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Merchandising

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Der Begriff Merchandising (englisch für „Vermarktung“, von merchant „Großhändler“ und lateinisch mercari „Handel treiben“), bezeichnet Marketing des Einzelhandels und Ware mit Werbung für andersartiges wie beispielsweise Popmusik[1][2][3][4]. Insbesondere im Zusammenhang mit der Walt Disney Company hat der Begriff eine besondere Bedeutung, da diese ihre entsprechenden Figuren vielfach durch Merchandising-Produkte (T-Shits, Pullover, Jacken, Rucksäcke, Schuhe, Vesperdosen, Trinkflaschen...) vermarktet.

Im Unterschied zur eigentlichen Verkaufsförderung zeichnet sich Merchandising dadurch aus, dass dabei eine eigene Wertschöpfung erzielt wird, während die Verkaufsförderung sich mit der Unterstützung des Abverkaufs von Produkten und Leistungen befasst. Wird die Vermarktung nicht selbst betrieben, sondern durch andere Firmen vorgenommen, so spricht man von Lizenzierung. Dieses Verfahren wird oft auch bei Disney-Produkten angewendet.

In Osteuropa, insbesondere in Russland, wird der Begriff Merchandising anders verwendet. Unter Merchandising versteht man dort die unmittelbare Verkaufsförderung am POS (point of sale), d.h. dass Design bzw. Gestaltung der Verkaufsfläche (Regale), Promotion (Werbung) von Produkten, Pflege der Präsentation der Ware und Schulung des Verkaufspersonals.

Auch in der Sportartikelbranche in Mitteleuropa wird dieser Begriff so verstanden und umgesetzt.

Der Begriff Visual Merchandising hat sich insbesondere im englischsprachigen Bereich durchgesetzt und bezeichnet die visuelle Vermarktung (z. B. durch besondere Kenntlichmachung) direkt am Verkaufsort.

Beispiele[Bearbeiten]

  • Bekannte Comicfiguren mit großem Merchandising-Angebot: Micky Maus, Minnie Maus, Donald Duck, Spider-Man, Batman, Garfield
  • Bekannte Filme mit großem Merchandising-Angebot: Star Wars, Star Trek, Jurassic Park, Indiana Jones, Fluch der Karibik, Harry Potter...
  • Bekannte Musiker, insbesondere der Rock- und Pop-Musik, mit großem Merchandising-Angebot: Michael Jackson, The Rolling Stones, Bob Marley, Miley Cyrus etc.
  • Bekannte Sportler oder Sport-Mannschaften (Sportmarken) mit großem Merchandising-Angebot: David Beckham, Christiano Ronaldo, Lionel Messi, Bastian Schweinsteiger, FC Bayern München, Borussia Dortmund, Werder Bremen, HSV, VfB Stuttgart, FC Barcelona, Real Madrid...
  • Bekannte Videospiele mit großem Merchandising-Angebot: Pokémon, Final Fantasy, Need for Speed

Meist ist das Hauptprodukt ein Kinofilm oder Unterhaltungskünstler, dessen Charakter verwertet wird. Auch der umgekehrte Fall ist teilweise vorhanden, etwa etwa indem eine Zeichentrickserie entwickelt wird, um bereits vorhandenes Spielzeug besser vermarkten zu können (bei „He-Man and the Masters of the Universe“ oder „Transformers“).

Hierbei reicht die Palette der Merchandising-Produkte on Video-, Bild- und Tonträgern über Bücher, Sammelalben und Computerspiele bis zu Sammelartikeln wie Figuren, Bausätzen, Modellen, Klebebildchen, Tradingcards (vgl. Duck Stars und Micky Maus Sticker Story) etc. und Gebrauchsartikeln wie Tellern, Tassen, Müslischüsseln, Schlüsselanhängern, Kleidungsstücken (insbesondere T-Shirts, Trikots, Sweatshirts, Collegejacken, Regenjacken, Kostüme, Schuhe) usw.

Oft wird das Merchandising bei Musikern auch in kleinem Rahmen oft genutzt: Viele Newcomer-Bands generieren durch Merchandising ihre ersten Einkünfte. Hauptsächlich finden hier Textilien wie T-Shirts Anwendung.

Manche Kinofilme oder Künstler haben mit ihren Merchandising-Erlösen mehr Umsatz und/oder Gewinn erwirtschaftet als mit ihren Einspielergebnissen. Teilweise haben Filme oder Sportclubs bereits vor der Filmpremiere oder einer Meisterschaft bereits durch die Erlöse aus Merchandising-Verträgen ihre Kosten hereingebracht oder übertroffen. Das ist insbesondere dann oft der Fall, wenn das Produkt (der Künstler, Sportler, die fiktive Figur, der Protagonist eines Films oder ein sonstiges Objekt), der Gegenstand der Merchandising-Maßnahmen ist, auch ein Objekt einer ausgeprägten Fankultur ist, wenn also das Produkt den Charakter eines Stars oder eines Kultobjektes hat. Merchandisingprodukte avancieren dann in den Status von Fandevotionalien. Parodistisch wird das Merchandise teils auch im Film selbst thematisiert, etwa in Spaceballs. Star Wars gilt als erster Film, mit dem große Merchandising-Einnahmen, die sogar die Einnahmen durch den Film selbst überstiegen, erzielt wurden. Davor galt Merchandising in der Filmindustrie nur als kleines Nebeneinkommen.

Aus der Produktion von Zeichen- oder anderen Trickfilm-Serien ist Merchandising inzwischen nicht mehr wegzudenken, um bereits vor ihrer Ausstrahlung eine Teilrefinanzierung ihrer Produktionskosten zu gewährleisten. Die an die Lizenznehmer und ihre Erzeugnisse adaptierten Motive werden entweder direkt durch die jeweiligen Lizenzagenten geliefert oder durch spezialisierte Studios maßgeschneidert angefertigt.

Quelle[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. merchandising bei Pons, abgerufen am 06.12.2018
  2. merchant im Oxford English Dictionary, abgerufen am 06.12.2018
  3. mercari, bei Pons, abgerufen am 06.12.2018
  4. merchandising im Oxford English Dictionary, abgerufen am 06.12.2018