LTB 141: Rezension

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In diesem Artikel kann jeder seine persönliche Meinung zu den im LTB 141 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht, mit 3 oder 4 Tilden. Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzung miteinbezogen werden.

Cover von LTB 141 (© Disney, © Egmont Ehapa).

Cover[Bearbeiten]

Der Tiger von Masalia[Bearbeiten]

Highlight Eine gar köstliche Parodie auf den „Sandokan“-Zyklus von Emilio Salgari bildet den grandiosen Anfang dieses LTBs. Wunderbar witzig geschrieben und überragend gezeichnet von Giovan Battista Carpi, kommt „Der Tiger von Masalia“ als überdrehte Groteske mit ganz eigener Note daher. Carpis üppiger Zeichenstil findet seine Entsprechung im überbordenden Witz, mit dem er hier Piratenabenteuer, Südseeromantik und Kolonialismus persifliert. So ist die Geschichte im Grunde völlig zweitrangig; was zählt ist, die Atmosphäre, die Carpi einerseits mit seinen wunderschön detailreichen Bildern evoziert – und die er andererseits durch slapstickartige Situationen gleich wieder ad absurdum führt. Eine Geschichte, die noch heute frisch und unverbraucht wirkt. Donald tritt darin als Sandonald, König der Piraten auf, assistiert von seinen drei schlauen Neffen; Dagobert Duck gibt den geschäftsbeflißenen Kolonialherren Lord Dagobonk, die Panzerknacker sind eine indische Ganovenbande namens Thugnacker – und Dussel tritt als unglücklicher Tremal-Naik auf, dessen Gattin von den Thugnackern entführt und zum Dienste der Göttin Rali beordert wurde. Des Weiteren wirken ein zahmer Tiger, ein rasender Elefanten-Express und ein Jungkrokodil mit, das schon alle Zähne hat… HERVORRAGEND! --Silly Symphony, Oktober 2005

Der geheimnisvolle Kontinent Mu[Bearbeiten]

  • Storycode: IS TL 1238-A

Gut Starzeichner Massimo De Vita zeichnet hier ebenfalls auch für die Geschichte verantwortlich. Sie bringt den allerersten Auftritt Professor Zapoteks – hier noch ohne Zeitmaschine. Der berühmte Anthropologe Zapotek ruft Micky um Hilfe, weil er sein Leben bedroht sieht. Er hat das Alphabet des geheimnisumwitterten, versunkenen Kontinents „Mu“ rekonstruiert und ist nun auf der Suche nach Dokumenten, die ihn zu dem ewiges Leben verheißenden Lebensbaum der versunkenen Kultur führen könnten. Doch ein zunächst unbekannter Gegenspieler scheint ihn ausschalten zu wollen… Die Geschichte ist in sich nicht wirklich stimmig; zu viele Zufälle wirken da schlussendlich mit. Und der Schluss erinnert verdächtig an Barks’ berühmte Cibola-Geschichte. Doch ihr Aufbau ist geschickt und vermag die Leserschaft durchaus zu fesseln. Das und die tollen Zeichnungen heben „Mu“ ganz klar in den grünen Bereich. --Silly Symphony, Oktober 2005

Das schwarze Loch[Bearbeiten]

  • Storycode:IS TL 1327-A

Schlecht Science-Fiction mit den Ducks, geschrieben im Jahre 1981 von Giorgio Pezzin, gezeichnet von Guido Scala. Eine wahrhaft hanebüchene Geschichte, die leider inzwischen ziemlich Patina angesetzt hat – der weiter fortgeschrittene Wissensstand bezüglich schwarzer Löcher lässt die Story heute ziemlich alt aussehen. Die Entdeckung eines schwarzen Lochs bringt Dagobert auf die Idee, den gesamten Müll der Erde gegen Bezahlung einzusammeln und ihn mittels Raketen im schwarzen Loch zu entsorgen. Das Gewicht der aus dem Zwischenlager entstehenden, gigantischen Müllkippe drückt die Erde aus ihrer Umlaufbahn – sie rast direkt auf das alles verschlingende Loch zu. Eine von Ingenieur Düsentrieb entwickelte Methode zur Kursänderung bringt eine verblüffende Erkenntnis über die Natur der „black holes“. Die Story ächzt und kracht an sämtlichen Ecken und Enden. Abgesehen von pseudowissenschaftlichen Zurechtbiegungen wimmelt es hier von unsinnigen Wendungen. Dagoberts Entsorgungsaktion etwa: Sie käme in Wahrheit viel zu teuer und würde sich keinesfalls lohnen. Und die Tatsache, dass Dagoberts ganzes Gold zur Rettung der Erde gebraucht wird, müsste eigentlich bewirken, dass er am Ende völlig pleite ist – eine Logik, die von den Machern am Schluss einfach unter den Teppich gekehrt wird. --Silly Symphony, Oktober 2005

Das Geheimniss des Bermudadreiecks[Bearbeiten]

  • Storycode: IS TL 1128-A

Gut Nochmals eine von Massimo De Vita toll gezeichnete Story, diesmal geschrieben von Alfredo Castelli. Goofys merkwürdiges, hellseherisches Verhalten bringt Micky dazu, einige Nachforschungen zu betreiben. Diese bringen eine Geschichte in Gang, in welchem das rätselhafte Bermuda-Dreieck eine zentrale Rolle spielt. Die überraschungsreiche Story ist über weiteste Strecken höchst witzig und auf jeden Fall äußerst vergnüglich zu lesen. Dies lässt einen über ein paar erzähltechnische Unzulänglichkeiten großzügig hinwegsehen. --Silly Symphony, Oktober 2005

Tarzonald und das Molken-Per[Bearbeiten]

  • Storycode: I TL 1200-A

Mittelmaß Nach Sandonald kommt nun zum Schluss noch Tarzonald – in einer etwas merkwürdigen, ziellos mäandernden Geschichte um ein Wachstumsmittel, das ein „gelber Forscher“ in Afrika entdeckt haben soll. Dieses nennt sich „Molken-Per“ und Dagobert verspricht sich ungeahnte Gewinne davon. Stracks fliegt man nach (einem seltsam entvölkerten) Afrika. In der dortigen Duck-Kaufhaus-Filiale sitzt Filialleiter Dussel auf Tonnen von Büchsen-Kutteln, Donald geht verloren und irrt im Tarzan-Look durch den Dschungel und ein Gorilla namens King säuft am Schluss das endlich gefundene Molken–Per leer. Diese von Guido Martina geschriebene und von Giorgio Cavazzano gezeichnete Story lässt mich relativ ratlos zurück. Ziemlich sicher ist diese die Fortsetzung einer Vorgängergeschichte, die mir aber nicht bekannt ist. Einige gut platzierte Gags lassen zeitweilig Freude aufkommen. --Silly Symphony, Oktober 2005

Fazit[Bearbeiten]

Ein überdurchschnittliches LTB – vor allem bezüglich der Zeichnungen! Carpi, Cavazzano, De Vita und Scala – das ist eine Massierung von italienischen Top-Zeichnern, wie es sie in einem LTB selten gibt! Schon deshalb ist die Nummer 141 eine Freude. Auch von den Geschichten her eine insgesamt erfreuliche Ausgabe! --Silly Symphony, Oktober 2005