Die Welt der Zukunft

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Die Welt der Zukunft
Topolino e il mondo che verrà
Erstveröffentlichung: 22. Januar 2008
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 2721-2P
Story: Casty
Zeichnungen: Casty
Tusche:

Casty & Michele Mazzon

Seiten: 72
Deutsche Übersetzung: ?
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 427
Weiterführendes

link= I TL 2721-2P Infos zu Die Welt der Zukunft beim Inducks

Die Welt der Zukunft (im italienischen Original Topolino e il mondo che verrà) ist eine Comicgeschichte von Casty. Die Geschichte gilt als eine der besten von Casty und stellt eine Art Fortsetzung zu Floyd Gottfredsons Micky Maus und der dichtende Spion dar. Bei der Geschichte handelt es sich um die erste in einer ganzen Reihe „kolossaler“ Werke Castys, wesahlb sie von ungeheurer Bedeutung ist.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Mit dem Code von Professor Gutnacht aktiviert Minnie aus Versehen einen Riesenroboter! (© Egmont Ehapa)

Seltsames passiert in Entenhausen. Nachdem ein paar düstere Gestalten eine Halle mitten in der Eiswüste aufgesucht haben, von der sie sich offenbar vieles erhofften, und dort auf zwei alte Professoren gestoßen waren, die aus lauter Freude endlich mal wieder jemanden zu sehen ein paar Informationen zu viel rausgerückt hatten, suchen sie den alten Professor Gutnacht in Entenhausen auf. Der hat gerade Besuch von Minnie, die als Sekretärin seine Memoiren für ihn tippt. Nun steht also der Anführer der Bande vor seiner Tür – doch die verpeilten Professoren hatten es zum Glück noch geschafft, Gutnacht ein Alarmsignal zukommen zu lassen, sodass dieser sofort schaltet. Er schlägt die Tür zu, rennt zurück zu Minnie, reißt eine Seite aus einem Buch, gibt sie ihr und scheucht sie aus dem Hintereingang aus dem Haus, bevor er sich schlafend stellt. Währenddessen hat sich der Anführer der Bande gewaltsam Zugang zu dem Haus verschaffen, findet aber nur den schlafenden Professoren, aus dem er allerdings nichts pressen kann – stattdessen findet er jedoch Hinweise auf die Besucherin des alten Mannes, Minnie, die er nur zu gut kennt… Währenddessen sucht die Micky auf und erzählt ihm von den seltsamen Geschehnissen. Auf dem Blatt, das der Professor ihr gegeben hat, befindet sich eine Adresse, zu der sich die zwei begeben. Dort finden sie eine verlassene Halle (die der in der Antarktis sehr ähnelt…). Mehr aus Neugierde gibt Minnie einen auf dem Blatt angegeben Code in eine Maschine ein – und aktiviert damit einen Riesenroboter! Der packt sie, steckt sie in ein Cockpit in seinem Kopf und haut ab. Micky folgt ihm, hat jedoch keine Chance gegen dieses Wunderwerk der Technik. Und noch jemand folgt dem Roboter in einem fliegenden Gerät: Es ist der Anführer der Bande, der Micky gefährlich bekannt vorkommt… doch der hat keine Zeit, darüber nachzudenken, denn plötzlich tauchen drei Agenten hinter ihm auf, die ihn ohne eine Erklärung in ihre Geheimbasis entführen.

Unangenehmes Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Den dichtenden Spion kennen Micky und Gamma bereits aus einem früheren Abenteuer! (© Egmont Ehapa)

Doch hier begegnet Micky einem alten Bekannten: Gamma! Der Gute arbeitet zeitweise in der geheimen Organisation, die sich mit allerlei übernatürlichen Phänomenen befasst. Er klärt Micky auf, was es mit den seltsamen Robotern wahrscheinlich auf sich hat: Die Welt der Zukunft, ein Plan eines unbekannten Verfassers, der die Welt von Grund auf erneuern soll. Hinter diesen Robotern scheint die Gaunerbande her zu sein, um ihre Welt der Zukunft zu errichten! Währenddessen hat Minnie es endlich geschafft, sich aus dem Cockpit zu befreien. Doch dabei läuft sie direkt in die Arme ihres Verfolgers, dem mysteriösen Anführer der düsteren Gestalten! Und es ist kein Unbekannter: Tatsächlich handelt es sich um den dichtenden Spion, einer von Mickys gefährlichsten Feinden aus längst vergessenen Zeiten… Der skrupellose dichtende Schurke entführt die wehrlose Minnie. Per Hologramm kontaktiert er Micky und erpresst ihn: Wenn der nicht den Zettel von Professor Gutnacht (mit dem Code, um die Roboter zu aktivieren…) rausgibt, wird Minnie Schlimmes geschehen. Doch der Schurke macht einen Fehler und Gamma kann den Ursprung des Signals für das Hologramm orten: Das Königreich Pazifistan! Dort versteckt sich der Spion also… natürlich machen sich Micky und Gamma sofort auf den Weg in das Reich, ein eigentlich überaus friedfertiges Land mit einem weisen König, das durch seine traumhafte Landschaft vom Tourismus lebt… Doch auch dort geht mittlerweile Seltsames vor: Weil der König Al Dorit I krank ist, hat sein Neffe Nicklas die Regierung übernommen. Und ihm liegt nicht nur seltsamerweise sehr viel daran, dass sein Onkel im Bett bleibt, nein er hat auch noch eine ganze Reihe anderer mysteriöser Pläne…

Al Gorits Neffe hält seinen Onkel außer Gefecht und hat Pazifistan fest im Griff! (© Egmont Ehapa)

Micky und Gamma landen in Pazifistan. Doch das Land entspricht gar nicht ihren Vorstellungen: Statt eines wunderschönen Idylls erwartet sie nämlich eine durchtechnisierte Betonwüste! Urheber scheint Nicklas zu sein, dessen Plan es ist, Pazifistan komplett zu bebauen – und auf einem Foto der Zeitung (die übrigens von Nicklas kontrolliert zu sein scheint und nur Lobeshymnen auf ihn abdruckt) ist neben dem neuen Herrscher des Staates der dichtende Spion zu sehen! Also scheinen die beiden unter einer Decke zu stecken und die Welt der Zukunft einrichten zu wollen! Micky und Gamma beschließen, in den königlichen Palast einzudringen (wo sie Nicklas, den dichtenden Spion und Minnie vermuten), was sie dank der Hilfe von Al Golits Nichte Silvi auch schaffen. Dort begegnen sie dem König, dem die leichtgläubige Silvi gleich von den Vermutungen Micky und Gammas erzählt. Doch anstatt überrascht oder gar schockiert zu sein, erinnert der König sich: Er kennt die Welt der Zukunft! Und er war lange Zeit Projekteiter! Er führt Micky, Gamma und Silvi in ein altes verstaubtes Labor, in dem sich ein riesiger Computer befindet, und beginnt zu erzählen…

Nicklas, der Baufanatiker, hat seine eigenen Pläne zur Umgestaltung der Welt… (© Egmont Ehapa)
…doch nichts Übertrifft die Boshaftigkeit, mit der der dichtende Spion seinen Anspruch auf die Weltherrsachft gültig machen will! (© Egmont Ehapa)

Vor Jahrzehnten hatte eine Gruppe von Wissenschaftlern entdeckt, dass alles auf der Erde und im Universum auf Formeln und Gleichungen zurückzuführen ist. Und laut diesen Wissenschaftlern sollte es möglich sein, anhand spezieller Strahlen die Formeln von Gegenständen zu ändern – und damit ihr Aussehen und ihr gesamtes Wesen! Einen Prototyp hat der König sogar noch in seinem Labor und tatsächlich: Die Maschine kann kleine Gegenstände in andere verwandeln! Nun wollten er und die Wissenschaftler damals die Erfindung nutzen, um die Welt besser zu machen: Dank der Strahlen könnte man beispielsweise die Wüsten umformen und Wasser durchfließen lassen. Dazu wollten sie vier der Strahlenmaschinen auf der ganzen Welt verteilen und diese nach ihren Wünschen umformen. Dazu bauten sie vier riesige Roboter, die sich an vier Stellen auf der Welt positionieren und so die Strahlen auf der ganzen Erde verteilen sollten. Da ihnen jedoch bewusst war, was für eine Verantwortung sie mit diesen trugen, beschlossen sie, die Roboter auf der ganzen Welt verteilt zu verstecken. Doch um die Welt zu ändern, brauchten sie erstmal die Formel, aus der diese besteht: Die Weltformel. Um die zu finden, schickten sie einen Satelliten ins All, der Signale an den riesigen Computer im Labor schickte – und dieser Computer rechnete. Doch damals waren die Computer noch nicht gerade schnell und so brauchte der Computer lange und immer länger, bis die meisten Wissenschaftler aufgaben – und noch immer ist der alte Computer nicht fertig und rechnet, rechnet. Mittlerweile hat auch der König aufgegeben und glaubt nicht mehr an die Entdeckung der Weltformel… Da entdeckt Silvi ein Kabel, das den alten Riesencomputer anzapft. Die vier folgen dem Kabel in einer düsteren Vorahnung – und treffen in einem geheimen Raum des Schlosses auf Nicklas! Der hat mit einem neuen Computer die Rechnung der Weltformel weitergeführt – bedeutend schneller, sie ist bald bereit! Sein Plan: Die ganze Welt in eine „perfekte“, geometrische Betonwüste verwandeln. Doch hinter ihm befinden sich noch zwei weitere Gestalten: Der dichtende Spion und Minnie! Und ersterer enthüllt nun seine eigenen Pläne: Er will die Formel nutzen, um die Welt zu zerstören und die Menschheit zu erpressen! Nicklas hatte er die ganze Zeit nur ausgenutzt, um an die Maschinen, die Daten und die Pläne zu kommen. Vertraue niemals einem Spion… Nun tauscht der Spion den Code zur Aktivierung der Roboter und somit der Strahlen, den Micky immer noch hat, gegen Minnie ein. Und just in dem Moment haben die modernen Computer die Formel gefunden! Sofort macht sich der Schurke auf den Weg, um seinen Plan in die Tat umzusetzen – und nimmt Minnie wieder mit, um witerhin ein Druckmittel gegen Micky zu haben! Der folgt dem Verräter zusammen mit Gamma.

der dichtende Spion aktiviert die vier Riesenroboter mit den Strahlern, um endlich die Welt nach seinen Plänen umzugestalten! (© Egmont Ehapa)

Der dichtende Spion begibt sich auf sein riesiges Luftschiff, seine Zentrale, von der aus er nun den Code an seine Untertanen schickt, die damit die die Roboter aktivieren und seinen teuflischen Plan in die Wirklichkeit umsetzen. Doch Micky und Gamma haben es geschafft, sich unbemerkt auf sein Luftschiff zu stehlen. Und während Gamma die Antenne zerstört und somit die Verbindung zu den Robotern kappt, dringt Micky in das Schiff ein und befreit Minnie – oder versucht es wenigstens. Denn leider scheint der dichtende Spion ihnen überlegen zu sein und ist kurz davor, sie in die Tiefe zu stürzen! Doch da kommt unerwartete Hilfe: Silvi, Al Golit und die pazifististanische Luftflotte! Gemeinsam greifen sie das Luftschiff an und lassen es in die Tiefe stürzen! Das Ende des dichtenden Spions? Wer weiß… jedenfalls das Ende dieses teuflischen Plans! Ohne Signal aus der Zentrale wissen die Roboter nämlich nicht mehr, was zu tun ist, und während unsere Helden ihren Sieg feiern, Al Dorit I wieder an der Spitze seines Landes steht und sein Neffe als Bauarbeiter seine hässlichen Bauwerke abreißt, vereisen, versanden oder versinken die vier Strahlenroboter an allen möglichen Winkeln der Welt und mit ihnen unter gehen endgültig die gefährlichen Pläne zur Welt der Zukunft!

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Welt der Zukunft ist als erster von Castys sogenannten Kolossen von ungeheurer Bedeutung! (© Egmont Ehapa)

Die Welt der Zukunft hat in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung. Erstmal handelt es sich in der Sicht vieler Fans um eine der besten Geschichten Castys und um eines der besten Maus-Abenteuer überhaupt, bei den Inducks-Bewertungen befindet sie sich auf Platz 76 aller Disney-Comicgeschichten überhaupt (Stand 2021).[1] Grund dafür sind unter anderem die sehr schnelle Handlung, das ernste Thema und die zahlreichen Anlehnungen an Gottfredson. Aber auch über ihre Beliebtheit hinaus ist die Geschichte von großer Bedeutung für Castys Werk im Allgemeinen. Tatsächlich handelt es sich bei Die Welt der Zukunft um das erste der sogenannten „Kolosse“ von Casty, seine Geschichten von monumentalem Ausmaß (über 60 Seiten), großer Komplexität und oft auch Science-Fiction-Elementen, die nahezu alle zu den besten Geschichten der letzten Jahre gezählt werden. Mit ihren 72 Seiten stellt Die Welt der Zukunft also den ersten dieser „Kolosse“ dar, und der Erfolg dieser Geschichte brachte Casty das grüne Licht für seine nächsten Meisterwerke wie Die Insel Niemalsnie oder Tutors Welt und damit langfristig auch zu seinen beliebtesten Werken wie Das ewige Imperium oder Was gestern geschah…!

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Idee zu dieser Geschichte schwirrte Casty schon Jahre vor ihrer Fertigstellung im Kopf herum. Inspiriert wurde er unter anderem durch den Film Sky Captain and the World of Tomorrow, der 2004 uraufgeführt wurde und selber von den großen Science-Fiction-Klassikern der 1940er-Jahre inspiriert ist. Von diesem Film hat er vor allem die „Vintage-Atmosphäre“ mit der klassischen Science-Fiction übernommen: Riesenflugzeuge, Riesenroboter… Auch die Idee mit der Formel, die jeden Gegenstand definiert, und deren Änderung auch den Gegenstand verändert, hatte er schon länger: Sie war ihm beim Arbeiten mit 3D-Modellierungsprogrammen gekommen, bei denen ebenfalls die Änderung eines Parameters die Änderung des gesamten modellierten Gegenstands zur Folge hat.[2] Obwohl er bis dahin noch sehr wenig Erfahrungen beim Zeichnen von Geschichten gemacht hatte (bisher wurden die meisten seiner Skripte von anderen Künstlern umgesetzt) und er noch nicht besonders zufrieden mit seinen Zeichnungen war, traute er sich auch als Zeichner an dieses Werk, da er fand, dass diese sehr „klassische“ Geschichte gut zu seinem damaligen Stil passe, der noch sehr an Gottfredson und den frühen Scarpa gebunden war.[3]

Ja, er ist es wirklich: Die Rücckehr des dichtenden Spions! (© Egmont Ehapa)

Die wohl wichtigste Inspirationsquelle sind aber die Klassiker von Floyd Gottfredson und Bill Walsh, bei denen Casty sich in dieser Geschichte gleich mehrfach bediente. So gibt er als wichtige Inspiration die (schon im Titel ähnliche) Geschichte Die Welt von morgen an.[2] Außerdem ist Die Welt der Zukunft seine erste Geschichte, in der er die Figur Gamma benutzt, eine nicht allzu oft verwendete Figur Gottfredsons aus Gamma, der Mensch aus der Zukunft, den Casty auch in Zukunft oft an Mickys Seite gesellen sollte. Allerdings spielt Gamma hier keine allzu handlungstreibende Rolle – viel mehr dürfte er von Casty verwendet worden zu sein, um die Verbindung zu einer anderen Figur von Gottfredson zu stärken, die Casty hier verwendet: Der dichtende Spion, dem Micky in Begleitung von Gamma bereits 1948 in Micky und der dichtende Spion begegnet war.[2] Dieser Schurke beeindruckte Casty bei der ersten Lektüre des Gottfredson-Klassikers so sehr, dass er sich sofort auf die Suche nach anderen Geschichten mit ihm machte – als er nur wenige fand (es gab damals zwei weitere Geschichten mit der Figur), beschloss er, den Dichterspion einfach selber zu verwenden. Die Welt der Zukunft bezieht sich sogar explizit auf Micky Maus und der dichtende Spion, sodass man hier sogar von einer Fortsetzung sprechen kann. Die Figur des Dichterspions hatte Casty jedenfalls bereits beim Lesen des Klassikers so sehr beängstigt, dass er fast ein wenig Angst vor dem Schreiben hatte. So sagt er in einem Interview:

„Riguardo il recupero: ho letto la storia originale di Walsh & Gottfredson circa quattro anni fa, e sono rimasto quasi… intimorito dalla cattiveria della Spia. Sul serio, l'Uomo delle Rime è… talmente cattivo che si mangia Pietro, Macchia e pure Doppioscherzo a colazione… d così cattivo che, nel disegnarlo, avevo quasi paura che potesse realmente fare del male a Minni: non ha sentimenti, né remora alcuna, si disfa dei complici con la stessa facilità con cui si disfa dei nemici… L'unica cosa che gli interessa è appagare il proprio ego: nella storia originale mirava addirittura a estinguere l'umanità, salvando solo sé stesso grazie all'atombrello, e l'unica persona di cui si fidava era il suo riflesso nello specchio. Questo tizio è un folle e… beh, sia io che Topolino ci auguriamo di non reincontrarlo mai più. È troppo cattivo!“
„Zur Wiederbelebung: Ich habe die Originalgeschichte von Walsh und Gottfredson vor etwa vier Jahren gelesen, und ich war fast... eingeschüchtert von der Bösartigkeit des Spions. Im Ernst, der Mann der Reime ist... so schlimm, dass er Kater Karlo, Das Schwarze Phantom und sogar Superjux zum Frühstück verspeist... so schlimm, dass ich beim Zeichnen fast Angst hatte, er könnte Minni wirklich wehtun: Er hat keine Gefühle, keine Skrupel, er entledigt sich seiner Komplizen mit der gleichen Leichtigkeit, mit der er sich seiner Feinde entledigt... Das Einzige, was ihn interessiert, ist die Befriedigung seines Egos: In der ursprünglichen Geschichte wollte er sogar die Menschheit auslöschen und rettete nur sich selbst dank des Regenschirms, und die einzige Person, der er vertraute, war sein Spiegelbild. Dieser Kerl ist verrückt und... nun, Mickey und ich hoffen, dass wir ihn nie wiedersehen. Er ist zu gemein!“
Casty[2]

Casty greift hier seine wichtigsten Eigenschaften aus und macht ihn wieder zum Bösewicht seines ersten Auftrittes: Der dichtende Spion ist ein skrupelloser und größenwahnsinniger Schurke, der weder davor zurückschreckt, seine Feinde zu erpressen, noch seine Verbündeten zu verraten, auf seinem Weg zur Weltherrschaft, die er um jeden Preis erlangen will, sogar, als er schon verloren hat. Ebenso von Gottfredson inspirieren ließ sich Casty wie so oft für die Charakterisierung von Micky, der hier nicht als langweiliger, perfekter Detektiv auftritt, sondern als abenteuerlustiger, unermüdlicher Kämpfer.[3] Auch die Charakterisierung von Minnie Maus sticht heraus, da er sie in dieser Geschichte nicht wie so viele andere Autoren als weinerliche oder zickige Nervensäge zeigt, sondern als entschlossene und mutige Kumpanen Mickys, die zwar teilweise ein bisschen tollpatschig ist, aber dennoch entscheidend die Handlung vorantreibt. Auch von Romano Scarpa ließ Casty sich inspirieren, vor allem der Erzählrhythmus ist an den alten italienischen Meister angelehnt. Auch die Verwendung von Humor, um gewaltsame Szenen zu entschärfen (unter anderem beim Kampf zwischen dem dichtenden Spion und Micky/Minnie, bei dem unter anderem Regenschirme und Kochtöpfe zum Einsatz kommen) erinnert teilweise stark an Scarpa.[3]

Wahre Wort von Al Golit dem Ersten! (© Egmont Ehapa)

Schließlich spielt in dieser Geschichte noch ein Thema eine wichtige Rolle, das auch in vielen anderen Abenteuern Castys auftaucht: Die Zerstörung der Umwelt, beziehungsweise der Schutz dieser. Sowohl Nicklas, als auch der dichtende Spion haben Pläne mit der Welt, die einer ökologischen Katastrophe gleichkommen. Während der erste jede unberührte Natur plattwalzen und alles bebauen und gestalten will, will der andere einfach die gesamte Welt zerstören und somit die Natur gleich mit. Dieses Thema der Umweltzerstörung wird Casty auch in späteren Kolossen an sehr prominenter Stelle aufgreifen, beispielsweise in Die Insel Niemalsnie oder Tutors Welt. Insgesamt stellt die Geschichte die Frage, ob der Mensch wirklich das Recht hat, die Erde nach Gutdünken zu verändern. Sinnbildlich dafür steht die vorletzte Seite (siehe Bild rechts), auf der Al Gorit die richtigen Worte findet. Zu guter Letzt finden sich in der Geschichte auch sozialkritische Elemente wie die Kritik von Diktaturen, die sich in dem Teil findet, in dem Micky das von Nicklas autoritär regierte Pazifistan kennenlernt: Vom Staat kontrollierte Presse, Unterdrückung von Andersdenkenden und schließlich der Größenwahnsinn, der so viele Diktatoren kleiner Staaten auszeichnet…

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

In Deutschland wurde die Geschichte bisher nur in LTB 427 veröffentlicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]