um ihnen das Gegenteil zu beweisen. Er mietet sich ein Kleinflugzeug und überfliegt die Felsen, um sein Ziel zu erreichen.

Western sind nicht für jeden was (© Egmont Ehapa)
Da sage noch einer, Fernsehen würde nicht bilden! (© Egmont Ehapa)

Nach stundenlangem Flug ist immer noch kein Ureinwohner gefunden und Tick, Trick und Track geben sich enttäuscht geschlagen. In diesem Moment fällt den Vieren auf, dass ein Gewitter über ihnen ist, und es einem glatten Selbstmord entspräche, durch es hindurch, zurück zum Flugplatz zu fliegen. So müssen sie auf einer der Mesas notlanden; während Donald die Gegend erkundet, schlafen seine Neffen ein. Plötzlich hören sie den Hilfeschrei ihres Onkels und eilen zu ihm. Zu ihrem Entsetzen, befindet er sich in den Klauen von Höhlenmenschen. Als sie einen Hilferuf vom Flugzeug aus abgeben wollen, werden sie von Höhlenkindern aufgehalten und ebenfalls gefangen genommen. Als einer der Ureinwohner das Flugzeug von der Mesa schieben will, stellen Tick, Trick und Track schnell den tragbaren Fernseher an, den sie mitgebracht hatten, um die nächste Sendung von Captain Coolwater nicht zu verpassen. Die Höhlenmenschen sind von der Flimmerkiste begeistert und zeigen sich – in der ein oder anderen Weise - angetan von den laufenden Programmen, durch die sie sich zappen. Als in einem Sender eine Schießerei im Wilden Westen gezeigt wird, rennen sie erschrocken davon. Die vier Ducks wollen flüchten, werden aber aufgehalten und müssen zusehen, wie die Ureinwohner, mit Hilfe eines Programms, in dem Flugstunden gegeben werden, mit ihrem Flugzeug davon fliegen. Als sie weg sind, taucht auf einmal Captain Coolwater mit seinem Kamerateam auf. Sie sind bereit, die Ducks mitzunehmen – unter der Bedingung, dass sie so tun, als wären sie Ureinwohner der Mesas, damit Coolwater sein Versprechen vom Ende der letzten Sendung halten kann...

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Geschichte ist nach Thomas Andrae die ultimative Mediensatire. Barks war den modernen Massenmedien äußerst negativ gegenüber eingestellt und fand, dass sie die Leute verdummen. Er fand, dass Fernsehshows die Kultur „angreifen“ und „Menschen zurück in die Wildheit“ befördern.[1] In Die Zugkatastrophe hatte er bereits Donald zum Medienabhängigen gemacht, der nicht mehr zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden vermag. In dieser Geschichte sind es die Neffen, die Captain Coolwater (im Original Gadabout, also „Herumtreiber“) alles glauben. Entsprechend seiner Einstellung zu Medien stuft Barks nach Meinung von Thomas Andrae in dieser Geschichte Medienabhängige zu Wilden und Unzivilisierten herab. Die urtümlichen Menschen auf der Mesa sind genauso empfänglich für die Medien wie die Ducks, die sich als Wilde verkleiden müssen, um von Captain Coolwater mitgenommen zu werden. Der Film von Coolwater ist damit definitiv ein einziges großes Täuschungsmanöver, dem ein Millionenpublikum aufliegt.[1] Ein ähnliches Konzept, allerdings ohne entsprechende Mediensatire, hatte Barks bereits in Zurück in die Steinzeit angewendet.

Der Originaltitel The Lost Frontier ist eine Anspielung auf die „last frontier“ und damit die Ausdehnung der USA in die Ende des 19. Jahrhunderts von Amerikanern noch unerschlossenen Gebiete im Westen. Auch heutzutage ist der Begriff noch geläufig, so trägt noch der nördlichste Bundesstaat, Alaska, den Beinamen „last frontier“.

Im Original lässt Barks Donald Captain Gadabout folgendermaßen charakterisieren:

„That Captain Gadabout is a two-bit fraud! A pernicious prevaricator! A prince of hokum, and high hipster of hogwash!“
Donald Duck[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Thomas Andrae (2006): Carl Barks and the Disney Comic Book (Jackson, Mississippi: Univ. Press of Mississippi) S. 251.
  2. Auf Deutsch: Dieser Captain Rumtreiber ist ein billiger Betrüger! Ein abgefeimter Aufschneider! Ein großspuriger Großsprecher und dreister Dummschwätzer vom Dienst! (Zum Teil aus der Übertragung von Wolfgang J. Fuchs: Die Kennedy-Ära. In: Barks Comics and Stories 14, S. 9).