Die Geldquelle

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Die Geldquelle
The Money Well
Erstveröffentlichung: 23. Januar 1958
Entstehungsdatum: August 1957
Storycode: W US 21-02
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Seiten: 26
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: MM 20–22/1962
Weiterführendes

link= W US 21-02 Infos zu Die Geldquelle beim Inducks

Splash-Panel der ersten Seite (© Egmont Ehapa)

Die Geldquelle (Original The Money Well) ist eine Comicgeschichte von Carl Barks. In dieser Geschichte versucht Dagobert wieder einmal, sein Geld vor den berüchtigten Panzerknackern in Sicherheit zu bringen. Hier hat Opa Knack seine ersten Auftritt, ebenfalls wird das Fort Entenhausen hier erstmals erwähnt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Dagobert schützt sein Geld wie sonst nichts und hat seinen Geldspeicher in eine wahre Festung verwandelt, denn es liegt ihm sehr am Herzen und um keinen Preis will er es verlieren. Aus diesem Grund weigert er sich auch, sich einen neuen Zwicker (zehn Taler!) zu kaufen, obwohl der andere es nicht mehr tut. So erkennt er allerdings auch nicht, dass die Panzerknacker gerade dabei sind, am Fuße des Glatzenkogels einen Bohrturm zu errichten! Doch als er es erfährt, durchschaut er gleich ihren perfiden Plan: Sie wollen seinen Speicher unterbohren und dann wie eine Ölquelle anzapfen und ausrauben und keiner kann ihnen nachweisen, dass sie ihn bestehlen! Doch dazu hat er sein neues Elektronengehirn, das er nun um eine Lösung bittet. Das bietet ihm an, sein Geld durch einen Stollen ungesehen zum Flussufer zu bringen. Dagobert ist sofort überzeugt: Von da kann er es dann hinter dem Rücken der Panzerknacker in Sicherheit aufs Land bringen!

Das Fort Entenhausen in der Vorstellung der Neffen (© Egmont Ehapa)

Doch das Graben eines Stollens erweist sich als zu langwierig. Vor dem Geldspeicher stoßen die Ducks jedoch auf einige seltsam angeordnete Steine. Dagobert erklärt, dies seien die Fundamente des alten Fort Entenhausen, das früher einmal an dieser Stelle stand, Zuflucht der Siedler im Kriegsfall. Die Drillinge sehen sofort eine Chance: Das Fort hatte sicher einen Geheimausgang, über den die Siedler fliehen konnten! Sofort machen sie sich auf die Suche und tatsächlich: Es gibt bereits einen Gang zum Fluss! Nun muss dieser nur noch mit dem Geldspeicher verbunden werden und schon kann Dagobert sein Geld abpumpen. Er kauft eine kleine Parzelle Land in einem verlassenen Gebiet weiter oben am Fluss und pumpt dort sein Geld wieder in den Boden. Es entsteht ein neuer Hügel, doch da hier eh alle Häuser verlassen sind, sollte dies keinem auffallen!

Die Geldquelle (© Egmont Ehapa)

Die Panzerknacker sind nun so weit und haben den Geldspeicher erreicht! Doch anstatt des erhofften Geldes erreicht sie nur ein Schwall Lebertran, den Dagobert ihnen zum Gruß zurückgelassen hatte. Enttäuscht beschließen sie, zu ihrem Opa aufs Land zu gehen. Doch da scheint plötzlich ein neuer Hügel zu stehen… Vielleicht eine Ölquelle? Und während Dagobert zu Hause gärtnert, bohren die Panzerknacker den Hügel an… Kurz darauf packt Dagobert die Sehnsucht nach seinen Talern, er begibt sich auf zu „seinem“ Grundstück – und trifft dort auf die bohrenden Panzerknacker! Aber das Grundstück gehört doch ihm! Oder? Nein, denn er hat sich aufgrund seiner alten Zwicker verlesen und das Geld in die falsche Parzelle gepumpt! Das Grundstück gehört dem Opa der Panzerknacker und somit auch das Geld, das dort hinein gepumpt wurde! Kurz darauf sind die Panzerknacker mit den Bohrungen fertig. Und wie ist die Freude groß, als die erhoffte Ölquelle sich als eine ergiebige Geldquelle herausstellt! Doch nur auf Seiten der Panzerknacker, denn Dagobert könnte deprimierter nicht sein…

Doch er rafft sich schnell wieder auf. Erst einmal kauft er sich endlich mal einen neuen Zwicker. Danach bietet er den Panzerknackern seine Dienste an – natürlich insgeheim in der Hoffnung, irgendwie sein Geld zurückzubekommen, aber auch, um endlich mal diesen geheimnisvollen Opa, dem das Grundstück ja gehört, zu sehen. Der kommt gerade aus dem Gefängnis zurück und bringt auch eine gänzlich unerwartete Nachricht mit: Das Grundstück gehört ihm gar nicht, er hatte sich hier einfach niedergelassen, ohne es zu kaufen. Klartext: Rechtmäßig gehört das Geld nicht den Panzerknackern, sondern dem ersten, der das Grundstück kauft! Und das ist Dagobert, denn dank eines kleinen Tricks ist der alte Fuchs viel schneller in Entenhausen als seine Konkurrenten. Nun ist das Geld wieder bei ihm und die Panzerknacker landen im Gefängnis!

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

Opa Knack bei seinem ersten Auftritt (© Egmont Ehapa)

Wie für diese Periode seines Schaffens typisch, verwendet Barks hier eine bereits einige Jahre früher von ihm erdachte Storyidee. Dieses Mal ließ er sich von seinem ersten Abenteuer mit Dagobert in der Hauptrolle inspirieren, Der arme reiche Mann. In dieser Geschichte versuchen die Panzerknacker ebenfalls, Dagoberts Speicher zu untergraben und so an sein Geld zu kommen – als Lösung ist der reichste Mann der Welt gezwungen, es hinauszuschmuggeln und auf dem Land zu verstecken. Und wie schon im berühmteren Vorläufer scheitert Dagobert an sich selbst, indem er in Der arme reiche Mann dem Drang, ein Geldbad zu nehmen, nachgibt und den Panzerknackern so den Aufbewahrungsort verrät, und indem er in Die Geldquelle sein Geld aufs falsche Grundstück pumpt, weil er sich aus Geiz keinen neuen Zwicker kauft. Und zu guter Letzt kann Dagobert in beiden Geschichten die triumphierenden Panzerknacker durch Schlauheit und Tricks besiegen.

Interessanterweise lässt Barks Dagobert in beiden Geschichten sein Geld in der Natur verstecken, was ein organisches Bild repliziert, das Barks bereits früher anwandte. Schon in Geld fällt vom Himmel hatte er Dagoberts Barvermögen mit einer Getreideernte gleichgesetzt und auch später verwendete er den Speicher sowie die Maßeinheit des Geldes in Kubikhektar als Erinnerungen an landwirtschaftliche Produkte. In Der arme reiche Mann wird das Geld mit Wasser assoziiert und sorgt sogar für eine entsprechende Flutwelle, in Die Geldquelle ist die Gleichsetzung mit Erdöl als weiterem Naturprodukt augenfällig. Die Idee muss Barks derart gefallen haben, dass er in Hans Hackebeil Dagobert sein Geld in Bäumen und in Grüner Salat in Salatpflanzen verstecken lässt – auch diese Geschichten sind damit Ausgestaltungen derselben, auf einer Gleichsetzung von Geld mit Natur beruhenden Idee.[1]

Dennoch beschränkt Barks sich hier nicht auf das bloße Wiederdurchkauen einer alten Idee, sondern bringt viele neue Elemente in die Geschichte ein. So hat hier der Großvater der Panzerknacker, Opa Knack, seinen ersten Auftritt. Ebenso das erste Mal erwähnt wird das prestigeträchtige Fort Entenhausen, Vorgänger der Metropole Entenhausen, das auf dem Glatzenkogel stand, an der Stelle, an der sich heute Dagoberts Geldspeicher befindet. Beide Elemente wurden später von vielen Autoren wiederaufgegriffen und gehören heute zum Kanon der Disney-Comics.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Vgl. Geoffrey Blum: Bodenschätze. Übersetzt von Johnny A. Grote. In: Barks Library Special Onkel Dagobert 14.