Micky Maus gegen Katz Minz

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Micky Maus gegen Katz Minz
Mickey Mouse Vs. Kat Nipp
Erstveröffentlichung: 19.01.1931–25.02.1931
Entstehungsdatum: 1931
Storycode: YM 005
Story: Floyd Gottfredson
Zeichnungen: Earl Duvall, Floyd Gottfredson
Tusche:

Earl Duvall

Seiten: 33 Tagesstrips, 11 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Gerd Syllwasschy in der FGL
Deutsche Erstveröffentlichung: Mickys Klassiker 2
Weiterführendes
Liste der Micky-Maus-Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson

link= YM 005 Infos zu Micky Maus gegen Katz Minz

beim Inducks
Herr Fatzke und die Eierdiebe

Micky Maus gegen Katz Minz (engl. Mickey Mouse Vs. Kat Nipp) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson (Story, Teile der Bleistiftzeichnungen) sowie Earl Duvall (Teile der Bleistiftzeichnungen und Tuschierung). Die Erstveröffentlichung erfolgte als Comicstrip in amerikanischen Tageszeitungen. In der Geschichte geht es um einen Konkurrenzkampf zwischen Katz Minz und Micky, die sich gegenseitig ihren Schwanz verknoten. Katz Minz hat in dieser Geschichte sein Comicdebüt.

Figuren[Bearbeiten]

Die Katze malt eine Grenze auf den Boden... (© Egmont Ehapa)

Handlung[Bearbeiten]

Micky streift durch die Nachbarschaft umher und stößt auf eine kleine Holzhütte. Er fragt sich, wer darin haust und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Laut Schilderungen auf dem Grundstück handelt es sich um Katz Minz, den „härtesten Kerl der Gegend“. Micky möchte diesen harten Kerl unbedingt zu Gesicht bekommen. Er versucht, mit einer Kamera durch die Balken hindurch ein Foto zu schießen, dabei gerät allerdings sein Schwanz in eine Mausefalle. Auch wenn er eigentlich nicht so herumschnüffeln sollte, interessiert es ihn brennend, wer dieser Kerl ist, der da wohnt. Schließlich hat er eine Antwort gefunden: Katz Minz, nicht viel größer als Micky, wollte gerade in sein Haus hineingehen, als er sieht, wie die Maus davorsteht. Und die Katze möchte nicht, dass Micky weiter vor ihrem Haus herumspioniert. Wenn Micky es dennoch tut, verknotet Katz Minz ihm seinen Schwanz. Aber Micky ist mutig und wagt das Spielchen...

...und ist verrückt nach der Katzenminze, die Micky ihr an den Schwanz geschmiert hat. (© Egmont Ehapa)

Micky wagt sich wieder auf das Territorium der Katze und bekommt sogleich den ersten Knoten verpasst! Zunächst ist er wieder weg. Derweil malt Minz eine Grenze auf den Boden. Micky kommt erneut und läuft direkt darüber, als würde es die Linie nicht geben, aber schon hat er wieder einen Knoten. Die Maus spielt ein wenig mit der Grenze und balanciert genau auf der Linie, aber immer hat Minz ein paar Tricks auf Lager, sodass nach 7 Ausflügen in Katz Minz’ Revier Micky ganze 7 Knoten hat. Er denkt, jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden, aber da hat er sich getäuscht: Minz schneidet einfach ein Stück von Mickys Schwanz ab! Und auch das war noch nicht alles, denn beim nächsten Versuch, ins Gebiet der Katze einzudringen, holt sich Micky auch noch einen Knoten in seiner Nase. Doch das Glück hat Micky nicht ganz verlassen, denn er stößt auf einen Schwarzbrenner, der Nepeta Cataria herstellt – Katzenminze. Die wirkt auf Katzen extrem anziehend und ist damit das perfekte Lockmittel für Micky. Er kauft eine Flasche und schon nach kurzer Zeit hat Minz drei Knoten. Aber immer, wenn er in sein Haus geht und wenig später wieder herauskommt, sind alle Knoten wieder verschwunden!

Mithilfe weiterer Nepeta Cataria kann Micky das Geheimnis lüften: Ein Knotenmeister entknotet Minz’ Schwanz in weniger als 10 Sekunden, immer wieder. Er dealt mit dem Meister, sodass er Katz Minz weiße Flecken auf den Schwanz malen kann. Jetzt scheint es so, als hätte dieser Windpocken. Er muss sich in Quarantäne begeben; will dies aber nicht. Am Schluss wird er von Hunden gejagt, weil er seinen Schwanz durch eine Spindelkette ersetzt hat, die wie eine Würstchenkette aussieht. Micky kann seinen Schwanz mit ein paar Mühen wieder geradebekommen und ist am Ende wieder glücklich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Schwarzbrenner. (© Egmont Ehapa)

Die Prohibition spielt in der Geschichte eine nicht unwesentliche Rolle: Der selbstgebraute Trank Katzenminze (im englischen Original catnip), in der Geschichte mit dem lateinischen Namen nepeta cataria bezeichnet, ist eine eindeutige Anspielung auf Spirituosen, zumal Katz Minz (orig.: Kat Nipp) von ihm als seiner „geheimen Schwäche“ spricht. Außerdem wird das Getränk von einem Schwarzbrenner gemischt, dem jegliche Einmischung von außen verdächtig vorkommt. Die Geschichte reflektiert die damalige Zeit auch durch die Verwendung eines kruden sozialen Stereotyps: Ein großer Schlachterjunge lässt Katz Minz durch seine leicht tuntige Art noch taffer wirken.[1]

Katz Minz hat die Zeiten überdauert. Seine ersten drei Auftritte hatte er in den Cartoons The Opry House, When the Cat’s Away (dort als „Tom Cat“) und The Karnival Kid, alle 1929. 1938 trat er in einer Gottfredson-Sonntagsseite erneut auf und später in einzelnen italienischen Comics. In den 2000ern wurde der Charakter in zwei von Lars Jensen geschriebenen und von Xavier Vives Mateu gezeichneten Geschichten wiederbelebt.[1]

Micky Maus gegen Katz Minz beschäftigt sich intensiv mit dem Katz-und-Maus-Spiel. Es lässt sich jedoch mehr aus der Geschichte ziehen als das bräsige Sitzen der Katze an einem Fleck: Erwachsene aus jeder von der Weltwirtschaftskrise geplagten Großstadt wissen, wie wichtig es ist, seinen „Besitz“ zu verteidigen. Und die Bedeutung, die Micky und Minz ihren jeweiligen Schwänzen zumessen, könnte eine Referenz an die Männlichkeit und eine seltsame Form von Modebewusstsein gewesen sein.[1]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 David Gerstein: Katz und Maus. Floyd Gottfredson Library 1, Egmont Ehapa Media, Berlin 2021, S. 108.