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Gefährliches Spiel

Aus Duckipedia
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Gefährliches Spiel
Dangerous Disguise
Erstveröffentlichung: Januar 1951
Entstehungsdatum: Juni 1950
Storycode: W OS 308-02
Story: Carl Barks
Zeichnungen: Carl Barks
Seiten: 28
Deutsche Übersetzung: Dr. Erika Fuchs
Deutsche Erstveröffentlichung: Ich, Donald Duck 2
Weiterführendes

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Gefährliches Spiel

beim Inducks

Gefährliches Spiel, auch Donald Duck und die Atomspione (Original Dangerous Disguise) ist eine Comicgeschichte von Carl Barks. In dieser Geschichte geht es um Spione und Geheimdienste.

Figuren[Bearbeiten]


Handlung[Bearbeiten]

Madame Triple-X, die verführerische Agentin (© Egmont Ehapa)

Donald und die Neffen sind an der Côte d'Azur. Doch die Schönheit der Gegend täuscht. Denn wie Donald weiß, wimmelt es hier an der Riviera von dunklen Existenzen, und zwar vor allem von einer Sorte: von Spionen. Die Kinder sind sofort Feuer und Flamme für diese spannende Angelegenheit und sehen überall welche. Hätte Donald nur nichts gesagt! Er lässt die Kinder alleine. Wenige Meter weiter. Ein Mann ist in großen Schwierigkeiten. Er soll Madame Triple-X eine Botschaft überbringen, doch er spürt, dass ein Agent auf ihn angesetzt wurde. Er braucht einen harmlosen Mittelsmann! Wie gut, dass Donald gerade anmarschiert kommt, denn der macht keinen besonders hellen Eindruck. Und tatsächlich: Er überbringt die Botschaft der sehr verführerischen Frau, ohne Verdacht zu schöpfen. Doch die merkt schnell, dass auch auf sie Agenten angesetzt wurden und vergräbt die Botschaft, nachdem sie sie einmal gelesen hat. Doch mit den drei kleinen, am Strand spielenden Kindern hatte sie nicht gerechnet. Und als sie weg geht, graben Tick, Trick und Track die Nachricht aus und holen Donald. Als der die Nachricht liest, fällt er fast um: „Madame Triple-X hat die abgelichteten Pläne der U.S.Q-Bombe an Agent 4-X in Pampelmusa zu übergeben. Agent 4-X ist dort bekannt als der Stierkämpfer Donaldo el Quacko.“ Donald hat dem Feind in die Hände gespielt und ihn in Besitz der Pläne zu einer zerstörerischen Bombe gebracht!

Agent Minus-X hat andere Pläne… (© Egmont Ehapa)

Das muss er sofort wieder gut machen. Und so beschließen die Ducks, nach Pampelmusa zu fahren, um Madame Triple-X aufzuhalten. Die Polizei benachrichtigen sie nicht, denn die tappt immer im Dunkeln. Im Zug werden sie zwar von Agent Minus-X, Gegengegengegenagent, aufgehalten, doch sie schaffen es, ihn zu überlisten. Doch da kommt Madame Triple-X durch das Fenster hineingeflogen. Sie war mit dem Flugzeug gereist und wurde dort von jemandem bedroht, da ist sie lieber gesprungen. Alle Augen liegen auf ihrer Tasche. Und als sie dann zu schlafen scheint, nimmt Donald sie sich, ganz langsam… Doch sie hat nur so getan. Das Messer ist schnell gezogen und die Ducks sollen aus dem Zug springen. Doch durch einen Tunnel schaffen sie es wieder, sie zu überlisten. Sie springen, haben aber die Tasche, die Donald sich im Dunkeln des Tunnels gegriffen hat! Doch sie werden schon wieder enttäuscht: In der Tasche befindet sich – eine Brotzeit. Doch bei Madame Triple-X läuft es auch nicht so gut, denn unter dem Sitz eines Abteils hat sich Scotland McYard, Gegengegen… ach was soll's, Spion, versteckt! Und schon muss auch sie den Weg durch das Fenster wählen…

Da hat Donald noch einmal Glück gehabt, denn er schlief an etwas ungünstiger Stelle! (© Egmont Ehapa)

So trifft sie wieder auf die Ducks. Sie tut als wäre nichts und bietet ihnen Brote an. Und die essen sie! Dass sie kurz darauf einschlafen, war eigentlich absehbar… Doch auch Madame Triple-X legt sich schlafen, denn sie hat ja noch Zeit. Da bleibt ein Zug mitten auf der Strecke stehen, denn es ist Eisenbahnerstreik. Die Ducks wachen auf und fahren den Zug eigenhändig nach Pampelmusa. Auch Madame Triple-X wacht gerade noch rechtzeitig auf und steigt in den letzten Waggon. In Pampelmusa schaffen sie es ohne Probleme, Donaldo el Quacko zu finden (er ist ein berühmter Stierkämpfer) und, oh Wunder – er sieht genau aus, wie Donald! Nur die Frisur stimmt nicht! Während die Neffen den Spion mit einem Schlauch in Schach halten, macht Donald sich die Haare zurecht. Gerade rechtzeitig, denn nun kommt auch Madame Triple-X herein. Doch sie schöpft Verdacht und will einen eindeutigen Beweis, dass es sich auch wirklich um Donaldo handelt. Wie gut, dass der gerade in dem Moment gerufen wird… zu einem Stierkampf. Damit hatte Donald nicht gerechnet, doch um nicht aufzufliegen, muss er mitspielen…

© Egmont Ehapa

Der Stier ist riesig, doch die Erwartungen, die die tausenden Zuschauer, und vor allem Madame Triple-X, in ihn legen, sind es auch. Wohl oder übel schafft Donald es gerade so, dem Stier zu entkommen. Doch irgendwann gibt er es auf und versucht zu fliehen. Da stolpert er über seinen Umhang. Der Stier, der direkt hinter ihm war, hat keine Zeit zu bremsen, rast voll in die Tribüne, zerstört einen Hydranten – doch er ist besiegt! Donald ist gerettet, das Volk ist begeistert und Madame Triple-X ist überzeugt. Doch nun konnte der wahre Donaldo sich losreißen, denn der Wasserdruck ist plötzlich weg (der Stier hatte den Hydranten zerstört) und die Neffen haben keine Waffe mehr! So gibt Madame Triple-X ihm doch die Pläne. Donaldo ist begeistert. Nun kann er mit seiner Sippschaft die gesamte Welt erobern! Doch eines macht ihn stutzig – die Pläne können nicht stimmen! Plötzlich beginnt Madame Triple-X, Fotos von ihm zu machen. Was hat es damit auf sich? Madame Triple-X ist vom geheimen Geheimdienst und hatte den Auftrag, Donaldo abzulichten! Das heißt, eigentlich war sie auf der guten Seite – und die Ducks hätten beinahe alles verdorben! Donaldo flieht lieber, doch die Ducks begeben sich zurück an den Strand, der Fall ist gelöst…


Bedeutung, Hintergrund und Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Sie haben nichts verstanden? Die Ducks auch nicht – und das ist wohl so gedacht! (© Egmont Ehapa)

Sie haben nichts verstanden? Kein Problem! Denn das ist wohl so gedacht. Gefährliches Spiel kann nämlich als Parodie der gesamten Agentenwelt gesehen werden. Agenten, Gegenagenten, Geheimdienste, geheime Geheimdienste, verführerische Spioninnen… Mit diesen ganzen Elementen macht Barks sich über dieses Universum lustig. Dennoch hat diese Geschichte mehr Hintergrund als viele andere Barks-Geschichten.

Denn neu ist die Idee bei ihm nicht. Bereits 1947 hat Barks zwei erste solche Geschichten geschrieben: Kommt zur Küstenwache!, wo Donald von zahlreichen Spionen und Schmugglern ausgetrickst wird, und Donald Ducks kosmische Bombe, wo Donald eine neuartige Bombe entwickelt und die Agenten verschiedener Länder sich drum reißen. Doch der wahre Ursprung der Geschichte ist wohl der nie vollendete Zeichentrickfilm Madame XX aus dem Jahre 1942, an dem Barks mitgearbeitet hatte und in dem eine verführerische Entenspionin versucht, Donald daran zu hindern, Geheimpläne im Verteidigungsministerium abzuliefern.[1] Doch keine dieser Geschichte ist so skurril, wie diese.

Agenten, Gegenagenten und Gegengegenagenten! (© Egmont Ehapa)

Barks schrieb die Geschichte im Juni 1950, ein halbes Jahr nachdem Joseph McCarthy seine Hatz gegen angebliche kommunistische Spione begonnen hatte. Spionage war damals das wichtigste Thema, da die amerikanische Öffentlichkeit die USA zunehmend in Bedrängnis durch die UdSSR sahen. Der Sieg von Mao Zedong und die Gründung der Volksrepublik China ein Jahr zuvor hatten den USA einen wichtigen Verbündeten in Ostasien genommen und die amerikanische Öffentlichkeit, angestachelt durch McCarthy, suchte Schuldige für das Fiasko. Im selben Jahr hatte die Sowjetunion ihre erste Atombombe gezündet; auch dies schürte die Angst vor Spionage und einer möglichen sowjetischen Unterwanderung. Die Geschichte selbst referenziert den Diebstahl von Bombenplänen. Einige dargestellte Spione sind zudem klar als Karikaturen von russischen und asiatischen Menschen zu erkennen. Die komplexe Gemengelage der Spione in dieser Geschichte zeigt auch die tiefe Verunsicherung der Bevölkerung, die Unsicherheit darüber, wer zur eigenen Seite und wer zu derjenigen des Feindes gehört. Die Doppelagentin Madam Triple-X zeigt diese Unsicherheiten.[2]

Carl Barks fand den Kalten Krieg sinnlos. Dies wird klar im langen Panel mit Agenten und Gegenagenten (siehe Bild), die sich alle gegenseitig auslöschen. Die Unterschiede zwischen beiden Seiten sind nicht mehr zu erkennen, der Kalte Krieg führt letztlich zur Zerstörung beider Antagonisten.[3] Auch wenn Barks es nicht zeigt, deutet er doch den Tod dieser zahlreichen Spione an und brach damit eine der Vorschriften, die Western Publishing an seine Autoren stellte. In der Tat sterben in der Geschichte mehr Menschen als in allen anderen Barks-Comics. Zudem war der offensichtlich politische Hintergrund in den Augen der Redakteure den Disney-Comics unangemessen.

In noch einer Hinsicht übertrat Barks mit der Geschichte festgeschriebene Grenzen: Außer den Ducks und Donalds Double Donaldo el Quacko sind alle anderen Figuren normale Menschen mit normaler Nase – ein Bruch mit dem Genre des funny animals Comics. Barks hatte daran gedacht, „ernstere Aussagen“ machen zu können, aber Western war dagegen. Besonders problematisch waren die aufreizenden und verführerischen Frauen mit Brüsten, die damit Sexualität thematisierten, eines der ganz großen Tabus in Disney-Comics. Barks war in seiner Zeit beim Calgary Eye Opener darauf spezialisiert gewesen, schöne Frauen zu zeichnen und hatte die ihm auferlegte Einschränkung immer als schwierig empfunden. Da allerdings der Film Die drei Caballeros Donald zeigte, wie er Latinas am Strand verfolgte, dachte Barks, er könne mit Gefährliches Spiel durchkommen.[4] Die Geschichte wurde zwar publiziert, führte aber mit dazu, dass Western seine Zensurmaßnahmen verstärkte, was Barks ab Mitte der 1950er immer stärker zu schaffen machte.

Die Sequenz mit den streikenden Bahnbediensteten zeigt Barks' negative Einstellung gegenüber Gewerkschaften besonders gut.

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Barks – Der Vater der Ducks, Ehapa Comic Collection, Berlin 2002: S. 39.
  2. Thomas Andrae (2006): Carl Barks and the Disney Comic Book (Jackson, Mississippi: Univ. Press of Mississippi) S. 129f.
  3. Andrae: Carl Barks and the Disney Comic Book, S. 131.
  4. Andrae: Carl Barks and the Disney Comic Book, S. 131f.