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Der letzte Moribundus

Aus Duckipedia
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Der letzte Moribundus
Eine dunkle Story aus dem dunklen Erdteil
Donald Duck in Darkest Africa
Erstveröffentlichung: Februar 1948
Entstehungsdatum: 1947
Storycode: W MOC 20-01


Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Seiten: 22
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: MM 24/1994
Weiterführendes

Ind.PNG Infos zu

Der letzte Moribundus

beim Inducks

© Egmont Ehapa

Der letzte Moribundus (Original Darkest Africa) ist eine Comicgeschichte von Carl Barks. In ihr begeben sich die Ducks auf eine Reise in das tiefste Afrika, um einen bestimmten Schmetterling zu suchen. Die Geschichte ist auch für die viele Zensur an ihr bekannt, denn in ihr verwendete Barks aus heutiger Sicht klar rassistische Stereotype der Afrikaner.

Figuren[Bearbeiten]

  • Donald Duck
  • Tick, Trick und Track
  • Professor Popenpingel (Professor Schratt-Schierling in der originalen Fuchs-Übersetzung)
  • Siegmund Sichelwanz (Sigismund Sodbrenner in der originalen Fuchs-Übersetzung)

Handlung[Bearbeiten]

Donald ist gerade am Schmetterlingfangen für seine drei Neffen, die die Tiere für den Biologieunterricht brauchen. Doch als er gerade einem besonders schönen hinterher ist, kommt ihm ein anderer Mann entgegen und will ihm den Schmetterling klauen. Das lässt Donald sich natürlich nicht gefallen. Er trickst den Typen aus und bringt den Schmetterling seinen Neffen. Da kommt ihm eine andere unbekannte Person entgegen und stellt sich als Siegmund Sichelwanz, Schmetterlingssammler, vor. Er bittet Donald, für ihn nach Afrika zu reisen und dort den seltensten aller seltenen Schmetterlinge für ihn zu fangen, den Monarchus Moribundus. Denn er habe gerade beobachtet, wie Donald den gerissensten aller Schmetterlingsjäger, Professor Popenpingel, ausgetrickst habe. Da er diesem auf seiner Jagd nach dem Schmetterling mit Sicherheit begegnen werde, sei er genau der richtige Mann! Donald zögert erst, doch als dann Popenpingel, der von dem Gespräch nichts mitbekommen hat, plötzlich seinen Neffen den eben gefangenen Schmetterling klaut und zum Hafen flieht, will Donald sich rächen: Er wird nach Afrika reisen, um Popenpingel ein Schnippchen zu schlagen! Doch das wird gar nicht so einfach, denn Donald erfährt, dass Popenpingel vom Hafen aus direkt nach Afrika fährt, um den Schmetterling zu finden… Das Rennen ist eröffnet!

Popenpingel hat zugeschlagen (© Egmont Ehapa)

Einige Zeit darauf sind die Ducks angekommen. Von Einheimischen erfahren sie den Ort der letzten Sichtung des Schmetterlings. Doch kaum wollen sie los, bemerken sie, dass Popenpingel bereits zugeschlagen hat: Ihr Boot wurde sabotiert! Und dabei bleibt es nicht: Überall hat Popenpingel seine Finger im Spiel gehabt und überall trickst er sie aus. Doch die Ducks geben nicht auf und durch riesiges Glück und Willenskraft kommen sie dem Professoren tatsächlich zuvor und finden den Schmetterling! Donald rennt ihm hinterher. Doch Popenpingel hat noch mehr schmutzige Tricks in der Tasche. In der Nähe befindet sich nämlich ein einheimisches Dorf und der Professor bittet die dort ansässigen Kannibalen, Tick, Trick und Track als Geisel zu nehmen. Er erlaubt ihnen sogar, die gegebenenfalls zu essen… Die Kannibalen überraschen die Drillinge, als diese gerade ein Glas voller Raupen gefunden haben und nehmen sie sich die Lippen leckend mit ins Dorf.

Inzwischen hat Donald den Falter endlich gefangen und dabei auch eine riesige Elefantenherde entdeckt. Doch da kommt Popenpingel. Der erzählt ihm von seinem Pakt mit den Einheimischen. Als Donald das sieht, gibt er sich vorerst geschlagen und übergibt Popenpingel den Schmetterling, damit dieser die Drillinge freilässt. Doch auch die Ducks sind äußerst gerissen und geben nicht auf: Mithilfe von Feuer scheuchen sie die von Donald entdeckte Elefantenherde so auf, dass diese Popenpingel niedertrampelt. Sie verarzten ihn und nehmen ihm den Falter ab. Sieg für die Ducks! Gemeinsam mit dem Professoren reisen sie zurück nach Entenhausen. Der ist wirklich äußerst schwer enttäuscht und will gerade tatsächlich Selbstmord begehen, als plötzlich ein weiterer Moribundus an ihm vorbeifliegt. Und noch einer. Und noch einer! Ein ganzer Schwarm Moribundus! Tatsächlich waren die Raupen, die Tick, Trick und Track gefunden hatten, Moribundusraupen! Tja, nun ist der Schmetterling nicht mehr besonders viel wert…

Zensur[Bearbeiten]

Szenen wie diese sorgten für die Zensur (© Disney)

Diese Geschichte wurde das Opfer starker Zensur. Tatsächlich verwendete Barks bei der Darstellung der afrikanischen Ureinwohner in dieser Geschichte viele rassistische Stereotype, wie volle Lippen, dicke Zähne und vor allem Kannibalismus, die nicht mehr in das moderne Weltbild passen. Da diese in den Vierzigern, in denen die Geschichte gezeichnet wurde, noch sehr üblich waren, ist es allerdings anzuzweifeln, dass Barks seine Geschichten (später war dies zum Beispiel auch für Wudu-Hudu-Zauber der Fall) bewusst rassistisch konnotierte. Gleichzeitig sympathisierte er ja auch mit fremden Völkern und Kulturen (siehe auch Carl Barks' Völker), unter anderem mit Indianern. Nichtsdestotrotz wurde die Geschichte für ihre ersten Veröffentlichungen in Europa von Daan Jippes neu geinkt (die Afrikaner bekamen normale Lippen und normale Zähne) und die Szene mit dem Kannibalismus wurde herausgestrichen, da die ursprünglichen Druckfilme verloren gegangen sind. In den neuesten Veröffentlichungen wird wieder die Originalversion von Barks verwendet, was einerseits für Zustimmung sorgt (da es sich um das Original handelt) andererseits aber auch heftig kritisiert wird (da die rassistischen Stereotype für manche unvertretbar sind).

In der deutschen Erstveröffentlichung wurde die Übersetzung von Dr. Erika Fuchs teilweise abgeändert. Betroffen davon sind die Figuren Schratt-Schierling, welcher in Popenpingel umbenannt wurde, sowie Sigismund Sodbrenner, der sich nun Siegmund Sichelwanz nennt. Die unbearbeitete Übersetzung erschien erstmals in der Barks Library Special Donald Duck 14. In den neuesten Veröffentlichungen wird allerdings die geänderte Übersetzung abgedruckt.[1]

Remake[Bearbeiten]

Ende der 1950er-Jahre begann Barks, die Ideen von vielen seiner früheren Geschichten zu adaptieren und Remakes zu erstellen. Etliche Handlungselemente aus Der letzte Moribundus finden sich daher auch in Die Gurkenkrise, nur versetzte Barks die Handlung nach Südamerika und machte aus der Elefantenstampede eine Herde wildgewordener Dinosaurier, die doch für deutlich mehr Schrecken sorgen. Während viele von Barks' Remakes nicht an die Ursprungsversion anschließen können, gelang ihm mit Die Gurkenkrise eine deutliche Verbesserung.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johnny A. Grote: Carl Barks. Werkverzeichnis der Comics, Stuttgart 1995.