Die Zeitenwelle

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Die Zeitenwelle
Topolino e la marea dei secoli
Erstveröffentlichung: 1. November 2011
Entstehungsdatum: 2011
Storycode: I TL 2918-2P
Story: Casty
Zeichnungen: Casty & Michele Mazzon
Seiten: 90
Deutsche Übersetzung:
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB Crime 9
Weiterführendes

link= I TL 2918-2P Infos zu Die Zeitenwelle beim Inducks

Splashpanel (© Egmont Ehapa)

Die Zeitenwelle (Original Topolino e la marea dei secoli) ist eine Comicgeschichte von Casty.

In dieser Geschichte wird Micky von Uma als Damm gegen eine Zeitenwelle eingesetzt. Er ist die letzte Hoffnung für unsere Realität, so wie wir sie kennen. Die Geschichte handelt von politischen Utopien und einer historischen Änderung, in der präkolumbianische Völker Europa entdeckt haben und es so zu einem chronologischen Tsunami kommt.

Figuren[Bearbeiten]

Nebendarsteller[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Kapitel 1[Bearbeiten]

Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen und verschiedenen Parallelwelten. Zuerst taucht Micky in einer Operationszentrale der Zukunft auf. Schon auf der nächsten Seite gibt es einen Szenenwechsel auf den Atlantik im Jahr 1492, wo gerade Kolumbus mit der Santa Maria, Pinta und Niña auf dem Weg zur Entdeckung „Indiens“ ist. Dort werden die Schiffe aber von einer Flotte zerstört, die sich auf den Weg nach Europa macht.

Die Welle (© Egmont Ehapa)

Ein weiterer Szenenwechsel, Entenhausen in der Gegenwart: Micky unterhält sich mit dem Kioskstandbesitzer Rufus, als plötzlich Menschen und Bäume spurlos verschwinden. Nun erblickt Micky einen Tsunami, der Entenhausen überrollt. Im letzten Moment erhält Micky einen Ruf und er wird aufgefordert in eine Sphäre zu steigen. Nun überschwemmt die Welle auch die Sphäre.

Micky wacht nun an einem Ort namens Ententekien auf und blickt sich um. Die Stadt wirkt sehr fortschrittlich. Als Micky umherwandert, trifft er auf Goofy. Doch es handelt sich gar nicht um den Goofy, den wir kennen. Es ist ein anderer Goofy, der Micky nicht leiden kann. Er bezichtigtet Micky für Phönix zu arbeiten und die Menschen zu belügen. In diesem Moment hält der Präsident der Welt, Micky Maus, eine Rede, in der er den Wohlstand lobt. Micky ist verdattert, als er sich selbst erblickt. Nun taucht auch der ominöse Phönix das erste Mal in Erscheinung. Micky wird nun von Security Männern entdeckt, die froh sind den „echten“ Präsidenten gefunden zu haben. Die gerade gesehene Darstellung war nur ein Hologramm. Goofy soll sogar als Oponeller inhaftiert werden, Micky kann das gerade noch verhindern. In den Gemächern des Präsidenten kommt es zum Wiedersehen mit einer alten Bekannten – Uma. Es stellt sich heraus, dass sie Micky gerettet und in die Sphäre gebracht hat. Sie erzählt, dass sie gerade im Wilden Westen war, als die Zeitenwelle hereingebrochen ist. Sie konnte sich gerade noch retten und Micky ist nun der letzte, der die Katastrophe noch verhindern kann. Er dient als eine Art Damm, der die Zeitwelle bremsen kann. Jedoch wird er sie nicht aufhalten können und am 12. November 2011 wird auch er verschwunden sein. So läuft die Zeit gegen die Helden und sie versuchen alles um herauszufinden, was die Zeitenwelle verursacht hat.

Kapitel 2[Bearbeiten]

Der Phönix (© Egmont Ehapa)

Uma meint, dass Mickys Präsenz in dieser alternativen Zeitlinie, die Existenz des Präsidenten beendet hat. Plötzlich tritt eine Person herein, es ist Binx, der Privatsekretär des Präsidenten. Er bietet sofort seine Hilfe an, wirkt aber wenig vertrauenswürdig. Nun zeigt er Micky, Uma und Goofy das utopische Ententekien, sogar Dinosaurier wurden wieder zum Leben erweckt, um der Bevölkerung Vergnügen zu bereiten. Zurück in der Unterkunft des Präsidenten sehen sie sich gemeinsam die Notizen des Präsidenten an. Dort ist von einem Baumpropheten die Rede und davon, dass der Phönix etwas verbirgt. Eine „M“ will sich mit dem Präsidenten in Yukatan, Mexiko, treffen. Diese Einladung nehmen die Helden dankend an. An einem anderen Ort auf der Welt, wird ein Zeitparadoxon registriert und auch schnell ermittelt – Micky. So wird der Phönix auf Micky angesetzt, um dieses Paradoxon zu lösen. Währenddessen sind die Helden schon auf dem Weg nach Yukatan, wo ihnen plötzlich ein Piratenschiff in die Quere kommt. Die Helden werden allesamt entführt. An Bord gibt sich der Pirat Phanthera als Minvera zu erkennen und hat optische Parallelen zu Minnie Maus. Hinter „M“ steckt Minerva und sie geleitet Micky & Co zum Baumpropheten. Doch der wurde vor einiger Zeit vom Phönix zerstört, trotzdem ist noch eine Warnung vorhanden - die Welt sei nicht echt! Nun suchen die Helden den Phönix, um sicherzugehen, dass der die Zeitenwelle ausgelöst hat. Die Spur führt weiter Richtung Afrika, nach Gibraltar. Doch inzwischen ist ihnen der Phönix auf der Spur.

Kapitel 3[Bearbeiten]

Venedig (© Egmont Ehapa)

In Gibraltar zeigt sich ein anderes Bild der Welt. Eine Klimamaschine hat für ein Ungleichgewicht gesorgt. Das Szenario hat sich vollkommen verändert, es ist dunkel und düster und voller Fabriken. Nun greift der Phönix das Raumschiff der Helden an. Das Schiff flieht und kann sich nur mit einer List vor dem Phönix verstecken. Sie lassen es so aussehen, als wäre das Schiff zerstört worden. Der Phönix dreht ab. Auf dem Wasser gelandet, treffen die Besatzung auf einige Oponelle, die in einer geheimen Stadt leben. Angeführt werden sie von Gero Gaul. Micky erzählt den Oponellen nun von seinen Plänen die Zeitenwelle aufzuhalten. Doch das gefällt den Bewohnern gar nicht, denn was würde aus ihnen werden, wenn die Zeit wiederhergestellt wäre? So brechen Micky und Uma alleine auf, um die Welt zu retten. Doch schon gesellen sich weitere Helfer mit Goofy, Binx, Minerva, Gaul und Klarabella hinzu. Gemeinsam suchen sie Kato Karol auf, der sie zu ihrem nächsten Ziel bringen soll. Zeitgleich erscheint Micky wieder als Anomalie auf einer Anzeige in einem fernen Land. Eine Person agiert im Hintergrund und lässt nach Micky fahnden. Bei Karol stößt Micky auf offene Ohren, der sieht in erster Linie den Profit, wenn er den Präsidenten befördert. Gerade als sich Karol mit den Helden auf den Weg machen will, bekommt er eine Botschaft auf den Bildschirm. Karol macht sich nun gemeinsam mit dem Helfen auf den Weg nach Venedig. Dort sind sie entsetzt vom Anblick der Lagunenstadt. Verwahrlost, runtergekommen, unbewohnt.

Kapitel 4[Bearbeiten]

In Venedig werden die Helden von Leonardo da Vinci begrüßt, einem Hologramm von ihm. Es handelt sich um eine Art Tagebuch, das von da Vinci geführt wurde. Das Tagebuch berichtet von Ereignissen des Jahres 1499 und so erfahren Micky und die anderen Helden, dass die amerikanischen Ureinwohner Europa entdeckt und invadiert haben. Außerdem wird offenbart, dass da Vinci vom Phönix zum ersten Präsidenten der Welt ernannt wurde. Da Vinci wurde in einen Palast in Finnland beordert und so erfahren die Helden, wo sich der Phönix befindet. Als da Vinci von einem Schiff namens Columbus spricht, dämmert es Uma. Es handelt sich um einen Zeitgleiter für Expeditionen, der Daten aus Yukatan des Jahres 1399 sammelte. Nun wird klar, dass das Schiff die Zeitenwelle ausgelöst haben muss. Doch nun funkt Karol dazwischen, der Minerva geschnappt hat und die Helden bedroht. Er hat eine Belohnung für die Ergreifung des Präsidenten versprochen bekommen. Micky bittet Binx ihm zu helfen, doch der hilft nun Karol. So werden die Helden alle gefangen genommen und gefesselt. Der Phönix eilt herbei und fliegt die beteiligten Personen alle nach Finnland. Dort erwartet sie der echte Phönix bereits, Professor Roland Rebell. Er war Besatzungsmitglied der Columbus und hat die anderen Crewmitglieder hypnotisiert, um die Macht auf der Welt an sich reißen zu können. Er war es leid seinen Studenten eine Geschichte voller Kriege, Katastrophen und Eroberungen beizubringen. Also entschied er die Zeit zu ändern. Sein Plan war ins Jahr 2053 zurückzukehren, jedoch kann er das nur mit Sprüngen von 100 Jahren machen. Deshalb erschien der Phönix nur alle 100 Jahre in dieser Zeitlinie. Captain Jonas, der Leiter der Operation versuchte noch einen Hilferuf abzusetzen und legte ein Aufnahmegerät in einem Baum ab, so kam es zum Baumpropheten, bevor auch er hypnotisiert wurde. Letztendlich entschied sich Rebell dazu den Baum zu zerstören. In der Zukunft hat Rebell den Hauptchronogenerator manipuliert, sodass ihn aus der Zukunft niemand aufhalten konnte. Aber er hatte nicht bedacht, dass Uma sich noch auf Zeitreisen befand.

Das Ende (© Egmont Ehapa)

Zwischen Micky und Rebell kommt es zu einem Wortgefecht, wobei Micky ihm vorwirft ein Diktator zu sein. Die Helden können sich nicht länger zurückhalten und so kommt es nach dem verbalen zu einem körperlichen Schlagabtausch zwischen Helden und Halunken. Doch der Phönix hält die Helden von der anschließenden Flucht ab. Und gerade als die Bösewichte die Helden stellen, trudelt eine Nachricht ein. Es ist der echte Präsident, der sich als Binx verkleidet hatte. Er hatte Micky nur nicht geholfen, damit sie zum Versteckt des Phönix gelangen konnten. Von dort aus hat er sich als Binx ins Jahr 2053 befördert, einen Tag bevor die Columbus gestartet ist. Damit hat er die Zeitreise und Rebells Pläne verhindert. Die Zeitenwelle und die alternative Zeitlinie erlischt damit, Rebell wird im Jahr 2053 inhaftiert, Uma kehrt in ihre Gegenwart zurück, Micky in seine. Dort feiert er mit seinen Freunden ein Fest, als er aus Finnland zurückgekehrt ist und beschenkt sie.

Galerie[Bearbeiten]

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Geschichte ist eine der am besten bewerteten Geschichten von Casty und belegt derzeit (2022) den 84. Platz im Inducks.[2]

Die Geschichte erhielt 2011 den TopoOscar für das beste Setting in einer Mausgeschichte.[3]

Das Werk beschäftigt sich mit tiefgreifenden Themen, die beim Leser verschiedene Denkanstöße hervorrufen. Die Stadt Ententekien repräsentiert eine scheinbar utopische Welt, in der alle glücklich sind und es keine Ungerechtigkeiten gibt. Diese Realität ist aber illusorisch, die Bewohner haben keine Ambitionen und sind intellektuell nicht angeregt. Sie nehmen alles hin und glauben blind, was man ihnen sagt. Um das Wohlergehen der Amerikaner zu halten, werden andere Länder erbarmungslos ausgebeutet. Die Zivilisation des Phönix lebt eine ewige Gegenwart und verzichtet so auf Geschichte, Kultur und Kunst.

In dieser scheinenden Utopie besteht die Erde aus einer einzigen großen Nation. Es gibt keine Kriege und es scheint auch nie welche gegeben zu haben. Der Weltpräsident kümmert sich um die Bürger, optisch gibt es keinen Grund zu klagen. Sogar Dinosaurier werden wieder zum Leben erweckt, was der Belustigung der Bewohner dient. Doch tatsächlich wird dieses Wohlergehen nur durch das große Opfer anderer Teile des Planeten ermöglicht. Darüber hinaus wird die Gesellschaft dank der fast völligen Willensfreiheit der Bürger und deren blinden Konformität am Leben erhalten. Doch die große Dystopie der Geschichte lautet: Es existiert keine Geschichte, keine Kunst, keine Konflikte, kein Fortschritt. Die Menschen stehen über Jahrhunderte immer auf demselben Zivilisationsniveau, deshalb hat der Mensch alles verloren, was ihn auszeichnet. Die Welt hat die positiven Eigenschaften wie Neugier, Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit, oder aus Fehlern zu lernen, vernichtet. So war die Menschheit in dieser Geschichte noch nicht auf dem Mond, weil es keinen Grund dafür gab.[4]

Tsunamis führen immer wieder zu Katastrophen, so löschte ein Tsunami von 2004 über 230.000 Menschenleben aus und ein Tsunami vom 11. März 2011 löste die Katastrophe von Fukushima aus.

In der Mythologie vieler Völker gibt es Geschichten, die sich um einen Vogel (Phönix) ranken, der für Fortpflanzung, Wiedergeburt, Kraft, Unsterblichkeit, Wahrheit und Freiheit steht. Dieser Verweis kommt auch in der Geschichte selbst vor.

Trivia[Bearbeiten]

  • In Venedig wurde das Opernhaus nach einem Brand in „La Fenice“ (Phönix) umbenannt.
  • Firefox hieß früher Firebird, davor Phönix.
  • Es gibt eine Anspielung auf Goofy als Schriftsteller, damit ist die Serie Mittwochs bei Goofy gemeint.
  • Es gibt mehrere Anspielungen auf die Geschichte Die Wunderbrause aus LTB 376.
  • Uma kehrt erst wieder in der Geschichte Topolino e l'anomalia concentrica zurück.
  • Der 11. November ist Faschingsbeginn und Gedenktag des heiligen St. Martin.
  • Im ersten Kapitel der Geschichte wird im Original die Bezeichnung „Kommunisten“ (im deutschen „Oponelle“) verwendet. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich gegen den Präsidenten zusammenschließen. Diese Assoziation löste in Italien einen Eklat aus.
  • Das Schiff von Piratin Panthera (Miverva) ist eine Anspielung auf eine Anime Serie der 1970er.
  • Roland Rebell ist ein kahler anthropomorpher Hund und will eine perfekte und friedliche Welt schaffen, indem er alle Formen von Vielfalt und Ambitionen aufhebt.
  • In Star Trek Picard Staffel 2 gab es in der Episode „Buße“ eine ähnliche Handlung.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]