Yōko Shimomura

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Yōko Shimomura (2015)

Yōko Shimomura (下村 陽子, * 19. Oktober 1967 in der Präfektur Hyōgo) ist eine japanische Komponistin, die seit 1988 in der Videospielbranche arbeitet. Für Disney-Fans ist sie vor allem durch ihre Arbeit am Soundtrack von Kingdom Hearts bekannt. Sie zählt mittlerweile zu den bekanntesten und einflussreichsten Komponistinnen der Branche und schrieb einige der denkwürdigsten Musikstücke, die je in einem Videospiel erschienen sind.[1]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Bereits im Alter von vier Jahren fing Shimomura an, sich für Musik zu interessieren und begann, Klavier zu lernen.[2] Während ihrer frühen Kindheit kam sie noch nicht oft viel mit Videospielmusik in Kontakt, da ihre Familie kein Famicom besaß und in der Nachbarschaft nur Arcade-Automaten ohne großartige Musikuntermalung standen. Dies änderte sich, als sie während ihrer Studienzeit unter anderem Super Mario Bros. zum ersten Mal spielte und von den Möglichkeiten begeistert war.[3] Nach ihrem Abschluss wollte Shimomura eigentlich Klavierlehrerin werden und erhielt bereits ein Angebot in einem Musikgeschäft als Lehrkraft zu unterrichten. Doch eine Veranstaltung von diversen Videospielfirmen in ihrer Universität sorgte dafür, dass sie ihre Pläne änderte. Dort verteilte unter anderem Capcom auch Flyer mit Stellenanzeigen für die Abteilung Sound Creation. Begeistert nahm Shimomura die Chance wahr und bewarb sich erfolgreich auf die Arbeitsstelle. Ihre Eltern hingegen waren über diese Entscheidung sehr unglücklich und fassungslos, da sie das Studium finanzierten und Komponisten für Videospielmusik noch nicht so populär waren.[4]

Kariere bei Capcom und Square[Bearbeiten]

Während ihrer Zeit bei Capcom arbeitete Yoko Shimomura mehrere Jahre in der Arcade-Abteilung, wo sie unter anderem für Street Fighter II ihr erstes Musikstück für ein Videospiel komponierte. Um einen Song für die Rollenspielserie Breath of Fire zu komponieren, wollte Shimomura lieber für Capcoms Konsolen-Abteilung arbeiten. Da ein Wechsel nicht möglich war und sie weiterhin den Wunsch hegte, Musik für ein RPG zu schreiben, wechselte Shomomura 1993 zu SquareSoft, die gerade einen Komponisten suchten. Dort arbeitete sie an einer Vielzahl von Titeln, darunter RPG-Klassiker wie Super Mario RPG oder später Legend of Mana. Dank der fortgeschrittenen Hardware der PlayStation konnte sie für das Horror-Spiel Parsite Eye erstmals ein Musikstück mit Gesang verfassen.[2] [3] [4]

Kingdom Hearts[Bearbeiten]

Nachdem die Entwicklung für Kingdom Hearts vorangeschritten war, wurde Shimomura von einer Projektleiterin gefragt, ob sie an der neuen Kollaboration mitarbeiten möchte. Obwohl sie keine Details über das Spiel erhielt, sagte Shimomura spontan zu.[5] Da sie zu Beginn keine Vorstellung von der Welt von Kingdom Hearts hatte, spielte Shimomura immer wieder die verschiedenen Level des Spiels und nutzte die Skripte und Illustrationen von Spieledirektor Tetsuya Nomura als Inspiration. Ihre Ideen und Hörproben präsentierte sie dann dem Entwicklerteam. Die technischen Limitierungen der PlayStation 2 bereiteten der Komponistin besonders Sorgen, da Originalarrangements von Liedern wie This is Halloween aufgrund des Soundsystems nicht zu reproduzieren waren. Shimomura arrangierte besagte Stücke deshalb so lange, bis die Stimmung und die Atmosphäre an das Original reichte. Das Leitmotiv des ersten Spiels, Dearly Beloved stellte sie innerhalb den ersten sechs Monaten nach ihrem Einstieg in die Entwicklung fertig, bevor sie sich anderen Aufgaben zuwandte. Dass das Musikstück einmal das Markenzeichen der Serie werden würde, hatte Shimomura nie geahnt. Für den Nachfolger Chain of Memories erweiterte sie das Titelthema mit einem Chor sowie eine Celesta, um ein verschwommenes, etwas flüchtiges Gefühl zu erzeugen.[6]

Seit 2002 komponierte Shimomura für alle Teile der Serie die Musik und betrachtet ihre Arbeit an Kingdom Hearts als einen der größten Wendepunkte in ihrer Karriere.[7]

Musikalische Einflüsse[Bearbeiten]

In Interviews nannte Shimomura Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin und Maurice Ravel als ihrer musikalischen Einflüsse. Aber auch einige der heutigen Komponisten der Videospielbranche bewundere sie, darunter Kōichi Sugiyama, Komponist der Dragon Quest-Serie, Nobuo Uematsu, Komponist der Final Fantasy-Serie, und Kōji Kondō, Komponist bei Nintendo.[8] Shimomura nutzt für viele ihrer Stücke keine japanischen oder englische Titel oder Texte, damit die Bedeutung und der Sinn für einen großen Teil des Publikums nicht sofort entschlüsselt wird.[9] Stattdessen nutzt sie häufig italienische oder lateinische Namen, in seltenen Fällen auch französische oder deutsche. Von ihren eigenen Werken betrachtet sie Dearly Beloved als ihr Lieblingsmusikstück.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Arbeiten für Disney[Bearbeiten]

Andere (Auswahl)[Bearbeiten]

Yōko Shimomura Anfang der 1990er in ihrem Studio bei Capcom
Kompositionen
  • Street Fighter II (1991)
  • The King of Dragons (1991)
  • Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars (1996)
  • Parasite Eve (1998)
  • Legend of Mana (1999)
  • Mario & Luigi: Superstar Saga (2003)
  • Radiant Historia (2010)
  • Final Fantasy XV (2016)
Arrangements

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blending Worlds With Music: Interview With Composer Yoko Shimomura, otaquest.com, abgerufen am 17.02.2022
  2. 2,0 2,1 Interview with Yoko Shimomura, rocketbaby.net, abgerufen am 27.02.2022
  3. 3,0 3,1 Yoko Shimomura interview by Hatalabo fully translated; Shimomura opens up about her life composing music, kh13.com, abgerufen am 27.02.2022
  4. 4,0 4,1 Interview: Magical Planet - The Music of Hiroki Kikuta & Yoko Shimomura, gamasutra.com, abgerufen am 27.02.2022
  5. Rencontre avec Yoko Shimomura, ffdream.com, abgerufen am 28.02.2022
  6. KINGDOM HEARTS: Memories of Dearly Beloved with Yoko Shimomura, square-enix-games.com, abgerufen am 28.02.2022
  7. 7,0 7,1 Interview with Yoko Shimomura (September 2009), squareenixmusic.com, abgerufen am 28.02.2022
  8. Interview avec Yōko Shimomura, ffworld.com, abgerufen am 28.02.2022
  9. KH Ultimania – Sound Team, kh-ultimania.livejournal.com, abgerufen am 28.02.2022