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Sein Leben, seine Milliarden

Aus Duckipedia
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Deutsches Hardcover der neueren Auflagen

Sein Leben, seine Milliarden, kurz auch einfach SLSM (engl. Original: The Life and Times of $crooge McDuck) ist eine von Don Rosa getextete und gezeichnete Comicserie. Sie behandelt das Leben Dagobert Ducks und zeigt dessen Weg vom armen Schuhputzer bis zum Fantastillardär und reichsten Mann der Welt, basierend auf Fakten aus Comicgeschichten von Carl Barks. Diese Reihe wurde mit dem Eisner Award ausgezeichnet und gilt als Don Rosas Magnum Opus.

Sein Leben, seine Milliarden bestand ursprünglich aus 12 Kapiteln die zwischen 1991 und 1993 entstanden. Allerdings zeichnete Don Rosa sechs weitere Kapitel die Dagoberts Leben noch ausführlicher beschreiben. Diese sind jedoch nicht mit den Hauptkapiteln zu verwechseln und erhielten auch eine andere Nummerierung (0, 3b etc. statt etwa I, VI oder XII). Es gibt auch einige sogenannte Bonusgeschichten, die nicht zur Reihe gehören, sich aber auch mit Dagoberts Vergangenheit befassen.

Gesammelt erschien die Reihe erstmals 2003 in dem Band Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden aus der Ehapa Comic Collection, der 2008 noch einmal komplett überarbeitet und ergänzt wurde. 2010 erschien mit Onkel Dagobert – Aus dem Leben eines Fantastilliardärs ein Comicband in dem die Barks-Comics, auf denen Sein Leben, seine Milliarden basiert, gesammelt abgedruckt wurden. Außerdem erschien 2016 mit Donald Duck – Sein Leben, seine Pleiten ein Sammelwerk mit Comics zu Donalds unterschiedlichen Berufen, der an Don Rosas Sein Leben, seine Milliarden angelehnt ist.

Die Entstehung[Bearbeiten]

1991 entschloss sich Disney Publishing, die für kurz selbst die Produktion und Vermarktung von Disney-Comics in den USA übernommen hatte, dazu, eine zwölfteilige Maxiserie über das Leben Dagobert Ducks zu veröffentlichen. Bei Disney hatte allerdings kaum jemand eine Ahnung von Dagobert, einer Figur, die von Carl Barks geschaffen und geprägt worden war. Don Rosa, der dies mitbekam, informierte den dänischen Verlag Egmont. Don Rosa argumentierte, Egmont habe die Verpflichtung, selbst eine Lebensgeschichte Dagoberts zu veröffentlichen und Disney damit zuvorzukommen. Seiner Ansicht nach hätte Disney anderweitig die von Barks geschaffene Figur zerstört, da ihre Lebensgeschichte nicht in Einklang mit den Barks angedeuteten Ereignissen aus Dagoberts Jugend stehe. Daraufhin beauftragte Nancy Dejgaard, Geschäftsführerin von Egmont, Don Rosa mit der Arbeit an der monumentalen Dagobert-Duck-Biographie.[1]

Für Egmont war klar, dass, wenn einer die Lebensgeschichte Dagobert Ducks schreiben könnte, dies Don Rosa wäre. Seine vielen Verweise auf Barks'sche Geschichten und seine bereits für Egmont angefertigten Fortsetzungen zu Klassikern von Barks prädestinierten ihn geradezu. Don Rosa fühlte sich geschmeichelt, dass ihm der Auftrag erteilt wurde. Obwohl er sich selbst nur für einen eher mittelmäßigen Zeichner hält, wollte er seine persönliche Biographie der reichsten Ente der Welt erzählen. Kein anderer Autor wäre „so ein lebenslanger und eifriger Barks-Fan“ und würde „weit über das geforderte Maß hinaus“ arbeiten wie er.[1] Don Rosa machte sich an die Arbeit und entwarf schließlich nicht nur zwölf Kapitel, die fast Dagoberts ganzes Leben umspannen, sondern sechs weitere Nebenkapitel, die er der Reihe später hinzufügte.


Barks-Bezüge[Bearbeiten]

Schon Carl Barks, der Erfinder Dagobert Ducks, hatte in seine Geschichten zahlreiche Hinweise auf Dagoberts Jugend verstreut. Don Rosa sammelte diese Hinweise und baute seine Reihe auf ihnen auf. So gut wie nichts wurde ausgelassen! Es gibt vier Geschichten von Carl Barks, in denen sich besonders viele Hinweise über Dagoberts Jugend befinden und die für die Saga besonders wichtig waren, da Don Rosa sich mehrfach auf sie bezog und sie als Leitfaden nutzte: Das Gespenst von Duckenburgh, Wudu-Hudu-Zauber, Der arme reiche Mann und Wiedersehn mit Klondike. Doch natürlich gibt es noch etliche andere Geschichten, auf die Don Rosa sich bezog.


Die Hauptkapitel[Bearbeiten]

Diese 12 Hauptkapitel sind die eigentliche, ursprüngliche „Sein Leben, seine Milliarden“-Reihe. Sie hatten als Absicht, die Entwicklung von Dagoberts Charakter und Persönlichkeit zu zeigen. Außerdem sind in diese Kapitel so gut wie alle Fakten aus Barks-Geschichten eingebaut. Die Kapitel folgen direkt aufeinander und bauen aufeinander auf.

Die Nebenkapitel[Bearbeiten]

Die Nebenkapitel sind, wenngleich sie sich in die Chronologie der ursprünglichen Saga eingliedern, durchschnittlich 24 Seiten umfassende Geschichten, in Rhythmus und Aufbau als separate Werke konstruiert, die in sich größtenteils abgeschlossen und von einer Rahmenhandlung eingefasst sind. Während bei den Hauptkapiteln die Kenntnis der jeweils anderen vorausgesetzt wird, können diese Geschichten auch als Einzelwerke gelesen werden und werden dementsprechend in den Veröffentlichungen der Saga auch getrennt von dieser aufgereiht. Teilweise entstanden sie vor der Saga. Die Nebenkapitel wurden auch zu einem völlig anderem Zweck verfasst: Während die Hauptkapitel den Zweck haben, die Entwicklung von Dagoberts Persönlichkeit zu zeigen und alle Barks-Fakten einzubinden, schrieb Don Rosa die Nebenkapitel zum Teil einfach, weil es ihm Spaß machte, Geschichten aus Dagoberts Jugend zu schreiben[2].
Außerdem kennzeichnen sich alle Nebenkapitel (außer Die zwei Herzen des Yukon) durch eine in der Gegenwart spielende Rahmenhandlung.

Weitere Geschichten[Bearbeiten]

Einige Geschichten Don Rosas werden von ihm selbst bzw. von manchen Fans nicht als offizielle Teile der Serie betrachtet, da sie nur in Rückblenden oder Träumen einige Episoden aus Dagoberts Leben herausgreifen und hauptsächlich in der Gegenwart spielen. Diese Geschichten gelten als Bonusgeschichten. In den „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“-Sammelausgaben werden immer die Geschichten Der letzte Schlitten nach Dawson und Lebensträume abgedruckt, während Ein Brief von daheim weggelassen wird, da diese Geschichte äußerst lang ist und die sowieso schon sehr dicken Sammelausgaben dann den Rahmen sprengen würden.

Die Gestaltung[Bearbeiten]

Narrative Gestaltung[Bearbeiten]

Sein Leben, seine Milliarden ist ein Comic gewordener Entwicklungsroman. In seinem Magnum opus stellt Don Rosa die Entwicklung seiner Hauptfigur Dagobert Duck dar, sein langes und mühsames Streben nach Reichtum, immer unter der voraussetzenden Maxime, „härter [zu] sein als die Härtesten und schlauer als die Schlauesten... und ich werde mein Geld auf ehrliche Art verdienen!“ (Kapitel 1), und das schlussendliche Scheitern in Kapitel 11, in dem Dagobert sich fragen muss: „Warum sollte in einer Welt von Gaunern ausgerechnet ich als Einziger ehrlich sein“. In Folge begeht Dagobert, von der Welt und den Erfahrungen mit unzähligen Gaunern verbittert, die einzige unehrenhafte Tat seines Lebens: Er lässt ein Dorf niederbrennen. Diese Tat verfolgt ihn lange Jahre seines Lebens, führt zum endgültigen Bruch mit seinen Verwandten und zur vollkommenen Vereinsamung am Beginn von Kapitel 12. Während das Ende von Kapitel 12 Dagobert zwar seine Fehler vergessen – oder verdrängen – lässt und ihm eine Chance bietet, sein altes Ich wiederzuerlangen, bietet sich eine endgültige Auflösung der Parabel erst in Don Rosas Geschichte „Ein Brief von daheim“, in der Dagobert sich mit seiner Schwester Mathilda versöhnt und zugibt, dass er den Wert der Familie, der Erinnerung und des Abenteuers höher zu schätzen weiß als den monetären Wert des Reichtums.

Der Serie lassen sich also zumindest zwei Spannungsbögen unterlegen. Zum einen wird in Kapitel 1 bis 8 der mühsame Aufstieg Dagoberts nachgezeichnet. Dagobert, ein Junge aus armem Elternhaus, jedoch mit ruhmreichen Vorfahren, versucht ein Vermögen aufzubauen, um sich und seine Familie zu erhalten. Dieser altruistischen Motivation folgend muss er sein Geld daher im Schweiße seines Angesichts verdienen, darf nicht den einfachen, aber amoralischen Weg nehmen, selbst wenn er sich ihm bietet (etwa in Kapitel 7). Der erste Spannungsbogen besticht daher durch Dagoberts ständiges Scheitern, was sein großes Ziel anlangt. Kaum einmal kann er lange genug das bisschen zusammengekratzte Geld behalten. Dennoch bleibt er aufrichtig und ehrlich.

In diesem Spannungsbogen stellt Don Rosa seinem Helden etliche Mentoren zur Seite und lässt ihn, durch diese vermittelt, wichtige Erfahrungen machen. Im ersten Kapitel ist es noch sein Vater, welcher den ersten Verdienst Dagoberts inszeniert. Im zweiten Kapitel steht ihm sein Onkel Diethelm zur Seite. Im dritten Kapitel ist es Theodore Roosevelt, der Dagobert den Wert des Abenteuers lehrt. Im vierten Kapitel zeigt ihm Kuno Klever, wie man richtig schürft, vermittelt ihm aber auch, dass ein reicher Mann einsam ist und nicht auf Freunde zählen kann. Im siebten Kapitel lehrt Dagobert ein Aborigine die Bedeutung der Vergangenheit, der Traditionen und Erinnerungen.

Klimax der Serie – Dagobert findet das Straußeneinugget und wird reich (© Egmont Ehapa)

Das achte Kapitel (und die beiden dazugehörigen Nebenkapitel) stellen die klimaktischen Ereignisse der Serie dar. Nunmehr ganz auf sich allein gestellt im Kampf gegen eine Vielzahl an Gaunern gelingt es Dagobert dennoch, seinen großen Traum wahr werden zu lassen und reich zu werden. Dies ist allerdings seinem Charakter nicht förderlich. Er sieht immer mehr die monetäre Inwertsetzung anstatt den Wert der Sache an sich. Besonders sein Kampf gegen Shandy Schofel macht Dagobert so hart, dass er seine Ehrlichkeit und seine Selbstachtung allmählich aufgibt.

Demzufolge zeigt der zweite Spannungsbogen (von Kapitel 9 bis 11/12), dass Dagobert zwar monetär reich ist, jedoch viel von seinen früheren Überzeugungen eingebüßt hat. In Kapitel 9 legt er sich mit schottischen Dorfbewohnern, in Kapitel 10 mit dem Fähnlein Fieselschweif an, die ihn – im ersteren Fall – höchstens beleidigt haben, jedoch ihn nicht bestehlen wollten. Er tut so etwas, das er früher nie getan hätte. Die zunehmende charakterliche Verhärtung kulminiert – sogar zweimal – in Kapitel 11.

Schließlich lässt sich, wie oben angesprochen, noch ein dritter Spannungsbogen ausmachen, der Kapitel 12 und „Ein Brief von daheim“ miteinander verknüpft und die negative charakterliche Entwicklung Dagoberts im zweiten Spannungsbogen rückgängig macht.

Bildgestaltung[Bearbeiten]

Einige Besonderheiten der optischen Gestaltung der Serie sind hervorzuheben.

Das Splash-Panel des 3. Kapitels – typisch für diese Serie (© Egmont Ehapa)

Die Hauptkapitel beginnen in der Regel mit einem Splash-Panel, das eine Seite aus Mathildas Fotoalbum darstellt. Wichtige Personen oder Orte des folgenden Kapitels sind in diesem Panel mit Fotos festgehalten. Etliche Fotos werden in der Regel von ebenfalls für das Kapitel bedeutenden Objekten teilweise verdeckt. Zudem befinden sich in den Splash-Panels aller Kapitel, die an einem neuen Ort spielen (also exklusive der Kapitel 5 und 9) Landkarten der betreffenden Orte. Don Rosa erhielt die Idee zu dieser Gestaltung von seinem Redakteur Byron Erickson.[3]

Kapitel 11 bricht dieses Schema teilweise: Mathilda entfremdet sich von ihrem Bruder und sammelt nichts mehr über seine Abenteuer. Das Splash-Panel zeigt ihre Hand, die das Fotoalbum weglegt. Trotzdem erinnert das Splash-Panel des elften Kapitels an die der vorhergehenden, denn ein Globus mit Stecknadeln verdeutlicht nun Dagoberts weit größeren Wirkungsort in diesem Kapitel. Die Fotografien an der Wand zeigen Dagobert in verschiedensten Lebensabschnitten, was insofern passend erscheint, da Dagobert in dieser Geschichte mit seinem früheren Ich bricht.

Deutlich anders ist nur das Splash-Panel des zwölften Kapitels, das Dagoberts monetären Reichtum vor Augen führt.

Die Nebenkapitel haben (bis auf Kapitel 8c) eine Rahmengeschichte, die in der Gegenwart spielt und in der meist Onkel Dagobert seinen Neffen Erinnerungen aus der Vergangenheit erzählt. Diese Nebenkapitel (bis auf Kapitel 0) werden dadurch eingeleitet, dass Tick, Trick und Track (oder in Kapitel 8b Dagobert) im Geldspeicher die Kiste mit Erinnerungen ihres Onkels durchstöbern.

Innerhalb der Serie wird Mathilda stets mit Hut, auf dem eine Blume steckt, gezeigt. Diese Blume verliert von Panel zu Panel ein Blütenblatt.


Kritik[Bearbeiten]

Natürlich erntete Sein Leben, seine Milliarden auch sehr viel Kritik. Erstens kritisieren manche, dass Don Rosa Dagoberts Vergangenheit in einen abgesteckten Rahmen packe und es daher unmöglich mache, Duck-Geschichten in der Gegenwart spielen zu lassen.[4]. Auch entzaubert die Reihe für einige Fans das Mysterium um Dagoberts Jugend. Es gibt auch Barks-Fans, die das Werk kritisieren, da sie finden, Don Rosa habe nicht das Recht, zu Dagoberts Jugend einfach so Personen (wie Mathilda) und Ereignisse, die bei Barks nicht erwähnt werden, hinzuzufügen. Don Rosa sagte selber: „Es ging nie darum, eine amtliche Vita zu schreiben, sondern nur um meine persönliche Version“


Will Eisner Award[Bearbeiten]

Für „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“ bekam Don Rosa 1995 den Eisner Award für die beste als Serie konzipierte Story. Er baute diesen als Gag in die Zusatzseiten des XII. Kapitels der Reihe, Der Einsiedler der Villa Duck, ein.


Sonstiges[Bearbeiten]

  • In dem Splash-Panel jeder Geschichte befindet sich eine D.U.C.K.-Widmung. Das selbe gilt für die Covers.
  • In einigen Geschichten gibt es auch Hidden Mickeys.
  • Damit die Daten aus Dagoberts Jugend stimmen und der nicht über 100 Jahre alt sein muss, lässt Don Rosa so gut wie all seine Geschichten in den 50gern spielen.


Veröffentlichungen[Bearbeiten]

„Sein Leben, seine Milliarden“ wurde bereits in vielen Ausgaben veröffentlicht:

Die letzteren drei enthalten außerdem einen Lebenslauf von Don Rosa und eine ausführliche Geschichte zur Entstehung der Saga, sowie Kommentare von Don Rosa zu den einzelnen Geschichten.

Weblinks[Bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Don Rosa: Meine Biographie, Teil drei. In: Don Rosa Collection 3, S. 10.
  2. Don Rosa in: Vorwort zu den Zusatzkapiteln, Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden – Die Biographie von Don Rosa
  3. Don Rosa: Das schottische Stück. In: Don Rosa Collection 3, S. 182–183.
  4. Don Rosa in: Vorwort zu Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden. Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden – Die Biographie von Don Rosa, S. 6
Don Rosas Sein Leben, seine Milliarden

Hauptkapitel: Der Letzte aus dem Clan der Ducks (I) • Der Herr des Mississippi (II) • Der Held der Badlands (III) • Der Kupferkönig von Montana (IV) • Der Retter der Duckenburgh (V) • Der Schrecken von Transvaal (VI) • Der Jäger des heiligen Opals (VII) • Der Einsiedler am White Agony Creek (VIII) • Der Milliardär im Hochmoor (IX) • Der Eroberer von Fort Entenhausen (X) • Der gewissenlose Geschäftsmann aus Entenhausen (XI) • Der Einsiedler der Villa Duck (XII)

Nebenkapitel: Das Geheimnis des Glückszehners (0) • Abenteuer auf Java (3b) • Der Rächer von Windy City (6b) • Die Gefangene am White Agony Creek (8b) • Die zwei Herzen des Yukon (8c) • Der Jaguargott von Culebra (10b)

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