Alle gegen einen

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Alle gegen einen
Zio Paperone e l'ultima avventura
Erstveröffentlichung: 12. Februar 2013
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 2985-1P
Story: Francesco Artibani
Zeichnungen: Alessandro Perina
Seiten: 126
Deutsche Übersetzung: ?
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 452
Weiterführendes

link= I TL 2985-1P Infos zu Alle gegen einen beim Inducks

Cover einer italienischen Luxusausgabe (© Panini)

Alle gegen einen (Original Zio Paperone e l'ultima avventura) ist eine Comicgeschichte von Francesco Artibani und Alessandro Perina aus dem Jahre 2013. In der Geschichte verbünden sich Dagoberts vier Erzfeinde Klaas Klever, Mac Moneysac, Gundel Gaukeley und die Panzerknacker und treiben ihn gemeinsam in den Ruin. Die Story stellt dar, in welcher Geschwindigkeit Onkel Dagobert daher sein gesamtes Vermögen verliert und welch harten Kampf er mit seinen Familienmitgliedern und seinen Freunden führen muss, um sich auf seine Stärken zu besinnen und seine Feinde zu schlagen. Alle gegen einen wird allgemein zu den besten Geschichten italienischer Produktion der letzten Jahre gezählt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Teil I[Bearbeiten]

Alle Gegner Dagoberts bei einem geheimen Treffen? Das kann nichts Gutes bedeuten… (© Egmont Ehapa)

Dagoberts Feinde haben genug: Zu lange haben sie schon probiert, ihn zu übertrumpfen oder zu bestehlen und zu lange schon scheitern sie an der Schläue und Achtsamkeit dieses alten Mannes. Damit soll nun Schluss sein: Gundel, Klever, Moneysac und die Panzerknacker verbünden sich zum vernichtenden Schlag. Dann geht alles ganz schnell: Erstmal greifen Gundel und die Panzerknacker gemeinsam den Geldspeicher an. Zusammen können Sie die Sicherheitssysteme austricksen und vor den ungläubigen Augen Dagoberts und seiner Neffen den Zehner und das gesamte Barvermögen entwenden – wobei Gundel das Bargeld erstmal in einer Zwischendimension parkt, sehr zum Ärger der Panzerknacker, die es lieber gleich bei sich sehen würden. Die wahren Gewinner sind allerdings Moneysac und Klever, da die Nachricht des Überfalls so schnell die Runde macht, dass alle Anleger, Banken und so weiter das Vertrauen in Dagoberts Imperium verlieren, dieses in atemberaubendem Tempo zusammenbricht und die beiden alles kaufen können!

Der Plan der Schurken hat mehr als einen Verlierer! (© Egmont Ehapa)

Doch davon weiß Dagobert noch nichts, denn momentan hat er nur seinen Zehner im Sinn und macht sich auf die Jagd nach Gundel. Die ist mittlerweile samt Zehner beim Vesuv und will ihn zusammen mit den anderen ersten Münzen der reichsten Menschen der Geschichte zu ihrem Amulett zusammenschmelzen, das ihr Midas' Kräfte verleiht und somit zur reichsten Frau der Welt machen soll. Dagobert und seine Neffen kommen gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie der Kessel sich in den Krater herabsenkt. Doch da erscheint der Hohe Rat der Hexenzunft, nimmt Gundel ihre schwarzmägischen Kräfte und macht sie zur Hexe, da sie erneut gescheitert sei. Dabei hatte sie doch die richtige Münze… doch nicht nur Gundel ist am Boden zerstört, sondern auch Dagobert, denn wenn Gundel ihre Hexenkräfte verloren hat, kann sie sein Geld nicht mehr zurückholen. Es ist für immer verloren. Er kehrt nach Entenhausen zurück und gibt sich noch kampfeslustig. Doch dort erwartet ihn der nächste Schock: Klever und Moneysac haben mittlerweile sein gesamtes Imperium übernommen, samt Geldspeicher und Glatzenkogel. Ja, nun sollte Dagobert der Tatsache ins Auge sehen: Er ist am Ende.

Teil II[Bearbeiten]

Die Nachricht der drohenden Planierung des Glatzenkogels weckt Dagobert auf! (© Egmont Ehapa)

Ja, am Ende ist Dagobert wirklich. Erst will er sich bei Donald niederlassen, doch auch dort werden die Ducks bald rausgeschmissen, da das Haus ja nun auch Moneysac und Klever gehört, die dort die immer noch auf ihr Geld wartenden Panzerknacker einziehen lassen, um sie ruhigzustellen. Sie ziehen also bei Oma ein, wo Dagobert jedoch trotz etlicher aufmunternder Worte seiner Verwandten und Freunde nicht aus seiner tiefen, apathischen Depression herauskommt… Donald jedoch kehrt nochmal zu seinem ehemaligen Haus zurück, um sicherzustellen, dass die Panzerknacker sein Phantomias-Versteck nicht entdecken. Dabei erfährt er endlich, was der Leser schon lange weiß: Die vier großen Feinde Dagoberts haben sich tatsächlich gezielt miteinander verbündet – eine riesige Verschwörung. Am nächsten Tag bringt Baptist, der eben seinen neuen Chefs gekündigt hat, zu Omas Hof und bringt schlimme Kunde: Die neuen Besitzer wollen den Glatzenkogel einebnen und auf die Fläche stattdessen ein Einkaufszentrum und eine von Moneysacs revolutionären Müllentsorgungsanlagen bauen! Diese Nachricht rüttelt Dagobert plötzlich wach. Das Wahrzeichen der Stadt abzureißen geht dann doch zu weit! Nun ist er wieder entschlossen, sich sein Geld zurückzuholen und sich seinen Feinden in den Weg zu stellen. Gemeinsam mit Donald begibt er sich zu Gundel und überredet sie, mit ihnen zum Hohen Rat der Hexenzunft zu gehen, damit sie ihre Macht als Hexe zurückbekommt und das Geld zurückholen kann. So begeben sie sich auf den gefährlichen Weg zur Pforte des Pluto, nichts kann Dagobert mehr aufhalten…

Teil III[Bearbeiten]

Der Hohe Rat der Hexenzunft hat genug von Gundel! (© Egmont Ehapa)

Und Dagobert schafft es tatsächlich, den Rat zur Rede zu stellen, wobei sie erfahren, dass Gundels Zauber damals nicht geklappt hatte, weil Dagobert zum Zeitpunkt der Einschmelzung schon nicht mehr der reichste Mensch der Welt war… dennoch schafft er es, den Rat zu überzeugen, dass der Gundel ungerecht behandelt hat und die Hexe kriegt ihre Kräfte zurück. Da begeht die allerdings ihren nächsten Fehler, als sie das Geld zu Dagoberts Zuhause zaubert, das aber doch der Geldspeicher ist, der ja jetzt nicht mehr in seinem Besitz ist! Und damit nicht genug, denn bei der Auseinandersetzung mit dem Rat ist der Erste Zehner in eine der dunklen Bodenspalten unter der Höhle gefallen, doch Dagobert hat wieder Mut gefasst und will zumindest seinen Zehner wiederbekommen, sodass er sich sofort mit Donald in die schwarzen Tiefen macht…

Dort treffen sie auf alte Bekannte, die Kuller und Roller! Auch der Zehner ist recht schnell gefunden. Doch irgendwas stimmt nicht in der Höhle, denn die ganzen Kuller verlassen die Gewölbe fluchtartig… Grund dafür sind Unmengen an Müll, die aus den Tunneln von der Oberfläche kommen und die Höhlen zu stinkenden, unbewohnbaren Kloaken machen. Dem gehen die Ducks gleich auf die Spur und folgen einem der Gänge mithilfe der Kuller bis nach oben – und landen in einer von Moneysacs hochgepriesenen Müllentsorgungsanlagen.Also schmeißt der Ganove die Abfälle einfach in die Höhlen und sackt die Prämie ein – von wegen Umweltschutz! Zurück in der Höhle zeigt Donald den Kullern, wie sie zumindest einen Teil des Müllproblems unter Kontrolle bringen können. Und zum Dank machen denen den Ducks ein wahrlich unerwartetes Geschenk: Dagoberts ersten Zylinder, den dieser bei seinem ersten Besuch in der Höhle verloren hatte (siehe Land unter der Erdkruste). Das gibt ihm nochmal zusätzliche Kräfte. Die Ducks verabschieden sich und begeben sich wieder an die Oberfläche zu Omas Hof, wo sie gleich die nächste Überraschung erwartet, Dagoberts Geld. Gundel hatte es ja zu „Dagoberts Zuhause“ gezaubert und das ist nach dem Verlust seines Geldspeichers offenbar nicht mehr der Speicher, sondern Omas Hof! Jetzt läuft wieder alles rund. Gemeinsam mit den Freunden und Verwandten, die alle zusammen bei Oma auf seine Rückkehr gewartet hatten, bereitet Dagobert sich für den letzten Schlag vor…

Teil IV[Bearbeiten]

Streit unter „Verbündeten“ (© Egmont Ehapa)

Währenddessen häufen sich die Schwierigkeiten bei den Ganoven. Vor allem zwischen Klever und Moneysac beginnen die Funken zu sprühen, vor allem weil die beiden nach und nach ihre doch sehr verschiedenen Persönlichkeiten zeigen: Ist Klever eigentlich doch noch ein Mensch mit Gefühlen, der nach Dagoberts Sturz von Gewissensbissen geplagt wird, stellt sich Moneysac als skrupelloser denn je heraus und räumt sogar seine eigenen Verbündeten, die Panzerknacker, aus dem Weg, als die wieder Druck wegen des ihnen versprochenen Geldes machen. Diese Fehden macht sich Dagobert zunutze: Mithilfe des als Maharadscha verkleideten Kuno Knäul haut er die beiden nacheinander übers Ohr, beide tappen vom Misstrauen getrieben in die Falle und Klever unterschreibt sogar Sachen, die er sich davor vielleicht hätte besser angucken sollen… Mit Hilfe Phantomias' werden dann die Panzerknacker aus den Fängen Moneysacs befreit, um sie später als Zeugen zu verwenden… Alles ist bereit für den großen Showdown.

Alles ist wieder an seinem Platz! (© Egmont Ehapa)

Genau als der Startschuss zum Abriss des Geldspeichers und der Planierung des Glatzenkogels fallen soll, tritt Dagobert dann vor den ungläubigen Augen der versammelten Entenhausener Presse auf die Bühne. Und nun geht alles ganz schnell: Erst einmal stoppt Dagobert den Abriss, indem er der staunenden Menge zeigt, dass der Hügel doch wieder ihm gehört, da Klever vom Misstrauen getrieben in der eile eine Verkaufsurkunde beim „Maharadscha“ unterschrieben hatte. Dann holen die Ducks dank einer Erfindung Daniel Düsentriebs den ganzen Müll aus den Höhlen der Kullern und zeigen so der Welt, was für ein schamloser Betrug Moneysacs Anlagen eigentlich sind. Und schließlich werden die rachsüchtigen Panzerknacker vorgeladen, die die Verschwörung denunzieren. Alles bricht zusammen. Klever frisst schon seine Melone, als Dagobert noch ein Angebot macht: Wenn die beiden ihm seinen gesamten Besitz zurückgeben, verzeiht er ihnen… Sie haben keine andere Wahl. Und so ist wieder alles, wie es sein soll: Der Geldspeicher ist in Dagoberts Besitz, samt Trophäen, Geld und Erstem Zehner. Und nun versammelt er seine ganze Familie und seine Freunde, alle, die ihm bei diesem langen Kampf geholfen haben, auf dem Galtzenkogel zu einem großen Picknick. Ihnen gilt sein Dank, denn ohne sie wäre sein Comeback nicht einmal annähernd möglich gewesen. Ja, das größte Glück ist es, Familie und Freunde zu haben wie er – er ist wirklich der reichste Mann der Welt!

Hintergrund[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Zuhause… (© Egmont Ehapa)

Alle gegen einen wird allgemein zu den besten Geschichten der neueren italienischen Produktion gezählt. Grund dafür sind etliche Elemente, die die Geschichte ausmachen: die sehr ernste Handlung, die deutlich weiter geht, als alle Geschichten zuvor, da Dagoberts Gegner ihn hier tatsächlich in den Ruin treiben und er komplett am Ende scheint und in eine tiefe Depression fällt; die unglaublich vielfältige Charakterisierung der Figuren, von Dagobert, der in allen möglichen Facetten gezeigt wird, über die Entenhausener Freunde, die sehr menschlich handeln, bis zu den Feinden, die auch auf verschiedenste Weise charakterisiert werden, wobei vor allem der Kontrast zwischen Klever und Moneysac interessant ist; die sehr lange und komplexe und dennoch schnelle und schlüssige Handlung; die zahlreichen Verweise auf ältere Autoren und Klassiker und schließlich die weichen und dynamischen Zeichnungen Alessandro Perinas. All das macht, dass die Geschichte bei vielen Fans sehr beliebt ist. Das zeigt sich auch in Fakten: Die Geschichte wurde in die LTB Fan Edition gewählt und belegt beim Inducks den 53. Platz, womit sie die beste neuere italienische Duck-Story ist (Stand November 2021).[1] Im F.I.E.S.E.L.S.C.H.W.E.I.F. wurde sie anlässlich des 50. Geburtstags des Lustigen Taschenbuchs zur zweitbesten, jemals im LTB erschienenen Geschichte gewählt.[2]

Die Figuren[Bearbeiten]

Die Macht der Gemeinschaft! (© Egmont Ehapa)

Wie bereits erwähnt, sticht in dieser Geschichte vor allem die Charakterisierung der zahlreichen Figuren hervor. Erst einmal ist auffällig, dass Artibani ein riesiges Arsenal an Freunden und Verwandten Dagoberts verwendet, die dauernd in einer dreidimensionalen, lebendigen Art und Weise miteinander interagieren und allesamt einen Platz in der Handlung haben und entscheidend zu seinem Comeback beitragen:

  • Donald zeigt sich sehr charakterstark, was vor allem beim Verlust seines Hauses deutlich wird, wo er nicht, wie von Klever und Moneysac erwartet, beginnt zu toben und zu wüten oder zu winseln, sondern erst einmal seine Neffen tröstet. Er überwindet all seine Ängste und folgt seinem Onkel überall hin. Donald ist immer geistesgegenwärtig und greift ein, wenn es nötig ist. Auch seine Rolle als Phantomias ist bemerkenswert: Scheint er in vielen Abenteuern vergessen zu haben, dass er auch noch eine Rolle als Superheld hat, ist er sich ihrer hier vollständig bewusst und spielt mit seinen beiden Identitäten eine wichtige Rolle.
  • Oma ist hilfsbereit wie immer. Sie nimmt die obdachlosen Ducks ohne zu zögern auf und versorgt sie; im Laufe der Handlung wird ihr Hof zu Dagoberts neuem Zuhause und zum Zentrum des „Widerstands“.
  • Daisy und Gitta werden hier zu engagierten Aktivistinnen, die sich für den Erhalt des Geldspeichers und gegen Moneysac und Klever aussprechen und damit etliche Entenhausener mobilisieren und so sogar den Bürgermeister kurzfristig umstimmen.
  • Baptist und Rita Rührig sind ihrem geliebten Chef treu wie immer, sie kündigen fristlos, als der Speicher den Besitzer wechselt und unterstützen Dagobert weiterhin.
  • Kuno Knäul verkleidet sich für Dagobert als Maharadscha. Er spielt seine Rolle sehr überzeugend und kann so sowohl Moneysac als auch Klever übers Ohr hauen.
  • Dussel schafft es, Moneysac und Klever aufzuhalten, da er überall Chaos säht (und hier scheint es sogar beabsichtigt zu sein…)
  • Daniel Düsentrieb unterstützt Dagobert mal wieder mit seinen Erfindungen; er liefert eine Müllkompressionsmaschine, ein Gespenstrifizierspray und wieder mal eines seiner typischen Gefährte, mit denen die Ducks noch einmal die Kuller besuchen können.
  • Die Kuller und Roller schließlich, die Dagobert durch die Rückgabe seines ersten Zylinders mental sehr stark unterstützen und schließlich entscheidend zur Auflösung des Falls beitragen.

Insgesamt fällt auf, dass alle hier Dagobert unterstützen und zusammenhalten – ganz im Gegensatz zu den Feinden, bei denen auch aus diesem Grund am Ende alles schiefläuft…

Gundel und die Panzerknacker sind als Einzelgänger charakterisiert, die nur endlich reich werden, aber niemandem schaden wollen. So entschließen sie sich auch beide unabhängig voneinander, Dagobert am Ende zu unterstützen. So werden sie dem Leser im Laufe der Geschichte fast schon sympathisch, Gundel als Opfer des Hohen Rats, der sie zu Unrecht in eine Fee verwandelt und so komplett ihrem Element entreißt, und die Panzerknacker als Opfer Klevers und Moneysacs, die von Anfang an nur als halbe Partner gesehen werden und durch ihre Naivität nichts aus dem Deal gewinnen. Besonders interessant sind jedoch Klever und Moneysac, die hier als überaus verschieden dargestellt werden. Klaas Klevers Ziel, war es immer nur, Dagobert zu übertrumpfen – ihn dann so leiden zu sehen, fügt ihm dann doch sehr starke Gewissensbisse zu. Besonders einprägsam ist eine Szene, in der Dagobert so tut, als sei er tot, um Klevers Gewissen noch weiter zu attackieren und ihn so zum Komplott gegen Moneysac zu bewegen. Und tatsächlich, als Klever den „toten“ Dagobert sieht und sich schuldig glaubt, gerät er völlig außer sich, es tut ihm unglaublich leid und er fragt sich, ob Dagobert ihm jemals verzeihen kann… Moneysac hingegen (der hier übrigens sein Comeback in italienischen Geschichten feiert) zeigt sich so gefühls- und skrupellos wie immer. Er scheut nicht nur davor zurück, seine Gegner aus dem Weg zu räumen und erfreut sich an ihrem Leid, sondern hält sich auch bei den Partnern nicht zurück, so lässt er die Panzerknacker kaltstellen und will sogar Klever aus dem Weg räumen. Er stellt sich schnell als der wahre Böse der Geschichte raus, der die anderen nur zu seinen Zwecken instrumentalisiert und vor nichts zurückschreckt.

„Ich hoffe nur, ihm ist nichts Schlimmes zugestoßen!“
„Was schert das uns? Ist doch seine Sache, wenn er sich übernimmt. Sagen Sie bloß, Sie haben Mitleid mit ihm, Klever?“
„Ich weiß nicht… es ist seltsam. Mein Leben lang habe ich mir gewünscht, ihn loszuwerden. Doch nun meldet sich plötzlich mein Gewissen.“
Klaas Klever & Mac Moneysac

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Vier sehr verschiedene Bösewichte: Während die Panzerknacker von ihren Partnern nicht mal für voll genommen werden und Gundel sich auch schnell auf der Seite der Verlierer wiederfindet, scheinen es erst einmal Klever und Moneysac zu sein, die die Zügel in der Hand halten. Doch auch Klever bekommt im Laufe der Geschichte doch noch ein Gewissen… und als er dann glaubt, Dagobert indirekt umgebracht zu haben, gehen sogar mit ihm die Gefühle durch. Einzig Moneysac hat, wie Dagobert schon sagt, keine Skrupel. Er stellt sich als der wahre Bösewicht der Geschichte heraus, der noch nicht einmal vorm Verrat der eigenen Partner zurückschreckt!
So niedergeschlagen hat man Dagobert wohl noch nie gesehen… doch umso beeindruckender ist sein darauffolgende Kampf um die Rückkehr an die Spitze! (© Egmont Ehapa)

Bleibt schließlich noch Dagobert. Die Geschichte begleitet ihn während seines Abstiegs, während seiner apathischen Depression, während seines langen und harten Aufstiegskampfes und schließlich bis zu seinem Sieg. Somit zeigt sie ihn in den verschiedensten Facetten. Anfangs ist er noch kampflustig und unnachgiebig – der Dagobert, den man aus vielen Geschichten kennt. Doch sobald er alles verloren hat, zeigt Artibani einen Dagobert, wie man ihn zuvor nur selten gesehen hat: geschlagen, hoffnungslos, depressiv. Und das in einer völlig neuen Dimension, die den Charakter deutlich menschlicher macht. Am bemerkenswertesten ist allerdings die Wiederauferstehung des Charakters, als er durch die drohende Planierung des Glatzenkogels seine Werte in Gefahr sieht, und der darauffolgende, beispiellose Kampf um sein Comeback an die Spitze. Dabei wird Dagobert in seiner ganzen Entschlossenheit gezeigt, wie man ihn von Autoren wie Carl Barks oder Don Rosa kennt, er scheut vor keiner Gefahr zurück und kommt so schließlich auch an sein Ziel. Und hier wiederum zeigt er sich wieder von einer ganz neuen Seite: Nicht etwa wie in Der Großmagnat aus Calisota aus Don Rosas Sein Leben, seine Milliarden, wo er, als der lange Aufstieg endlich abgeschlossen ist, sich von Familie und Freunden abwendet, obwohl der Erfolg ohne sie gar nicht möglich gewesen wäre. Nein, hier scheint er aus seiner früheren Erfahrung gelernt zu haben, er weiß, wie wichtig Freunde und Verwandte sind und er zeigt es schließlich auch ohne zu zögern:

„Haha! Das größte Glück ist es doch, Familie und Freunde zu haben wie euch!“
Dagobert Duck

„Aber am meisten trifft mich, dass sie vorhaben, meinen Hügel einzuebnen! Er ist das Wahrzeichen von Entenhausen! Ein Symbol dafür, dass jeder, der an der Spitze stehen will, einen Aufstieg zu bewältigen hat! Dass nur harte Arbeit und zähes Ringen zum Ziel führen!“
Dagobert Duck

Bezüge[Bearbeiten]

Unerwartetes Zusammentreffen mit alten Bekannten, die Dagobert gleich auch noch ein wertvolles Geschenk machen! (© Egmont Ehapa)

In der Geschichte gibt es einige Bezüge und Hommagen an ältere Klassiker amerikanischer und italienischer Autoren, wie Carl Barks, Rodolfo Cimino oder Don Rosa.

Carl Barks dürfte Bezugspunkt Nummer eins gewesen sein. Er ist nicht nur im letzten Panel höchstpersönlich unter Dagoberts Freunden zu sehen (unten links), sondern lieferte auch einige Geschichten, auf denen Artibani sich in Alle gegen einen basiert:

  • Die Kuller und Roller kommen aus Land unter der Erdkruste. Die Wesen erinnern sich noch an ihr damaliges Treffen mit Dagobert, das eher unfriedlich ausgegangen war – verzeihen ihm hier aber schnell, vielleicht auch, weil sie so unter Druck stehen.
  • Ebenfalls in Land unter der Erdkruste wird auch gezeigt, wie Dagobert seinen geliebten Zylinder unter der Erde verliert, den er in dieser Geschichte schließlich wieder einsammelt.
  • Im Original verkleidet Kuno Knäul sich als der „Maragià del Verdestan“, das ist der italienische Name für den Maharadscha von Zasterabad aus Barks' Der reichste Mann der Welt aus dem Jahre 1952![3] In der deutschen Übersetzung ist allerdings vom „Maharadscha von Murmlpur“ die Rede, womit der Bezugspunkt verloren geht.

Weniger eindeutig, aber nichtsdestotrotz bemerkenswert, ist es, dass Barks bereits mehrmals den völligen Verlust von Dagoberts Vermögen gezeigt hat, die folgende Verzweiflung und Erschöpfung Dagoberts, der sich plötzlich alt fühlt, aber dann von Neuem Kraft schöpft und alle seine Feinde erfolgreich zurückschlägt. Parallelen lassen sich daher zwischen Alle gegen einen und den Barks-Klassikern Weihnachten für Kummersdorf und Der arme reiche Mann erkennen. In Weihnachten für Kummersdorf zeigt Barks genau wie Artibani und Perini, wie sich Dagobert am Boden zerstört bei Donald einquartiert.

Ehrung eines alten Meisters… (© Egmont Ehapa)

Ebenfalls in Person im Comic abgebildet ist Rodolfo Cimino, der sich ebenfalls im letzten Panel zu Dagoberts besten Freunden zählen darf und es sich neben Barks mit Schreibblock und Comicskizzen in einem Sessel gemütlich gemacht hat. Cimino war ziemlich genau ein Jahr vor Veröffentlichung der Geschichte, also wahrscheinlich bereits während des Entstehungsprozesses, verstorben und auch wird auch sonst in der Geschichte honoriert:

  • Das verrückte Gefährt in Form eines Marienkäfers, das Düsentrieb baut, um Donald nochmal zu den Kullern zurückzubringen, ist natürlich eine Hommage an die unglaubliche Vielfalt der irrwitzigsten Fahrzeuge, mit denen Cimino Dagobert in seinen Geschichten ins Abenteuer schickt.
  • Sogar Dagobert selbst ehrt den Meister der italienischen Disney-Geschichten voller Anerkennung in Anspielung an eben diese von Cimino verwendeten Gefährte:
„In jedem Abenteuer, das etwas auf sich hält, gibt es ein futuristisches Gefährt.“
Dagobert Duck

Schließlich hatte auch Don Rosa sicherlich einen großen Einfluss auf die Entstehung dieser Geschichte. Zwar gibt es keine direkten Anspielungen wie bei Barks und Cimino, dennoch gibt es einige nicht übersehbare Parallelen zwischen seinem Werk und Alle gegen einen:

  • Die Charakterisierung Dagoberts ist teilweise stark an Don Rosa angelehnt. Vor allem sein Kampf um die Rückkehr gleicht aus und Dagoberts Entschlossenheit gleichen im Prinzip sehr stark Don Rosas gesamter Reihe Sein Leben, seine Milliarden, in der gezeigt wird, wie Dagobert überhaupt erst an die Spitze gekommen ist.
  • Das Ende von Alle gegen einen weist außerdem auffällige Parallelen mit dem 11. SLSM-Kapitel Der Großmagnat aus Calisota auf. Besser gesagt handelt es sich um das genaue Gegenteil: In Der Großmagnat aus Calisota erfährt Dagobert gegen Ende der Geschichte, dass er der reichste Mann der Welt ist und sein Ziel somit erreicht hat. Daraufhin wendet er sich endgültig von seiner Familie ab, obwohl sie ihn maßgeblich auf dem Weg zu Erfolg unterstützt hatte – im letzten Panel dann verlassen seine letzten Verwandten traurig und enttäuscht den Glatzenkogel, während Dagobert sich über sein Geld freut. In Alle gegen einen hingegen versteht Dagobert, wie wichtig Familie und Freunde sind, im letzten Panel dann würdigt er sie, während sie fröhlich auf dem Hügel picknicken. Das wiederum ähnelt im Prinzip dem letzten Kapitel aus Don Rosas Reihe, in dem Dagobert zu seiner Familie zurückfindet.
  • Ebenfalls Parallelen zu Don Rosa gibt es in den anderen Sachen, die Dagobert wichtig sind, wie die zahllosen Artefakte und Trophäen aus vergangenen Abenteuern, an denen ihm sehr viel liegt.
  • Schließlich hatte Don Rosa bereits in Sein goldenes Jubiläum eine ähnliche Idee verarbeitet, indem er Mac Moneysac, Gundel Gaukeley und die Panzerknacker zusammenarbeiten lässt. Allerdings kommt die Geschichte ohne Klaas Klever aus und arbeitet Dagoberts Kampf zurück nicht so sehr aus wie Artibanis Werk.
  • Am Anfang der Geschichte (Seite 8, oberstes Panel) wird Dagoberts Trophäenkammer gezeigt, einige der dargestellten Schätze könnten Hinweise auf Rosa-Geschichten sein. So ist das Straußeneinugget zu sehen, der Schild am rechten Rand erinnert in den Grundzügen stark an Don Rosas Variante eines Schildes des Clan der Ducks (wie sie zum Beispiel auf der 13. Seite von Der Milliardär im Hochmoor gezeigt wird), der Falke schließlich war ebenfalls bereits bei Rosa zu sehen, in Schrumpfende Onkels, wo er wiederum eine Anspielung an den Film Die Spur des Falken darstellt.
  • Übrigens hatte auch Don Rosa Donald und Dagobert in Der Allesauflöser noch einmal auf die Kuller und Roller stoßen lassen. In der ursprünglichen Version sollte Dagobert hier bereits seinen bei Barks verlorenen Zylinder abholen – Don Rosa verwarf die Idee allerdings wieder[4] und gab somit Artibani die Möglichkeit, sie in dieser Geschichte zu verwenden!
Sein Leben, seine Milliarden Kapitel 11.jpg
Alle gegen einen-16.jpeg
Interessante Parallelen zwischen Alle gegen einen und Der Großmagnat aus Calisota. Sagt Dagobert in Rosas Geschichte noch, er sei der reichste Mann der Welt (ist es aber, wie Mathilda hier treffend feststellt, eigentlich nicht), weiß er bei Artibani: Jetzt ist er wirklich der reichste Mann der Welt, denn jetzt hat er auch den Wert von Freunden und Familie verstanden…

Somit bietet die Geschichte einen vereinenden Mix zwischen amerikanischer und italienischer Disney-Comic-Tradition. Besonders gut lässt sich das noch einmal durch die verwendeten Figuren verdeutlichen: Auf der einen Seite stehen „amerikanische“ Figuren wie Mac Moneysac oder die Kuller und Roller, die zuvor in Italien kaum oder gar nicht Fuß fassen konnten. Auf der anderen rein italienische wie Gitta Gans, Kuno Knäul oder Phantomias, die nie wirklich von amerikanischen Autoren verwendet wurden.

Aktuelle Themen[Bearbeiten]

Umweltverschmutzung zum großen Nachteil einiger Völker, eines der weiteren Themen dieses Comics (© Egmont Ehapa)

Die Geschichte reißt auch eine Reihe aktueller Probleme auf, die der Geschichte eine gesellschaftskritische Seite geben. Erst einmal zeigt sie, wie schnell ein ganzes Wirtschaftsimperium untergehen kann, wenn die Anleger das Vertrauen verlieren und in Panik alles abwerfen, wovon dann andere Reiche profitieren. Auch der Bürgermeister kann als Parodie auf viele moderne Politiker gesehen werden: Im Grunde genommen will er das Gute und hängt an seiner Stadt und ihrer Bevölkerung, doch als die Wirtschaftsmagnaten drohen, ihr Kapital und ihre Industrien in eine andere Stadt zu verfrachten und ihm also den Geldhahn abzudrehen, gibt er schnell klein bei. Brisant sind schließlich noch Moneysacs Müllentsorgungsanlagen. Tatsächlich ist das Prinzip, den Müll eigentlich gar nicht zu entsorgen, sondern einfach nur woandershin zu verfrachten ein auch in der wahren Welt durchaus Geläufiges. So werden Unmengen an Müll in Drittstaaten geliefert, wo sie nicht nur die Umwelt verschmutzen und aufgrund der häufig meeresnahen Lage der Deponien drohen, in die Ozeane zu gelangen, sondern auch noch die lokalen Bevölkerungen (hier symbolisiert durch die Kuller und Roller) massiv einschränken und sie teilweise sogar ihres Zuhauses berauben oder zu Kinderarbeit treiben können.

Trivia[Bearbeiten]

  • Mit Ein gefährlicher Gegner schufen Francesco Artibani und Alessandro Perina 2017 ein zweites Monumentalwerk rund um Dagobert, das an dieses hier anschließen sollte. Die Geschichte wurde ebenfalls sehr gut aufgenommen, allerdings bei weitem nicht so begeistert wie Alle gegen einen und ist auf Deutsch in LTB 525 abgedruckt worden.
  • In Im Namen des Mondes (LTB 459) von Vito Stabile und Francesco Guerrini taucht wieder der Hohe Rat der Hexenzunft auf, der auch optisch dem aus Alle gegen einen sehr gleicht.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]