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Rückkehr nach Xanadu

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Rückkehr nach Xanadu
Return to Xanadu
Erstveröffentlichung: 22. März 1991
Entstehungsdatum: 1990
Storycode: D 90314
Story: Don Rosa
Zeichnungen: Don Rosa
Seiten: 30
Deutsche Übersetzung: Peter Daibenzeiher, seit der Don Rosa Collection Jano Rohleder
Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus 15–17/1994
Weiterführendes

Ind.PNG Infos zu

Rückkehr nach Xanadu

beim Inducks

© Disney

Rückkehr nach Xanadu, in älterer Übersetzung Wiedersehen mit Tralla La (Original: Return to Xanadu) ist eine Abenteuergeschichte von Don Rosa, die auf der Geschichte Der verhängnisvolle Kronenkork von Carl Barks sowie auf Elementen der Geschichte Die Krone des Dschingis Khan des gleichen Zeichners beruht.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Dagobert Duck zeigt seinen Neffen seine Trophäenkammer und erzählt darüber, wie er einst die Krone des Dschingis Khans gefunden hat. Tick, Trick und Track lesen im Schlauen Buch von Kublai Khan, der seinen gesamten Staatsschatz nach Tibet befördern hatte lassen – inklusive seiner Krone. Diesen Schatz möchte Dagobert finden und sie reisen nach Tibet. Ihre Suche nach dem Schatz startet bei Dagoberts alter Yakfarm, die er im Tausch für die Krone an einen Ziegenhirten überließ. Der Hirte erzählt, dass er die Krone in einer Eishöhle am Fuß des Berges Karakal fand. Die Ducks machen sich auf den Weg dorthin und betreten die Höhle. Donald entdeckt, dass es einen Durchgang zu einem unterirdischen Fluss gibt.

Am Beginn des Flusses finden sie eine Tafel in Chinesisch, auf dem Kublai Khan vor seinem Zorn warnt und den Fluss Alph erwähnt. Tick, Trick und Track erinnern sich, dass Alph der Fluss aus der Legende von Xanadu ist, jenes Tal, in dem Milch und Honig fließen. Sie zitieren das Gedicht von Samuel Taylor Coleridge, das von Xanadu handelt. Die Beschreibung kommt Donald bekannt vor, ganz als ob er schon einmal in Xanadu gewesen wäre.

Zwei Tage später gelangen sie an ein riesiges Schleusentor, hinter dem sich eine gewaltige Höhle befindet, in die ein riesiger Wasserfall hineinstürzt. Die Brücke, die einmal über den Fluss bestand, ist inzwischen zerstört. Um auf die andere Seite zu gelangen, schließen die Ducks das Schleusentor. Sie gehen jetzt einen weiteren Gang entlang und allmählich kommt auch Dagobert das Ganze vertraut vor. Am Ende des Gangs öffnet sich ihnen ein großes Tal und sie staunen – Xanadu ist Tralla La.

Dagobert ist zunächst in Panik, denn das letzte Mal hat er die Trallalaner gegen sich aufgebracht. Doch die haben ihm verziehen. Dies ändert sich, als er die Krone des Dschingis Khan herzeigt, denn die ist das Symbol der Unterdrückung durch die Mongolen und da die Bewohner hatten sich ihrer vor sechs Jahrhunderten entledigt. La Didah lädt die Ducks dennoch ein, sich in Tralla La niederzulassen und wie in der Barke-Geschichte glaubt Dagobert erneut, in dem friedlichen Tal glücklich werden zu können.

Xanadu ist Tralla La (© Egmont Ehapa)

Doch erneut naht Unheil: Die Ducks haben die Wasserschleuse nicht mehr geöffnet, wodurch allmählich der Fluss die unterirdische Höhle überflutet und der Strudel versiegt. Tralla La droht im Wasser zu versinken. Und der Probleme ich nicht genug: Der Riegel der Tür, die Tralla La vom unterirdischen Gang mit der Schleuse trennt, ist zugefallen. Um den Riegel aufzusägen braucht es Metall. Der Großlama Tsamjah Phee (in der alten Übersetzung Fraga Mandu) meint, es gebe Metall in Tralla La – sogar sehr viel Metall, das Fremde einst in das Tal gebracht hatten und sie würden es in ihren Katakomben aufbewahren. Dagobert bemerkt, dass es Kronkorken sind, die er viele Jahre zuvor über Tralla La abgeworfen hatte. Tick, Trick und Track gelingt es, aus den stählernen Korken eine Säge herzustellen. Inzwischen ist der Gang überflutet worden und Donald muss nun tauchend den Riegel aufsägen. Schließlich gelingt es ihm und mit letzter Kraft kann er dann auch das Schleusentor öffnen. Tralla La ist gerettet, doch Dagobert, Tick, Trick und Track werden durch den nun wieder funktionierenden Strudel gesaugt und vom unterirdischen Fluss bis zur Quelle in Indien gespült, die schon bei ihrem ersten Besuch in Tralla La ihr Ausgangspunkt war. Die Krone des Dschingis Khan verbleibt in Tralla La und wird von La Didah dem Strudel überantwortet, der sie dorthin bringt, wo auch der Rest von Kublais Schätzen verborgen liegt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Ein besonderes Faible von Don Rosa sind ja Fortsetzungsgeschichten zu Barks-Klassikern, außerdem forderten seine Redakteure das immer wieder ein. Für Rückkehr nach Xanadu entwickelte er die Idee der „Überraschungsfortsetzung“: Der Leser merkt erst nach einem guten Drittel der Geschichte, dass es sich um eine Fortsetzung handelt.[1] Das selbe Schema verwendete er auch für die spätere Geschichte Der Krieg der Wendigowak. Der englische Originaltitel genauso wie der deutsche Titel der Neuübersetzung drücken dieses Konzept gut aus, denn der Leser wird sich beim ersten Aufschlagen wundern, wie denn die Ducks in ein Land, Xanadu, zurückkehren sollen, in dem sie noch nie waren. Der Titel der Daibenzeiher-Übersetzung, „Wiedersehen mit Tralla La“, lässt diese Spannung nicht aufkommen.

Der Palast des Kublai Khan, wie ihn auch Coleridge in seinem Gedicht beschreibt (© Egmont Ehapa)

Die Entwicklung dieser Idee war wohl auch dem Problem geschuldet, dass die Ducks bei ihrem letzten Besuch eine große Katastrophe ausgelöst hatten (siehe Der verhängnisvolle Kronenkork) und deshalb wohl nicht mehr freiwillig nach Tralla La zurückgekehrt wären. Die einzige Möglichkeit war demnach, sie auf eine Reise zu schicken, deren Ziel sie nicht kannten. In der Barke-Geschichte kommen die Ducks immer über die Berge nach Tralla La, allerdings wird der unterirdische Abfluss des Flusses gezeigt, daher war es für Don Rosa klar, dass die Ducks diesmal unterirdisch nach Tralla La kommen würden.[1] Als nächstes überlegte er sich, dass die Ducks wohl nach einem Schatz suchen würden und stieß auf den Schatz der Mongolen, womit der Konnex zur Geschichte Die Krone des Dschingis Khan einleuchtend war. Don Rosa las auch Coleridges berühmtes Gedicht über Xanadu (siehe unter Hintergründe) und erkannte die Verbindung: Coleridge beschrieb Tralla La!

Ursprünglich wollte Don Rosa noch eine weitere Geschichte schreiben, in der Tick, Trick und Track nach Tralla La zurückkommen und dort nach ihren verschollenen Eltern suchen sollten. Dafür wollte er in die Geschichte einen Hinweis einbauen, strich ihn dann aber wieder heraus.[1]

Bezüge[Bearbeiten]

Abgesehen von zahlreichen Bezügen auf die Geschichte Der verhängnisvolle Kronenkork von Carl Barks, auf die hier nicht weiter eingegangen werden sollen, finden sich im Titelpanel der Geschichte einige Schätze aus Barks'schen Geschichten:

Die D.U.C.K.-Widmung findet man auf dem Besen unten links im Splash-Panel, in der Version im Micky Maus Magazin ist sie abgeschnitten. Den Hidden Mickey erkennt man auf Seite 21: Eine der Fledermäuse im großen Bild hat einen Micky-Kopf.[2]

Historische Hintergründe[Bearbeiten]

Der Schatz der Mongolen (© Egmont Ehapa)

Kublai Khan[Bearbeiten]

Kublai Khan war Großkhan der Mongolen und ab 1271 Kaiser von China. Als Enkel Dschingis Khans hatte er bereits bei seinem Amtsantritt die Herrschaft über einige nördliche Teile des heutigen Chinas inne, darunter Peking. Während seiner Regentschaft eroberte er auch den Rest Chinas und etablierte eine neue Dynastie, die 100 Jahre lang über China herrschen sollte. Kublai verlagerte seinen Hof nach Peking und inszenierte sich immer stärker als chinesischer Herrscher, obwohl ein Großteil der Mongolei nach wie vor unter seiner Herrschaft stand. Während der Amtszeit des Kublai Khan besuchte Marco Polo China und lebte längere Zeit am chinesischen Hof.

Marco Polo und der Priesterkönig Johannes[Bearbeiten]

In einem Panel auf Seite zwei der Geschichte erwähnt Don Rosa, dass Marco Polo einst die Krone des Dschingis Khans sah, als er auf der Suche nach dem Rech des Priesterkönigs Johannes war. Der Priesterkönig Johannes war ein sagenumwobener Herrscher des Mittelalters, den es nie gegeben hat. Er beherrschte angeblich ein riesiges christliches Reich im Osten, das sagenhaft reich war und in dem zahlreiche Wundertiere lebten. 1145 berichtete ein syrischer Bischof dem Papst erstmals von der Legende, 1165 tauchte sogar ein Brief auf, den der König angeblich geschrieben hatte. Da die europäischen Herrscher damals in den Kreuzzügen auf Hilfe gegen die Araber hofften, kam ihnen der Brief des Priesterkönigs sehr zupass. In den folgenden Jahrhunderten entsandten europäische Herrscher immer wieder Reisende in den Osten, die den Priesterkönig suchen sollten. Auch Marco Polo, obwohl er aus anderen Gründen reiste, interessierte sich noch für die Legende des Priesterkönigs und nahm dessen Existenz als gegeben an.

Xanadu[Bearbeiten]

Kublai Khan ließ eine Sommerresidenz in Shangdu errichten. Der Ort liegt in der Inneren Mongolei und ist heute in Ruinen noch erhalten. Mit der Zeit wurde Shangdu als ferner, abgelegener Ort gesehen, der von Prunk und Reichtum überfüllt war.

Der Name Xanadu wurde von Samuel Taylor Coleridge geprägt, der in seinem unvollendeten epischen Gedicht „Kubla Khan“ die Sommerresidenz des Khans beschrieb – übrigens eines der berühmtesten Gedichte der englischen Sprache. Don Rosa zitiert einige Verse aus Coleridges Gedicht in seiner Geschichte. Die erste Strophe des Gedichts lautet:

Kubla Khan
von Samuel Taylor Coleridge

In Xanadu schuf Kubla Khan
Ein Lustschloß, stolz und kumpelschwer:
Wo Alph, der Fluß des Heiles, rann
Durch Höhlen, die kein Mensch ermessen kann,
In sonnenloses Meer.

So ward zehn Meilen Ackergrund
Mit Turm und Wall umfriedet Rund.
Dort glänzten Gärten von der Bäche Schein,
Dort blühte weihrauchträchtig mancher Baum.
Dort schloss der Forst, uralt wie das Gestein,
Die Falten um manch sonnengrünen Raum.

In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree:
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
Down to a sunless sea.

So twice five miles of fertile ground
With walls and towers were girdled round:
And there were gardens bright with sinuous rills,
Where blossomed many an incense-bearing tree;
And here were forests ancient as the hills,
Enfolding sunny spots of greenery.

Das Gedicht von Coleridge beeinflusste wiederum James Hilton zu seinem Roman „Der verlorene Horizont“, das, zusammen mit der gleichnamigen Verfilmung von Frank Capra ein Ideengeber für Barks' Tralla-La-Geschichte war.[3] Don Rosa geht hier also auf die Ursprünge von Tralla La selbst zurück und man sieht, dass die Gleichsetzung von Xanadu und Tralla La keineswegs so willkürlich ist, wie sie einem auf den ersten Blick erscheinen mag.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Don Rosa: Zufallsbesuch in Shangri-La, in Don Rosa Collection 3.
  2. don-mcduck.de
  3. Øystein Sørensen: Die Schätze des Kublai Khan, in Don Rosa Collection 3.