Der Kolumbusfalter

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Der Kolumbusfalter
Paperino e la farfalla di Colombo
Erstveröffentlichung: 4. März 1962
Entstehungsdatum: 1962
Storycode: I TL 327-AP
Story: Romano Scarpa
Zeichnungen: Romano Scarpa
Tusche:

Rodolfo Cimino

Seiten: 61
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 1
Weiterführendes
Liste aller Comicgeschichten von Romano Scarpa

Ind.PNG Infos zu Der Kolumbusfalter

beim I.N.D.U.C.K.S.
© Egmont Ehapa

Der Kolumbusfalter ist eine Comicgeschichte von Romano Scarpa (Story & Zeichnungen) und Rodolfo Cimino (Tusche), in der es um einen speziellen Schmetterling geht, sowie um einen Schatz, mit dem der in Verbindung steht. Der Kolumbusfalter ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Disney-Comics im deutschsprachigen Raum, da es sich bei ihm um die Titelgeschichte des allersten LTBs (LTB 1) handelt.

Figuren[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Dagobert befindet sich in einer großen Depression: Er muss Steuern nachzahlen! Und gerade jetzt wird er von Gitta überfallen. Diese zeigt ihm ihr neues Geschäft „Gitta Gans & Co., Handgemalte Stoffe“. Sie möchte gerne, dass Dagobert in ihr Geschäft einsteigt und sie unterstützt. , dieser aber lehnt ab, da er selbst ein entsprechendes, deutlich größeres Unternehmen besitzt und sich nicht slebst Konkurrenz machen will. Dort aber wird ihm mitgeteilt, dass die Geschäfte sehr schlecht laufen – denn offenbar verkaufen sich Gittas Stoffe deutlich besser als seine! Währenddessen sind Tick, Trick und Track und Donald in Costa Rica und fangen Schmetterlinge. Wozu das denn? Wieder zurück nach Entenhausen: Dagobert feuert seinen Musterzeichner und spioniert bei Gitta, um mehr über ihren Erfolg herauszufinden. Nachdem er von Gitta ertappt wird, sucht er Hilfe bei Donald, doch dieser ist ja nicht da und so muss er diesem einen teuren Brief nach San Juan del Norte[1], Costa Rica schicken, mit der Bitte umgehend nach Entenhausen zu kommen. Donald erhält diesen Brief und fliegt nach Entenhausen. Währenddessen fangen die Neffen weiter Schmetterlinge – und fotografieren sie, um die Fotos Gitta zu schicken! Daher jagen sie also die Schmetterlinge und so kommt Gitta zu ihren tollen Mustern. Da entdecken sie einen seltsamen Schmetterling: Er ist beschriftet! Auf ihm ist eine Karte mit der Aufschrift „C.C. 1503“. Die Drei versuchen dieser „Schatzkarte“ zu folgen, da sie hinter C.C. richtigerweise Christoph Columbus vermuten und wissen, dass selbiger 1503 in San Juan del Norte an Land gegangen ist. Doch zuvor schicken sie noch ein Foto an Gitta.

Der Kolumbusfalter (© Egmont Ehapa)

Währenddessen trifft Donald auf dem Flughafen Entenhausen ein, wo er von Dagobert und bestellten Statisten königlich empfangen wird. Der Grund für diesen pompösen Empfang wird Donald natürlich sehr schnell klar, als Dagobert ihm aufträgt, Gitta auszuspionieren. Als Donald ablehnt, kann er nicht wieder zurückfliegen, da der Rückflugschein nur mit der Quittung des Flugpreises gültig ist – die Dagobert hat. Also muss Donald vorerst dableiben. In der darauffolgenden Nacht gehen beide aus unterschiedlichen Gründen und auf unterschiedlichen Wegen zu Gittas Firmenzentrale: Donald um Gitta zu warnen und Dagobert, um zu spionieren. Genau vor der Tür stoßen sie zusammen und streiten so lange, bis Gitta höchstpersönlich den Streit beenden muss. Mit einer Schrotflinte verjagt sie die beiden, aber Donald kehrt alleine, übergibt Gitta die in Costa Rica gemachten Aufnahmen und erzählt ihr die ganze Geschichte, woraufhin sie ihm Geld für den Rückflug nach Costa Rica gibt. À propos Costa Rica: Was machen eigentlich die Kinder? Sie sind kurz vor dem auf der Karte angegebenen Ziel. Doch da fallen sie in ein Loch – und finden eine Schatztruhe! Doch der Inhalt scheint ihnen gar nicht zu gefallen…

Doch so wie sie hereingelegt wurden, wollen sie auch Donald reinlegen und so beschließen sie, die Schatzsuche neu zu inszenieren. Als dieser zurückkehrt, präsentieren sie ihm sogleich den Falter, sagen aber, die Karte hätten sie aufgemalt. Dann erzählen sie, sie wollen mit dem Falter Dagobert hereinlegen, indem sie den Falter Dagobert schicken und ihn so auf eine sinnlose Schatzsuche bringen. Donald ist begeistert von der Idee, seinen alten Onkel hereinzulegen… Doch nun wieder zurück nach Entenhausen! Denn die Panzerknacker versuchen gerade, den Geldspeicher zu stürmen! Doch Dagobert trickst sie aus. Dabei verlieren sie ihre Pullis – ab zu Gitta, um sich neue machen zu lassen! Und die nutzt dafür ausgerechnet das Motiv des Kolumbusfalters, dessen Foto soeben angekommen ist… Und auch der echte Kolumbusfalter ist nun in Entenhausen, nämlich bei Dagobert. Der rennt direkt zum Institut für Entomologie (Schmetterlings-Wissenschaften), wo er sich die Echtheit des Schmetterlings bestätigen lässt (dieser ist übrigens ein Leukafalter und soll von den Ureinwohnern gezüchtet worden sein). In seinem Eifer vergisst Dagobert eine Gebühr zu entrichten, woraufhin ihm der Angestellte hinterherläuft und dabei auf die Panzerknacker trifft, die gerade auf dem Weg sind, herauszufinden, woher das Muster auf ihrer Kleidung stammt. Der redselige Angestellte berichtet den Panzerknackern über den Falter, diese nutzen die Gelegenheit und reisen bei Dagobert, der natürlich keine Sekunde Zeit verliert und sich sofort auf den Weg macht, bequem mit nach Costa Rica! Dort angekommen, wird Dagobert von seinen Neffen abgeholt und die Panzerknacker beginnen damit, die Reise der Ducks zu sabotieren. Diese lassen sich davon aber nicht abhalten und dringen immer weiter zum „Schatz“ vor, obwohl die Kinder all diese Fallen sehr verdächtig finden, da sie den Weg ja schon einmal benutzt haben. Die Panzerknacker haben die Ducks irgedwann überholt und kommen so zuerst zum Schatz, aber genau wie Tick, Trick und Track scheint ihnen der Inhalt der Schatztruhe überhaupt nicht zu gefallen. Wenig später kommt auch Dagobert zum Schatz. Donald bricht bereits in Freudentränen aus, da er denkt, Dagobert sei geleimt worden. Auch Dagobert wird ganz still, als er sieht, was in der Schatztruhe ist:

Der Schatz des Christoph Kolumbus (© Egmont Ehapa)
Vergebens auf
verschlung'nem Pfad
sucht in der Ferne nach
dem Glück,
wer in der Nähe es
nicht findet!
C.C. anno salutis 1503

Ein Gedicht. Daher waren die Neffen und die Panzerknacker so enttäuscht. Doch nicht Dagobert! Als Donald das Gedicht noch einmal vorliest, durchzuckt Dagobert einen Geistesblitz und er läuft zurück zum Ausgangspunkt der Suche, einem Stein in der Form eines vierblättrigen Kleeblattes. Dieses ist aber kein Stein, sondern ein mit Moos überzogener Haufen Gold – wie es in dem Gedicht heißt! Das „Glück“ steht für den Stein in Kleeblattform – der am Ausgangspunkt steht und nicht in der „Ferne nach verschlung'nem Pfad“! Dagobert ist natürlich überglücklich und in einem Anflug von Großzügigkeit überlässt er sogar Gitta seinen Stoffladen und schenkt Donald und den Neffen, die natürlich gar nicht glücklich sind, sogar ein kleines Stück seines riesigen Kleeblatt-Goldklumpens.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten]

LTB 1 (© Egmont Ehapa)

Wie bereits erwähnt, gehört diese Geschichte zu den im deutschen Sprachraum bedeutendsten überhaupt. Als Titelgeschichte des ersten LTBs hat sie mittlerweile einen legendären Status. Denn sie steht am Anfang einer der weltweit erfolgreichsten Comicreihen überhaupt: dem Lustigen Taschenbuch.

Aber auch darüber hinaus ist die Geschichte äußerst bedeutend, denn sie präsentiert zum ersten Mal Gitta als ernsthafte geschäftliche Konkurrentin Dagoberts. Scarpa hatte Gitta zweimal vor dieser Geschichte verwendet, in vergleichsweise kürzeren Comics (beide wurden erst mehr als ein Jahrzehnt später im deutschen Sprachraum erstveröffentlicht), in denen er sie lediglich als nervtötende Verfolgerin Dagoberts darstellte. Mit Der Kolumbusfalter fand er eine neue Formel (Gitta bootet Dagobert im Geschäft aus), die er in vielen weiteren Comics einsetzte und die auch von vielen anderen Autoren und Zeichnern aufgegriffen wurde. Da Gitta noch nicht als allseits bekannte Figur vorausgesetzt werden konnte, musste Scarpa im Original diese mit einem Extrasatz einführen.

Scarpa zog historische Anregungen für die Geschichte aus der vierten und letzten Fahrt von Christoph Kolumbus, die von 1502 bis 1504 dauerte und bei der der genuesische Entdecker erstmals die Küste Mittelamerikas erreichte.

Scarpa schrieb die Geschichte in Anlehnung an die Karnevalszeit, was die vielen Scherze erklärt, die sich Gitta und die Ducks sowie Kolumbus im Laufe der Geschichte erlauben. Schon auf der Eröffnungsseite im Original wird dies offenkundig, wenn Scarpa die Geschichte auf den 17. Februar datiert mit dem Zusatz, dass an diesem Karnevalstag „jeder Scherz zählt“.[2] Mit der Veröffentlichung am 4. und 11. März 1962 erschien die Geschichte um den Aschermittwoch herum, der das Ende des Karnevals darstellt. Topolino 328 mit dem zweiten Teil der Geschichte schmückte sogar ein Karnevalscover.

Die deutsche Übersetzung wurde von Erika Fuchs angefertigt, da zum damaligen Zeitpunkt der Ehapa-Verlag noch über keinen hauptberuflichen Übersetzer aus dem Italienischen verfügte. Erika Fuchs fertigte die Übersetzungen für die ersten zwei LTBs an, bevor sie an Gudrun Penndorf übergab.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des LTB wurde eine Fortsetzung zu dieser Geschichte geschrieben, in der die Ducks dem Kolumbusfalter ein zweites Mal begegnen: Der Kolumbusfalter kehrt zurück (LTB 499). Die Idee zur Fortsetzung stammt von Peter Höpfner, das Skript von Maya Åstrup und die Zeichnungen von Flemming Andersen.

Trivia[Bearbeiten]

Die Geschichte verdeutlicht in einer Sequenz, in der Dagobert in das Atelier von G. Vali (Anspielung auf Salvador Dalì) kommt, Scarpas negative Einstellung gegenüber moderner Kunst.[3]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Achtung: Das in der Story erwähnte San Juan del Norte ist nicht mit dem realen San Juan del Norte in Nicaragua zu verwechseln!
  2. auf Italienisch: „17 febbraio di carnevale ogni scherzo vale“
  3. https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Paperino_e_la_farfalla_di_Colombo