Die Insel Niemalsnie

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Die Insel Niemalsnie
Topolino e l'isola di Quandomai
Erstveröffentlichung: 09.03.2010
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 2832-1P


Story: Casty
Zeichnungen: Casty
Tusche:

Michele Mazzon

Seiten: 70
Deutsche Übersetzung: ?
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 495
Weiterführendes

Ind.PNG Infos zu Die Insel Niemalsnie beim Inducks

Die Insel Niemalsnie (Original Topolino e l'isola di Quandomai) ist eine Abenteuer- und Zeitreisengeschichte von Casty (Inker war Michele Mazzon). Die Geschichte gilt als eine der besten Geschichten Castys, was an vielen Elementen, wie der Spannung, den Überraschungen, den Horrorelementen und vor allem auch an der komplexen Handlung und der besonderen Charakterisierung und der etwas anderen Verteilung von Gut und Böse liegt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Das Tal der Dinosaurier auf der Insel Niemalsnie (© Egmont Ehapa)

Micky hat mit Minnie, Goofy und Pluto eine Kreuzfahrt gebucht. Getrübt wird das Paradies lediglich vom Baron Bramabas, der alle Frauen des Schiffs mit seinen unglaublichen Geschichten von vergangenen Abenteuern beeindruckt und Micky alt aussehen lässt. Auch Minnie ist von ihm angetan und so nimmt sie an, als der Baron sie für den Abend um einen Tanz beim Dschungelball bittet. Doch der Ball läuft nicht wie geplant: Plötzlich bricht ein unglaublicher Sturm aus, der das Schiff kentern lässt! Alle Mann über Bord! Die Freunde werden getrennt, auch durch den Baron, der den Minnie suchenden Micky auf eine falsche Fährte bringt, um den Helden spielen zu können und Minnie in seinem Rettungsboot zu haben. Micky landet auf einem Stück Treibholz in der stürmischen See und wird ohnmächtig. Als er wieder aufwacht ist er auf einer einsamen Insel. Doch da trifft er Goofy, der gerade einen Rettungsruf auf den Strand malt. Und auch Minnie, sowie der Baron und sein Diener sind auf der tropischen Insel gelandet! Und damit nicht genug, denn nach kurzer Zeit treffen die sechs auch noch auf Kater Karlo und Trudi, die auf dem Schiff waren, um die reichen Passagiere zu bestehlen, und nun auch hier gelandet sind. Sie beschließen, sich zu verbünden und erkunden gemeinsam die Insel. Und dort entdecken sie unglaubliche Sachen: Erst eine verlassene Forschungsstation, die sogar Strom hat, nachdem Maxim einen alten Generatoren repariert hat, und dann einen künstlichen Eingang zu einer Höhle in einer unpassierbaren Felswand. Die Höhle führt einmal durch die Felswand. Auf der anderen Seite befindet sich eine Aussichtsplattform mit Sicht auf ein großes Tal, das komplett von steilen Felswänden eingeschlossen ist. Und in diesem Tal leben – Dinosaurier! Unglaublich. Doch die ganze Zeit über werden sie unbemerkt beobachtet. Die Freunde kehren erst einmal zur Station zurück, hier haben sie einen Unterschlupf für die Nacht, es wird erneut stürmisch. Da steht eine mysteriöse Gestalt im Regen vor der Tür. Sie stellt sich als Professor Vielwelt vor und heißt die Verbündeten auf der Insel – Niemalsnie, wie er sie nennt – willkommen. Er erklärt das Tal der Dinosaurier: Durch die Abgeschlossenheit des Tals habe dort keine Evolution wie auf dem Rest der Welt stattgefunden, sodass dort noch immer Urzeitwesen lebten. Er sei vor einigen Jahren mit einigen Forschern hergekommen, um das Geheimnis der Insel zu erforschen, doch die Forscher seien alle vor zwei Jahren wieder nach Hause gekehrt. Außer ihm, denn er sei so von den Tieren fasziniert, dass er beschlossen habe, bei ihnen in dem Tal zu leben. Doch dann verabschiedet er sich auch schon wieder, er sei den Kontakt mit den Menschen nicht mehr gewohnt. Doch außer Reichweite der anderen trifft er sich mit einem unbekannten Wesen: „Besser hätte es gar nicht laufen können. Die Jagd kann beginnen!“

Wer sind diese Gestalten, die Minnie und Goofy bedrohen?! (© Egmont Ehapa)

Am nächsten Tag machen der Baron, Karlo und Trudi einen fiesen Plan aus, wie sie mit der Insel Geld machen können: Eine Luxusferienstation mit Dinosaurierjagd! Als Micky von dem Plan hört, will er den Gaunern folgen, doch sie werden aufmerksam, er ist gezwungen zu fliehen, fällt eine Böschung hinunter und wird ohnmächtig. Die Gauner machen sich mit Minnie und Goofy weiter auf Entdeckungstour durch die Insel. Als sie wieder im Tal der Dinosaurier angelangen, stellt der Baron Minnie seinen Plan von der grauenhaften Wildjagd anhand von modernsten Lichtgewehren vor. Die ist gar nicht begeistert, doch die drei Jäger wollen nichts davon hören. So gehen Minnie und Goofy, um mit dem Professor darüber zu reden. Das Ganze wird wieder von unbekannten Wesen beobachtet, die sich sehr freuen, dass die Gruppe sich trennt… Nun sind Karlo, Trudi und der Baron mit seinem Diener allein. Plötzlich verschwindet der Diener. Dann erstrahlen drei Lichtblitze, der Baron, Karlo und Trudi hauen ab doch sie werden von irgendetwas verfolgt… Mittlerweile ist Micky wieder aufgewacht. Er erforscht weiter die Insel außerhalb des Felsrings. Dann gelangt er auf den Ring und erstarrt: Dort befinden sich etliche mysteriöse Masten – und das Tal ist nicht von Dinosauriern bevölkert, sondern mit Wasser gefüllt! Ob es eben überschwemmt wurde? Ratlos geht Micky zur Höhle, die einen einfachen Zugang zum Tal bietet. Doch nun – ist das Tal wieder wie davor! Bevölkert von Dinosauriern, von denen einer Micky und Pluto ganz schön in die Enge treibt. Doch er wird vom Professor zurückgepfiffen. Doch mehrere Sachen sind seltsam: Der Professor hat plötzlich einen Bart. Er gibt sich als der letzte Überlebende eines Projektes aus. Er erkennt Micky nicht. Und er wohnt nicht dort, wo er am vorigen Tag vorgab, zu wohnen. Dort sind jetzt Minnie und Goofy, die ihn ja suchen wollten. Und auch sie werden plötzlich von den unbekannten Wesen angegriffen. Was geht da vor sich?!

Die Insekten aus der Zukunft können die Gestalt wandeln. Die Jagd läuft! (© Egmont Ehapa)

Erstmal erklärt der Professor Micky, was es mit der Insel auf sich hat. Es handele sich um ein Forschungsprojekt, in dem die Forscher das Tal mithilfe von speziellen Antennen rund herum in die Vergangenheit versetzt hätten. Von außen sehe es aus wie zuvor, nur durch den Zugang gelange man in die Vergangenheit. Das Projekt lief erst einmal super, doch dann glaubten die Forscher, andere Leute gesehen zu haben und plötzlich verschwanden sie nach und nach… Bis Professor Vielwelt als einziger übrigblieb! Doch ein Blitz zerstörte den Generatoren, mit dem die Energie für die Zeitverschiebung hergestellt wurde, sodass er in dem Tal gefangen war. Dort lebt er seitdem und hat sich mit den Dinos angefreundet. Als die Schiffbrüchigen dann auf der Insel strandeten, reaktivierten sie den Generatoren um Strom zu haben, sodass das Tor nun wieder offen ist. Nun begeben sich der Professor, Pluto und Micky auf die Suche nach den anderen. Sie finden einen total verängstigten Baron mit einem verzweifelten Karlo: Trudi wurde entführt! Und plötzlich taucht Goofy auf: Minnie wurde entführt, Micky solle ihm folgen! Micky folgt ihm, doch Goofy hinterlässt sehr seltsame Fußabdrücke, was die anderen sehen, sie folgen den beiden und wollen Micky warnen… Als die beiden weit weg sind, fängt „Goofy“ plötzlich an, Micky anzugreifen, mithilfe eines Lichtstrahls aus seiner Hand! Doch mithilfe der anderen kann Micky ihn überwältigen. Da offenbart er sein wahres Gesicht: Ein übergroßes Insekt, das mithilfe verschiedener Apparaturen Gestalt wandeln und Lichtblitze schießen kann. Er erzählt, dass sich durch das Experiment der Forscher nicht nur ein Tor in die Vergangenheit, sondern auch eines in die Zukunft geöffnet habe. Dieses habe er mit seinem Freund genutzt, um Jagd auf Dinos und Forscher zu machen. Irgendwann sei das Tor plötzlich geschlossen gewesen (als der Generator zerstört wurde) doch nun sei es wieder offen (als der Generator von den Gestrandeten wieder repariert wurde) und die Jagd könne weitergehen! In einem Moment der Unachtsamkeit seiner Wächter schafft er es, sich zu befreien und seinen Freund zu kontaktieren. Doch die Unachtsamkeit war nur vorgetäuscht, die Freunde können das Rieseninsekt überwältigen und nun glaubt der Freund, er könne ganz normal weitersagen, doch eigentlich erwartet ihn am Portal seine Beute, bereit, zurückzuschlagen…

Wenn es um Trudi geht zeigt sogar Kater Karlo gute Seiten und wird zum Helden (© Egmont Ehapa)

Durch Kater Karlos Masse schaffen sie es tatsächlich, auch das zweite Rieseninsekt zu überwältigen! Nun sollen der Baron und Micky mit den beiden Insekten auf deren fliegendem Vehikel in die Zukunft, um Minnie und Co. zu befreien. Die Zukunft ist grauenhaft: Staubtrockene Einöde, nur bevölkert von – Insekten! Überall riesige Insekten, nichts anderes weit und breit! Die Menschen hätten die Erde schon lange verlassen, so die zwei Gefangenen. Das gefällt dem Baron gar nicht: Der Angsthase rennt zurück in die Vergangenheit, um den Generatoren auszuschalten, damit das Portal sich schließt und keines dieser Viecher in die Gegenwart gelangt! Das ist sehr feige, denn Micky ist noch in der Zukunft und wenn der Baron schneller ist als er, ist er dort für immer gefangen! Und nun ist er alleine mit seinen zwei Gefangenen! Sie gelangen in einen riesigen Palast, in dem Minnie, Trudi, Maxim, die Forscher und viele Dinos als Jagdtrophäen in Bernstein eingeschlossen sind. Micky befiehlt den beiden, sie alle zu befreien. Die tun das auch tatsächlich, doch nebenbei alarmieren sie auch noch die Wachen, die Micky hoffnungslos überlegen sind! Doch in dem Moment kommen auch Karlo und der Professor auf einem riesigen Dinosaurier herein. Als Karlo gesehen hat, wie der Baron aus der Zukunft kommt und den Generatoren zerstören will, hat er verstanden, was das heißt: Auch Trudi bleibt in der Zukunft gefangen. Nun kommt er, um sie zu befreien. Gemeinsam überwältigen sie die Rieseninsekten, befreien alle Gefangenen und fliehen durch Maxims Heldenhaftigkeit. Sie schaffen es durch das Tor aus der Zukunft. Doch mittlerweile ist der Baron am Generator. Und in der Vergangenheit gefangen zu bleiben, ist auch nicht schön! Doch gerade so schaffen sie es in die Gegenwart (natürlich ohne die Dinos), bevor die Tore geschlossen werden. Und das ist auch gut so, denn so werden auch die Insekten ausgeschlossen, die die Verfolgung aufgenommen hatten… Und mittlerweile wurde auch Goofys Signal am Strand entdeckt! Ein großes Schiff nimmt die Schiffbrüchigen auf. Und während der Baron von Maxim seine berechtigte Strafe bekommt, ist Karlo für einmal nicht der Böse!

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Nach Die Welt der Zukunft (LTB 427) ist Die Insel Niemalsnie das zweite von Casty geschriebene und gezeichnete Monumentalwerk. Bereits 2008 hatte Casty die Idee zur Geschichte, die grob auf Lost aufbaute, jedoch dauerte es noch gut eineinhalb Jahre, bis er die Geschichte fertigstellte.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

Diese Geschichte gilt unter anderem aufgrund der Spannung, den Überraschungen, den Horrorelementen und vor allem auch an der komplexen Handlung und der besonderen Charakterisierung und der etwas anderen Verteilung von Gut und Böse als eine der besten Geschichten von Casty. So liegt sie beispielsweise bei den Inducks-Bewertungen auf Platz 63 aller Disney-Geschichten (Stand Februar 2021)[2], was für eine italienische Geschichte sehr gut ist.

Blick in die Vergangenheit: Paradies[Bearbeiten]

Die Idee, auf einer unberührten Insel habe ein Rest der kreidezeitlichen Fauna und Flora überlebt, ist eine alte und hat in Filmen wie King Kong oder Jurassic Park, sowie im berühmten Roman Die vergessene Welt von Sir Arthur Conan Doyle ihre wichtigste Ausgestaltung gefunden. In diesen Filmen und Büchern leben in der Dinosaurierwelt jedoch auch Raubsaurier, die Welt ist damit eine Bedrohung für die Menschen. Auf dieses Element verzichtet Casty. In bemerkenswerter Umdrehung sind es die Menschen, die die Welt der Dinosaurier bedrohen, da der Baron sie jagen will. Im Gegensatz zur Dystopie der Zukunft zeichnet Casty ein paradiesisches Bild der Vergangenheit.

Blick in die Zukunft: Dystopie[Bearbeiten]

Die Welt der Zukunft ist eher trostlos… Das macht die Menschheit laut Casty aus ihrem Planeten (© Egmont Ehapa)

Wie bereits in Die Welt der Zukunft behandelt Casty hier die Zukunft. Auffällig ist die sehr negative Zukunftsvision Castys, die seine Sicht auf die heutige Welt widerspiegelt. Im Laufe der Zeit haben die ausbeutenden Menschen und der durch sie verursachte Klimawandel die lebenswerte Erde in eine trostlose und wüste Ödnis verwandelt, auf der nur noch Insekten leben können. Anstatt etwas dagegen zu tun (und vielleicht weil es auch schon zu spät war) haben sie sich auf einen anderen Planeten abgesetzt und die verwüstete Erde der Herrschaft der Insekten überlasen. In einigen Panels ist übrigens auch noch menschlicher Müll (Konservendosen, Autoreifen…) zu sehen, was auch eine sehr klare Botschaft ist, schließlich handelt es sich um die Welt in etwa 120 000 Jahren… Insofern hat die Geschichte gar nicht mal unbedingt ein gutes Ende, denn es wird nicht erwähnt, dass die Menschen sich auch nur irgendwie bessern. Es ist auch nicht das letzte Mal, dass Casty das Verhalten der Menschheit kritisiert. So wird er in seinem nächsten Monumentalwerk, Tutors Welt, das auch 2010 erschien, noch näher darauf eingehen.

Mit dieser Horrorvision schließt Casty an gängige Dystopien an, die die Zerstörung der Erde, die durch die Degeneration der Menschheit ausgelöst wird, thematisieren. Beispielhaft dafür steht Planet der Affen, in dem die durch Menschen fast vernichtete Erde von intelligenten Affen übernommen wird, die ebenfalls Jagd auf überlebende Menschen machen. Während Planet der Affen lediglich eine Gruppe der Primaten, die die Erde beherrschen, durch eine andere ersetzt, greift Casty auf die Welt der Insekten zurück und entwickelt damit eine glaubhafte Abfolge der dominierenden Lebewesen (Fische – Amphibien – Reptilien – Säugetiere – Insekten).

Lost[Bearbeiten]

Der Plot ist von der beliebten Mystery-Fernsehserie Lost inspiriert. Auch hier landen die Figuren infolge eines Unfalles (da aber ein Flugzeugabsturz) auf einer einsamen Insel. Sie müssen lernen, zusammenzuarbeiten und zu kooperieren, um zu überleben. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Insel ist gar nicht so einsam, wie sei scheint! So gibt es eine Bewohnerin, die die einzige Überlebende einer Expedition ist (im Comic handelt es sich um Professor Vielwelt). Doch auch ein grauenhaftes Monster treibt dort sein Unwesen und es gibt noch eine ganze Menge mehr mysteriöser Dinge… Tatsächlich hat Casty nie einen Hehl aus seiner Leidenschaft für Lost gemacht,[3] sodass es wenig verwunderlich ist, dass diese nun als Basisvorlage für sein zweites langes Abenteuer dient.[1]

Figuren[Bearbeiten]

Auch die Charakterisierung der Figuren ist auffällig und entspricht nicht der Norm. So muss Micky mit Kater Karlo und Trudi kooperieren, um überleben zu können. Zwar scheinen die beiden sich erstmal zusammen mit dem Baron doch noch auf die schlechte Seite zu schlagen, doch spätestens als es hart auf hart kommt zeigt vor allem Karlo seine gute Seite. Als Trudi entführt wird, stürzt er sich an Micky Seite in den Kampf um seine Geliebte zu retten und arbeitet nun wirklich von vorne bis hinten mit seinem eigentlichen Feind zusammen, während der Baron etwa sich aus Feigheit aus dem Staub macht (obwohl auch er mit seinem Butler eigentlich einen Vertrauten zu retten hat). Karlo ist hier schließlich also tatsächlich zusammen mit Micky auf der guten Seite.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten]

Cover von Topolino Limited De Luxe Edition (© Disney)

In deutscher Sprache wurde die Geschichte bisher nur im LTB 495 aus dem Jahre 2017 veröffentlicht.

Andere Länder[Bearbeiten]

  • In Italien erschien die Geschichte neben dem Topolino auch in einer Deluxe Ausgabe im Rahmen der Reihe Topolino Limited De Luxe Edition.[4]
  • Diese Geschichte wurde sogar in den USA abgedruckt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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