Erika Fuchs

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Erika Fuchs, die Grande Dame des Deutschen Comics (© Ehapa)

Dr. Erika Fuchs (* 7. Dezember 1906 in Rostock; † 22. April 2005 in München) war die wichtigste deutsche Comic-Übersetzerin und 1951 erste Chefredakteurin des Egmont Ehapa Verlages. Durch ihre über vierzigjährige Tätigkeit zählen die von Fuchs verfassten Texte zu den meistgelesenen im deutschsprachigen Raum. In ihrem langen Leben wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter 2001 mit dem Roswitha- und Heimito-von-Doderer-Preis, letzteren für ihren Beitrag zur Entwicklung der deutschen Sprache. Mit ihrem Tod im April 2005 ging die „Grande Dame des Comics“, so ihr ehemaliger Verlag in einem Nachruf.[1]

Ihr ist auch die weite Verbreitung des Inflektivs („Erikativ“) zu verdanken, der durch den Gebrauch im Micky-Maus-Heft in Deutschland bekannt wurde. Er entsteht durch das Weglassen von Wortendungen, besonders bei Verben. Erika Fuchs war eine der Ersten, die diese Wortform verwendete, um einen lautmalerischen Effekt zu erzeugen. Neben dem Inflektiv gingen auch einige von ihren Textstellen in den allgemeinen Sprachgebrauch über, wie der bekannte Spruch „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“, den sie 1958 für die Veröffentlichung einer Geschichte schrieb.

Besondere Bekanntheit erreichten ihre Übersetzungen zu den Carl-Barks-Geschichten, an denen sie teilweise bis in die Neunziger-Jahre feilte, um zu jeder Barks-Story einen Fuchsschen Text liefern zu können.

Biographie

Frühe Jahre

Erika Fuchs im Alter von 26 Jahren (Aufnahme 1933)

Erika Fuchs wurde am 7. Dezember 1906 als Johanne Theodolinde Erika Petri in Rostock geboren. Sie war das zweitälteste Kind des Ehepaars Auguste und August Petri. Der Mädchenname ihrer Mutter war Horn, bis sie ihren späteren Ehemann während des Studiums um 1900 in einer Studentenvereinigung kennen lernte. Die Mutter war ausgebildete Sängerin und Lehrerin, so unterrichtete sie unter anderem an einer Volksschule in Augsburg. Ihr Mann August war in Hohenhausen, im bis 1947 eigenständigen Freistaat Lippe-Detmold, geboren worden und hatte seine Ausbildung ebenfalls mit einem erfolgreichen Studium beendet, so dass gute Voraussetzungen für Erika Fuchs geschaffen worden waren, ebenfalls eine hohe Schule besuchen zu können. August Petri arbeitete ab 1904 als Elektroingenieur bei den Siemens-Schuckertwerken in Rostock, wo auch die Kinder Friedrich (geboren 1905) und Erika (geboren 1906) zur Welt kamen.

1908 zog die Familie um nach Reichenbach in Niederschlesien, zwei Jahre später nach Belgard (oft auch mit dem Zusatz „an der Persante“ geschrieben) (heute Białogard) nahe Köslin (heute Koszalin) in Hinterpommern. Dort fungierte August Petri als Direktor einer Überlandzentrale, die eine halbe Million Menschen mit aus Kohlekraft gewonnener Energie versorgte. August Petri verdiente gut, sodass sich die Familie ein geregeltes Leben in der Kleinstadt Belgard leisten konnte. Dies ging sogar soweit, dass die Petris bereits in den 1910er-Jahren über ein Automobil verfügten, welches das einzige in der Umgebung darstellte. Dazu hatten sie auf ihrem großen Anwesen (Villa, direkt am Fluss Persante liegend, sogar mit Kühen[2]) fünf Vollzeit-Angestellte: einen Gärtner, einen Koch und einen Dienstboten, dazu jeweils ein Kinder- und Stubenmädchen, sodass Auguste Petri weitgehend die Arbeit im Haushalt abgenommen war.

Erika Fuchs war jedoch durch die autoritäre Erziehung ihres Vaters nach konservativen Maßstäben eingeschränkt. Sie meinte später: „Bei uns daheim wurde nicht argumentiert und nicht ausdiskutiert. Da wurde befohlen und gehorcht“.[3] So soll die Erziehung noch wesentlich strenger gewesen sein, als ohnehin um die Jahrhundertwende üblich. Die Befehle, die der Vater erteilte, duldeten keinen Widerspruch („Muß ich erst wieder böse werden? Du hast zu gehorchen! Deine Erläuterungen interessieren mich nicht!“).[3] Die Eltern legten einen großen Wert auf die moralische und schulische Erziehung ihrer Kinder, für Äußerlichkeiten wie Kleidung und Ausgehen war kein Geld da. Doch da die sechs Geschwister nur neun Jahre auseinander lagen, waren sie sich wenigstens untereinander sehr nahe und konnten ihre Kindheit in der Gruppe genießen. Dabei half auch die Musik, welche im Hause Petri eine wichtige Rolle spielte und allzeit ein Thema war. So wurde vor Gästen, bei Veranstaltungen und an den Festtagen genauso gesungen wie privat, bei der Arbeit und beim Spielen.

Schul- und Studienzeit

Erika Fuchs wurde zu Ostern 1913 in Belgard eingeschult und besuchte die anspruchsvolle „Höhere Mädchenschule“, die, im Unterschied zu anderen Schulen, in den höheren Klassen Fremdsprachenunterricht in Englisch und Französisch vorsah. Dennoch, so fand Erika Fuchs, war das Unterrichtsniveau sehr gering, sodass sie kaum etwas lernte. Später sagte sie: „Wir trieben viel Unsinn und lernten wenig[4]. Erst nachdem eine neue Lehrerin, Margarete Wallis, den Unterricht übernahm, änderte sich das („Vom geistigen Reichtum in der Welt erfuhren wir erst, als wir eine richtige Studienrätin für Deutsch und Geschichte bekamen[4]). Die neue Lehrkraft weckte die Wissbegierde und Literaturbegeisterung in Erika Fuchs. Sie wurde von ihr, zusammen mit dem Rest der Klasse, öfters nach Hause eingeladen, um in ihrer Freizeit noch mehr über klassische Künste zu erfahren. Der Ehrgeiz von Erika Fuchs und ihrer Freundin Asta Hampe war so groß, dass sie hofften, ins städtische Jungengymnasium aufgenommen zu werden und dort in den Genuss humanistischer Bildung zu gelangen. Das war im Jahr 1921, Fuchs war gerade 14. Ihr strenger Vater unterstützte ihr Engagement, so dass er, wohl auch mit Hilfe seines Einflusses als einer der reichsten Stadtbürger, den konservativen Rat Belgards dazu brachte, über den Wunsch seiner Tochter und deren Freundin abzustimmen. Der Fall wuchs zu einem kleinen Skandal, doch die sozialdemokratische Fraktion in der Stadtregierung schaffte es, den Vorschlag durchzubringen. Ironischerweise sorgten gerade die Sozialdemokraten dafür, dass Erika und ihre Freundin aufs Knabengymnasium gehen konnten; die konservativen Freunde des ebenfalls konservativen August Petri hatten ihn im Stich gelassen.[5] Sie wechselte allerdings „unter Ächzen und Stöhnen [ihrer] brav deutschnationalen Verwandtschaft“ aufs Knabengymnasium. „Und die ganzen Konservativen... also die Freunde meines Vaters waren natürlich entsetzt und fanden das also ganz unmöglich und sahen da entsetzliche Zustände ausbrechen. Und ich bin eigentlich nur mit Zustimmung der Sozialdemokraten da reingekommen [...]“.[6] Die beiden Mädchen mussten jedoch erst einmal kostenintensiv das nachholen, was ihnen die Jungen, welche das Gymnasium besuchten, bereits voraus hatten. So wurden die beiden für die Länge eines Schuljahres freigestellt, um sich in den Sprachfächern Latein und Griechisch weiterzubilden, die sie bis dato nicht gelernt hatten. Als das Jahr vorüber war, musste Erika Fuchs' Wegbegleiterin Asta Hampe jedoch Belgard verlassen, da ihr Vater sich entschlossen hatte, mit seiner Familie nach Hamburg zu ziehen. So wurde Fuchs 1922 die erste weibliche Gymnasiastin in der Geschichte der Stadt Belgard und schaffte es im Jahr 1926 das Abitur zu bestehen. Um allerdings ihrem angestrebten Studium nachgehen zu können, musste sie nicht nur Belgard, sondern gleich ganz Norddeutschland verlassen.

Autogramm von Erika Fuchs (von Jano Rohleder)

Sie zunächst in die Schweiz, sollte danach aber während ihrer Studienzeit noch mehr als ein halbes Dutzend anderer Staaten bereisen, bevor sie endgültig nach Deutschland zurückkehrte. Als Hauptfach wählte Erika Fuchs Kunstgeschichte, dazu noch Archäologie und Mittelalterliche Geschichte. In der Hauptstadt des schweizerischen Kantons Waadt, Lausanne, verbrachte sie ihr erstes Semester im Sommer 1926, anschließend lockte es sie für einige Monate zurück nach Deutschland, wo sie in München ein weiteres Semester erfolgreich abschloss (1927). Es folgten zwei Semester in der britischen Hauptstadt London in den Jahren 1927/1928, dann ging es wieder zurück nach München, wo sie bis zum Examen im Wintersemester 1930/31 weiterstudierte und das Studium damit abschloss.[7] Da es Erika Fuchs in dieser Zeit allerdings nie lange an einem Ort hielt, besuchte sie, vor allem gegen Ende der Zwanzigerjahre, viele andere europäische Länder. Vorrangig finanziert wurde das von ihrer Familie, ihr Vater investierte weiter in seine zweitälteste Tochter, um ihr eine gute Ausbildung zu ermöglichen. So konnte sie nach Florenz in Italien, Holland, in die Schweiz und nach Großbritannien reisen. Die Krönung ihres Engagements erntete sie 1935, als sie mit einer ausführlich recherchierten Arbeit über den deutschen Barock-Bildhauer Johann Michael Feichtmayer (1709–1772) magna cum laude promovierte und den Grad einer Doktorin erreicht. Ihr Werk über Feichtmayer hatte sie in erster Linie auf die Ergebnisse von wochenlangem Durchblättern alter Kirchenbücher gestützt, dazu illustrierte sie die Promotion mit über knapp 160 Fotografien, die sie selbst geschossen hatte. Der genaue Titel lautete „Johann Michael Feichtmayr: Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Rokoko“.[8] Ihre genialen sprachkünstlerischen und sprachstilistischen Formulierungen in ihrer Doktorarbeit sollten schon ein Vorbote sein für die Donald-Duck-Comic-Übersetzungen, die sie später einmal anfertigen sollte. („Manchmal bäumt sich eine seepferdchenartige Woge schäumend in das Bunt der Fresken“, „Schmuckakzente [,,,] überschneiden züngelnd das Gesisms“, „Die gewaltsamen Schweifungen der einzelnen Linien...“, „Knorrige Rahmenzüge umgleiten die Statue in der Mitte...“, etc.[9][10]

Vor und nach dem Dritten Reich

Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums heiratete sie 1932 Günter Fuchs, den sie schon während des Studiums kennen gelernt hatte. Günter Fuchs hatte in München Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Technische Thermodynamik studiert und gründete 1931 in seiner Heimatstadt Schwarzenbach an der Saale eine Fabrik für Wohnheizungen, die zeitweilig bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigte. Der Heizungsfabrikant verdiente zudem Geld als Erfinder. Ob er dadurch Erika Fuchs ein Vorbild für das Verhalten Daniel Düsentriebs war, ist aber nicht bekannt, auf jeden Fall gab er ihr Tipps: „er gab [Erika Fuchs] Tipps, wenn es um technische Dinge geht. Was er real und vernünftig macht, verwurschtle ich wieder, damit es ein bißchen verrückt wird.“.[11] Lediglich bei Düsentriebschen Gerätschaften, die einer realistisch-technischen Umschreibung bedurften, half Erika Fuchs ihr Mann. Er war auch der Grund gewesen, warum sie ihre letzte Studienzeit in Deutschland verbracht hatte. Günter Fuchs war im Übrigen auch Spezialist für Klassiker und hat ihr höchstwahrscheinlich bei den Klassiker-Zitaten, die sie den Ducks in den Mund legte, geholfen.[11] Ein Jahr nach der Hochzeit, 1933, zog das Ehepaar nach Schwarzenbach. Dort bekam Erika Fuchs auch ihre beiden Söhne; der erste, Thomas, wurde 1934 geboren, der zweite, Nikolaus, 1938. Der Erfinder Günter Fuchs richtete das Haus seiner Familie in Schwarzenbach mit eigenen Möbeln ein, so wie er fast das ganze Haus in Eigenarbeit errichtete. Sein geschreinertes Mobiliar kann man noch heute betrachten, es steht mittlerweile im Münchner Stadtmuseum.

Die Familie Fuchs schaffte es, den Zweiten Weltkrieg zu überleben. Günter Fuchs wurde 1941 als Truppeningenieur eingezogen und erfand in dieser Funktion technische Verbesserungen für Panzer. Ende 1941 wurde er als Ingenieur für Rüstungstechnik nach Berlin versetzt und ab 1943 bis Kriegsende arbeitete er für das Raketenbauprogramm in der unterirdischen Rüstungsfabrik „Vorwerk Mitte“, in dem auch viele KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, mit hoher Mortalitätsrate. Als 1945 die Gegend von der US Army befreit wurde, kooperierte Günter Fuchs mit dieser und gab Informationen bezüglich deutscher Raketentechnologie weiter. Eine ihmangebotene Übersiedlung in die USA schlug er allerdings aus und kehrte stattdessen nach Schwarzenbach zurück. Seine Familie war durch den Krieg weniger betroffen gewesen als er, denn der älteste Sohn Thomas war glücklicherweise einige Jahre zu jung, um als Soldat eingezogen zu werden. Die Kleinstadt Schwarzbach entging längere Zeit alliierten Luftschlägen, erst im April 1945 rückten amerikanische Soldaten in die Stadt vor und beschossen sie mehrfach; etliche Menschen starben, darunter auch Kinder. Dennoch waren die Zerstörungen im Vergleich mit anderen deutschen Städten gering.[12]

Nach dem Zweiten Weltkrieg litt die Familie Fuchs unter Geldmangel, da Günter Fuchs damit nur schlecht umgehen konnte. Nachdem im September 1948 die erste deutsche Ausgabe von Reader's Digest erschien, suchte der zuständige Verlag Übersetzer für die schwierigen Artikel. Erika Fuchs hörte eine Anfrage im Radio und bewarb sich beim Stuttgarter Verlag „Das Beste“ als freie Übersetzerin. Ihre Probeübersetzung wurde als gut empfunden, sodass sie genommen wurde. Auch Adolf Kabatek begann seine Karriere um diese Zeit beim gleichen Verlag, allerdings als Verlagskaufmann. Die Arbeiten, die Erika Fuchs zum Übersetzen anvertraut wurden, waren allerdings all die Jahre knapp, sodass es ein harter Kampf für ihre Familie gewesen sein muss. Neben Reader's Digest übersetzte sie daher auch für andere US-amerikanische Magazine. Als die Textquelle endgültig versiegte, reiste Erika Fuchs selbst nach Stuttgart, dem Sitz des verantwortlichen Verlags, um nach Gründen und neuen Artikeln zu fragen. Als Antwort erhielt sie eine Absage, da, so der Chefredakteur, viele Kriegsgefangene heimkehren und ebenfalls Arbeit suchen würden. Da sie nicht so schnell aufgeben wollte, redete sie auf ihr Gegenüber ein und berichtete von ihren Aktivitäten in der Schwarzenbacher Elternvereinigung, was die Wende brachte. Sie wurde als geeignet für die Übersetzung kindertauglicher Texte empfunden und bekam erneut Arbeit. So schaffte sie auch den Sprung zur Chefredakteurin des 1951 von der Gutenberghus-Gruppe (heute „Egmont“) gegründeten Ehapa-Verlags, der seinen Sitz zu dieser Zeit ebenfalls in Stuttgart hatte.

Tätigkeit bei Ehapa

Dr. Erika Fuchs und Carl Barks 1994 (© Ehapa)

Der kleine Zweig des dänischen Mutterkonzerns hatte 1951 lediglich drei Mitarbeiter, die Aufgabe der kleinen Gruppe bestand jedoch auch „nur“ darin, allmonatlich eine Ausgabe des Micky Maus Hefts zu veröffentlichen und Werbung dafür zu machen. Einer der drei Angestellten war Adolf Kabatek, der den Ehapa-Verlag später bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand als Geschäftsführer leiten sollte. Zu Beginn war Erika Fuchs von dem neuen Medium „Comic“ wenig angetan. Als Kind aus gutbürgerlichem Hause hatte sie selbst nie so etwas gelesen, und tat es, wie sie später in einem Interview sagte, nur für die Arbeit und nie zum privaten Vergnügen. So konnte sie sich zu Anfang auch nicht vorstellen, dass jemand so etwas kaufen würde, machte sich aber, vor allem des Geldes wegen, erfolgreich an die Arbeit, sodass im September 1951 die erste Ausgabe des Micky Maus Magazins erscheinen konnte. Der Erfolg war so groß, dass in den kommenden Jahren rasch von einem monatlichen auf wöchentliches Erscheinen umgestellt wurde. Erika Fuchs übersetzte die Texte alleine, was sie bis 1972 fortsetzte. Da Erika Fuchs aber auch schon in dieser Zeit enorme Schwierigkeiten mit dem Sehen hatte, musste sie nach und nach die Themengebiete abgeben. Ihre Aufmerksamkeit lag anschließend nur noch auf dem Micky Maus Magazin, später beschränkte sie sich auf die Donald-Duck-Auftaktgeschichten (meist zehnseitig) und Fortsetzungs-Erzählungen. Auch hatte Erika Fuchs zu Beginn ihrer Arbeit beim Ehapa-Verlag Einfluss auf den Inhalt, was allerdings mit einsetzendem Erfolg zurückgedrängt wurde, der Inhalt wurde nun stärker vom Mutterunternehmen Gutenberghus kontrolliert. Trotz ihres anfänglichen Zweifels über den Sinn solcher Comics entwickelte sich das Übersetzen derselben zu einer Leidenschaft von Erika Fuchs, die soweit ging, dass sie in den 1960er Jahren viele Geschichten von Carl Barks für eine erneute Veröffentlichung noch einmal grundlegend überarbeitete. Eben diese Barks-Comics begeisterten sie auch künstlerisch, wie sie später sagte.

Letzte Jahre

Gedenkplakette der D.O.N.A.L.D. am ehemaligen Wohnhaus der Familie Fuchs

1984 ereilte die mittlerweile 77-jährige Erika Fuchs ein schwerer Schicksalsschlag, als ihr Mann verstarb. Sie blieb weiter für den Ehapa-Konzern als Übersetzerin und Chefredakteurin tätig, zog aber zurück nach München, wo sie bereits Anfang 1930er Jahre mit ihrem Mann gelebt hatte. Erst 1988, mit fast 82 Jahren, übergab sie ihren Posten als Chefin des Micky Maus Magazins an Dorit Kinkel. Mit ihr schied auch Adolf Kabatek, ihr Wegbegleiter beim Ehapa-Verlag, als Geschäftsführer aus. Beide übernahmen aber weiter kleinere Arbeiten im Verlag. So übersetzte Erika Fuchs Mitte der 1990er Jahre einige Carl Barks-Geschichten, die noch nicht oder nur teilweise in Deutschland erschienen waren. Zudem verlieh sie einigen wenigen Geschichten, die von anderen Übersetzern verdeutscht worden waren, ihr sprachstilistisches Talent. Als Carl Barks 1994 auf seiner „Europe-Tournee“ Stuttgart besuchte, traf sie den amerikanischen Comic-Meister auch persönlich (siehe Foto). Der letzte Eintrag Text: Dr. Erika Fuchs im Impressum des Donald Duck Sonderhefts findet sich in Ausgabe 153 des Jahres 1998.

Als Frau Dr. Erika Fuchs am 22. April 2005 im hohen Alter von 98 Jahren verstarb, saß der Schock bei den deutschen Disney-Fans tief – erst am Tag zuvor war der Tod des wichtigsten italienischen Zeichners, Romano Scarpa bekannt geworden. Er starb nach Erika Fuchs, von deren Tod ihre Familie aber nicht sofort die Öffentlichkeit unterrichtete, da man wohl einen zu großen Presserummel vermeiden wollte. Die große Anteilnahme der Öffentlichkeit zeigte sich in zahlreichen Nachrufen. Erika Fuchs hatte bis zuletzt in München gelebt, wo sie auch verstarb. In einem Nachruf schrieb ihr ehemaliger Verlag: Mit Erika Fuchs trauert der Verlag um „die Grande Dame des Comics, die sprachliche Wegbegleiterin ganzer Generationen, die in Entenhausen gleichermaßen beheimatet war, wie in internationaler Literatur und im deutschen Kulturgut“.[1]

Inflektiv („Erikativ“)

Neben Fuchsschen Zitaten (siehe diesen Abschnitt) ist vor allem eine weitere Sprach- und Übersetzungsangewohnheit dank der gebürtigen Rostockerin in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen. Dabei handelt es sich um den Inflektiv, der besser unter dem Spitznamen „Erikativ“ bekannt ist und sich besonders in Internet-Chatrooms und in Verbindung mit anderen neueren Technologien, wie den SMSs, immer weiter in die normale Sprache mit einwebt. Erfunden wurden die Inflektive nicht von Erika Fuchs, sie wurden bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert von Deutsch-englischen-Übersetzern eingeführt; von wem genau ist aber nicht bekannt. Die Idee des Inflektives ist von den englischen Infinitiven abgeleitet. Dabei werden im Deutschen die Wortendungen weggelassen („seufz“ anstatt seufzen). Bekannt und einer breiteren Masse zugänglich gemacht wurde der neue Wortstamm aber ausschließlich durch Erika Fuchs, die die Inflektive von Anfang an in ihren Disney-Übersetzungen benutzte, um sie zu perfektionieren und den lautmalerischen Charakter der Verben hervorzuheben. Mit einem so großen Erfolg hatte sie aber nicht gerechnet. Heute gehören sie zu quasi jedem Comic, der in deutscher Sprache erscheint, dazu. Unter anderem auch für diese Leistung wurde Erika Fuchs ausgezeichnet, wie im nächsten Abschnitt („Ehrungen“) zu lesen ist. Einige der bekanntesten in Disney-Comics verwendeten Inflektive sind zum Beispiel „ächz“ (ächzen), „grummel“ (grummeln) oder „schluck“ (schlucken).

Ehrungen

© Gottfried Helnwein

Im Laufe ihrer aktiven Zeit beim Egmont Ehapa Verlag erlangte Erika Fuchs keine Auszeichnungen, erst in den neunziger Jahren wurde sie als bedeutende Persönlichkeit der deutschen Sprach- und Comickultur wahrgenommen. So erhielt sie 1994 ihren ersten Preis, die letzten 2001. Insgesamt brachte sie es auf vier bedeutende Ehrungen, die hier in der Folge ihrer Verleihung wiedergegeben sind.

Zudem wurde sie vom bekennenden Disney- und insbesondere Carl Barks-Liebhaber Gottfried Helnwein 1991 für einen Portrait-Zyklus (genannt „48 Portraits“) fotografiert und gemalt, der unter dem Motto „Die 48 wichtigsten Frauen des Jahrhunderts“ ausgestellt wurde. Der Kunstsammler und Museumsgründer Peter Ludwig erwarb kurz darauf die „48 Portraits“, die heute Bestandteil der Sammlung des Museum Ludwig in Köln sind. Obwohl Helnwein sehr bekannt ist, ist die Aufnahme wirklich eher als Ehrung zu erkennen, da Erika Fuchs sicher nicht zu den bedeutendsten Frauen des 20. Jahrhunderts weltweit gehört. Dass man die Aufnahme als Akt des Respekts gegenüber Erika Fuchs sehen muss, zeigt sich auch dadurch, dass Helnwein drei Jahre später, 1994, eine Carl-Barks-Ausstellung auf die Beine stellte, die knapp 400.000 Besucher hatte. Trotz allem ist dies die erste „Auszeichnung“ für Erika Fuchs gewesen.

  • Morenhovener Lupe, 1994. Den wichtigsten Preis der 1700-Seelengemeinde in Nordrhein-Westfalen erhielten vor und nach ihr auch andere bedeutende Künstler, wie Janosch, der „Vater“ der Tigerente.
  • Deutscher Fantasypreis, 1998. Der wird seit den Siebzigern vergeben, unter anderem an Michael Ende. Erika Fuchs ist die bis heute einzige Preisträgerin, deren Auszeichnung nur auf Übersetzungen beruht. Nahezu alle neben ihr arbeiten, bzw. arbeiteten im Kinderbuch- oder Science-Fiction-Bereich. Der Grund, Fuchs zu ehren, lautete: „Für ihre kongeniale Übersetzung der Werke von Carl Barks, mit denen sie Generationen von Kindern und Erwachsenen erfreut hat.“
  • Roswitha-Preis, 2001. Zum fünfzigsten Jubiläum des Micky Maus Magazins fiel die Aufmerksamkeit erneut auf Erika Fuchs, so dass ihr in diesem Jahr gleich zwei Ehrungen zuteil wurden. Der Roswitha-Preis ist neben ihrer „Heimito von Doderer'“-Auszeichnung der sicherlich Wichtigste, den sie erhielt. Als Grund wird nicht nur ihr wesentlicher Beitrag zur Entwicklung der deutschen Sprache durch mehrere Generationen hinweg angegeben, sondern auch ihre Gabe, den wichtigsten Entenhausenern einen eigenen Sprachstil in den Mund zu legen.
  • Heimito-von-Doderer-Preis, 2001. Der Preis zur Ehrung des gleichnamigen österreichischen Schriftstellers wurde Erika Fuchs für „ihren Beitrag zur Entwicklung der deutschen Sprache“ übergeben. Sie ist eine von lediglich zwei Preisträgern, die den Sonderpreis erhalten haben.
  • 2004 veröffentlichte Reinhard Mey auf seinem Album Nanga Parbat den Song Sven, in welchem er die Übersetzungsarbeit von Erika Fuchs in Disney-Comics ehrt.
  • 2015 wurde in Schwarzenbach an der Saale als Ehrung für Erika Fuchs das Erika-Fuchs-Haus, ein Museum für Comic und Sprachkunst, eröffnet.[13][14][15][16] Das Erika-Fuchs-Haus ist das erste Comic-Museum in Deutschland.[17][14] Das Museum stellt unter anderem das realistisch nachgebildete Entenhausen mit Pappgebäuden aus.
  • Am 4. Februar 2021 beschloss der Kommunalausschuss des Stadtrats München eine Straße im Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl nach Erika Fuchs zu benennen. Dort soll in einem Neubaugebiet der Erika-Fuchs-Weg entstehen.[18]

Übersetzungsarbeit

(© Egmont Ehapa)

Die Übersetzungsarbeit von Dr. Erika Fuchs brachte Zitate hervor, die teilweise ins Allgemeingut übergegangen sind und damit einen Status erreicht haben, wie nur wenige literarische Sätze der Neuzeit. Der mit Sicherheit bekannteste Spruch lautet „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ (siehe Bild), aus dem Barkscomic Inventor Of Anything, der in Deutschland zumeist unter dem Titel Dem Ingeniör ist nichts zu schwör erschienen ist. Allgemein bekannt war Erika Fuchs für den literarischen Hintergrund ihrer Übersetzungen, die Anspielungen auf Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Wilhelm Busch und andere bekannte Schriftsteller enthielten. Selbst „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ ist „nur“ abgeleitet, ursprünglich wurde der Satz vom Schriftsteller Heinrich Seidel (1842-1906) in seinem „Ingenieurlied“ als „Dem Ingenieur ist nichts zu schwere [...]“ verwendet. Ihr Mann Günter half ihr nicht nur bei technischen Übersetzungspassagen, auch war er ihre Quelle für klassische literarische Zitate. Bei Barks selber gab es quasi keine Anspielungen, sieht man von sehr direkten wie der Geschichte Der wackere Dorfschmied (1960) ab, die sich auf das gleichnamige Gedicht von Henry Wadsworth-Longfellow bezieht. Das war auch das sehr Spezielle an ihren Übersetzungen; zwar hielt sie privat immer wenig von Comics, war aber der Meinung, dass es einiges an Literaturkenntnisse brauche, um für Kinder – und ehemalige – akzeptable Disney-Geschichten-Übersetzungen anzufertigen. Ihre besonders ernste Einstellung zu Comics zeigt sich auch heute noch dadurch, dass sie viele „Fakten“ aus den Original-Geschichten nicht bedachte und viel vereinfachte. So wurde zum Beispiel aus „Scrooge McDuck“ Dagobert Duck, dazu vereinheitlichte sie die Vor- und Nachnamen der Ducks, so dass fast alle die Initialen „DD“ innehaben. Einige deutsche Namen stammen allerdings nicht von ihr, da diese seitens Disney bereits vorgegeben waren. So erklärte sie in einem Interview der Zeitschrift Der Donaldist, dass Tick, Trick und Track nicht von ihr stamme und sie Goofy am liebsten Doofy genannt hätte.[19]

Noch heute bilden ihre Texte daher die „Spitze“ der Übersetzerkunst beim Ehapa-Verlag. So äußerte sich der ehemalige Chefredakteur des Micky Maus Magazins, Joachim Stahl zu diesem Thema (bezieht sich auf das Übersetzer-Team von Egmont Ehapa und der Chance für neue Übersetzer auf Anstellung): „Berechtigte Hoffnungen auf eine dauerhafte Übernahme ins Team darf sich nur jemand machen, dessen Texte wenigstens einen Tick besser sind als die [von] Jano [Rohleder], Arne [Voigtmann] & Co. – im Idealfall so gut wie die von Daibi [gemeint ist Peter Daibenzeiher] oder – träum, träum – gar von Erika Fuchs.“[20]

Vergleich zwischen „Fuchs I“ (links) und „Fuchs II“ (rechts)

Erika Fuchs überarbeitete für spätere Abdrucke mehrfach frühere Übersetzungen. Teilweise betraf dies Kleinigkeiten, aber manche gelungenen Passagen der Erstversion haben in Neuauflagen nicht mehr den gleichen Reiz. Manche Texte wurden im Laufe der Zeit auch redaktionell bearbeitet. In der etwa in der Barks Library veröffentlichten Erstübersetzung („Fuchs I“) von Jagd nach der roten Magenta hieß es noch poetisch: Wie das rinnt und rieselt! Dahin, dahin! So zerfließen die Träume, so verrauscht das Glück!, während die in neueren Ausgaben benutzte redaktionelle bearbeitete Übersetzung den in der Szene verklausulierten Suizidgedanken Donalds in den Vordergrund rückt: Fluß ohne Wiederkehr! Wie das rauscht und rauscht! Ach, ich bin des Lebens müde! (S. 30).

Bereits nach Ende ihrer Übersetzertätigkeit wurden viele Texte von Fuchs redaktionell bearbeitet. Davon betroffen waren unter anderem Nachdrucke im Goofy Magazin, im DDSH oder in den Klassik Alben. Diese Fremdeingriffe dienten meist der Ästhetik, oftmals sollten die Sprechblasen voller erscheinen. Manche Änderungen wirken hingegen sinnbefreit, wie die Umbenennung einiger Nebenfiguren in Eine dunkle Story aus dem dunklen Erdteil (aus Professor Schratt-Schierling wird Professor Popenpingel).

Nebst stilistischen Änderungen zielen redaktionelle Bearbeitungen auf die Entschärfung mancher, in gewissen Kreisen heute problematisch empfundener Textpassagen. So strich die Redaktion die Wörter „Untermenschen“ oder „Muselmann“, da sie potentiell beleidigend wirken können. Heraus kommen „Ich werde nicht dulden, daß ein mickriger Möchtegern mich in den Schatten stellt“ (statt dem „mulmigen Muselmann“ der Fuchs-Übersetzung) oder „Menschen im Untergrund pflege ich unterirdisch zu erledigen“ (statt den erwähnten „Untermenschen“ im Originalwortlaut). Ebenfalls entschärft wurde eine Aussage Donalds, der seinen Vetter in Gute Nachbarschaftshilfe ebenfalls als „Untermensch“ bezeichnet. Seit 2021 werden auch Wörter wie „Indianer“ oder Begriffe mit Bezug auf Religion vermieden. Diese Änderungen haben allerdings auch Kritik hervorgerufen. Die Veränderung von „Fridolin Freudenfett“ zu „Fridolin Freundlich“ in der Barks-Geschichte Glück im Unglück löste eine negative Resonanz in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) von Seiten des Universitätsprofessors und Literaturwissenschaftlers Achim Hölter aus.[21] Einige dieser Textverfälschungen lassen sich auch in Gesamtausgaben vorfinden, obwohl diese mit der Aussage werben, der Originaltext von Erika Fuchs sei abgedruckt, besonders betroffen ist die LTB Classic Edition, in der allein in Band 12 109 redaktionelle Bearbeitungen gefunden wurden.[22]

Davon zu unterscheiden sind Textänderungen, die Erika Fuchs selbst durchgeführt hat. So entschärft Fuchs den Gruß „Heil!“, den Tick, Trick und Track in Die Insel im All verwendeten und der aufgrund der Nähe zum nationalsozialistischen Regime nicht mehr tragbar erschien, in ein „Seid gegrüßt!“, als sie ihre Übersetzung überarbeitete. Bei Abdrucken der Erstübersetzung, wie in der Barks Library, wurde jedoch der Gruß in „Hallo“ seitens der Redaktion abgeändert. Auch in Eingefrorenes Geld schwächte sie ihren Text ab. So hegt Dagobert in der Erstübersetzung noch Mordabsichten gegenüber den Panzerknackern ( „[...] sind sie ersoffen... vertilgt... vernichtet... ausradiert!“), während er in der überarbeiteten Fassung die Eindringlinge lediglich abschrecken will.

Einige wenige Geschichten übersetzte Erika Fuchs zweimal. Im Gegensatz zu den oben genannten Überarbeitungen unterscheiden sich die Texte dabei komplett. Diese Neuübersetzungen erfolgten entweder in Unkenntnis der Erstübersetzung oder weil der Originaltext nicht mehr auffindbar war.

→ Für eine Liste aller Neuübersetzungen von Erika Fuchs, siehe Liste aller Neuübersetzungen von Erika Fuchs

Zitate

Zitate von Erika Fuchs

  • „Ich lese freiwillig keine Comics. Wenn ich lese, will ich keine Bilder sehen. Trotzdem: Die Zeichnungen von Carl Barks sind Kunstwerke.“ (Aus einem Interview von 1996)
  • „Donald Duck. Er ist ein negativer Held, der viel anfängt, dem aber nichts gelingt, weil er einfach zu phantasievoll ist und nach anfänglichem Erfolg scheitert.“ (Auf die Frage nach ihrem Lieblings-Disney-Charakter, Quelle siehe oben)
  • „Was er real und vernünftig macht, verwurschtle ich wieder, damit es ein bißchen verrückt wird.“[11] (Bezieht sich auf die technische Fachkenntnis ihres Mannes Günter Fuchs, den sie bei technischen Dingen um Rat fragte.)

Stimmen zu Fuchs

  • Carl Barks: „O ja, ich habe sie getroffen, und war sehr beeindruckt, sie ist eine so distinguierte Person. Sie wird zwar alt jetzt, aber sie ist sehr hell hier oben (deutet zum Kopf). Sie ist eine Zierde dieses Geschäfts.“[23]
  • Peter Höpfner: „Frau Fuchs hat selbst gesagt, sie wolle diese Leute und ihre Ideologie verhohnepiepeln“, bezüglich Fuchs'scher Anspielungen auf den Nationalsozialismus in Comics.

Zitate ihrer Übersetzungsarbeit

  • „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr.“ (Tick, Trick und Track)
  • „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör.“ (Daniel Düsentrieb)
  • „Was starrst du mich an, o Ungeheuer? Zuckt schon der Mörderdolch in deiner Hand?“ (Donald Duck)
  • „Vielleicht, wenn ich mich hier hinsetze und auf die Sumpfhühner starre, die im Sumpf rumsumpfen, vermeide ich allen Ärger.“ (Donald Duck)
  • „Leichtfertig ist die Jugend mit dem Wort und bar jeden Sinnes für geschäftliche Dinge!“ (Dagobert Duck)
  • „Nichts als Wirtschaftswunder und Wirtschaftswundermänner, wohin man schaut!“ (Donald Duck)
  • „Und lieg' ich dereinst auf der Bahre – So denkt an meine Guitahre – Und gebt sie mir mit in mein Grab.“ (Donald Duck)
  • „Ach, Geld! Es ist mir ein Hochgenuss, wie ein Seehund hinein zu springen und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu schmeißen, dass es mir auf die Glatze prasselt!“ (Dagobert Duck)
  • „Mir kreist der Hut! Mein Gehirn käst! Meins ist völlig verdunstet!“ (Tick, Trick und Track)

Weitere Zitate, zusammengestellt, mit Bildern und Quellen findet man hier.

Literatur über Erika Fuchs

Das Erika Fuchs Buch, Bild von [2]

1996 wurde Das Erika Fuchs Buch veröffentlicht (vollständiger Titel: Das Erika Fuchs Buch. Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., ISBN 3929746107, ab dem 1. Januar 2007 978-3-929746-10-5). Der Autor ist Klaus Bohn, der das umfassend illustrierte Buch unter schriftstellerischer Mithilfe seiner Schwester Monika verfasste. Die zahlreichen Bilder stammen vornehmlich aus dem Privatbesitz der Familie Fuchs. Das Buch hat 189 Seiten und ist bei Dreidreizehn erschienen, mittlerweile aber vergriffen.

Ein Nachdruck oder sogar eine überarbeitete Neuauflage erscheint sinnvoll, ist jedoch fraglich, da Disney nach Aussage von Dreidreizehn unverhältnismäßig hohe Lizenzgebühren verlangte, zudem war die Familie Fuchs, auch Erika Fuchs selber, im Nachhinein nicht glücklich über die inhaltliche Ausgestaltung.[24] Ihnen war damit zu viel Privates an die Öffentlichkeit gedrungen, was sich mit einer Neuauflage, auch nach dem Tod von Erika Fuchs, nicht geändert hätte. Auch signierte Erika Fuchs das Buch ungern.[24]

Aus den genannten Gründen gilt das Buch als Rarität und wird antiquarisch zu entsprechend hohen Preisen gehandelt.

Zudem wurde auch ein von Wolfgang Koczian geführtes Interview mit Erika Fuchs in dem von Klaus Strzyz und Andreas C. Knigge zusammengestellten Buch Disney von innen. Gespräche über das Imperium der Maus (Ullstein, 1988) veröffentlicht (S. 300–309).

Der Donaldist Ernst Horst schreibt in seinem 2010 erschienenen Buch Nur keine Sentimentalitäten! Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte über Besonderheiten, Eigenheiten, aber auch Fehler der Fuchsschen Übersetzung (Blessing, München 2010, ISBN 978-3-89667-406-7).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Presseaussendung mit Nachruf
  2. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch. Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 15.
  3. 3,0 3,1 Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 13.
  4. 4,0 4,1 Allein unter Jungen, in: Die Zeit vom 26. Juli 2001, S. 67
  5. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 19.
  6. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 19 f.
  7. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 24.
  8. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 26.
  9. Zitate zit. nach: Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 27.
  10. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 27–29.
  11. 11,0 11,1 11,2 Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik., Dreidreizehn, Lüneburg 1996: S. 30.
  12. https://www.bavariathek.bayern/wiederaufbau/orte/detail/schwarzenbach-ad-saale/167
  13. Jürgen Overkott: Klatsch! Klatsch! Museum würdigt Duck-Übersetzerin Erika Fuchs, DerWesten, 31.07.2015, abgerufen am 08.02.2019
  14. 14,0 14,1 http://www.erika-fuchs.de/ Homepage des Erika-Fuchs-Hauses
  15. Comic-Museum in den Nachrichten – Das Erika Fuchs-Haus zeigt Entenhausen auf YouTube Yt favicon.png
  16. Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst, Video auf YouTube Yt favicon.png
  17. Erika-Fuchs-Haus: Das erste Comic-Museum in Deutschland, Videoclip von Planet Wissen in der ARD-Mediathek
  18. Die Füchsin auf dem Hasenbergl: München ehrt Comic-Übersetzerin mit Erika-Fuchs-Weg, UEPO.de, abgerufen am 05.02.2021
  19. Peter Schwindt: Von der Kunst des Übersetzens, Der Donaldist 58, Dezember 1986
  20. Aussage von Joachim Stahl aus dem Jahr 2006 im Comicforum.
  21. FAZ: Fridolin Freudenfett wurde geschlachtet, abgerufen am 1.5.2021.
  22. Political Correctness: Darf man Donald Duck zensieren?, Der Standard, abgerufen am 16.06.2021
  23. Das Zitat stammt aus diesem Interview mit Carl Barks aus dem Jahre 1994. Das Interview ist © Harald Havas. Eine englische Original-Version des Barks-Zitats liegt nicht vor.
  24. 24,0 24,1 [1]