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Dagobert Duck

Aus Duckipedia
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©Disney Achtung! Der Titel dieses Artikels hat mehrere Bedeutungen. Dieser Artikel behandelt die Figur Dagobert Duck. Für die Taschenbuchreihe siehe Onkel Dagobert (Taschenbuch).


Dagobert Duck (© Disney)

Dagobert Duck ist der 1947 von Carl Barks erfundene Onkel Donald Ducks. Er ist die reichste Ente der Welt – sein riesiges Barvermögen hortet er in seinem Geldspeicher. Sein Originalname Scrooge McDuck spielt auf den Ebenezer Scrooge der Weihnachtsgeschichte Charles Dickens' ("A Christmas Carol") an, den er später sogar in deren Adaption „Ein Weihnachtsmärchen“ von Guido Martina und José Colomer Fonts darstellte (DD 284). Der deutsche Name Dagobert bezieht sich hingegen auf den gleichnamigen Merowingerkönig.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Dagobert Duck (© Disney)

Dagobert Duck kam erstmals in der Geschichte „Die Mutprobe" (auch "Weihnachten auf dem Bärenberg“, engl. Christmas on Bear Mountain) als Donalds reicher, griesgrämiger Onkel zum Einsatz. Dagoberts englischer Name Scrooge McDuck spielen auf den kalten und harthertigen Ebenezer McScrooge spielt auf Charles Dickens' A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte) Ebenezer Scrooge der Weihnachtsgeschichte Charles Dickens' ("A Christmas Carol") angelehnt (ebenfalls, wie die Geschichte Die Mutprobe an A Christmas Carol angelehnt ist)[1][2]. Ein weiteres Vorbild für Dagobert Ducks Figur könnte eine Figur aus dem Propagandafilm Spirit of '43 sein: Hier kam eine mit schottischem Akzent sprechende Ente mit Backenbart, Gehstock und Zwicker vor, die Donald daran hindern wollte, sein Geld zu verprassen.[3] Den Namen Dagobert hat die promovierte Übersetzerin Erika Fuchs, die sehr literaturinteressiert war, an den König Dagobert I. aus der frühesten Königsgeschichte der Merowinger angelehnt.[4] In der Geschichte Die Mutprobe sitzt Dagobert an Weihnachten grimmig in seiner Villa. Er äußert den Satz: „Grauenhaftes Fest!“ und dass er Weihnachten nicht möge, denn niemanden könne ihn leiden und er könne auch niemanden leiden. Donald und seine Neffen möchte er erst beschenken, wenn sie in eine Mutprobe in einer Berghüte bestanden haben, wo es von Bären nur so wimmelt.[5]

Anfangs noch ein kränklicher alter Mann, änderte und verjüngte sich allmählich sein Erscheinungsbild von Comic zu Comic. 1950, in Barks' „Der zählende Papagei“ (auch "Donald Duck und das mathematische Wundertier", engl. The Pixilated Parrot) entsprachen Aussehen und Kleidung, bestehend aus einem zumeist roten Gehrock, Zylinder, Zwicker, Gamaschen und Spazierstöckchen, erstmals vollständig der heute bekannten Norm. 1951 bekam die Figur mit den Panzerknackern ihre ersten eigenen Gegenspieler.

Nachdem Dagobert regen Zuspruch unter den Lesern gefunden hatte, erhielt er 1952 eine eigene Comic-Reihe: „Walt Disney's Uncle $crooge“. Gleichzeitig wurde sein Charakter erkennbar entschärft und gelegentlich seine weiche Seite gezeigt. 1956 tauchte mit dem reichen Südafrikaner Mac Moneysac ein weiterer Gegenspieler auf, 1961 gefolgt von Klaas Klever, der vor allem in den LTBs häufiger anzutreffen ist, und der Hexe Gundel Gaukeley, die es auf Dagoberts Glückstaler abgesehen hat.

Dagoberts Lebensgeschichte[Bearbeiten]

Über Dagoberts Lebensgeschichte ist viel geschrieben worden, und in Folge dessen auch viel Widersprüchliches. Carl Barks erfand als erster zu seiner Figur auch Informationen zu deren Leben. Aus diesen „Fakten“ entwickelte später Don Rosa seine eigene Saga „Sein Leben seine Milliarden“. Aber auch Italien und andere Länder haben ihre eigenen Versionen und Vorstellungen eingebracht, wobei sich einige Behauptungen fast überall als „Fakten“ durchgesetzt haben. In vielen Fällen basieren diese auf Aussagen in Barks' Geschichten, die nur leicht variiert werden. Auch wenn beispielsweise der Italiener Guido Martina gern die dunklen und skrupellosen Seiten des alten Erpels zeigte, sind sich die meisten Autoren darüber einig, dass Dagobert sein Geld hart und ehrlich erarbeitet hat.

Auch bei den Italienern nimmt Dagobert am Goldrausch teil

Ein Motiv, das in allen Versionen von Dagoberts Lebens auftaucht, war seine Teilnahme am Goldrausch, wobei allerdings zwischen dem Kalifornischen Goldrausch, dem Goldrausch am Colorado, dem Goldrausch am Klondike, dem in Australien, dem in Südafrika und dem in Neuseeland unterschieden werden muss. Vor allen Dingen der Goldrausch am Klondike wird oft zitiert: In zahlreichen italienischen Geschichten „beglückt“ Dagobert seine Verwandtschaft mit nostalgischen Anekdoten aus jener Zeit, Carl Barks schickte ihn direkt wieder an den Ort seiner Jugend zurück (Wiedersehn mit Klondyke) und Don Rosa schuf gleich drei Geschichten über den jungen Dagobert als Goldschürfer am Klondike (Der Einsiedler am White Agony Creek, Verschwörung der Gauner, Die Gefangene am White Agony Creek). Oftmals wird behauptet, Dagobert sei ein gebürtiger Schotte. In einigen Geschichten stammen jedoch nur seine Vorfahren aus Schottland, so zum Beispiel in Dynastie Duck, einer Erzählung über die Geschichte der Ducks.

Bezüglich Dagoberts Kindheit ist das Bild eines Schuhputzers sehr verbreitet. Es tauchte in Die Geschichte von Onkel Dagoberts Bett von Vic Lockman und Barks sowie in Die große Langeweile von Carl Fallberg und Tony Strobl auf und wurde von Rosa übernommen.

Die fortwährende Suche des jungen Dagobert nach Reichtum in aller Herren Länder hat den Disney-Autoren die Möglichkeit gegeben, ihn alle nur erdenklichen Sprachen sprechen lassen zu können. So beherrscht er beispielsweise tibetisch, da er angeblich anno 1892 bereits einmal in der Gegend geweilt hatte.

Don Rosas Version[Bearbeiten]

Amerikanisches Cover

Hauptartikel: Sein Leben, seine Milliarden

Wegen des relativen Chaos bezüglich Dagoberts Lebensgeschichte wurde Don Rosa von Egmont beauftragt, Ordnung in das Wirrwarr zu bringen. Rosa orientierte sich fast ausschließlich an Angaben, die Barks in seinen Geschichten gemacht hatte, und machte daraus eine umfassende Biografie über den berühmten Enterich. Während sein Werk bei manchen Fans schnell den Status absoluter Gültigkeit erreichte, entzaubert es für andere Leser und Autoren (darunter Barks) das Mysterium um Dagoberts Jugend. „Es ging nie darum, eine amtliche Vita zu schreiben, sondern nur um meine persönliche Version“, so Rosa selbst.

Laut Don Rosa wurde Dagobert 1867 in Glasgow (Schottland) als Sohn von Dietbert und Dankrade Duck geboren. Zu seiner Familie zählen ferner seine Schwestern Mathilda und Dortel sowie sein Onkel Jakob „Jungerpel“ Duck. Der kleine Dagobert wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und verdient sich seinen ersten Zehner als Schuhputzer. Im zarten Alter von 12 bis 13 Jahren wandert er zu seinem Onkel Diethelm in die USA aus. Dort betätigt er sich zunächst als Flussdampferkapitän und wird anschließend über Umwege Cowboy in Montana. Während seiner darauffolgenden Zeit als „Kupferschürfer“ kann er mit Hilfe einer Gesetzeslücke eine große Mine erstehen, die er jedoch aufgeben muss, da seine Familie in Schottland Geld benötigt, um die Grundsteuer für die Duckenburgh zahlen zu können. Nach weiteren erfolglosen Unternehmungen in Afrika und Australien kommt er nach einem Goldfund am Klondike endlich zu Reichtum. Dort trifft er auch seine altgeliebte Nelly. Er lässt sich in Entenhausen nieder, verschreibt sich unerbittlich seinem Ziel, reichster Mann der Welt zu werden, und entzweit sich darüber mit seinen Schwestern. Erst sein Neffe Donald und seine Großneffen Tick, Trick und Track reißen ihn aus Vereinsamung, Lethargie und Altersstarrsinn und können in ihm wieder den alten „Abenteuergeist“ wecken.

Charakter[Bearbeiten]

Da die Figur Dagobert von verschiedenen Zeichnern in verschiedenen Ländern benutzt wurde, sind zu ihr auch verschiedene Charakterbilder entstanden. Grob kann man die einzelnen Darstellungen seiner Persönlichkeit in den italienischen und den amerikanischen Dagobert unterteilen. Bei dem amerikanischen Dagobert empfiehlt sich eine weitere Unterscheidung zwischen den Zeichnern Rosa und Barks.

Amerika[Bearbeiten]

Barks'scher Dagobert[Bearbeiten]

Carl Barks, der Erfinder von Dagobert, hat sich in seinen Geschichten intensiv mit dessen Charakter auseinandergesetzt und ihn im Laufe der Jahre mehr geformt als die meisten anderen Zeichner. Die Entwicklung Dagoberts bei Barks lässt sich grob in drei Phasen beschreiben.

Der frühbarks'sche Dagobert[Bearbeiten]

Anfangs, etwa bei seinem ersten Aurtritt in Die Mutprobe, war Dagobert bei Barks noch eine Nebenfigur, „auf die Barks nicht allzu viele Gedanken verschwendet hatte“[6] Bei seinem ersten Auftritt, der an den alten, griesgrämigen und kaltherzigen Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte) angelehnt ist, zeigen sich schon Dagoberts harte und kaltherzige Charakterzüge, die ihn anfangs ausmachten:

„Here I sit in this big lonely dump, waiting for Christmas to pass! Bah! That silly season when everybody loves everybody else! A Curse on it! Me – I’m different! Everybody hates me, and I hate everybody!“

„Hier sitz ich einsam und verlassen und Weihnachten steht vor der Tür. Grauenhaftes Fest! Wenn’s nur erst vorbei wär! Weihnachten liegt mir nicht. Ich kann niemanden leiden und mich kann auch niemand leiden.“ – Scrooge McDuck, in: Carl Barks: Christmas on Bear Mountain[7].

Schon damals war Dagobert eine Klischeefigur[8]: „Ein grämlicher Menschenfeind“, „ein reicher, unfreundlicher älterer Verwandter“[9], der „zum Fest geläutert werden [sollte].“[10] In der Zeit kurz nach Barks' erster Dagobert-Geschichte ist Dagobert ausschließlich mit negativen Charaktereigenschaften behaftet. Dieser Dagobert ist ein Gebilde aus Machthunger, Habgier, Falschheit und Hinterlist - das Musterbild eines Bösewichts und Fieslings. Tatsächlich nimmt Dagobert damals vor allen Dingen in den kürzeren Donald-Duck-Geschichten die Rolle des Antagonisten ein. In diesen ersten Geschichten wird sein Geld dabei fast nie optisch dargestellt und auch für ihn selbst scheint es keine große Rolle zu spielen. Im Gegenteil - er hat keinerlei Skrupel, es in großen Mengen für Anerkennung und Macht auszugeben. Das große Merkmal des heutigen Dagoberts, der Geiz, ist hier also noch nicht ausgeprägt. Gerade in der ersten Geschichte kommt hingegen zum Vorschein, dass Dagobert ein Machtmensch ist, der alle anderen kontrollieren und im Dienste seiner Interessen mittels seines Reichtums manipulieren will. Damit stellt er sich – in geradezu menschenverachtender Manier – über alles und jeden. Von seiner unsympathischsten Seite zeigt sich Dagobert bei Barks im Zehnseiter Wehe dem, der Schulden macht; in Wudu-Hudu-Zauber rechtfertigt er gar eine Schurkerei aus seiner Vergangenheit mit dem fadenscheinigen Argument, dass man durch Edelmut nicht reich werde.

Der klassische Dagobert[Bearbeiten]

Die Entscheidung des Verlags Gold Key, eine eigene „Uncle-Scrooge“-Heftreihe zu veröffentlichen, sollte 1952 den entscheidenden Umbruch im Charakter Dagoberts hervorrufen. Die Hauptperson konnte natürlich nicht gleichzeitig Held und Bösewicht sein, und so musste an der Persönlichkeit des Knausers etwas geändert werden.

Barks zeichnete Dagobert nun erstmals vielseitiger. In der Geschichte Der arme reiche Mann (Only A Poor Old Man) erklärte er Dagoberts Charakter durch dessen Lebensgeschichte, indem er in Rückblenden zeigte, wie der junge Bertel durch harte Arbeit und festen Willen zum reichsten Mann der Welt wurde. Er erregte Mitleid für ihn beim Leser, ließ diesem Dagoberts Beziehung zum Geld eher als verschrullt erscheinen, er beleuchtete ihn von anderen und auch positiveren Seiten. In einem Interview, geführt von Bruce Hamilton, erklärte Barks: „Ich ging zurück, bis in die Tage, als (Dagobert) noch Blasen an den Händen und erfrorene Füße hatte, alles nur um zu beweisen, dass er diesen unverschämten Reichtum wirklich verdient hat.“[11]

Dazu ließ Barks Dagobert nun regelmäßig seinen wohl berühmtesten Ausspruch wiederholen: „I made [my money] by being tougher than the toughies, and smarter than the smarties! And I made it square!“ („Ich bin reich geworden, weil ich zäher war als die Zähsten und schlauer als die Schlausten! Und ich bin dabei ein ehrlicher Mann geblieben!“ – Scrooge McDuck, in: Carl Barks: Only a Poor Old Man[12].)

Dagobert machte keine Metamorphose vom bösen zum guten Dagobert durch, er wurde nur aus anderen Perspektiven betrachtet. Doch öfters tauchte wie ein Geist der „böse“ Dagobert auf und erinnert den Leser, dass wir uns kein allzu simples Bild von seiner Wesensart machen dürfen. Dagobert selbst scheint diese Seite zu verdrängen und so ficht er, als sein Quasi-Doppelgänger Mac Moneysac als unerwünschtes anderes Ich auftaucht, symbolisch Wettkämpfe darum aus, welche Seite seines Charakters die stärkere ist.

Der spätbarks'sche Dagobert[Bearbeiten]

In den späteren Geschichten der 1960er Jahre wurde die markante Persönlichkeit Dagoberts, die er in den „klassischen Jahren“ erhalten hatte, nach Meinung einiger verwässert, indem er angeblich zu einem liebenswürdigen Opa, zu einem netten älteren Herrn mutierte - ein starker Kontrast zum Dagobert aus Die Mutprobe. Jochen Bölsche bechreibt, Dagobert werde „allmählich zum lustigen Onkel und schließlich zum schrulligen, fast bemitleidenswerten Alten“[11], der am Ende sogar bereit war, sein eigenes Geld für seine Neffen zu opfern (beispielsweise in Oddball Odyssey[13]). Anderen hingegen kam die Figur zu dieser Zeit ironischerweise verjüngt vor. Carl Barks befasste sich schlicht nicht mehr so sehr mit Dagoberts Charakter wie in der "klassischen Zeit", in der seine Geschichten fast Charakterstudien waren. Stattdessen standen mehr die Abenteuer im Vordergrund. Zudem hatte Barks erklärt: „Dagobert in Die Mutprobe war nur meine erste Idee eines reichen, alten Onkels. Ich hatte ihn zu alt und schwach gemacht. Ich merkte später, dass ich ihn aktiver gestalten musste.“ (Original: „Scrooge in Christmas on Bear Mountain was only my first idea of a rich, old uncle. I had made him too old and too weak. I discovered later on that I had to make him more active.“)[14]

Fazit der Entwicklung[Bearbeiten]

Dagoberts Charakter wurde durch diverse Typen von Geschichten und durch die einzelnen Schaffensphasen Barks’ geprägt. Die Einteilung in drei Phasen ist nur eine grobe, die keine voneinander unabhängigen Charakterbilder ein und derselben Figur suggerieren soll. Dagobert ist eine Sammlung von verschiedenen Charaktereigenschaften, die sich zu immer wieder verschiedenen Charakterbildern zusammenfügen, was auf die Inkonsistenz des Barks’schen Werkes zurückzuführen ist. Diese diversen Interpretationen seines Charakters machen die Vielseitigkeit und damit verbundene Komplexität von Dagoberts Wesen aus. Die Ansammlung sich ergänzender und auch widersprechender Charakteristika in zahlreichen Geschichten bilden den Dagobert, den wir kennen.

Autobiografische Züge im Charakter Dagoberts[Bearbeiten]

Dagobert ist die Figur, die Barks wohl am häufigsten verwendet und mit deren Charakter er sich am meisten auseinandergesetzt hat. Viele Fans haben sich über autobiografische Züge im Charakter Dagoberts Gedanken gemacht.

Wenn ein Autor eine Figur entwickelt und sie solange verwendet, wie Barks es mit Onkel Dagobert getan hat, dann erscheint es fast unmöglich, dass nicht mal hier oder dort etwas vom Charakter des Autors und seinen Überzeugungen mit in diese Figur einfließt. Barks, der sich meist weigerte, sich zu dem Thema zu äußern, hat nur einmal ausführlicher darüber geredet. In einem Interview mit Bruce Hamilton sagte er: „Onkel Dagobert hatte seine liebe Not damit, zu retten, was er entweder duch harte Arbeit oder durch krumme Geschäfte verdient hatte - mit anderen Worten, er kämpfte permanent um den Erhalt seines Status quo. Er hat sich ein nettes, angenehmes Plätzchen geschaffen, wo er reich und sicher ist, und das will er bewahren. Natürlich kenne ich dieses Gefühl, das bisschen finanzielle Sicherheit bewahren zu wollen, das man sich erarbeitet hat.“

Doch geht das Autobiografische nach Meinungen verschiedener Fans (darunter auch Geoffrey Blum) über dieses eher normale Verhalten hinaus. Auf den ersten Blick fielen ähnliche Lebensweisen des Schöpfers und seiner Figur auf. Da sei einmal die Abgeschiedenheit, in der der Autor lebte, um seine Comics zu produzieren, die Dagoberts Abschottung in seinem Geldspeicher entspreche. „Ganz klar ist Onkel Dagoberts Bedürfnis nach Privatssphäre und räumlicher Abgeschiedenheit eigentlich das, was Carl Barks empfindet“, schreibt Geoffrey Blum in seinem Artikel Ausgebrannt. Und wenn man sich den Dagobert anschaut, der allem Fortschritt und der übrigen Außenwelt kritisch gegenübersteht, so wird man schnell dazu verleitet, Parallelen zu Barks zu ziehen, der genau diesen Aspekt zum häufigen Thema vor allem seines Spätwerks gemacht hat. Blum spricht sogar von einer „Angst vor der Außenwelt“.

Andererseits lassen sich auch ebenso große Differenzen zwischen Barks und Dagobert finden und es bleibt letztlich Spekulation, wieviel Barks in Dagobert oder wieviel Dagobert in Barks steckt.

Rosa'scher Dagobert[Bearbeiten]

Don Rosa betont bei Dagobert meist dessen romantische Seite, seine träumerische und nostalgische Art. Er lässt Dagobert mit glasigen Augen in Erinnerungen schwelgen und bringt dabei einen sehr starken Kontrast zu dem italienischen Dagobert, der sehr in der Gegenwart lebt. Rosa hebt vor allen Dingen den Konflikt zwischen dieser „romantischen Art“ und der anderen, „harten Seite“ Dagoberts, die nichts mit „Gefühlsduseleien“ zu tun haben will, hervor. Mit stetigem Zähnefletschen und Augenrollen den weichen Kern unter der rauen Schale zu verbergen suchend, erscheint Dagobert hier als Gefangener seiner eigenen Härte, die laut Rosa auf seine Lebensgeschichte zurückzuführen ist (siehe Sein Leben, seine Milliarden). Wird Onkel Dagobert schon bei Barks als Inbegriff eines herzlosen, kalten, gefühlslosen und geldierigen Kapitalisten dargestellt und von den Lesern als solcher rezipiert, vollzog sich schon bei eine Wende zum schrulligen, liebenswürdigen Alten (s.o.). Don Rosa vollzieht einen solchen Imagewandel nun komplett, indem er ihn als nostalgischen und schwärmerischen alten Mann darstellt, der wie oben erwähnt, oft an die Vergangenheit denkt und an die Abenteuer, durch die er sein Vermögen erwirtschaftet hat. Don Rosa, der Dagobert für „die größte Figur der Weltliteratur“ hält, erklärt diesen Imagewandel so: „Ich hätte es nicht ertragen können, Geschichten zu schreiben über einen Typen, der ewig gierig ist“.[15] Für ihn ist Dagobert ein Sammler und „Abenteurer, und Geld ist seine Trophäe“[15]. Der Spiegel-Online-Rezensent Jörg Böckem betrachtete Rosas Dagobert-Biographie als „Liebeserklärung an die Figur Dagobert und Hommage an dessen Schöpfer“ sowie als „dringend notwendige Image-Kampagne für den Milliardär und Banker an sich“.[16][11]

Italien[Bearbeiten]

Da im italienischen Duckkosmos (anders als bei Rosa und Barks) Texter und Zeichner oft getrennt sind, ist eine spezielle Charakterisierung der einzelnen Zeichner nicht möglich. Die Aussagen treffen im Allgemeinen zu, doch es gibt immer Ausnahmen, wie zum Beispiel Autor Guido Martina, der vor allem in seinen Frühwerken den Charakter weit skrupelloser und brutaler dargestellt hat als seine Kollegen.

Wenn es um sein Geld geht, neigt der italienische Dagobert zu emotionalen Übertreibungen.

Wie bereits angedeutet, stellt der italienische Dagobert praktisch das Gegenstück zum Rosa'schen Dagobert dar. Der italienische Dagobert lebt sehr in der Gegenwart, ist weniger nostalgisch, aber auch weniger überlegt vorausschauend, handelt oft vorschnell und unbedacht. So „verplappert“ (wie er selbst es formuliert) er sich oft in Streitgesprächen mit seinem Rivalen Klaas Klever. Tatsächlich neigt er in den italienischen Geschichten zur Prahlerei.

Allgemein agiert der italienische Dagobert um einiges emotionaler und auch theatralischer als der amerikanische. In den meisten Geschichten neigt er zur Überreaktion, schwankt zwischen absoluter Verzweiflung und Resignation, Wutanfällen und großer Hektik und Aktivität. Der italienische Dagobert wirkt (noch) vitaler als sein amerikanisches Pendant; er beschwert sich nicht über seine Altersbeschwerden, sondern ist immer bereit zu zeigen, dass er sich noch jung fühlt.

Während Rosas Dagobert von grundauf ehrlich ist, flunkert Italiens Dagobert oft hemmungslos und scheut zur Durchsetzung seiner Ziele auch nicht vor illegalen Mitteln zurück. Bis in die 1980er Jahre hinein war Dagobert in den italienischen Donald-Geschichten daher meist der Antagonist (beziehungsweise - bei gemeinsamen Kämpfen gegen Klaas Klever, die Panzerknacker oder Gundel Gaukeley - das "kleinere Übel"). Bei nahezu jeder Geschichte zieht Donald den kürzeren: entweder betrügt Dagobert seinen armen, oft unbedarften Neffen durch verzwickte Vertragsklauseln oder seine Erfahrung im Wirtschaftskampf um seinen verdienten Lohn, oder Dagobert verfolgt seinen Neffen mittels Waffengewalt, und sei es aus allernichtigsten Anlässen (etwa weil Donald ihn durch eine unbedarfte Bemerkung auf eine Idee gebracht hatte, die dann schiefging, oder weil er zu viel Geld ausgegeben habe, obwohl er dadurch viel mehr Geld retten konnte). Seinen Neffen gönnt Dagobert nicht die Butter auf dem Brot, wenn sie einmal Erfolg haben, wird Dagobert sofort neidisch und setzt alles daran, den Erfolg zu untergraben.

Dieser italienische Dagobert ist die Weiterentwicklung des frühbarks'schen Dagobert: gewissenlos, gierig, unbeschreiblich geizig und bereit, zur Durchsetzung seiner Ziele ALLES zu tun, und sei es - buchstäblich - über Leichen zu gehen. Entsprechend ist die Vita des italienischen Dagobert voller schwarzer Flecken (Beispiele):

  • Er war professioneller Falschspieler, bevor er zum Yukon ging ("Die Gedanken-Uhr" in LTB 129)
  • Er war Hehler in Java ("Onkel Dagobert auf Sensationssuche" in LTB 50)
  • Er versetzte einem Geschäftspartner K.O.-Tropfen und setzte ihn auf einem Felsen im Ozean aus ("Aus dem Leben Traugott Taugerichs" in LTB 22)
  • Er betrog seinen Geschäftspartner um dessen Anteil ("Onkel Dagoberts Unterschrift ist Gold wert!" in LTB 4)
  • Er stahl professionell Kohle von einem Zug und verkaufte sie der Eisenbahngesellschaft wieder ("Der Überfall auf den Postzug " in LTB 35)
  • Er raubte auf den Sandwichinseln mit Waffengewalt Reisende aus ("Geldspeicher Nr. 23" in LTB 24)
  • Er lieferte einen Geschäftspartner dem sicheren Tod aus ("Der große Sarani" in LTB 36)

Er ist sich auch nicht zu schade, seine eigenen Neffen auf gefährliche Missionen zu schicken, in deren Gefahren er selbst sich nicht begeben will. Und selbst wenn Donald in Lebensgefahr schwebt, etwa durch eine Entführung, entlockt man Dagobert nur ein Schulterzucken und ein "Das ist sein Problem!" ("Phantomias in den Händen der Panzerknacker" in LTB 75).

Mit dem neuen Bild, das insbesondere die Geschichten um Don Rosa von Dagobert zeichneten, wurde der italienische Dagobert als ewiger Antagonist nicht mehr tragbar. Daher zeichnen die italienischen Comics seit etwa Ende der 1980er Jahre ein deutlich harmloseres Bild von ihm: Zwar immer noch geizig, geldgierig und prahlerisch, aber er zieht nun mit einem solch augenzwinkernden Charme zu Felde, dass der Leser dem verschmitzten alten Herrn mit dem Zylinder nichts ankreiden kann.

Harte Schale, weicher Kern - Dagoberts Beziehung zu Geld und zu seinen Verwandten[Bearbeiten]

„Du bist bloß ein armer, alter Mann.“

Da sein Geld viel mit seinem Charakterbild zusammenhängt, wird dieser Aspekt genauer behandelt. Über Dagoberts Beziehung zum Geld wurde schon viel diskutiert. Auch die Beziehung zu seiner Verwandtschaft wurde bereits sehr verschieden dargestellt. Dieser Artikel soll möglichst allgemeingültig sein, bezieht sich jedoch insbesondere auf die Geschichten von Barks. Da man in den Geschichten nur sehr selten direkte Charakterisierungen findet, kann es durchaus verschiedene Interpretationen geben.

Voraussetzung, auf die alles Weitere aufbaut, ist, dass Dagobert kein Kapitalist im eigentlichen Sinne ist, denn er lagert das größte Vermögen der Welt in einem Speicher, statt es anzulegen, und interessiert sich nicht für den „Sammlerwert“ seiner Münzen (das behauptet zumindest Don Rosa in Der Wert des Geldes). Für ihn liegt der Wert seines Geldes nicht im Materiellen (für das Geld eigentlich ein Sinnbild ist), sondern eher in Dagoberts ideellen Werten, die es symbolisiert (dies wird weiter unten noch genauer behandelt). Geoffrey Blum spricht von „ideellen Dollars“. Insofern stellt es für Herrn Duck einen Selbstzweck dar (Zitat Dagobert, WDC 135: „Ausgeben? Du spinnst wohl! Dann hab ich es ja nicht mehr'“').

Dagobert Duck in seltener Geberlaune.

Gewöhnlich werden zu dem Thema große, bekannte Geschichten wie Der arme reiche Mann herangezogen. Deshalb wird eine kleine Geschichte, wie z. B. Weihnachtsüberraschungen, oft übersehen. Dabei enthält sie durchaus interessante Elemente, die eine genauere Betrachtung verdienen. Sie wird als Beispiel gebracht und daher etwas ausführlicher behandelt.

Es ist eine Weihnachtsgeschichte und Dagobert muss in alter Tradition, zumindest eine zeitlang, die „Weihnachtsmuffel-Rolle“ einnehmen. Er verhält sich gegenüber seinen Verwandten ignorant, eigenmächtig, kalt, engstirnig und egoistisch.
Zitat Dagobert: „Mich versteht niemand. Ist doch klar, dass ein einsamer Mensch wie ich sich vor Weihnachten graut. Ich ließe mir auch gern was schenken. Aber wer schenkt schon alten reichen Männern etwas! Wenn ich die Kuspidoria [ein gesunkenes Schiff] allerdings finde, dann hab ich mein Weihnachtsgeschenk.

Den Mann plagt ein schlechtes Gewissen und er versucht, sein Handeln vor sich selbst zu rechtfertigen. Er ergeht sich in Selbstmitleid, will seine Ignoranz entschuldigen. Er verdrängt die Probleme, zu denen er mit seinem Verhalten beigetragen hat. Er flüchtet vor den Problemen mit dem Kontakt zu seinen Verwandten zu seinem künstlichen Freund, dem Geld. Dieses stellt für ihn einen sicheren Raum dar, wo er sich vor der Welt und den Problemen abschotten kann. Immer wenn sich Dagobert unsicher fühlt, sucht er Festigkeit im Geld. Letztlich dient ihm aber das Geld auch als Ersatz für Zuneigung und Liebe - er schenkt sich sogar selbst sein Geld, weil es sonst niemanden gibt, der ihm etwas schenkt.

Als die Kinder ihm dann schließlich, entgegen seinen Erwartungen, etwas schenken, bricht diese Festung zeitweilig und Dagobert erkennt, wie er mit ihnen umgegangen ist. Das schlechte Gewissen taucht auf und es folgt eine Schutzreaktion Dagoberts - er schottet sich wieder ab und begegnet den drei Knaben wieder hart und gefühllos.

Anscheinend ist Dagobert nicht sehr belastbar. Ihm würden, wenn er sich ernsthaft mit seinen Gefühlen auseinandersetzen würde, zu viele Zweifel an seiner bisherigen Einstellung zum Leben kommen. Darauf finden sich jedoch keine direkten Hinweise in den Comics von Barks. Eher fündig werden wir bei Rosa: In seiner Geschichte Rückkehr ins verbotene Tal lässt Rosa Dagobert auf die Aussage seiner Neffen, er sei vielleicht neidisch auf Donald, weil dieser im Gegensatz zu ihm frei ist, "die Träume zu träumen, die Onkel Dagobert nicht mehr hat", mürrisch (und damit wieder verdrängend) reagieren (er verbietet ihnen sogar zu reden), nachdem der Leser vorher an seinem Gesicht erkennen konnte, dass der Kommentar ins Schwarze traf.

Das ist der springende Punkt: Es geht hier um einen Teufelskreis. Dagoberts Härte kommt durch die Probleme, die der Kontakt mit der Umwelt mit sich bringt, und ist gleichzeitig eine der Ursachen dieser Probleme. Teilweise leidet Dagobert darunter und wird von Gewissensbissen geplagt, teilweise wünscht er sich es auch selbst, weil er Angst vor dem Zweifel hat. Vor dem Zweifel an seiner bisherigen Lebenseinstellung, vor dem Zweifel daran, ob er glücklich ist, vor dem Zweifel an sich selbst. Insofern könnte man daraus schlussfolgern, dass Dagobert in seiner Schale gefangen ist, ein "armer, reicher Mann" ist, wie es Donald einmal ausdrückte.

Schlusspanel von Der arme reiche Mann.

Doch wenn wir ehrlich sind, zeigt sich Dagobert in den letzten vier Panels von Der arme reiche Mann trotz der nachklingenden Melancholie als ein glücklicher Mensch, denn Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht und einem Dagobert Duck macht es eben Spaß, in seinem Geld schwimmen zu können.

Das Panel aus LTB 76.

Mit Geld ist jedoch für einen Menschen wie Dagobert auch der Aspekt der Sicherheit verbunden. Leonardi Gori hat ein Panel in der Geschichte Linsen aus Babylonien von Romano Scarpa, indem Dagobert als ärmlicher Straßensänger einhergeht, während oben ein Flugzeug den Himmel kreuzt, folgendermaßen interpretiert:

„Ein [...] Bild für einen kraftlosen Plutokraten, der unabänderlich an der Vergangenheit hängt. Die Zeit für romantische und leidenschaftliche Kapitalisten - halb Seeräuber und halb Abenteurer - in einer Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten [ist abgelaufen]. Im technikbegeisterten Amerika der 60er Jahre [...] hat ein alter, angeschlagener und müder Dagobert keine Chance mehr.“

Obgleich es fraglich ist, dass Romano Scarpa diesen Gedanken hatte, als er das Bild zeichnete, trifft der Kommentar von Gori durchaus auf Dagoberts Situation zu. "Wie wir in 'Der arme reiche Mann' und der Geschichte über den Geldspeicherumzug gesehen haben, lehnen diejenigen, die eisern an der Vergangenheit festhalten, jegliche Form von Veränderung und Fortschritt ab", schreibt Geoffrey Blum in "Einstürzende Imperien" in der Barks Library Onkel Dagobert 19. Als ein Beamter in eben dieser Geschichte "Moderne Zeiten" sagt: "Die Welt bleibt doch nicht stehen!", antwortet Dagobert energisch: "Ich will aber, dass sie stehen bleibt!" Er sucht Sicherheit und Halt, um so zu bleiben, wie er ist. Und auch hier findet er das Gesuchte im Geld. "Hier auf meinen zehn Hektar werde ich mich niemals ändern." "Ich werde einfach nur jedes Jahr ein wenig reicher! Mein Geldspeicher und Boden und meine Marotten werden ewig so bestehen bleiben!" (US 15/2), sagt Dagobert überzeugt.

Weiter oben wurde schon angesprochen, dass sein Geld für ihn einen "sicheren Raum", eine Festung darstellt. Diese finden wir sogar symbolisch als Geldspeicher in den Comics wieder. Hier hat er die Kontrolle, ist der "souveräne Herrscher über seine Burg", wie ihn Don Rosa in seiner Geschichte "Seine Majestät Dagobert Duck" sinnbildlich dargestellt hat. Doch, wie wir aus dieser wie aus einer großen Zahl anderer Geschichten wissen, kann auch dieses Wunschbild nicht halten, wenn die Panzerknacker angreifen. Eigentlich bringt ihm sein Geld keine Sicherheit und Ruhe - im Gegenteil, er muss fast genausoviel Energie aufwenden, seinen Reichtum zu behalten, wie ihn zu vergrößern. Und die energischen Mittel, mit denen er kämpft, lassen uns wieder erkennen, dass es bei Geld nicht nur um den "schnöden Mammon" geht, denn was wäre es dann? "Nichts als ein Haufen Metall und Papier", wie Dagobert es selbst sagt. Interessanterweise gibt es nämlich, neben dem immer noch sehr materiellen Wunschbild der Sicherheit, zahlreiche dieser Wunschbilder, die Dagobert auf sein Geld projiziert.

Seien wir ehrlich: Wenn Dagobert sein Geld dermaßen glorifiziert, will er sich insgeheim selbst verklären, denn "jedes Geldstück, das ihr hier seht, hat für mich eine Geschichte." - sein Geld bedeutet seine Vergangenheit. Tatsächlich erkennen wir in den Sequenzen in den Dagobertgeschichten, in denen sich Dagobert an seine Vergangenheit erinnert, einige Unstimmigkeiten. Hier stellt sich Dagobert als Held dar, stellt Dinge in ein anderes Licht, um teilweise kriminelle Handlungen zu vertuschen. In der Geschichte "Wiedersehn mit Klondike" erzählt Onkel Dagobert, wie er, nachdem er am Klondike von der schönen Nelly bestohlen wurde, zu ihr in den Saloon zurückkehrt, um sich sein Gut wieder zu holen. Doch statt dieses einzufordern, zettelt er eine vollkommen unnötige Schlägerei mit der ganzen Bargesellschaft an, zu der es überhaupt keinen Anlass gibt und aus der er dank plötzlich auftretender Superkräfte als Sieger hervorgeht, nachdem er über zehn Männer auf einmal zusammengeschlagen hat. Diese unrealistische Sequenz ist offensichtlich der Fantasie Dagoberts entsprungen. Anschließend verschleiert er, dass er Nelly daraufhin entführt und als billige Arbeitskraft missbraucht, indem er erklärt, dass er ihr zeigen wollte, wie hart der Goldschürfer seine Nuggets erarbeitet. In einer Fortsetzungsgeschichte "Die Verschwörung der Gauner" von Don Rosa kommt der junge Dagobert deshalb auch in einen Konflikt mit der Polizei. Rosa selbst hat diese persönliche Verherrlichung Dagoberts in der Geschichte "Die Gefangene am White Agony Creek" auf die Spitze getrieben. Hier vollbringt der junge Dagobert, in der Erinnerung des alten Dagobert, schier unmögliche Wunder, agiert fast als "Superman". Dagobert weiß, dass er sich hier seine eigene ruhmreiche Vergangenheit schafft, aber je mehr er davon erzählt, desto mehr glaubt er es selbst. Der Aspekt des Vertuschens und des Kompensierens spielt eine große Rolle bei seinem Charakter.

Nelly wurde später vom Zeichner Don Rosa wieder aufgegriffen (© Disney)

Diese Geschichte „Wiedersehen mit Klondike“ beinhaltet einen vierseitigen Rückblick auf Dagoberts Biografie, indem auch die Beziehung zur Bardame „Nelly“ genauer behandelt wird. Dies ist die einzige Geschichte bei Barks, in der der jüngere Dagobert eine Beziehung zu einer Dame hat. Ob es nun die Liebe zu einer Frau oder zu seinen Eltern ist, nimmt die Projektionsfläche Geld hier eine ähnliche Rolle ein wie schon in der Geschichte „Weihnachtsüberraschungen“ beschrieben. Geoffrey Blum hatte schon angemerkt, dass Dagobert nie von seinen Eltern redet (er bezieht sich ausschließlich auf Barks). Mit zwölf Jahren soll er nach Don Rosa dann nach Amerika ausgereist sein. Dagobert war Zeit seines Lebens auf sich gestellt. Frank Schätzing hat bereits schonmal die Bedeutung von Dagoberts Besitz als Liebesersatz untersucht. Sein Geld hat in jeder Hinsicht Fetischcharakter und so erscheint es mehr als klar, dass Dagobert seine verlorene Kindheit, den Mangel an Liebe durch sein Geld zu kompensieren versucht.

Alle genannten Themen, die sich um Dagoberts Charakter ziehen, wurzeln stark in der Biografie Dagoberts. Er ist ein Mensch, der sich über seine Vergangenheit definiert. Gerade diese Thematik ist stark mit Dagoberts Lebenslauf verstrickt.

Geoffrey Blum hat dies in dem Artikel "Eine Liebesgeschichte vom Geld" in der Barks Library Special Onkel Dagobert weiter untersucht, indem er die Motive des Sammelns hinterfragt:

"Um sich ein Ideal zu schaffen, mit dessen Hilfe sie die Mängel in ihrem Leben oder ihrem Charakter vertuschen, schaffen sich die Sammler häufig eine Identität mittels einer bestimmten Sache."

Für Dagobert bedeutet sein Geld eine Erinnerung, sein Leben, seine Prinzipien und Ideale. Er identifiziert sich mit seinem Geld, denn es manifestiert seine Sicht der Welt (eben diese Prinzipien und Ideale) und stellt für ihn ein Lebenswerk dar.

Demgemäß erscheint einem die Verehrung, die Dagobert seinem Geld entgegenbringt, verständlicher. "Seht ihr? Es hat mich zum reichsten Mann der Welt gemacht", sagt Dagobert überzeugt. "Aber damit verdreht er die Tatsachen: Er selbst ist derjenige, der das Geld verdient hat. Indem er es aber so glorifiziert, verliert er seine Tüchtigkeit aus den Augen", kommentiert Geoffrey Blum diesen Satz in seinem Artikel "Onkel Dagoberts Doppelgänger". Es ist fast so, als hätte Dagobert einen Teil seiner Persönlichkeit in seinen Besitz angelegt. Ein Dagobert ohne sein Geld ist kein Dagobert mehr, ein Dagobert, der nicht mehr der reichste Mann der Welt ist, will nicht mehr Dagobert sein. Insofern sind Gegner wie Mac Moneysac besonders gefährlich für ihn. Wie schon oben angesprochen symbolisieren sie eine dunkle Seite in ihm. Wenn Dagobert mit Mac Moneysac um den Titel "Reichster Mann der Welt" kämpft, dann kämpft er um seine Identität. Womit man wieder bei dem Thema "Sicherheit" und "Moralisches, seelisches Gleichgewicht" wäre ...

Diese Glorifizierung seines Geldes und damit seines Lebens komprimiert sich im sogenannten Glückszehner. Er wirkt als einzelner Gegenstand ohne jeglichen materiellen Wert noch viel mehr als Symbol für das besagte Ideal, das sich Dagobert geschaffen hat (siehe oben Zitat Geoffrey Blum). "Er ist Dagoberts Lebensspender und sein Lebenszweck, man könnte sagen, seine komplette Potenz ist eingeschmolzen in der unscheinbaren kleinen Münze. Wer ihm den Zehner nimmt, raubt ihm die Kraft", erklärt Frank Schätzing dieses Phänomen, das uns aus den Gundel Gaukeley-Geschichten bekannt ist. (siehe auch Glückszehner)

Das Komplexe in Dagoberts Charakter entsteht durch die vielen (Teufels-)kreisläufe, in denen A Einfluss auf B hat und B Einfluss auf A hat. Diese Kreisläufe machen oft das Paradoxe in seinem Verhalten aus und erschweren es, sich ein klares Bild von ihm zu machen. Letztendlich ist Dagobert durch seine Undurchschaubarkeit, die nur wenige Figuren mit ihm gemein haben, für viele Leser erst ein so interessanter Charakter. Dagobert ist nicht gut oder böse, nicht wohlwollend oder bösartig, weder ein Ideal noch ein schlechter Mensch. Onkel Dagobert weigert sich, in Schablonen gezwängt zu werden, denn er ist ein individueller Charakter.

„Deshalb ist Onkel Dagobert auch ohne den ihn umgebenden unternehmerischen Mythos eine nach wie vor attraktive Figur. In einer Zeit der Gleichmacherei, der Globalisierung, der kleinlichen Querelen und des allgemeinen Verlustes von Selbstwertgefühl behält ein Mann seine Individualität und seinen Traum. Jeder neue Temperamentsausbruch, jeder egoistische Akt und jede Pfennigfuchserei entzückt uns, nicht weil Barks Witze daraus macht, sondern weil sie ein Bemühen um Unsterblichkeit sind. Noch ist die Sonne für Dagobert nicht untergegangen.“ – (Geoffrey Blum)

Weitere Beispiele für Dagoberts "weichen Kern" sind Schatzsuche unter Null und Die Liste des Schreckens (beide LTB 501). In letzterer Story wird Donalds legendäre Schuldenliste bei Dagpobert gar als Symbol für die (selten gezeigte) Zuneigung Dagoberts zu Donald und als Deckmantel für Dagoberts Hilfsbereitschaft charakterisiert (Donald hat laut dieser Story zwar eine beträchtliche Schuldenliste, Dagobert würde die Schulden (laut dieser Story!) allerdings niemals einfordern). Auch in der Story Herzlich willkommen! (LTB 505) wird Dagoberts gefühlvolle Seite gezeigt. Hier werden Dagoberts Schilder vor dem Geldspeicher wie „Hinfort!“, „Weg da!“ etc. thematisiert. Dabei sagt jemand zu Onkel Dagobert, esmüsse doch auch eine Persongeben, die er damit nicht verscheuchen wolle, woraufhin Dagobert an den kleinen Donald denken muss (ergo: er hat Donald lieb, auch wenn er dies selten zeigt).

Onkel Dagobert in den Abenteuergeschichten[Bearbeiten]

Die Verbundenheit der Figur zum Genre[Bearbeiten]

Abenteuergeschichten nehmen zusammen mit kurzen Gagstorys den großen Raum der Duckgeschichten ein. Dabei ist auffällig, dass Donald stets die Hauptfigur der Kurzgeschichten ist, während Dagobert in den Abenteuergeschichten die führende Rolle spielt. Insofern ist auch gar nicht verwunderlich, dass William Van Horn, der sich in seinen Geschichten meist auf Donald konzentriert, hauptsächlich Kurzgeschichten schreibt, während Rosa, dessen Lieblingsfigur Dagobert ist, sich auf lange Abenteuergeschichten spezialisiert hat. Da Dagobert fast nur noch in diesen Geschichten die führende Rolle hat, ist der Einfluss des Typus „Abenteuergeschichte“ auf Dagobert größer als der jeder anderen Form und hat erheblich zu seinem Charakterbild beigetragen.

Dass Dagobert fast ganz den Bereich der Abenteuergeschichten übernommen hat und Donald dort nur noch selten bedeutende Rollen einnimmt, mag verwunderlich erscheinen, wo doch Donald in frühen Jahren, als sein reicher Onkel noch nicht erfunden war, die Kategorie der Abenteuergeschichten erfolgreich anführte, und es ist erstaunlich, dass ein alter Mann mit Zwicker, Backenbart und Gehstock von den meisten Autoren passender für Abenteuergeschichten gehalten wird als ein dynamischer "Jungspund", wenn man ihn so bezeichnen darf.

Wenn man sich den frühbark'schen Dagobert aus Die Mutprobe ansieht, so ist es offensichtlich, dass dieser Typ nicht als Held einer Abenteuergeschichte fungieren kann. Schon früh wurde für die Abenteuergeschichten sein Charakter abgeändert, und so finden wir in Das Gespenst vom Gumpensund keine Anzeichen von der Griesgrämigkeit, die den frühen Dagobert ausmacht. Doch erst nach Der arme reiche Mann waren die Abenteuergeschichten, wie wir sie heutzutage von den Ducks kennen, möglich. Gleichzeitig war mit der neuen Uncle-Scrooge-Reihe viel neuer Platz für das Genre. Mit der Zeit entstanden immer mehr Abenteuergeschichten, in denen Dagobert die Hauptrolle spielt, und sie hatten einen dementsprechend großen Einfluss auf ihn. Die Abenteuergeschichten haben den alten Knauser aus Die Mutprobe offensichtlich genauso stark mit verändert wie er selbst den Rhythmus und die Erzählweise der Abenteuergeschichten.

Während Donald meist als ein Tourist in fernen Landen verwendet wurde und so vielseitig einsetzbar war, ist das ganze Streben Dagoberts, zumindest anfangs, auf die Vergrößerung seines Vermögens konzentriert, was einen ebenso zielstrebigen Handlungsablauf bewirkte. Andererseits musste sich auch Dagobert dem neuen Geschichtentyp anpassen, damit sie miteinander harmonieren können. In späteren Geschichten bemerken wir einen neuen Zug im Charakter Dagoberts: die Liebe zum Abenteuer.

In vielen Geschichten, insbesondere denen von Rosa, gewinnt Dagobert am Ende der Geschichte gar nicht mal einen Schatz oder verliert sogar welche (s. Wiedersehen mit Tralla La). Ein Großteil der Abenteuer hat sich nie für ihn rentiert! In der Geschichte Das Geheimnis der verschollenen Mine lässt Rosa Tick, Trick und Track sagen: „Ein gutes Abenteuer ist ihm allemal wichtiger als die Kohle“. Auch wenn die Aussage im folgenden Teil der Geschichte wieder relativiert wird, trifft es zum Großteil Dagoberts Einstellung zum Abenteuer.

Wie schon weiter oben angemerkt erschien der Dagobert der Kurzgeschichten der frühbarks'schen Zeit anders als in den Abenteuergeschichten. So zeigt der Dagobert in Das Gespenst vom Gumpensund keinerlei Anzeichen von Geiz, Missgunst oder Hass. Onkel Dagobert geht durch die Liebe zum Abenteuer in diesem auf. Don Rosa hebt den Abenteurer in ihm als Kern seines Wesens mehr als alle anderen Zeichner hervor („Ich sah den Duck in ihnen [Donald und seinen Neffen], den Durst nach Wissen, Abenteuer und Spaß! Alles wonach auch ich einst suchte, als ich noch meinen Idealen folgte“, sagt Dagobert in Ein Brief von daheim).

Die Abenteuergeschichten haben einen beträchtlichen Anteil an der Entwicklung seines Charakters vom frühbarks'schen bis zum spätbarks'schen Dagobert gehabt. Durch die Veränderungen im Stil der Abenteuergeschichten sind auch notwendige Veränderungen in seinem Charakter aufgetreten. Viele Umformungen seines Charakters auf die Art der Geschichte haben ihn vielschichtiger werden lassen und dadurch paradoxerweise ein kompakteres, abgeschlosseneres Bild von ihm geschaffen. Die Abenteuergeschichten und ihr größter Held sind eine Zweckgemeinschaft, deren Produkt ein neuer Dagobert ist.

Peter Mühlbauer bewertet die Rolle der Abenteuergeschichten folgendermaßen: „Waren die Duck-Geschichten früher auf den Konflikt zwischen den drei Neffen und ihrem Onkel Donald konzentriert, so eröffnete die neue Figur auch ganz neue Möglichkeiten mit denen die Geschichten zu Indiana Jones und James Bond gleichzeitig werden konnten: Bizarre Exotik und noch bizarrere Technologie.“[3]

Gestaltung der Abenteuergeschichten[Bearbeiten]

Die Abenteuergeschichte hat eine lange Tradition im Disneykosmos und ist fast so alt wie Dagobert selbst. Mit der Zeit haben sich gewisse Schemen mit häufig wiederkehrenden Elementen entwickelt, sodass die Abenteuergeschichte mit Dagobert einen bestimmten Charakter erhalten hat.

Barks, der für die ersten Abenteuergeschichten mit Dagobert verantwortlich ist, hatte ein besonderes Faible für Geschichte und so fließen in die ersten Abenteuergeschichten viele historische Elemente (wie die Eroberung Amerikas durch die Spanier in Die Sieben Städte von Cibola). Auch Sagen und Mythen fanden in großer Zahl Eingang in die Geschichten (z.B. Das goldene Vlies, sehr interessant auch die Geschichte Der magische Hammer von Walhalla, die zu beweisen versucht, dass es die Sagenhelden wirklich gibt). Diese Betonung des Alten, Historischen, Sagenhaften hängt eng mit Dagoberts Charakter zusammen, der persönlich viel mehr mit der Vergangenheit verbunden ist als zum Beispiel sein Neffe Donald.

Während bei Barks jedoch die Verwandtschaft in den meisten Fällen bereitwillig mithilft, wird insbesondere Donald in Italien von Dagobert gezwungen mitzugehen (häufig mit seiner Schuldenliste) oder trickst ihn aus. Ein weiteres Merkmal sind die merkwürdigen Fortbewegunsmittel, die Dagobert auf Reisen benutzt. Wenngleich sich in den italienischen Geschichten genauso historische Anleihen finden, sind diese oft freier und weniger bedeutend - in Übereinstimmung zu dem wesentlich gegenwartsorientierteren italienischen Dagobert.

Vorlieben und Leiden[Bearbeiten]

Wie ein Seehund hineinspringen...

Er pflegt - meist früh morgens - ein erquickendes Bad in seinem Geld zu nehmen: Er liebt es, „wie ein Seehund hineinzuspringen, wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu werfen“, dass es ihm „auf die Glatze prasselt“.

Leider führt der ständige Kontakt zu seinem Geld oft auch zu gesundheitlichen Problemen. So hat der Multimilliardär oft auch unter Geldkrankheiten wie der „Goldallergie“ zu leiden. Sie verbieten oft den Kontakt mit Geld oder machen ihn lebensnotwendig. Auch an Gedächtnisschwächen wie „Perduftia spiriti“ (engl. „blinkus of the thinkus“) leidet Dagobert in einigen Geschichten (Wiedersehn mit Klondike).

Eine Krankheit anderer Art, eine realistische Erkrankung, die nicht in den Comics ausdrücklich erwähnt wird, aber deren Anzeichen sehr oft auftauchen, ergibt sich ebenfalls aus seiner physischen Bindung zu seinem Geld. Man kann in gewissem Sinne von infantilen, verspielten, „quasi erotischen Ausführungen [seines Umgangs mit Geld] (‚Money feels so good and smells so good! It's the only thing in the world that I can never get enough‘)“ sprechen, die laut Henner Löffler sogar „eine neurotische Zwangsfixierung“ vermuten lassen.

Hingegen erscheint sein Rheumatismus, über den Dagobert öfters klagt, bei einer Ente in seinem Alter, die in ihrem Leben (körperlich) hart arbeiten musste, eher normal.

Empfohlene Primärliteratur[Bearbeiten]

Die meisten Geschichten, die hier aufgezählt werden, wurden bereits im Absatz "Charakter" erwähnt. Hier lediglich eine Aufzählung der wichtigsten Geschichten, die nötig sind, um sich ein vollständiges Bild der Ente machen zu können.

Eine einzige Charakterstudie, in der Barks zum ersten Mal ein neues Bild der Ente vermitteln wollte
Beschreibt Onkel Dagoberts Begegnung mit Nelly in seinen Jugendjahren
Erster Auftritt Mac Moneysacs als „zweites Ich“ Dagoberts
Thematisiert Onkel Dagoberts Verhältnis zum Fortschritt
Dagobert wird durch seine Schwester mit seiner Vergangenheit konfrontiert

Das größte Vermögen der Welt[Bearbeiten]

Dagoberts Vermögen (50 Oktillionen Taler), die Angaben variieren allerdings laufend (© Disney)

Das riesige Vermögen, welches er heute in dem extra dafür gebauten, ja erfundenen Geldspeicher lagert, verdiente und verdient er in zahlreichen Gebieten der Erde auf unterschiedlichste Art und Weise. Einst sogar auf illegale, das gehöre aber nach einem besonderen Erlebnis der Vergangenheit an, so Don Rosa. Bei der Frage, wieviel Geld Dagobert Duck denn nun eigentlich habe, kommt man häufig zu unterschiedlichen Zahlen. Die Zeichner, Texter und Übersetzer lassen dabei gerne ihrer Fantasie freien Lauf, obgleich Dagobert sein Geld üblicherweise per Pegelstand und auch in Kubikhektar misst.

Vermögensquantifizierungen[Bearbeiten]

Je nach Quelle besitzt Onkel Dagobert (in der deutschen Version)...

  • 13 Trillionen, 224 Billionen, 567 Milliarden, 778 Millionen Taler und 16 Kreuzer [TGDD 7, S.3]
    Dagoberts Vermögen in einer anderen Version (© Disney)
  • 500 Trillionen, 253 Billiarden, 675 Billionen, 123 Milliarden, 934 Millionen, 300 500 Taler und 13 Kreuzer [TGDD 18, S.49]
  • 9 Phantastilliarden, 657 Zentrifugillionen Taler und 16 Kreuzer [TGDD 8, S.59]
  • 336 Trillionen Taler [LTB 27, S.68]
  • 13 Trillionen Taler und 13 Kreuzer [Barvermögen - TGDD 2, S.35]
  • 50 Phantasilliarden Taler
  • 5 Billionen, 48 Milliarden, 25 Millionen, 103 409 Taler und 65 Kreuzer [Gesamtvermögen - LTB 3, S.7]
  • 5 Pimpillionen, 396 Tripstrillionen [Gesamtvermögen - TGDD 78, S.50]
  • 29 Fantastillionen, 42 Quadrillionen, 87 Billionen, 978 Milliarden, 313 Millionen, 461356 Taler und 18 Kreuzer [Vermögen - LTB 373, S.21]
  • 5 Fantastilliarden, 9 Trillionen Taler und 16 Kreuzer [Barvermögen - Sein Leben, seine Milliarden, S.9]
  • Der Geldspeicher hat eine Seitenlänge von 33,33m [LTB 184, S.169] - Geht man von den Annahmen aus, dass a) der Geldspeicher genau so hoch ist (meist ist dieser als Würfelform gezeichnet), b) die Seitenwände eine Stärke von 1m aufweisen und c) der durchschnittliche Pegelstand 20m beträgt, so ergibt dies ein Volumen von 31,33m × 31,33m × 20m = 19631 Kubikmetern. Vollständig mit Gold gefüllt wären dies 378924 Tonnen reines Gold (die Dichte von Gold beträgt 19,302). Bei einem Preis von etwa 35000 Euro pro Kilogramm, entspricht dies einem Vermögen 13 Billionen, 262 Milliarden, 340 Millionen Euro. Selbstverständlich ist dies noch in Taler umzurechnen. Zudem sammelt Dagobert Duck Münzen und bei der Lagerung kommt es zu kleinen Freiräumen zwischen diesen. Somit ist diese Rechnung als Maximalannahme zu betrachten.

Je nach Quelle besitzt Onkel Dagobert (in der amerikanischen Version)...

  • Five Billion Quadroplatillion Umptuplatillion Multiplatillion Fantasticatillion Centrifugalillion Dollars and sixteen cents
  • Three cubic acres (das entspräche etwa 772000 Kubikmeter)
  • Nine Fantasticatillion, four Billion Jillion Centriffugalillion Dollars and sixteen cents
  • Four Fantasticatillion, nine Trillion Dollars and sixteen cents

Solche Angaben sind natürlich prinzipiell mit Vorsicht zu genießen, denn man weiß oft nicht, wie sie eigentlich gemeint sind: Beziehen sie sich bspw. nur auf den Bargeldbestand oder umfassen sie auch das Giralgeld, sind sämtliche Vermögenswerte (Kapitalanlagen, Wertsachen, Fabriken, ...) mit eingerechnet?

Denn ein Großunternehmer wie Dagobert Duck hat natürlich kein ruhendes Vermögen, sondern verzeichnet ständig Vermögenszu- und -abgänge. Zu nennen ist etwa die „halbstündige Zuwachsrate aus den Duck'schen Unternehmungen“ (LTB 16, S.141). Man sieht auch, wie Hubschrauber den Geldspeicher aus der Luft mit Geld befüllen (DD 111, S.71). Dagobert selbst umschreibt seine Geldeinnahmen pro Tag folgendermaßen: "Knapp eine Milliarde! Den Sonntag nicht mitgerechnet." (MM 23/82, S.4). Laut Tick, Trick und Track betragen seine Tageseinnahmen 10 bis 12 Millionen Taler (LTB 100, S.70). Wie er auch selbst einräumt, steigt und fällt die Höhe seines Einkommens immer recht schnell (MM 37/03, S.36).

Für ein derartig riesiges Vermögen muss Dagobert entsprechend riesige Steuersummen zahlen. Laut Don Rosa sichern einzig Dagoberts Steuern den Erhalt der Stadt Entenhausen. Dagoberts Verhältnis mit dem Finanzamt wird in Geschichten wie Kampf um Duckland (Don Rosa) oder Die Steuerprüfung (Flemming Andersen, LTB 268) beschrieben.

Forbes-Liste der 15 reichsten fiktiven Figuren[Bearbeiten]

Bei den Forbes Fictional Fifteen, der Liste der 15 reichsten fiktiven Figuren, ist Dagobert stets vorne mit dabei. 2007 führte er die Liste an,[17], in den Jahren 2008[18] und 2010[19] belegte er Platz Zwei (hinter Uncle Sam[20] bzw. Carlisle Cullen[21]). Im Jahr 2011 gelang es ihm er wegen des stark gestiegenen Goldpreises, wieder auf den ersten Platz vorzurücken,[22] den er 2012 wegen einer angeblichen Wette mit Mac Moneysac wieder verlor[23], 2013 aber zurückeroberte.[24]

Weitere Platzierungen:

Personen um ihn[Bearbeiten]

Dagoberts Angestellte[Bearbeiten]

Butler[Bearbeiten]

Dagobert mit seinem treuen Butler Baptist.

Es kommen mehrere Butler von Onkel Dagobert in den Comics vor:

  • In den LTB bis ca. Band 100 war Johann normalerweise sein Butler, obwohl er
  • in den Bänden zwischen 10 und 20 teilweise durch Albert ersetzt wurde und
  • im LTB 33 kurzfristig Alfons auftritt.
  • Im LTB 145 gab es dann zum ersten Mal einen Butler mit dem Namen Baptist, der bis heute normalerweise für den Haushalt zuständig ist.
  • Im LTB 107, sowie in anderen Comics (z.B. Disney Paperback - Der Dax der Ducks), gab es auch einen Butler namens Josef.
  • In der Serie "Duck Tales" heißt Dagoberts Diener Johann.

Sekretärinnen und Sekretäre[Bearbeiten]

  • Bis heute am häufigsten verwendet wird Fräulein Rita Rührig, eine nette, ältere Sekretärin, die auch mal die ein oder andere Geschichte über Dagobert erzählt.
  • Auch Fräulein Emsig ist eine öfters auftauchende Sekretärin Dagoberts.
  • Manchmal ist auch Daisy eine Sekretärin Dagoberts (MM-M 05\10)

Verwandschaft[Bearbeiten]

Manchmal muss die Verwandtschaft Onkel Dago ins Gewissen reden.

Dagobert Duck ist laut Barks...

...laut Rosa und dessen Stammbaum der Ducks...

...laut Van Horn...

In den italienischen Geschichten ist er...

  • der Sohn von Douglas und Gila Duck (letztere vermutlich geborene Gans)
  • der Bruder von Dorette Duck
  • der Bruder von Dettmar Duck (Gedeone de Paperoni)
  • Laut Marco Rota nahm Dagobert zusammen mit Dorette das Findelkind Donald auf, später stellte sich heraus, dass dieser sogar sein leiblicher Neffe ist

Feinde[Bearbeiten]

Dagoberts Feinde rotten sich in Sein goldenes Jubiläum von Don Rosa zusammen.

Die meisten Erzfeinde Dagoberts haben es auf sein sauber verdientes Vermögen abgesehen, allen voran die Panzerknacker (Beagle Boys), die schon bei Barks ihre Finger nicht vom Geldspeicher lassen können. Die Hexe Gundel Gaukeley hat es speziell auf Dagoberts Glückszehner abgesehen, den sie braucht, um aus ihm ein Amulett anzufertigen, das sie zur mächtigsten Hexe der Welt machen soll. Daneben muss Dagobert seinen Titel als reichster Mann der Welt gegen Mac Moneysac, Klaas Klever und viele andere Konkurrenten der Hochfinanz verteidigen, die gern auch mal zu illegalen Maßnahmen greifen.

Alle oben genannten Gegner Dagoberts hat Carl Barks ins Leben gerufen. Von anderen Zeichnern stammen z. B. Kuno Knäul (Romano Scarpa) und Arpin Lusene (Don Rosa).

Auf eine weitere Figur von Barks ist noch Wert zu legen, obwohl sie immer nur am Rande auftauchte. Es ist der schweinsgesichtige Shandy Schofel, der Vorbild für viele andere Schurken war.

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Dagobert geht meist nicht sehr zimperlich mit seinen Gegnern um.

Dagobert Duck wurde vom Egmont Ehapa Verlag zur Titelfigur für das Taschenbuch Onkel Dagobert gemacht. Dieses Heft ist ähnlich wie ein Donald Duck Heftchen aufgebaut, z. B. umfasst das Heft auch Micky Maus Geschichten. Onkel Dagobert war eine Comicreihe, die von 1987 bis 1993 beim Egmont Ehapa Verlag im Taschenbuchformat erschien. Sie hat das gleiche Format wie die Comicreihen Donald Duck und Panzerknacker & Co. Insgesamt gab es 82 Ausgaben. Jede Ausgabe hatte 100 Seiten und wurde für 3,80 DM verkauft. Die Ausgaben 1 bis 4 waren deutsche Versionen der dänischen Panzerknacker-Hefte „Bjørne-Banden“, die meisten folgenden Ausgaben waren Übersetzungen der dänischen Micky-Maus-Hefte. Eine Liste der Onkel-Dagobert-Taschenbücher gibt es Liste aller Onkel Dagobert Taschenbücher. Eine weitere Veröffentlichung mit Dagobert in der Hauptrolle ist die 2-er Bücherserie Ich Onkel Dagobert. Die Reihe Onkel Dagobert von Don Rosa behandelt ebenfalls Dagobert. Ebenfalls von Don Rosa gezeichnet ist der Gesamtband Sein Leben, seine Milliarden, welcher zeigt, wie Dagobert Duck sein Vermögen erlangt hat.

Onkel Dagobert in Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Dagobert, eine der wenigen Disneyhauptfiguren, die nicht aus dem Filmgeschäft stammte, wurde auch später nur sehr selten für dieses Medium verwendet. Deshalb ist die folgende Liste, im Vergleich zu anderen Figuren, auch klein.

Kino[Bearbeiten]

Dieser Kurzfilm stellte das Filmdebüt Dagoberts dar.

In diesen Film, der eine Anlehnung an "Ein Weihnachtslied in Prosa" von Dickens ist, kommt Dagobert (engl. Scrooge Mc Duck) wieder zu seinen Anfängen, indem er als Ebenezer auftritt, der Vorbild für die Figur war.

Hier tritt der Dagobert aus der Serie "Duck Tales" in einer Abenteuergeschichte auch im Kino auf.

Fernsehen[Bearbeiten]

Onkel Dagobert (gesprochen von Will Ryan) spendet einen alten, verbeulten Pokal als Siegestrophäe für Tick, Trick und Tracks Fußballturnier.

In dieser Serie wurde eine ganz neue Welt mit vollkommen anderer Figurenkonstellation um Dagobert erschaffen. Er selbst, als Hauptperson, war hier zu einem gutmütigen, sanften Opa verändert.

Direct-to-DVD-Produktionen[Bearbeiten]

  • "Mickey's Once Upon a Christmas" im Segment "Stuck On Christmas" (1999)
  • "Mickey's Twice Upon a Christmas" im Segment "Christmas: Impossible" (2004)

Dagobert in anderen Sprachen[Bearbeiten]

Hier sind einige Beispiele dafür aufgelistet, wie Dagobert Duck in anderen Sprachen genannt wird.

  • Chinesisch: 驶高治
  • Deutsch: Dagobert Duck
  • Englisch: Uncle Scrooge
  • Spanisch: Tío Gilito
  • Italienisch: Zio Paperone
  • Französisch: Oncle Picsou
  • Griechisch: Σκρουτζ Μακ Ντακ (Skruz Mak Dak)
  • Dänisch: Onkel Joakim
  • Türkisch: Varyemez Amca
  • Tschechisch: Strýček Skrblík
  • Ungarisch: Dagobert McCsip
  • Polnisch: Wujek Sknerus
  • Russisch: Скрудж МакДак
  • Niederländisch: Oom Dagobert
  • Schwedisch: Farbror Joakim
  • Indonesisch: Paman Gober
  • Vietnamesisch: Bác Scrooge

Dagobert Duck – Ein Kapitalist?[Bearbeiten]

Pro[Bearbeiten]

Oftmals wird Dagobert Duck als Inbegriff des Kapitalisten angesehen[4][2][3]. Die Schülermitverwaltungs-Zeitung Wir machen mit charakterisierte Dagobert 1969 gar als „Prototyp des Monopolkapitalisten“, der von der Produktivität der Werktätigen lebe und „den Rahm“ abschöpfe; „im Konkurrenzkampf übertrifft er andere Spekulanten und Monopolkapitalisten (nach Marx: ‚Konzentration des Kapitals‘).“ [28] Als besonders prägend für ein solches Verständnis erwiesen sich Untersuchungen der marxistischen Soziologen Ariel Dorfman und Armand Mattelart. Sie diskutierten in ihrem zuerst 1972 in Chile erschienenem Werk Para leer al Pato Donald, (übersetzt 1975 ins Englische (How to read Donald Duck: imperialist ideology in the Disney comic) und 1977 ins Deutsche (Walt Disneys ‚Dritte Welt’. Massenkommunikation und Kolonialismus bei Micky Maus und Donald Duck), das als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Comics gilt[29][30], besorgt die Gefahren einer Lektüre von Disney-Comics durch Kinder[31][32] Dabei stellten sie anhand von 100 untersuchten Comics eine ihrer Meinung nach den Comics „den Comics inhärente Ideologie […] einer bourgeoisen Fantasiewelt, in der alle Spuren von Produktion […] entfernt worden seien“, fest.[33] Durch das Fehlen von Eltern (an deren Stelle Onkel und Tanten treten) würde eine „verfälschte, sexfreie Welt gezeigt“[34], zudem sehe der Leser nie Arbeiter oder Produktionsstätten (und deren Produktionsbedingeungen und Verhältnisse)[35] (der Fakt, dass Donald in vielen Geschichten schlecht bezahlten Beschäftigungen nachgeht, ändere daran nichts, da er nie arbeiten müsse, um zu überleben)[36]. Zudem seien die Schätze, die Familie Duck regelmäßig finde, kein Produkt lebender Personen, sondern stets die Überbleibsel längst vergessener Zivilisationen (auch hier fehle der Blick auf die Industriearbeiter (und deren Ausbeutung)).[37]

Dieses Bild eines skrupellosen Kapitalisten wurde anschließend in den 90er-Jahren durch den Kunsthistoriker David Kunzle erweitert (er hatte das Werk Dorfmans und Mattelarts ins Englische übersetzt und mit seinem 1990 auf deutsch erschienenen Buch Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, versucht, das von diesen Autoren entwickelte „Modell zur Demaskierung der Ideologie, die in den scheinbar so unschuldigen Produkten der Kinder-Comics versteckt ist“ auf die Duck-Comics anzuwenden.[38] Er stellt Onkel Dagobert in diesem Buch „als eine verachtungswürdige, wenn auch komische Gestalt, welche die unersättliche Gier amerikanischer Konzerne anklagt und sich selbst lächerlich macht“[39], dar, „in seinem zwanghaften Streben nach Aneignung von Rohstoffen, Arbeitskraft, Geschichte und Kunstschätzen könnte er ein Vorbild für amerikanische Wirtschaftsmagnaten, Pentagon-Beamte und Museumsdirektoren sein“.[40] Kunzle warnt davor, dass „die Politik der wirtschaftlichen Eroberung anderer Länder […], indem sie in spannende, witziger Abenteuer umgesetzt wird, attraktiv und leichter verdaulich gemacht [wird].“[41] In seinem ebenfalls 1990 erschienenen Aufsatz Dispossession by Ducks: The Imperialist Treasure Hunt in Southeast Asia greift er spezifisch einige Geschichten auf, in der die den Comics zugrunde liegende imperialistische Ideologie besonders klar erkennbar sei,[30] und stellt dabei fest[42]:

“[Uncle Scrooge] incarnates the spirit of American imperialism at its most aggressive, at its most global, at its most successful, and in its ultimate defeat.”

„Dagobert verkörpert den Geist des amerikanischen Imperialismus in seiner aggressivsten, globalsten und erfolgreichsten Form und in seiner finalen Niederlage“ – David Kunzle: Dispossession by Ducks: The Imperialist Treasure Hunt in Southeast Asia, S. 160

Auch heute noch ist das Bild von Dagobert Duck als Kapitalist nach amerikanischem Vorbild weit verreitet. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sieht Dagobert etwa als „Heuschrecke in Entengestalt“ an[43] der Tagesspiegel etwa wirft folgende Frage bezüglich Dagobert Duck auf: „Hat uns irgendjemand, die Marx-Engels-Gesamtausgabe eingeschlossen, derart das Auge für das Wolfsgesetz des Kapitalismus geschärft?“[44] [45]

Contra[Bearbeiten]

Gegen eine solche Einordnung Dagobert Ducks als rücksichtslosen, kaltherzigen und geldgiereigen Kapitalisten sowie als Heuschrecke regt sich jedoch Widerstand: Schon Don Rosa betrachtet Dagobert als Sammler und Abenteurer, der das erwirtschaftete Geld und die gefundenen Schätze als Trophäe (Andenken) an seine Abenteuer hortet.

Doch schon bei Barks sehen manche Autoren die Darstellung Daboberts nicht allein als skrupellosen Kapitalisten gezeigt; auch für ihn gebe es „tiefergehende Bindungen als die zwischen Käufer und Verkäufer.“[46] Russel W. Belk etwa sagt, dass Dabobert trotz seines Reichtums ein liebenswürdiger Charakter sei, da er sein Vermögen durch Intelligenz und eigene harte Arbeit erlangt habe.[47][48] Dagobert verkörpere damit zwar konservative Werte und eine protestantische Ethik,[4][49], die Komplexität der Geschichten transportiere jedoch stets einen zweischneidigen Blick auf materiellen Reichtum[47][50]. Russel W. Belk hat zudem 60 Comics analysiert, nur in in sieben Prozent davon findet sich eine uneingeschränkt positive Darstellung eines solchen Reichtums.[51]

Außerdem spricht gegen eine Einordnung Dagoberts als Kapitalisten, dass er sein Geld, was für einen Kapitalisten großen Stils unvorstellbar wäre, in erster Linie sammelt und nur ausnahmsweise in waghalsige Expeditionen investiert[52][53] („Heute käme gewiss kein Kapitalist großen Stils mehr auf die Idee, Geld herumliegen zu lassen, bis es schimmlig oder von Mäusen gefressen wird (zwei immer wiederkehrende Heimsuchungen Dagoberts), sondern er würde es investieren, damit es sich mehrt oder es für prestigeträchtige Anschaffungen (Fußballclubs, Models, Wolkenkratzer, Politiker) ausgeben.“)[4] Zudem spielten auch Entlassungen spielten bei Dagobert Duck, im Unterschied zum kapitalistischen Mechanismus (besonders in Amerika: hire & fire) nie eine Rolle.[4] Auch die emotionale Struktur Dagoberts, geprägt von Leidenschaft und theatralischen Wutausbrüchen (man denke auch an sein Auf-und Abwandeln im Sorgenraum sowie an das Bezahlen Donalds als „Jammermädchen“ in Der Selbstschuß), passe nicht in das Bild des ausbeuterischen Kapitalisten.[31]. Matthias Heine von der Zeitung Die Welt äußerte sich foglendermaßen dazu: „Verglichen mit diesen Vertretern des Kalte-Fische-Kapitalismus ist der temperamentvolle Onkel Dagobert ein wandelnder kleiner Heizofen, der nach allen Seiten weihnachtliche Wärme ausstrahlt.“[4] Zudem würde sich Dagobert durch seine emotionale Struktur wie Heulen/Sogen haben und seine Wutausbrüche unter den CEOs internationaler Konzerne der Gegenwart völlig unmöglich machen. Denn schon auf ihren US-Eliteuniversitäten werden die angehenden Manager in Psychologie-Seminaren darauf getrimmt, bloß keine Gefühle zu zeigen, vor allem aber nicht wütend zu werden.“[4] Heine sprach in diesem Zusammenhang auch von Dagobert als „Anti-Heuschrecke“.[4]

Barks bezeichnete Onkel Dagobert in einer seiner letzten Geschichten, Der Rinderkönig, indirekt selbst als Kapitalisten[54], jedoch muss hierbei bedahct werden, dass Barks seine Comics dennoch stets für unpolitisch-ironisch erachtete[55]. Und Dagobert sei in erster Linie das Symbol für einen unerreichbaren Traum der Menschheit: unerschöpflichen Reichtum.[56]

Dass sich die Gemüter bei der politischen Einordnung Dagoberts entzweien, kann auch auf die auch auf die sprachlichen Unterschiede zwischen dem englischsprachigen Original und den verschiedenen Übersetzungen zurückgeführt werden. David Kunzle stellt heraus: „Jedes Land entwickelt seine eigenen Disney-Bildgeschichten.“[57] So seien die deutschen Übersetzungen von Erika Fuchs von einer erkennbaren Entamerikanisierung und Entaktualisierung geprägt, gerade die „wörtliche Aufnahme schmerzlicher Realitäten, die ein Gütesiegel Barks’ sind [sic]“ werde getilgt.[58] [59] Als auffällig erachtet Kunzle hier die Veränderung einzelner Namen: „[Der allmächtige Dollar] wird in der deutschen Fassung zu einer archaischen, deshalb recht harmlosen und unwirklichen Währung: dem Taler. 'Uncle Scrooge' selbst, nach Dickens' berühmtem Geizhals benannt, verliert jede moralische Bewertung und Aktualität, wenn er Onkel Dagobert genannt wird. Dieser Name weckt Assoziationen an Überholtes und längst Vergangenes.“[60]

Es gab – entgegen Vorwürfen kapitalistischer Ideologie in Dagobert Comics – sogar Kritik, die die Dagobert-Comics im linken Bereich ansiedelten: So sah Bayernkurier, die Parteizeitung der Christlich-Sozialen Union, 1969 hinsichtlichg der Fuchs-Übersetzung der Geschichte The Yacht Plot sogar, dass die Figuren in der Micky Maus das „Soziologen-Chinesisch der neuen Linken“ sprächen und den jugendlichen Lesern so eine linke „Phraseologie eingeimpft“ werde; „eine Nomenklatur die sich – wenn sie nicht sinnvoll später interpretiert wird – rasch mit Schlag-Inhalten füttern lässt.“[28][61]

Eine weitere Relativierung erfährt die politische Einordnung der Figur Onkel Dagobert durch die vielen Zeichner, die Barks’ Figur inzwischen übernommen und weiterentwickelt haben.[62] Diese lassen die von Barks’ Dagobert verkörperten amerikanisch-konservativen Werte insgesamt in den Hintergrund rücken.[63] Don Rosa etwa zeige in der Geschichte The Treasure of the Ten Avatars „einen vorbildlichen Unternehmer […], dem vor allem daran gelegen ist, andere Menschen in Lohn und Brot zu setzen.“[64] Seine Dagobert-Biografie Sein Leben, seine Milliarden sei eine „dringend notwendige Imagekampagne für den Milliardär und Bankier an sich“.[16] Zudem sei die Diskussion darüber, ob durch Dagobert der Kapitalismus nicht allzu sympathisch erscheine laut, Volkhard App, mittlerweile verstummt: „Comics werden, anders als in den siebziger Jahren, nicht mehr ideologiekritisch abgeklopft.“[5] [45]

Quellen[Bearbeiten]

Abschnitt "Charakter"

  • Geoffrey Blum: "Eine Liebesgeschichte vom Geld", Barks Library Onkel Dagobert 3
  • Geoffrey Blum: "Einstürzende Imperien Teil 1: Die Zeit als Goldgräber", Barks Library Onkel Dagobert 19
  • Geoffrey Blum: "Ausgebrannt" Barks Library Onkel Dagobert 17
  • Geoffrey Blum: "Onkel Dagoberts Doppelgänger" Barks Library Onkel Dagobert 11
  • Frank Schätzing: "Die Abenteuer der Ducks auf hoher See" (Kommentare)

Abschnitt "Das größte Vermögen der Welt"

Abschnitt "Onkel Dagobert in Film und Fernsehen"

  • Dave Smith und Steven Clark: "Disney - die ersten 100 Jahre"

Abschnitt "Dagobert in anderen Sprachen"

Abschnitt "Dagobert Duck – Ein Kapitalist?

Links[Bearbeiten]

Duckipedia[Bearbeiten]

WWW[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alberto Becattini: Barks und die Quellen seiner Inspiration, in: Carl Barks – Der Vater der Ducks, S. 138–145 (S. 138).
  2. 2,0 2,1 Dagobert Duck: Vom Griesgram zum Fantastilliardär – Einige Kapitel aus der Urgeschichte der reichsten Ente der Welt (PDF; 11,0 MB), Forschung Frankfurt 2/2012, S. 126.
  3. 3,0 3,1 3,2 Peter Mühlbauer: Dagobert Duck wird 70, heise online, 24.12.2007, abgerufen am: 05.12.2018
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 Matthias Heine: Enten wie Dagobert sind keine Heuschrecken, Welt Online, 24.12.2007 , abgerufen am: 05.12.2018 Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „welt“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  5. 5,0 5,1 Volkhard App: Jeden Tag ein Talerbad – Dagobert Duck zum 60. Geburtstag, Deutschlandfunk Kultur, 23.12.2007, abgerufen am: 05.12.2018
  6. Andreas Platthaus: Wer wird Milliardär, in: Barks’ Onkel Dagobert – Band 1, S. 4 f. (S. 4).
  7. Die Mutprobe beim Inducks
  8. Andreas Platthaus: Wer wird Milliardär, in: Barks’ Onkel Dagobert – Band 1, S. 4 f. (S. 5).
  9. Andreas Platthaus: Herzlichen Glückwunsch, Herr Duck!, in: 60 Jahre Onkel Dagobert, S. 4–7.
  10. Andreas Platthaus: Herzlichen Glückwunsch, Herr Duck!, in: 60 Jahre Onkel Dagobert, S. 4 f. (S. 4).
  11. 11,0 11,1 11,2 Jochen Bölsche: Absturz nach dem Boom: Das Ende einer Ente, Spiegel Online, 28.07.2009, 2. Teil: Ein Comic als Lehrbuch, abgerufen am: 05.12.2018
  12. Der arme alte reiche Mann beim Inducks
  13. Odball Odyssey beim Inducks
  14. Carl Barks zitiert nach Carsten Laqua: Carl Barks – The Author, homestead.com, abgerufen am: 05.12.2018
  15. 15,0 15,1 Jochen Bölsche: Absturz nach dem Boom: Das Ende einer Ente, Spiegel Online, 28.07.2009, 3. Teil: Wandlungen eines Erzkapitalisten, abgerufen am: 05.12.2018
  16. 16,0 16,1 Jörg Böckem: Dagobert-Duck-Biografie: Imagekampagne für Bankiers, Spiegel Online, 12.02.2009, abgerufen am: 05.12.2018
  17. Forbes Fictional 15 (2007), forbes.com
  18. Michael Noer: No. 2 McDuck, Scrooge, forbes.com, 18.12.2008, agberufen am: 05.12.2018
  19. [https://www.forbes.com/2010/04/13/scrooge-mcduck-bio-opinions-fictional-15-10-scrooge.html#1574f2537bc8 Matthew Herper: No. 2 McDuck, Scrooge, 14.04.2010, bgerufen am: 05.12.2018
  20. Michael Noer: No. 1 Uncle Sam, forbes.com, 18.12.2008, abgerufen am: 05.12.2018
  21. Nicole Perloth: No. 1 Cullen, Carlisle, forbes.com, 14.04.2010, abgerufen am: 05.12.2018
  22. David M. Ewalt: The 2011 Forbes Fictional 15, forbes. com, 06.04.2011, abgerufen am: 05.12.2018
  23. David M. Ewalt: The Forbes Fictional 15, forbes.com, 12.04.2012, abgerufen am: 05.12.2018
  24. David M. Ewalt: The Forbes Fictional 15, forbes.com, 31.07.2013, agberufen am: 05.12.2018
  25. Dagobert Duck, Richie Rich oder Batman: Wer ist reicher? finanzen.net, 29.06.2014, abgerufen am: 05.12.2018
  26. Bridget Mallon: 15 Of The Richest Fictional Characters Ever, veranda.com, 02.02.2016, abgerufen am: 05.12.2018
  27. Forbes List Of Fictional Billionaires 2018 tomkox.net, abgrufen am: 05.12.2018
  28. 28,0 28,1 Comics / „Micky Maus“: Jünger Maos, web-archive, aus: Der Spiegel, Nr. 43/1969, S. 65–67 (S. 67).
  29. [Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 52)]
  30. 30,0 30,1 [David Kunzle: Dispossession by Ducks: The Imperialist Treasure Hunt in Southeast Asia, in: Art Journal Vol. 49 (1990), No. 2: Depictions of the Dispossessed, S. 159–166 (S. 159)
  31. 31,0 31,1 Vgl. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 55)
  32. Vgl. Russell W. Belk: Material Values in Comics: A Content Analysis of Comic Books Featuring Themes of Wealth, in: Journal of Consumer Research Vol. 14 (1987), No. 1, S. 26–42 (S. 35).
  33. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 53): „The authors' purpose was to expose the ideology they believed to be inherent in Disney comics. [… They discovered] Disney comics were a sort of borgeois fantasy-land where all traces of production […] were excluded“.
  34. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 53): „Disney ends up creating a aberrant, sexless world.“
  35. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 53).
  36. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 54).
  37. Robert Boyd: Uncle $crooge, Imperialist – How to Read Donald Duck, in: The Comics Journal No. 138 (1990), S. 52–55 (S. 53): „The treasures that Donald is constantly finding are not the products of any living person, but of long dead civilizations that left no heirs.“
  38. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 12.
  39. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 15.
  40. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck –Welteroberung aus Entenperspektive, S. 17.
  41. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 16.
  42. David Kunzle: Dispossession by Ducks: The Imperialist Treasure Hunt in Southeast Asia, in: Art Journal Vol. 49 (1990), No. 2: Depictions of the Dispossessed, S. 159–166 (S. 160).
  43. Jochen Bölsche: Absturz nach dem Boom – Das Ende einer Ente Speigel Online, 28.07.2009, abgerufen am: 05.12.2018
  44. Zit. nach: Jochen Bölsche: Absturz nach dem Boom – Das Ende einer Ente, Spiegel Online, 28.07.2009, 1. Teil: Das Ende einer Ente, abgerufen am: 05.12.2018
  45. 45,0 45,1 Wikipedia-Artikel über Dagobert Duck, abgerufen am: 05.12.2018
  46. [Geoffrey Blum: Kalter Krieg, warmes Herz, in: Carl Barks Library Special: Onkel Dagobert 12 (2000), S. 30 f. (S. 31).
  47. 47,0 47,1 Vgl. Russell W. Belk: Material Values in Comics: A Content Analysis of Comic Books Featuring Themes of Wealth, in: Journal of Consumer Research Vol. 14 (1987), No. 1, S. 26–42 (S. 33–36).
  48. Vgl. Geoffrey Blum: Bodenschätze, in: Carl Barks Library Special: Onkel Dagobert 14 (2000), S. 29–31 (S. 31).
  49. Vgl. Peter Mühlbauer: Dagobert Duck wird 60, heise online, 24.12.2007, abgerufen am: 05.12.2018
  50. Vgl. Geoffrey Blum: Die Quelle des güldenen Wasserfalls – Teil I: Der leidende König, in: Carl Barks Library Special: Onkel Dagobert 14 (2000), S. 60–62 (S. 61).
  51. Russell W. Belk: Material Values in Comics: A Content Analysis of Comic Books Featuring Themes of Wealth, in: Journal of Consumer Research Vol. 14 (1987), No. 1, S. 26–42 (S. 36).
  52. Rupert Koppold: 65 Jahre Dagobert Duck: Ein Kapitalist? – Nein, ein Sparer!, Stuttgarter Zeitung.de, 23.11.2012, abgerufen am: 05.12.2018
  53. Vgl. Dirk Müller, in: Immer schön dem Schnabel nach, Sonntags-Echo [Wochenend-Magazin des Darmstädter Echos], 24. November 2012, S. 5.
  54. Vgl. Andreas Platthaus: Herzlichen Glückwunsch, Herr Duck!, in: 60 Jahre Onkel Dagobert, S. 4–7 (S. 4).
  55. Vgl. Geoffrey Blum: Kalter Krieg, warmes Herz, in Carl Barks Library Special: Onkel Dagobert 12 (2000), S. 30 f. (S. 30).
  56. Vgl. Russell W. Belk: Material Values in Comics: A Content Analysis of Comic Books Featuring Themes of Wealth, in: Journal of Consumer Research Vol. 14 (1987), No. 1, S. 26–42 (S. 33).
  57. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 9.
  58. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 9 f.
  59. Ernst Horst: Nur keine Sentimentalitäten – Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte, 220–231
  60. David Kunzle: Carl Barks Dagobert und Donald Duck – Welteroberung aus Entenperspektive, S. 10.
  61. Vgl. Ernst Horst: Nur keine Sentimentalitäten – Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte, 229 f.
  62. Jochen Bölsche: Das Ende einer Ente, Teil 2 und 3, Spiegel Online, 28.07.2009, abgerufen am: 05.12.2018
  63. Vgl. Russell W. Belk: Material Values in Comics: A Content Analysis of Comic Books Featuring Themes of Wealth, in: Journal of Consumer Research Vol. 14 (1987), No. 1, S. 26–42 (S. 35 f.)
  64. Vgl. Andreas Platthaus: Herzlichen Glückwunsch, Herr Duck!, in: 60 Jahre Onkel Dagobert, S. 4–7 (S. 5).