Oropolis

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Oropolis
Topin Mystére e Orobomis la città che cammina
Erstveröffentlichung: 07.03.2018
Entstehungsdatum: 2018
Storycode: I TL 3250-5
Story: Alfredo Castelli & Casty
Zeichnungen: Casty & Luca Giorgi
Seiten: 66
Deutsche Übersetzung:
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB Crime 5
Weiterführendes

link= I TL 3250-5 Infos zu Oropolis beim Inducks

Splashpanel (© Egmont Ehapa)

Oropolis (Original Topin Mystére e Orobomis la città che cammina ist eine Comicgeschichte von Alfredo Castelli und Casty. Hierbei handelt es sich um eine Parodie auf Alan Dark (ital. Martin Mystère) unter der Zustimmung und Aufsicht des gleichen Autors.

Der Detektiv Mirakel Mick, dessen Lebensgefährtin Dinnie Daus und der Goofandertaler Wargl erhalten vom Erfinder Boso Bonzer einen Forschungsauftrag. Sie sollen die geheimnisvolle Stadt Oropolis finden, die wohl schon seit Anbeginn der Zeit zu existieren scheint. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie von jeder großen Zivilisation gesichtet und abgebildet.

Figuren[Bearbeiten]

Mirakel Mick ist ein Archäologe und okkulter Wissenschaftler, der einige der dunkelsten Geheimnisse der Menschheitsgeschichte gelöst hat. Von Atlantis, über Loch Ness bis hin zu den Kornkreisen. Er ist kultiviert und intelligent, trägt ein blondes Haarbüschel und elegante Kleidung.

Dinnie Daus ist Mirakel Micks Freundin und Lehrerin. Sie begleitet ihn bei seinen Abenteuern und steht ihm sehr nahe. Durch ihre Klasse ist sie mit Kindern aus aller Welt in Kontakt. Sie hat blonde lange Haare und trägt ein elegantes rotes Kleid.

Wargl ist der Assistent von Mirakel Mick, der ihn seit einer Mission im Himalaya kennt. Jedes Mal, wenn ihn Mirakel beim Namen nennt, fängt Wargl zu graben an.

Karol Katzoff ist ein vertrauter Feind von Mirakel Mick, der von Gier getrieben wird. Ihm stehen ein großes Team und technisches Equipment zur Verfügung. Er trägt einen Haken als Hand und stets elegante Kleidung. Außerdem trägt er eine blaue Kapuze, die sein Gesicht bedeckt. Er neigt dazu affektiert zu sprechen, besonders bei Drohungen.

Nebenfiguren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Erster Teil[Bearbeiten]

Oropolis (© Egmont Ehapa)

Das Trio Mirakel Mick, Dinnie Daus und Wargl befinden sich vor dem Anwesen des berühmten Magnaten Boso Bonzer. Sein Diener öffnet die Tür und führt die drei durch das Anwesen. Dort erblicken sie einige bedeuteten geschichtliche Artefakte und werden per Videoschaltung mit dem Milliardär verbunden. Der bittet sie nach einer mysteriösen Stadt mit dem Namen „Oropolis“ zu suchen, die immer von vielen Kulturen und Zivilisationen erblickt wurde, aber wieder verschwand. Der Magnat wird nicht persönlich an der Expedition teilnehmen, jedoch in Form eines tragbaren Gerätes dabei sein.

Nun beginnen die Recherchen und während Mick und Wargl sich in Büchern vertiefen, sucht Dinnie nach einem Anhaltspunkt in ihrer Schule. Mick und Wargl finden ein Buch von Lutz und Lorenz Leichtfuß, die auf der Suche nach Oropolis waren, jedoch vor 30 Jahren verschwanden. Dinnie zeigt Mick in zwischen eine Abbildung, die genau wie Oropolis aussieht. Gezeichnet von einem Ulele aus Aberdann in Afrika. Herr Bonzer wird gleich darüber informiert und bucht eine Reise für den nächsten Tag. Unmittelbar darauf werden einige merkwürdige Gestalten aktiv und scheinen keine guten Absichten zu haben.

In Afrika angekommen machen sich die drei Helden der Geschichte auf die Suche nach Ulele, aber das ist ein Standardname, so wissen sie nicht genau wer dieser vielen Kinder, der Zeichner ist. Bozer meint, dass es sich um ein Genie handeln müsste. Daher führt die Spur in einen anderen Ort, doch auf den Weg dahin werden sie von zwei Fahrzeugen verfolgt und sogar angegriffen. Es stellt sich heraus, dass ein alter Widersacher Micks, Karol Katzoff, auch auf der Suche nach Ulele ist. Die drei können mit dem Jeep nur knapp in einer Schlucht entkommen, müssen aber das Fahrzeug zurücklassen. Sie fliehen über eine Hängebrücke, die sie anschließend zerstören. Katzoff fährt nun nach Immerwenn, um Ulele zu befragen. Die drei Helden irren durch den Wald und treffen auf einen Einsiedler. Der lädt sie zum Essen ein und im Häuschen des Einsiedlers sehen sie Bilder, die dem von Ulele gleichen. Der Einsiedler erklärt, dass sein Affe das gezeichnet hat und er einfach gerne an Austauschprogrammen für Kinder teilnimmt. Nun bitten sie den Schimpansen Ulele ihn zu seinem Zuhause und nach Oroplis zu führen. Das macht der Affe auch artig und bringt sie zu einem großen Portal. Doch dann taucht Katzoff auf, der das Portal mit seinen Waffen angreift. Das Portal öffnet ein wachsames Auge und lässt Fliegen aus Metall los, die die Waffen und Fahrzeuge auffressen. Katzoff flieht vor der Bedrohung, das Portal öffnet sich und die Helden treten ein. Es wird dunkel und während sie einschlafen, nähert sich eine mysteriöse Gestalt.

Zweiter Teil[Bearbeiten]

Impossanter Anblick (© Egmont Ehapa)

Nun wachen die Helden wieder auf und stellen fest, dass Bonzers Gerät leer ist. Es enthält eine Art Puppenhaus, aber ansonsten keine technischen Details. Sie betreten Oropolis und sind vom Anblick erstaunt. Dort sehen sie Automaten, die durch Sonne gespeist werden und Felder ernten, für frischen Wind sorgen und als Regen- und Unwetteranlage fungieren. Außerdem sehen sie ausgestorbene Tierwarten wie Glyptodon, Deinotherien … Mick schätzt Orpoplis auf 2,5 Millionen Jahre, da Tierarten aus dem Pliozän dort agieren. Auch schwebenden Kugeln fliegen umher, sie führen Wartungsarbeiten durch. Doch die Protagonisten kommen aus dem Staunen gar nicht raus, plötzlich wandern Gespenster umher und es stellt sich heraus, dass das Hologramme sind. Auf einmal werden sie von einem echten Menschen begrüßt, er stellt sich als Lutz Leichtfuß vor. Der Mann, der vor 30 Jahren verschollen ist. Lutz bezeichnet Oropolis nicht nur als Stadt, sondern als Arche des Wissens einer längst vergangenen Zivilisation. In den kleinen Kugeln, Sphären, befinden sich verschiedene Erkenntnisse, die sich auf die Personen übertragen können. Die Hologramme werden von Lutz als „Erklärer“ bezeichnet, die auch reden können. Auf die Frage von Mick, wieso die Stadt unsichtbar sei, antworten die Erklärer damit, dass sie nicht unsichtbar, sondern eine Miniaturstadt unter einer Kuppel ist.

Kuppel über der Stadt (© Egmont Ehapa)

Lutz erklärt den drei Helden, dass sie beim Durchschreiten des Portals verkleinert wurden und innerhalb von 24 Stunden zurückkehren müssten. Ansonsten sei, wie bei ihm selbst, der Vorgang irreversibel. Lutz selbst habe den Vorgang zu spät entdeckt und sei deshalb geblieben. Oropolis war an der Entstehung sämtlicher großen Kulturen gegenwärtig und beteiligt. Jeder, der in friedlicher Absicht und wissbegierig war, gelangte durch das Tor. Die, die Waffen tragen hätten keinen Zutritt. Auf die Frage, was aus Lutz Bruder Lorenz wurde, meint Lutz, dass er sich einige Sphären genommen und Oropolis mit dem Wissen verlassen hätte, um reich zu werden. Der Diebstahl der Sphären hat aber auch bleibende Schäden im Ökosystem von Oropolis hinterlassen.

Die Protagonisten vernehmen ein Lachen und eine Person, die mit einem Netz nach Sphären fischt. Es ist Boso Bonzer, der von Lutz als sein Bruder Lorenz identifiziert wird. Er stahl die Sphären und gelang damit zu Reichtum. Da er aber winzig blieb, musste er versteckt agieren. Sein Ziel war es nun Oropolis wiederzufinden und weiteres Wissen abzuzweigen. Doch als Lutz ihm zeigt, was der Diebstahl in Oropolis anrichtet, kommt Lorenz zur Einsicht. Und gerade als es scheint, als wäre alles in Ordnung, taucht Katzoff auf, der nun die Helden zwingt die Sphären einzusammeln. Gerade in dem Moment bebt die Erde, die Stadt bereitet sich auf den Start und einen Ortswechsel vor. Auch die Zeit läuft ab, wenn sie nicht für immer geschrumpft bleiben möchten, müssen Helden und Katzoff sofort aufbrechen. Lutz und Lorenz bleiben weiterhin in Oropolis. Mit Gleitern verlassen sie nun die Stadt und wachsen wieder auf ihre normale Größe an. Sie beobachten wie die Stadt in Form einer fliegenden Untertasse sich einen neuen Standort sucht. Mit einer List gelingt es Mick Katzoff Handschellen anzulegen, der nun als Gefangener abtransportiert wird.

Szenenwechsel: Mick, Dinnie und Wargl stellen ihr neues Buch über Oropolis vor. Im Publikum befinden sich Micky und Goofy, die von den Dreien hellauf begeistert sind.

Galerie[Bearbeiten]

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Geschichte ist eine gut bewertete Geschichten von Casty und belegt derzeit (2022) den 910. Platz im Inducks.[1]

Vorlage (© Egmont Ehapa)

Als Vorlage für diese Geschichte diente die von Alfredo Castelli geschaffene Comicserie Alan Dark (ital. Martin Mystère), die er 1982 kreiert hat. In den Geschichten geht es um einen Helden, der als der sogenannte „Detektiv des Unmöglichen“ bezeichnet wird (im Deutschen als „Der Jäger des Unheimlichen“) und Geheimnisse wie Atlantis, UFOs, das Ungeheuer von Loch Ness … gelöst hat. Das Abenteuer folgt drei weiteren Hommagen (Bum un ranger in azione – Tex Willer, Dylan Top in: l'alba dei topi invadenti – Dylan Dog und Ciccio Never - Agente speciale salsa – Nathan Never) nach. Die Geschichte wurde anlässlich der Mailänder Comicmesse präsentiert und dafür auch geschrieben.[2]

Es ist ein kleines Ritual geworden eine Parodie anlässlich zur Mailänder Comicmesse zu veröffentlichen. Auch Topolinix oder Micky Maltese wurden anlässlich dieser Veranstaltung erstellt. Castelli hatte den Originalcomic 1982 für Sergio Bonelli Editore geschaffen. Casty ist ein Garant für intelligente und fesselnde Geschichten und auch diese Geschichte enttäuscht den Leser in dieser Hinsicht nicht. Die Geschichte ist gut durchdacht und gestaltet. Die Geschichte hat ein gutes Pacing und enthält interessante Erfindungen, lustige Gags, unerwartete Wendungen bis hin zum mysteriösen Ende. Während bei Parodien wie Micky Maltese es noch recht einfach war, zu erkennen, wie die Figuren von ihren Vorbildern abwichen, scheint das bei dieser Geschichte nicht der Fall zu sein. Alberto Brambilla nennt als Grund, dass die Figur des Alan Dark sehr stark von Floyd Gottfredsons Micky Maus inspiriert worden sein soll. Castelli hat auch Brick Bradford und Flash Gordon als Inspiration für seine Serie genannt und war bereits in den 1960igern einer der ersten Disney Experten für Gottfredson. Daher ähneln die Abenteuer des Detektivs des Unmöglichen auch bei näherer Betrachtung den Strips der 30er. Spielen aber in der Gegenwart und beschäftigen sich dort mit einer Fülle an Mysterien oder fiktional-technologischen Themen. Da Castelli und Casty gerne auf Micky von Gottfredson und Scarpa referenzieren, wundert es auch nicht wenn die Figuren so authentisch wirken. Auch hat der Autor – gleich wie Gottfredson – die Figur des Alan Dark mit Fehlern versehen um ihn menschlicher, gewöhnlicher und sympathischer zu machen. Aus all diesen Gründen wirkt die Parodie nicht wie eine Parodie.[3]

Carlo Andrea Cappi, ein Fan der Vorlage beschreibt diese Geschichten als Neuinterpretation von Kunstfiguren, die so berühmt sind wie Micky Maus selbst. Er bezeichnet „Parodie“ in dieser Geschichte als irreführend, denn Castys Geschichte sei detailliert, witzig, genial, kreativ und mysteriös wie auch das Original Alan Dark. Kompetent wie das klassischste der Abenteuer des Goldenen Zeitalters des echten Alan Dark (Martin Mystère). In der Geschichte soll es häufige und subtile Anweisungen und Hinweise auf das Werk von Castelli geben (Bibliophilie, Wissen über historische Ereignisse, witzige Rolle von Dinnie, …). Auch einzelne Zitate sollen aus den Vorlagen stammen, z.B. als Katzoff Mick stellt und meint er hätte ihn erwischt. Dieser Satz soll von Castelli in der Anleitung zum Schreiben eines Comics der Martin-Mystère-Serie (Alan Dark) verwendet worden sein, um zu erklären wie er als Gegenspieler nach einer bitteren Niederlage zurückkehren konnte, ohne die Lektion zu lernen. Casty lässt Mick darüber philosophieren, dass Mick und Katzoff zwei Seiten einer Münze seien und sich gegenseitig brauchen würden.[4]

Trivia[Bearbeiten]

  • Alfredo Castelli hat schon zuvor eine Micky-Maus-Geschichte geschrieben (Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks, LTB 177). In jüngerer Zeit hat er auch Artikel für das Topolino Magazin verfasst.
  • Bis zu den letzten beiden Seiten hat der Leser den Eindruck, dass die Geschichte wie die meisten Parodien, in einem Paralleluniversum zum bekannten Entenhausen spielt. Am Ende stellt sich Katzoff aber als Karlos Cousin heraus und Micky und Goofy befinden sich im Publikum während der Buchvorstellung.
  • Katzoff bezieht sich auf Orloff in seiner ursprünglichen Version, böse und schwer verstümmelt. Später hat die Originalfigur jedoch Buße geleistet und sich mit Alan/Martin versöhnt, sogar die körperliche Unversehrtheit wiedererlangt.
  • Anlässlich des 40. Geburtstags des Originals, gibt es in Italien eine Neuauflage (2022) der Geschichte im Buch „Topolino in Team: Avventure e Mysteri“.[5]
  • In dem Roman und der TV-Serie Die Arena/Under the Dome leben die Einwohner auch unter einer Kuppel. Jedoch unfreiwillig.
  • Castelli gibt Diana den Nachnamen Friulaner, was sich auf das Friaul bezieht, während die Figur sich im Original auf die Lombardei bezieht.[6]
  • Bruno Sarda und Massimo De Vita hatten der Figur Alan Dark bereits in einer Indiana Goof Geschichte mit einem Cameo Auftritt gehuldigt.
  • Die Geschichte enthält auch Anspielungen auf den Film 2001: Odyssee im Weltraum
  • Während für Micks Panels gerne grün und gelb als Ton verwendet wird, ist es bei Katzoff meist fliederfarben und blau.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]