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Walt Disney Animation Studios

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Logo der Walt Disney Animation Studios (© Disney)

Die Walt Disney Animation Studios (WDAS), manchmal auch Disney Animation genannt, sind ein US-amerikanisches Animations- und Zeichentrickstudio mit Sitz im kalifornischen Burbank. Die Disney Animation Studios produzieren Animations- und Zeichentrickfilme sowie TV-Serien für die Walt Disney Company. Sie wurden am 16. Oktober 1923 gegründet und stellen eine Division der Walt Disney Studios dar.

Hauptsitz der Walt Disney Animation Studios im kalifornischen Burbank

Die Leitung des Unternehmens übernehmen Andrew Millstein (President und Generaldirektor) und Jennifer Lee (Chief Creative Officer).[1] Von 2006 bis 2018 war Ed Catmull Präsident und John Lasseter ebenfalls von 2006 bis 2018 Chief Creative Officer der Walt Disney Animation Studios. Beide hatten dieselben Ämter im gleichen Zeitraum auch bei Pixar inne.

Eine Tochterfirma der Disney Animation Studios sind die DisneyToon Studios, die auf Direct-to-Video-Filme spezalisiert sind, d.h. Filme, die weder für das Kino noch für den Fernsehmarkt, sondern gleich für den Verkauf auf DVD bzw. Blue-Ray (früher noch: VHS) gedacht sind.

Früheres Logo von Walt Disney Feature Animation (© Disney)

Das Unternehmen wurde 1923 als Disney Brothers Cartoon Studio gegründet und 1929 in Walt Disney Productions umbenannt. Das Studio widmete sich ausschließlich der Produktion von Kurzfilmen, bis es 1934 zur Spielfilmproduktion ausgebaut wurde. 1983 nannte Walt Disney Productions sein Live-Action-Filmstudio Walt Disney Pictures. Während einer Unternehmensumstrukturierung im Jahr 1986 wurde Walt Disney Productions in The Walt Disney Company umbenannt, und die Animationsabteilung, die in Walt Disney Feature Animation umbenannt wurde, wurde zu einer Tochtergesellschaft der Filmsparte The Walt Disney Studios. Im Jahr 2006 erhielt Walt Disney Feature Animation seinen heutigen Namen, Walt Disney Animation Studios, nachdem Pixar im selben Jahr von Disney übernommen wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Disney-Studio in in der Kingswell Avenue in Los Feliz nahe Los Angeles, Sitz der Disney Company von 1923 bis 1926.
  • 1923: Gründung durch die Brüder Walt und Roy Oliver Disney in Hollywood-Burbank als Disney Brother's Cartoon Studio, nachdem das erste Filmstudio Disneys, Laugh-O-Gram, pleite gegangen war. Produktion der Alice Comedies-Kurzfilme bis 1927. Die Alice Comedies wurden von Margaret J. Winklers Winkler Pictures vertrieben, die später auch eine zweite kurze Disney-Themenserie, Oswald the Lucky Rabbit, ab 1927 über Universal Pictures vertrieb. Als erste Produktionsstätte fungierte eine Garage ihres Onkels Robert in Los Feliz nahe Los Angeles. Im Oktober bezogen sie ein kleines Büro in der Kingswell Avenue 4406 in Los Feliz. Im Februar 1924 dann Umzug in die Kingsvell Avenue 4651, 1925 hatte Disney eine Kaution für die 2719 Hyperion Avenue in Silverlake hinterlegt, und 1926 zog er dorthin um und nannte sein Studio fortan Walt Disney Studio.
  • Entstehung von Filmreihen/Cartoons wie: Micky Maus (Debut mit Plane Crazy und The Gallopin' Gaucho im Jahr 1928 (diese waren nur in eiinem begrenzten Personenkreis in der Stummfilmfassung gezeigt worden, der Ton wurde bei beiden Werken erst nach dem Erfolg von Steamboat Willie hinzugefügt und dann wurden die beiden Werke groß aufgeführt; Steamboat Willie ist daher nicht, wie oft geglaubt wird, Mickys Debütfilm)), die Silly Symphonies-Filme (Debut mit The Skeleton Dance 1929), Donald Duck und viele weitere; diese legen den Grundstein für Disneys späteren Erfolg.
  • 1933: Großer Erfolg mit Drei kleine Schweinchen
  • erster abendfüllender Zeichentrickfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge, Beginn der „Goldenen Jahre der Animation“[2], jahrzehntelange Prägung der Zeichentrickfilmlandschaft durch die Disney-Studios.
  • ab 1950: Trotz des Aufstrebens des Realfilms und Fernsehens: Erfolge Disneys durch 101 Dalmatiner, Winnie Puuh und Das Dschungelbuch
  • 1966: Tod Walt Disneys, danach: Woolie Reitherman übernmimmt die Animationsabteilung und ihm gelingt es, mit Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei 1977 wieder einen großen Erfolg sowie eine Oscarnominierung erreichen. Die Zeichner Gary Goldman und John Pomeroy und der Drehbuchautor Don Bluth verlassen Disney und gründen ein eigenes Studio, das Disney Konkurrenz macht.[2] Die verbliebenen Mitarbeiter konzentrierten sich auf die Fertigstellung von Taran und der Zauberkessel, der auf ein älteres Publikum abzielte und die neuen Talente aus Disneys Kaderschmiede präsentieren sollte.[2]
  • 1978 f.: Ron Miller, Schwiegersohn von Walt Disney, wurde 1978 Präsident von Walt Disney Productions und 1983 CEO. *1983 f.: In diesem Jahr erweiterte er die Film- und Fernsehproduktionsabteilungen des Unternehmens, indem er Walt Disney Pictures kreierte, unter dem zukünftige Filme der Feature-Animationsabteilung erscheinen sollten. Nach einer Reihe unternehmerischer Übernahmeversuche im Jahr 1984 trat Roy E. Disney, Sohn von Roy O. Disney und Neffe von Walt, aus dem Board of Directors des Unternehmens zurück und startete eine Kampagne mit dem Namen „SaveDisney“, die den Board erfolgreich überzeugte und auch Miller überzeugte. Roy E. Disney brachte Michael Eisner als neuen CEO von Disney und Frank Wells als Präsidenten. Eisner wiederum ernannte Jeffrey Katzenberg zum Vorsitzenden der Filmabteilung The Walt Disney Studios. Kurz bevor Eisner übernahm, wurde mit The Black Cauldron (1985) der später als der „Tiefpunkt“ der Disney-Animation bezeichneten Film fertiggestellt. Der bis dahin mit 44 Millionen Dollar teuerste Film, The Black Cauldron, war ein kritischer und kommerzieller Misserfolg. Die „lediglich“ 21 Millionen Dollar Einnahmen des Films führtne zu einem großen Verlust für Disney und gefährdeten die Zukunft der Animationsabteilung.
  • 1983: John Lasseter wird entlassen, da er die Verwendung von Computeranimation ins Gespräch brachte[3][2].
  • 1984: Auch Tim Burton wird nach der Fertigstellung des Films Frankenweenie entlassen, weil der Film von Disney als zu verängstigend und als kinderuntauglich wahrgenommen wurde[4][2]
  • Der Film Taran und der Zauberkessel floppt, Michael Eisner überlegt, die Animationssparte komplett zu schließen, was der damalige Aufsichtsratsvorsitzende gerade noch verhindern konnte.
  • Michael Eisner wird Leiter der Animationsabteilung und möchte diese erneuern.
  • 1990er: „Disney-Renaissance“[2] durch die Filme Oliver & Co. und Arielle, die Meerjungfrau, ein Großteil der Szenen wird computeranimiert
  • 1991: Jeffrey Katzenberg, gemeinsamer Leiter (mit Roy Edward Disney) der Animationsstudios, macht einen Deal mit Pixar: Disney wird am Film Toy Story beteiligt und hält Rechte an den Figuren sowie Filmproduktionsrechte.
  • 1994: Jeffrey Katzenberg verlässt die Disney-Studios aufgrund von Differenzen mit Roy Edward Disney; gründet stattdessen mit DreamWorks Animation ein Unternehmen, das Disney später einmal große Konkurrenz machen sollte.
  • ab ca. 1995: Krise für die Disney Animation Studios setzt ein; Filme wie Pocahontas (1995) oder Hercules (1997) floppen. Daher Dezimierung der Mitarbeiter von 2.200 auf 1.200. Der handgezeichnete Zeichentrickfilm Ein Königreich für ein Lama (2000) ist im Vergleich zu den computeranimierten Dreamworks- bzw. Pixar-Filmen unerfolgreich, viele riefen daher ein Ende des klassischen Zeichentrickfilms herbei[2].
  • 2002/2003: Mit Lilo & Stitch (2002) und Bärenbrüder (2003) letzte Erfolge der Disney-Studios vor deren vorläufiger Schließung
  • ab 2003: sukzessive Schließung der Disney Feature Animation-Studios. Eigene Filme wie Der Schatzplanet waren wirtschaftlich nicht erfolgreich[2].
  • 2004: Umwandlung in ein CGI-Studio, d.h. in ein Computer Generated Imagery-Studio, also ein Studio, das Bilder nur auf Basis von Computeranimation erzeugt. Nur noch 600 Angestellte waren nunmehr beschäftigt, die traditionelle Animationsausrüstung wurde verkauft[5][2]
  • 2004: Verhandlungen zwischen Disney und Pixar über eine Verlängerung des Distributionsvertrags scheitern. Disney-CEO Michael Eisner hatte darauf beharrt, dass Sequels wie Toy Story 3 im Vertrag nicht als eigene Filme gezählt werden sollten.[5][2]
  • 2005: Mit Himmel und Huhn erscheint erstmals ein vollständig computeranimierter Langfilm des Disney Animation-Studios.
  • Ende 2005: Michael Eisner tritt wegen Auseinandersetzungen mit Roy Edward Disney und Steve Jobs (damaliger Leiter der Pixar-Studios) von der Konzernspitze zurück. Robert Iger ersetzt ihn. Dieser nimmt die Verhandlungen mit Pixar wieder auf. (siehe hierzu auch The Walt Disney Company#Weitere Entwicklungen und Pixar#Zusammenarbeit mit Disney)
  • Januar 2006: Die Walt Disney Company übernimmt Pixar vollständig.
John Lasseter (Chief Creative Officer von 2006-2018, l.) und Ed Catmull (Präsident von 2006-2018, r.) kamen nach der Übernahme von Pixar zu Disney und widmeten sich der Wiederbelebung der Walt Disney Animation Studios nach dem erfolglosen Start in die 2000er Jahre.
  • Januar 2006: Im Zuge der Übernahme werden John Lasseter und Ed Catmull zum künstlerischen Leiter bzw. Direktor sowohl von Walt Disney Feature Animation, darunter die DisneyToon Studios, als auch Pixar Animation ernannt. Jedoch bleiben die beiden Sparten strikt voneiander getrennt[2].
  • 2007: Disneys Zeichentrickabteilungen werden nach vierjähriger Pause wiedereröffnet[6][7]
  • 2007: Im Juni erhalten Catmull und Lasseter die Kontrolle über die DisneyToon Studios, einer Abteilung der Walt Disney Animation Studios, die in einer separaten Anlage in Glendale untergebracht ist. Als Präsident bzw. Chief Creative Officer betreuten Catmull und Lasseter nun drei separate Studios für Disney, die jeweils über eine eigene Produktionslinie verfügen: Pixar, Walt Disney Animation Studios und DisneyToon Studios. Während sich die Disney Animation Studios und DisneyToon Studios in der Gegend von Los Angeles befinden, liegt Pixar über 563 Kilometer nordwestlich in der San Francisco Bay Area, wo Catmull und Lasseter beide leben. Dementsprechend ernannten sie einen Generaldirektor für jedes Studio, um die täglichen Angelegenheiten in ihrem Namen zu erledigen, dann begannen sie jede Woche zu pendeln, um sowohl ihre Arbeit bei Pixar als auch den Disney Animation Studios verrichten zu können und mindestens zwei Tage pro Woche (in der Regel dienstags und mittwochs) bei den Disney Animation Studios zu sein.[8]
  • 2009: Mit Küss den Frosch wird der erste handgezeichnete Animationsfilm seit Die Kühe sind los (2004) publiziert.
  • 2014: Im November 2014 wurden die Geschäftsführer von Disney Animation Studios und Pixar, Andrew Millstein und Jim Morris, zu Präsidenten befördert, Andrew Millstein bei den Walt Disney Animation Studios und Jim Morris bei Pixar. Beide berichteten weiterhin an Catmull, der ebenfalls Präsident von Disney Animation Studios und Pixar Animation Studios blieb.[9]
  • 2017: im November Bekanntwerden von Vorwürfen sexueller Belästigung gegen John Lasseter im Zuge der MeToo-Debatte[10], der daraufhin ein halbes Jahr lang eine Auszeit nimmt[11]
  • 2018: Im Juni teilt Disney die Trennung von Lasseter zum Jahresende hin mit. Ende 2018 verlässt Lasseter die Walt Disney Animation Studios und Pixar, bleibt dem Unternehmen aber noch bis dahin als Berater erhalten.[12] Jennifer Lee beerbt im Juni 2018 Lasseter auf dem Posten des Chief Creative Officers.[13] Auch Ed Catmull, nach Lasseters Abgang alleiniger Präsident der Walt Disney Animation Studios und der Pixar Animation Studios, verlässt Ende 2018 das Unternehmen, bleibt allerdings noch bis Juli 2019 als Berater an Bord.[14][15][16]
  • 2018: Im Juni werden die DisneyToon Studios geschlossen, was zur Entlassung von 75 Animateuren und sonstigen Mitarbeitern führte.[17]

Bekannte Filme (Auswahl):[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jen Yamato: Disney Animation’s Andrew Millstein, Pixar’s Jim Morris Upped To President, deadline.com, 18.11.2014, abgerufen am 16.01.2019
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Wikipedia-Atikel zu den „Walt Disney Animation Studios“, abgerufen am 05.01.2019
  3. Steve Pond: Why Disney Fired John Lasseter – And How He Came Back to Heal the Studio, 21.02.2014, abgerufen am 05.01.2019
  4. Edward Bovingdon: Tim Burton: How Disney fired me, yahoo.com, 12.10.2012, abgerufen am 05.01.2019
  5. 5,0 5,1 Disney-Pixar split heightens pressure for new hits, The Hour, 30.01.2004, abgerufen am 19.12.2018
  6. [http://kpolsson.com/disnehis/ Chronology of the Walt Disney Company], KPolsson.com, abgerufen am 05.01.2019
  7. Josh Armstrong: From Snow Queen to Pinocchio II: Robert Reece’s animated adventures in screenwriting, Animatedviews.com, 22.04.2013, abgerufen am 05.01.2019
  8. Michael Lev-Ram: A candid conversation with Pixar's philosopher-king, Ed Catmull, 31.12.2014, abgerufen am 16.01.2019
  9. Marc Graser: Walt Disney Animation, Pixar Promote Andrew Millstein, Jim Morris to President, variety.com, 18.11.2014, abgerufen am 16.01.2019
  10. John Lasseter's Pattern of Alleged Misconduct Detailed by Disney/Pixar Insiders, Hollywood Reporter, 21.11.2017, abgerufen am 15.01.2019
  11. Disney animation guru John Lasseter takes leave after sexual misconduct allegations, The Washington Post, 21.11.2017, abgerufen am 15.01.2019
  12. John Lasseter verlässt Pixar und Disney, Augsburger Allgemeine, 10.06.2018, abgerufen am 15.01.2019
  13. Borys Kit: Pete Docter, Jennifer Lee to Lead Pixar, Disney Animation, hollywoodreporter.com, 19.06.2018, abgerufen am 17.01.2019
  14. Skyler Shuler: President Of Walt Disney And Pixar Animation Studios Ed Catmull To Retire, thedisinsider.com, 23.10.2018, abgerufen am 16.01.2019
  15. Pixar Co-Founder Ed Catmull to Retire, hollywoodreporter.com, 23.10.2018, abgerufen am 16.01.2019
  16. Bill Desowitz: Ed Catmull: Retiring Animation Pioneer Took Pixar and Disney to Infinity and Beyond, indiewire.com, 24.10.2018, abgerufen am 16.01.2019
  17. Bill Desowitz: Disney Shuts Down Disneytoon Studios in Glendale: Exclusive, indiewire.com, 28.06.2018, abgerufen am 17.01.2019