Die Schöne und das Biest (1991)

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Walt Disney Meisterwerke

30

Die Schöne und das Biest
Beauty and the Beast
Kinoposter 1991.jpeg
© Disney
Uraufführung: 22. November 1991
Deutsche Uraufführung: 26. November 1992
Produktion: Don Hahn
Regie: Gary Trousdale & Kirk Wise
Drehbuch: Linda Woolverton
Musik: Alan Menken
Länge: 84 Minuten
Altersfreigabe: FSK o.A.
Weiterführendes
Liste aller Walt Disney Meisterwerke

Die Schöne und das Biest (im Original: „Beauty and the Beast“) ist nach offizieller Zählung der 30. abendfüllende Zeichentrickfilm aus den Walt Disney Animation Studios und somit auch das 30. „Walt Disney Meisterwerk“. Der Spielfilm basiert auf dem französischen Volksmärchen „La Belle et la Bête“ und ist der meist ausgezeichnete Zeichentrickfilm überhaupt; neben dem auch der einzige Zeichentrickfilm, der jemals für einen Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert war. „Die Schöne und das Biest“ startete am 26. November 1992 regulär in den deutschen Kinos, die US-Premiere fand zuvor am 22. November 1991 statt. Regie führten Gary Trousdale und Kirk Wise.

Handlung[Bearbeiten]

Belle träumt von einem Abenteuer, wie in ihren Büchern. (© Disney)

Im Prolog des Films wird von einem jungen Prinzen erzählt, an dessen Schlosstor eines Abends eine alte Bettlersfrau klopft. Sie bittet ihn um Schutz vor der bitteren Kälte, doch weil sie so alt und hässlich ist, weist er sie ab. Daraufhin verwandelt sie sich in eine wunderschöne Fee. Der Prinz will sich entschuldigen, doch es ist zu spät; sie verwandelt ihn zur Strafe in ein schreckliches Biest, und mit ihm werden das ganze Schloss und seine Einwohner verwandelt. Die Bediensteten werden zu Einrichtungsgegenständen. Es muss dem Biest gelingen, bis zu seinem 21. Geburtstag ein Mädchen zu finden, das sich in ihn verlieben kann. Wenn ihm dies nicht gelingt, ist er auf ewig verdammt ein Biest zu bleiben.

Da kommt das junge Dorfmädchen Belle auf der Suche nach ihrem vermissten Vater gerade recht. Das Biest verspricht ihr den Vater gehen zu lassen, wenn sie bei ihm bleibt. Sie willigt ein. Nach anfänglich sehr großen Schwierigkeiten, freundet sich Belle tatsächlich mit dem Biest an, nachdem er sie vor Wölfen gerettet hat. Langsam aber sicher beginnen die beiden sich zu verlieben, ecken aber immer wieder aneinander an, weil beide großes Temperament besitzen.

Belle und das Biest kommen sich näher. (© Disney)

Eines Abends dinieren sie erst zusammen und tanzen dann im großen Ballsaal des Schlosses. Zur selben Zeit will Maurice, Belles Vater, die Leute in der Stadt davon überzeugen, dass Belle von einem Biest festgehalten wird. Alle verspotten ihn, so macht er sich alleine auf den Weg zum Schloss. Das Biest gewährt Belle den Wunsch durch seinen Zauberspiegel ihren Vater zu sehen. Dieser liegt zitternd und zusammengebrochen im Schnee. Das Biest lässt Belle gehen. Jetzt erst versteht es, was Liebe wirklich ist. Als Belle mit ihrem Vater zurück ins Dorf kommt, warten bereits ihr eitler Verehrer Gaston und sein dämlicher Handlanger Lefou auf Sie.

Sie haben sich mit dem Leiter der Irrenanstalt abgesprochen; entweder heiratet Belle Gaston oder ihr Vater wird eingewiesen, denn noch immer glaubt ihm keiner, dass es das Biest wirklich gibt. Doch dann zeigt Belle ihnen das Biest im Zauberspiegel, Gaston macht die Dorfbewohner unruhig und redet ihnen ein, das Biest wolle die Kinder fressen. Belle und ihr Vater werden im eigenen Keller eingesperrt. Doch Tassilo, eine kleine Tasse aus dem Schloss, hilft den beiden aus der Gefangenschaft. Belle reitet zum Schloss, kommt jedoch erst an, als die Schlossbewohner schon die Anhänger Gastons vertrieben haben. Nur Gaston ist noch immer auf der Suche nach dem Biest. Als er es findet, greift er sofort an. Das Biest wehrt sich erst nicht. Es kommt jedoch bald zu einem Kampf zwischen den beiden, aber schließlich sticht Gaston mit einem Messer auf das Biest ein, stürzt allerdings dabei vom Dach aus in einen tiefen Abgrund. Belle kümmert sich um das sterbende Biest, während er langsam und qualvoll das Leben loslässt, weint Belle in seinem Arm und gesteht dem schließlich toten Monstrum ihre Liebe. Darauf verwandelt sich der leblose Körper des Biestes in den lebendigen Körper des Prinzen aus dem Prolog. Alle Schlossbewohner verwandeln ebenfalls sich wieder in Menschen. Belle und ihr Prinz heiraten noch am selben Tag und begannen so ein neues Leben, wie Belle es sich aus ihren Märchenbüchern immer wünschte.

Hintergrund[Bearbeiten]

„Die Schöne und das Biest“ war der erste Disney-Zeichentrickfilm, der mit einem Drehbuch begann: Seit „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ begann der Storytelling-Prozess immer mit Story-Konferenzen und Storyboard-Besprechungen. Linda Woolverton, die mit dem Drehbuch beauftragt wurde, arbeitete dabei mit dem ausführenden Produzenten und Liedtexter Howard Ashman zusammen. Eine von Ashmans Ideen war es, die Dienerschaft des Biests als Haushaltsgeräte zum Leben zu erwecken, um so den Unterhaltungseffekt in sonst sehr düsteren Szenen zu erhöhen.[1]

Co-Regisseur Kirk Wise beschreibt den Prozess, die Figuren zu entwickeln: „Als wir anfingen, entsprach Belle im Wesentlichen dem Modell der verfolgten Unschuld beziehungsweise der Jungfrau in Nöten, das in den meisten der alten Disney-Filmen auftaucht. Dann bekamen wir Spaß daran, etliche Klischees auf den Kopf zu stellen. Die Heldin war nicht unbedingt hinter dem Märchenprinzen her, der Held war en Biest und der hübsche nette Kerl wurde zum Bösewicht.“ Danach wurde laut Produzent Don Hahn die Charakterisierung verfeinert: „Die Menschen konnten sich mit dem Biest identifizieren und mit seiner Sehnsucht, jemanden zu finden, der den Bann bricht oder es so akzeptiert, wie es ist. Oder sie konnten sich mit Belle und ihrem Wunsch identifizieren, aus ihrem kleinen Provinzleben zu entfliehen und in die Märchen einzutauchen, die sie las. All das plus Humor und Musik sowie Authentizität machen den Film aus. Sein Erfolg beruht auf Glaubwürdigkeit, denn die Figuren auf der Leinwand wirken wirklich echt.“[1]

Trivia[Bearbeiten]

Clean-Up-Skizze des Biests, 1991. (© Disney)
  • Als der Film das erste Mal im Januar 2002 auf DVD erschien, wurde er komplett restauriert und enthielt die neue Musik-Sequenz „Mensch wieder sein“ (im Original „Human Again“), diese wurde in den Film, aufgrund des großen Broadway-Erfolgs des Songs, eingebaut. Ebenfalls angefügt wurde, wie auch bei der DVD-Veröffentlichung von Cinderella, der neue „Special Edition“-Abspann.
  • Der Film wurde natürlich für viele verschiedene Sprachen synchronisiert, unter anderem auch in die türkische, japanische und französische Sprache. Französisch und Türkisch sind auf der DVD als weitere Audiospuren hinterlegt. Auf der Mulan-Special Edition-DVD kann man als Bonus eine kurze Szene des Films in japanisch sehen.
  • Der Titelsong „Beauty and the Beast“ wurde gesungen von der Popsängerin Celiné Dion und dem Soulsänger Peabo Bryson. Er gilt bis jetzt als einer der erfolgreichsten Popsongs aller Zeiten.
  • 2002 wurde er von der US-Popgruppe Jump 5 neu aufgelegt und als Tanznummer mit eigenem Musikvideo auf die Platinum Edition DVD gepackt. Ebenfalls zu finden ist der Song auf den Disney Mania-CDs.
  • Der Film ist der erste, in dem der Bösewicht nicht auffällig hässlich (dick oder mager) gezeichnet worden ist.
  • Zum Film erschienen mehrere Videospiele, wie 1994 das SNES-Spiel Beauty and the Beast (Game) oder 1999 das Game Boy Color-Spiel Beauty and the Beast: A Board Game Adventure.
  • Das Biest hatte Auftritte in mehreren Teilen der Videospiel-Reihe Kingdom Hearts. Außerdem basiert eine der Welten in Kingdom Hearts II auf dem Schloss des Biestes.
  • Die Ärzte parodierten den Film in ihrem Musikvideo Die Fette Elke. Hier wird beispielsweise der gleiche Schriftzug mit dem Text Die Schönen und das Biest verwendet. Des weiteren wird im Musikvideo versucht Elke umzubringen, was sehr deutlich auf die Dorfbewohner und ihre Angst vor dem Biest anspielt. Auch die romantisch parodierten Textzeilen erinnern etwas an Belle, in der Elkes gute Seiten hervorgehoben wurden. Der Song wurde eigentlich einem weiblichen Fan mit dem Name Elke gewidmet. Diese hat die Beste Band der Welt (Eigenname von Die Ärzte) als Stalkerin verfolgt.
  • Zum Film kam auch ein Handheld-System von Toy Tiger Inc. heraus.
  • Der Cartoon Where the Wild Things are aus dem Jahre 1983 verwendete zum ersten Mal die Kombination der klassischen Animation und der Computeranimation, diese Technik wurde für die Ballszene noch tiefer ausgearbeitet und verbessert. Computeranimation kam auch in weiteren Musikszenen häufiger zum Einsatz.
  • Der offizielle Soundtrack erschien 1991 auf CD.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Platinum Edition-DVD, 2002 (© Disney)
  • Die Uraufführung fand am 22. November 1991 statt.
  • Anlässlich der Aufnahme in die Platinum Edition wurde der Film im IMAX Theatre 2002 wiederaufgeführt.
  • Im Januar 2002 fand die weltweite Erstveröffentlichung des Films auf DVD, mit noch nie gezeigtem Hintergrund-Material, statt.
  • Am 4. November 2010 kam der Film als Diamond Edition auf DVD und erstmals auch auf Blu-ray in den Handel.
  • 2011 soll der Spielfilm ein weiteres Mal wiederaufgeführt werden, diesmal erstmals in Disney Digital 3D. „Die Schöne und das Biest“ ist damit der erste Zeichentrickfilm, der auch in digitalem 3D präsentiert wurde. Die aufwändige 3D-Konvertierung kostete viele neue Gerätschaften und Programme und begann Ende 2007, sie wurde Ende 2010 fertiggestellt. Produzent Don Hahn verkündete nach der Fertigstellung stolz, dass man inzwischen schon angefangen hat weitere Zeichentrickfilme zu konvertieren.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2002 – Aufnahme in das National Film Registry
  • 1993 – ASCAP Film and TV Music Award für Alan Menken und Howard Ashman für den „Besten Song“*
  • 1993 – Goldene Leinwand
  • 1992 – Grammy für Celine Dion und Peabo Bryson für „Best Pop Performance By a Duo“*
  • 1992 – Grammy für Alan Menken für „Best Instrumental Composition Written for a Motion Picture“*
  • 1992 – Grammy für Howard Ashman und Alan Menken für „Best Song Written Specifically for a Motion Picture“*
  • 1992 – Oscar für Alan Menken für die „Beste Filmmusik“
  • 1992 – Oscar für Alan Menken und Howard Ashman für den „Besten Song“*
  • 1992 – Annie Award für den „Besten Animierten Film“
  • 1992 – BMI Film Music Award für Alan Menken
  • 1992 – Golden Globe in der Kategorie „Bester Comedy/Musical-Film“
  • 1992 – Golden Globe für Alan Menken in der Kategorie „Beste Filmmusik“
  • 1992 – Golden Globe für Alan Menken und Howard Ashman in der Kategorie „Bester Song“*
  • 1991 – Los Angeles Film Critics Association Award in der Kategorie „Best Animation“

* für „Beauty and the Beast“

Stab und weitere Filmangaben[Bearbeiten]


  • Laufzeit: 84 Minuten/91 Minuten (Special Edition)/PAL
  • FSK: o.A.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Baxter, J./Steele, B. (20.10.2023). Kapitel 2: Woher kommen die Geschichten? In Die Disney-Geschichte - 100 Years of Wonder (P. Sparrer, Übers., S. 34f). Hamburg: Carlsen Verlag GmbH
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