Das diabolische Double

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Das diabolische Double
Mickey's Dangerous Double
Erstveröffentlichung: 2. März 1953 – 20. Juni 1953
Entstehungsdatum: 1953
Storycode: YM 131
Story: Bill Walsh
Zeichnungen: Floyd Gottfredson
Seiten: 96 Strips auf (32 Seiten)
Deutsche Übersetzung: Marc Moßbrugger
Deutsche Erstveröffentlichung: Floyd Gottfredson Library 11
Weiterführendes
Liste der Micky-Maus-Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
link= YM 131 Infos zu

Das diabolische Double

beim I.N.D.U.C.K.S.


Werdat vom anderen Stern

Das diabolische Double (Original Mickey's Dangerous Double) ist eine Comicgeschichte von Bill Walsh und Floyd Gottfredson und schließt unmittelbar an die Geschichte Werdat vom anderen Stern an.

Miklos

In dieser Geschichte trifft Micky das erste Mal auf seinen bösartigen Doppelgänger Miklos.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Micky ist verwundert

Micky und Goofy kehren von ihrem vorherigen Abenteuer zurück. Als Micky verwundert feststellt, dass ihn sein gesamtes Umfeld verachtend gegenüber verhält und ihn meidet, sucht er Goofy auf. Der besucht aber gerade seinen Cousin, daher muss Micky mit der Situation alleine klarkommen.

Auch in Mickys Haus geschehen merkwürdige Vorkommnisse. Sein Bett ist durcheinander, gruselige Schatten schleichen durchs Haus und beinahe stirbt Micky durch einen Unfall in der Dusche. Als es an der Tür klingelt, kommt Kommissar Hunter herein und durchsucht mit anderen Polizisten das Haus Mickys. Dort findet er Diebesbeute und verhaftet Micky, der scheinbar noch einen Schuss aus einer Pistole auf den Kommissar abgibt. Micky beteuert zwar, dass er den Schuss nicht abgegeben und ihm jemand die Waffe untergeschoben hätte, doch niemand glaubt ihm. Kommissar Hunter gibt seinem alten Freund noch 24 Stunden Zeit, um seine Unschuld zu beweisen. Er entlässt ihn aus der Gefängniszelle.

Micky ist verblufft

Nachdem Micky zurück zu seinem Haus kommt, sieht er seinen Doppelgänger in seinem Sessel sitzen. Verblüfft fordert Micky seinen Doppelgänger auf, die Sache aufzuklären. Der der falsche Micky erzählt nun Micky wie er in dessen Abwesenheit den Ruf von Micky zerstört hat. Nun erzählt der Doppelgänger, dass er Pluto eingesperrt hätte und wenn Micky nicht tut was er möchte, würde er Pluto umbringen. Micky gibt nach und ist hilflos. So verspottet der Doppelgänger auch Minnie, die Micky gerade besuchen wollte. Sie zieht beleidigt davon.

Der Doppelgänger verlässt das Haus, warnt aber Micky noch davor ihm nicht zu folgen, da er sonst Plutos Leben beende. Doch dank eines klugen Tricks mit Parüm, legt Micky eine Duftspur und kann dem bösen Doppelgänger doch noch heimlich folgen. Micky verfolgt den Doppelgänger bis zu einer Spielzeugfabrik, doch vom Doppelgänger fehlt dort noch jede Spur. Micky findet dafür Pluto und beide feiern ihr Wiedersehen. Nun taucht der böse Doppelgänger in der Verkleidung von Kommissar Hunter auf und bedroht beide mit einer Pistole.

Der falsche Micky gibt sich nun als Miklos, der weltbeste Verwandlungskünstler, zu erkennen. Er hat sich entschieden in den Ruhestand zu gehen und sein Plan war todsicher. Er will Micky töten und sich als er ausgeben. Dann kann er Minnie heiraten und sich zurückziehen. Doch Micky findet sich nicht einfach damit ab und gemeinsam mit Pluto attackieren beide mittels Spielzeug den Bösewicht. Der schießt mehrmals mit der Pistole auf Micky und Pluto, bis ihm die Patronen ausgehen. Micky nutzt die Gelegenheit und streckt ihn nieder. Mitten im Gerangel taucht Kommissar Hunter auf, der beide aber nicht voneinander unterscheiden kann. Pluto wäre dazu in der Lage, ist aber durch Stofftierhunde so abgelenkt, dass er dem Geschehen keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. Kommissar Hunter kann den echten und den falschen Micky nicht voneinander unterscheiden und sperrt einfach beide gemeinsam in eine Zelle ein.

Miklos der Graue

Als Kommissar Hunter auch Minnie um Hilfe bittet, kann sie ihren echten Verlobten ebenfalls nicht vom Duplikat unterscheiden. Nach einem Besuch beim Psychologen Doktor Balla flieht Miklos, Micky verfolgt ihn. Beide fallen dabei in einen Wassertank und nach dem Unfall gelingt es Kommissar Hunter endlich beide zu unterscheiden. Durch das Wasser erhalten Miklos Haare die echte Farbe wieder, grau. Es scheint sich alles zum Guten zu wenden, doch Miklos gelingt letztendlich die Flucht, aber nicht ohne dem Versprechen, dass sie sich wiedersehen würden.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Thomas Andrae analysiert die Geschichte so, dass Walsh und Gottfredson darin die Noir-Stimmung wiederbelebten, indem sie Micky als ausgestoßenen und entwurzelten Antihelden portraitierten. Micky ist nach seiner Rückkehr aus dem Weltall offenbar zum unwillkommenen Außenseiter geworden. Der Film Noir stelle häufig Privatdetektive voller Weltschmerz in den Mittelpunkt und verwende bedrohlich wirkende Schatten und Spiegelbilder, um die zerbrechliche und gespaltene Persönlichkeit des Protagonisten zu untermauern und eine Aura der Paranoia hervorzurufen. Mickys Ausgrenzung war komplett, als Kommissar Hunter bei ihm auftaucht, um ihn festzunehmen. Bereits 1944 gab es mit der „Welt von morgen“ einen Roboterdoppelgänger. In den früheren Micky-Geschichten der 1950er aus Walsh Feder handelt der Held vor allem reaktiv. Hier wird er aber zum taffen und findigen Film-Noir-Detektiv, dem es gelingt seinen Doppelgänger aufzuspüren. Walsh und Gottfredson bringen mit den Spielzeugclowns eine surreale Bedrohung ein. Wie in der paranoiden Weltsicht des Film Noir erfahren die Institutionen eine Legitimationskrise, da es unmöglich geworden zu sei festzustellen wer Freund oder Feind ist. Damit nimmt die Geschichte die paranoide Stimmung des Sci-Fi-Klassikers „Invasion der Körperfresser“ auf, wo die Menschen durch Doppelgänger ersetzt werden. Dass die Autoritäten Freund und Feind nicht unterscheiden können, ist ein weiteres typisches Element der damaligen Zeit – die Geschichte erschien auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära, als zahlreche Hollywood Schauspieler und –autoren auf einer schwarzen Liste landeten. Der Antikommunismus der damaligen Zeit schuf eine Atmosphäre der Paranoia und das House Committee on Un-American Activities hatte sich zur Aufgabe gesetzt, Amerika vor den Kommunisten und deren Sympathisanten zu beschützen und zu bereinigen. So wie Miklos versuchte Mickys Verhalten zu kopieren, versuchten Subversive benehmen und aussehen wie andere Amerikaner anzunehmen, was die Grenzen zwischen patriotischen Bürgern und Staatsfeinden verschwimmen ließ. Das ging auch einher mit der Entwicklung der Vorstädte, also jener Umgebung, in der auch Miklos versucht Mickys Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Diese Geschichte ist eine der wenigen ohne Happy-End. Die Flucht von Miklos sei einer der wenigen Fälle, in denen Gottfredson den Schurken entkommen lässt. Er schien das Gefühl zu haben, dass Miklos einfach zu gut war, um sich nicht ein Hintertürchen für einen weiteren Auftritt in der Zukunft offenzulassen. Letztendlich meint Andrae, dass der Versuch beide Figuren auseinanderzuhalten ein Akt von historischer Amnesie war, das unterdrückte zweite Ich Mickys, der schlitzohrige Antiheld aus früherer Trickfilmzeit sollte in Vergessenheit geraten. Dieser Micky besaß eine wandelbare Persönlichkeit, antiautoritäres und rebellisches Verhalten. Diese Charakterzeichnung sei weit entfernt von der gesetzten Mittelschichtsmaus, die er später werden würde und manchmal bricht diese Form wieder kurz hervor, oder eben in der Form des diabolischen Doubles. [1]

Jonathan H. Gray beschreibt die Geschichte als ein leichtes Abenteuer mit ein paar düsteren Elementen und deutlich weniger Komplex als Der königliche Doppelgänger. Das bemerkenswerte an Miklos sei nicht die Figur per se, sondern der Zeitpunkt und der Kontext ihres Auftrittes. Miklos bringe Mickys Leben so sehr aus den Fugen, dass die Frage auftaucht wer er eigentlich sei. Diese Frage sei berechtigt in einer Periode großer Veränderungen in Mickys Charakter. In den 1950ern ging King Features Syndicate dazu über mehr kurze Gagstrips als Abenteuer-Comicstrips abzudrucken, damit näherte sich der Zeitungscomics als großes Erzählmedium dem Ende. Auch auf der Leinwand nahmen in der letzten Trickfilmphase überwiegend Alltagsgeschichten in der Vorstadt die Handlung ein und Pluto rückte vermehrt in den Vordergrund. 1955 übernahm die bürgerliche Version von Micky aus den Trickfilmen diese Version auch in den Comicstrips und so konnte Miklos seine Drohung nicht mehr wahrmachen. [2]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

  • Mit Micky und die 7 Schatten schuf Casty 2014 eine Fortsetzung zu dieser Geschichte. Casty verwendete die Figur auch in der Geburtstagsgeschichte Was für ein Abenteuer, Micky! 2018.
  • Miklos taucht in der Geschichte Topolino e il flagello grigio ein weiteres Mal auf, die Geschichte wurde bisher noch nicht auf Deutsch veröffentlicht.

Weitere Impressionen aus der Geschichte[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • In dieser Geschichte wird berichtet, dass Kommissar Hunter einen fünf Monate alten Sohn mit dem Namen Albert Junior hat.
  • Obwohl die Geschichte eine außerordentlich gute Bewertung auf Inducks hat (Platz 152, November 2022), wurde sie erst mit der Floyd Gottfredson Library das erste Mal auf Deutsch veröffentlicht.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrae, T. (2022). Von Mäusen und Menschen – 1951–1953: Identitätskrise. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 11, S. 10-11). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. Gray, J. H. (2022). Die Maus mit den zwei Gesichtern. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 11, S. 222). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  3. https://inducks.org/recommend.php?top100=1&page=1>