Marco Gervasio

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Marco Gervasio

Marco Gervasio (* 4. September 1967 in Rom) ist ein italienischer Comicautor und -zeichner. Er ist vor allem für seine Geschichten rund um Phantomias und um dessen Vorgänger, dem Ersten Phantomias bekannt. Sein Magnum Opus Die Legende des ersten Phantomias ist eine der aktuell beliebtesten Comicserien. Viele seiner Geschichten bilden zusammen das sogenannte Gervasioverso, wo die Geschichten verschiedener Erzählstränge in enger Kontinuität zusammenhängen.

Leben[Bearbeiten]

Marco Gervasio wurde am 4. September 1967 in Rom geboren. Er macht seinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, doch bald darauf wechselt er zur Comicakademie Scuola Romana dei Fumetti, an der er mittlerweile selbst unterrichtet. Tatsächlich hatte er bereits von Kind an eine Neigung zum Zeichnen und füllte ganze Hefte mit Comicgeschichten. Besonders das Topolino und Asterix haben es ihm angetan. An der Akademie lernt er dann unter anderem den Zeichner Corrado Mastantuono kennen und vor allem 1996 den Altmeister Giovan Battista Carpi, der von seinen Zeichnungen sehr angetan ist. Der nahm ihn in die Disney-Akademie auf.[1] Für Gervasio, der ja bereits in seiner Kindheit die Disney-Comics besonders schätzte, war das ein großes Glück und so erschien 1997 seine erste Disney-Geschichte. Gervasio lebt noch heute in Rom und ist dem Disney-Comic noch immer treu.

Werk[Bearbeiten]

Seine erste Disney-Geschichte ist die auf Deutsch noch unveröffentlichte Kurzgeschichte Nel Pallone aus dem Jahr 1997, die Story stammt hier von Rudy Salvagnini. In den nächsten Jahren fungierte er dann vor allem als Zeichner sehr kurzer oder zumindest kürzerer Geschichten von den verschiedensten Autoren, meistens mit den Ducks. Ab dem Jahre 2000 zeichnete er dann auch einige Geschichten für die Comicserie PKNA. In der Folgezeit zeichnete er auch einige Episoden anderer spezieller Serien wie Kampf der Zauberer oder Micky-X, allerdings blieb er vorerst hauptsächlich beim Zeichnen von Geschichten aus dem klassischen Duck-Universum.

2002 erschien dann die erste Geschichte, die er sowohl schrieb als auch zeichnete: Der einzig wahre Phantomias, auf Deutsch unter anderem in LTB 316 zu finden. Hier zeigte sich gleich, in welche Richtung Gervasio als Autor will: In der Geschichte taucht Phantomias auf, Gervasios Lieblingsfigur, und der erste Phantomias, mit dem er sich später noch viel mehr beschäftigen wird, spielt eine Rolle. Daraufhin wurde er immer regelmäßiger Autor der Geschichten, die er zeichnete. 2007 erschien dann Das verlorene Amulett (unter anderem in LTB 376), ein Meilenstein in Gervasios Schaffen. Hier lässt er den ersten Phantomias erstmals tatsächlich auftreten, sowie seine Gefährtin Detta von Duz. Bereits in seiner Kindheit hatte er akribisch alle spärlichen Informationen zum Vorbild des modernen Phantomias gesammelt, die er in den Geschichten Guido Martinas finden konnte. Nun fing er an, diese in seinen Geschichten zu verarbeiten. In den folgenden Jahren erschienen mit Das Geheimnis des ersten Phantomias (2011, unter anderem in LTB 435) und Vergangenheit ohne Zukunft (2012, LTB 447) weitere Geschichten mit dem ersten Phantomias, in denen er seine Umgebung mit neuen Figuren wie Kommissar Pinkus und vor allem Darendorf Düsentrieb immer weiter ausbaute und John Quackett als Mann hinter der Maske schuf.

Cover zum ersten Teil der Serie in LTB 453 (© Egmont Ehapa)

2012 war es dann schließlich so weit und der erste Teil der neuen Serie Die Legende des ersten Phantomias erschien im Topolino. Diese Reihe, in der Gervasio diesmal ganz genau auf die Geschichte des ersten Phantomias eingeht, kann als sein Magnum Opus gesehen werden und ist heute eine der beliebtesten Disney-Comicserien überhaupt. In den folgenden Jahre beschäftigte sich Gervasio aber nicht nur mit dem ersten Phantomias und Lord Quackett, dem er 2020 mit Paperbridge eine weitere Serie widmete, sondern auch mit anderen Figuren, vor allem aber natürlich mit dem modernen Phantomias. So ließ er mit der inoffiziellen Comicserie Phantomias in modernen Zeiten den maskierten Rächer auch wieder wirklich als Rächer auftreten wie er anfangs von Guido Martina geschaffen wurde und nicht als Held, wie er heute in den meisten Geschichten verwendet wird. Mit La ciurma del Sole Nero erscheint seit 2021 sein erstes größeres Werk, das nichts mit einem der maskierten Helden zu tun hat, stattdessen widmet er sich in dieser Serie in Zusammenarbeit mit dem Zeichner Cristian Canfailla dem Science-Fiction Genre und dem Maus-Universum.

Heute ist Gervasio wohl einer der beliebtesten aktuellen Disney-Autoren und -Zeichner. Als Autor fällt er unter anderem durch die Unvorhersehbarkeit seiner Geschichten auf, sowie durch diverse Bezüge und Anspielungen zu den Geschichten von Guido Martina (vor allem zu dessen Phantomias-Geschichten, zu denen es in Gervasios Geschichten von Bezügen nur so wimmelt, einige Storys sind Fortsetzungen) oder Don Rosa (unter anderem in Die Legende des ersten Phantomias, die ja etwa zeitgleich mit Sein Leben, seine Milliarden spielt), aber auch zu anderen literarischen Werken und Filmen auf. Sein Zeichenstil ist, wie der vieler seiner Zeitgenossen, stark von den Meistern Giorgio Cavazzano und Giovan Battista Carpi inspiriert. In seinem Frühwerk sind häufig 1:1-Kopien von Posen und Hintergründen anderer Zeichner wie Cavazzano, Corrado Mastantuono und Andrea Freccero zu finden; erst im Laufe der Zeit erarbeitete sich Gervasio einen eigenständigen Stil, der zwar noch immer von den genannten Zeichnern beeinflusst ist, aber doch meist klar als Gervasio erkennbar ist. Typisch sind bei ihm besonders die Nasen einiger Nebenfiguren.

Comics (Auswahl)[Bearbeiten]

Serien

Andere[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]