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Gustav Gans

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Gustav Gans (© Disney)

Gustav Gans (englisch Gladstone Gander, italienisch Gastone Paperone) ist ein Cousin und dauernder Rivale Donalds aus Entenhausen. Er ist bekannt für sein unglaubliches und unerträgliches Glück und für seine daraus resultierende Faulheit. Außerdem ist er Donalds Rivale im Buhlen um die Gunst Daisys. Er debütierte 1948 in dem Zehnseiter Die Wette von Carl Barks. Seine Devise: „Der Pilz des Glückes wartet fein – es können Dinge sich begeben, die ihn der Arbeit ganz entheben!“

Allgemeines[Bearbeiten]

Gustavs phänomenales Glück beschert ihm Schätze ohne Ende (© Egmont Ehapa)

Gustavs auffälligste und bekannteste Eigenschaft ist mit Sicherheit sein unglaubliches Glück. Gewinne in Form von Reisen oder Bargeld oder das Auffinden wertvoller Gegenstände, wie etwa Diamantringen oder Portemonnaies, für die er Finderlohn kassiert, gehören für ihn zum Alltag. Daraus folgen aber vor allem negative Charaktereigenschaften: Aufgrund seiner dauernden Gewinne braucht Gustav nicht zu arbeiten und zeichnet sich durch extreme Faulheit aus. Außerdem glaubt er sich den anderen überlegen, so sind weitere charakteristische Wesenszüge Eitelkeit, Arroganz und Narzissmus. Er ist auch sehr angeberisch.

Gustav ist Donalds Dauerkonkurrent. Ob einfach bei irgendeinem Wettbewerb oder bei irgendeiner Lotterie oder im Wettkampf um Daisys Gunst, immer sind die beiden Vetter verfeindet. Meistens hat Gustav durch sein Glück einen Startvorteil, doch oft ist Donald ihm durch sein Können und vor allem seinen besseren Charakter am Ende doch überlegen. So zieht Daisy ihn Gustav vor.

Meist wird die These vertreten, dass Gustav trotz seines Nachnamens in der deutschen Version eigentlich eine Ente sei (während zum Beispiel Franz Gans wirklich eine anthropomorphe Gans ist). Tatsächlich wurde er in den klassischen amerikanischen Comics häufig als „lucky duck“ bezeichnet und hat im Aussehen kaum Bezug zu einer Gans. Geht man von Don Rosas Stammbaum der Familie Duck aus, ist Gustav allerdings ein Mischling, da sein Vater durchaus eher einem Gänserich ähnelt.[1]

Gustav bei Barks[Bearbeiten]

Gustav bei seinem Erstauftritt in Die Wette (© Egmont Ehapa)

Bei seinen frühesten Auftritten war Gustavs Charakter noch nicht ganz ausgereift – vor allem fehlte ihm noch sein Glück. Bei seinem Debüt in Die Wette war er lediglich ein unsympathischer Zeitgenosse, der Donalds Haus übernehmen wollte. In der zweiten und dritten Geschichte kam sein dandyhaftes Erscheinungsbild hinzu und bei der vierten die Faulheit. In Ein Bärenspaß hingegen ging er untypischerweise einem Job als Parkwächter nach. Erst mit den beiden langen Geschichten Segelregatta in die Südsee und Familie Duck auf Nordpolfahrt, wurde er zum „glücklichen Gustav“.

Barks, wie auch seine Nachfolger, setzte den Glückspilz in erster Linie in den kurzen Geschichten ein, obwohl er auch in einigen langen Donald-Abenteuern mitwirkte. In Barks' langen Geschichten mit Onkel Dagobert hatte Gustav hingegen nur drei Auftritte, nämlich in Weihnachten für Kummersdorf, Das Goldschiff und Der gesprenkelte Elefant. Letzteres Werk ist insofern bemerkenswert, als der von seinem Schöpfer verabscheute Gänserich hier vergleichsweise sympathisch herüberkommt.

Gustav schämt sich, gearbeitet zu haben (© Egmont Ehapa)

Schon früh, zuerst in den Zehnseitern Der Perlsamen, Die vertauschten Briefe und Das Frühlingspicknick zeigte Gustav auch Interesse an Donalds Verlobter Daisy Duck und fing an, ihr den Hof zu machen. Damit war ein weiterer Grund für den ständigen Zwist der beiden Vettern gegeben. In dieser Dreiecksbeziehung schafft Gustav es zwar immer, Donald durch sein Glück auszubooten, doch vor allem aufgrund seiner Arroganz hält Daisy am Ende immer zu Donald, auch wenn sie die Annehmlicheiten eines Glückspilzes als Kumpanen gerne ausnutzt, und Gustav steht dumm da.

Interessanterweise verachtete Barks seine Schöpfung weniger wegen dessen unglaublichen Glücks, sondern weil Gustav die Arbeitsmoral unterminierte. „Ich glaube nicht“, sagte Barks zu Geoffrey Blum, „dass irgendjemand eine Figur mag, die mit so wenig Anstrengung in der Welt zurechtkommt [...]. Sie wollen fühlen, dass andere Leute genauso viel Mühen wie sie selbst haben; und Gustav war ein Typ, der einfach so dahinspaziert, den ganzen Rahm aus dem Leben abschöpfen würde, ohne jemals dafür zu schwitzen.“[2]

Wie auch bei der Hexe Gundel Gaukeley versuchte Barks in einigen Geschichten, Gustavs Glück durch bestimmte Tricks oder – vermeintlich – natürliche Ursachen zu erklären. In der Geschichte Das Goldschiff leitet erst das Werfen des Kieselsteins (das doch eigentlich überflüssig sein sollte), das Glückhaben ein, generiert es. Ohne dieses Glücksritual oder eine Glücksausrüstung wie die Hasenpfote glaubt auch Gustav nicht an sein Glück.[3] In ähnlicher Weise verfährt Gustav bereits im Comic Das Frühlingspicknick.

Gustav nach Barks[Bearbeiten]

Die erste Geschichte mit Gustav, die nicht von Barks stammte, ist die auf Deutsch noch unveröffentlichte Canadian Donald von Louis Destuet aus dem Jahre 1950. Auch Bob Moore griff die Figur recht früh auf, nämlich im Jahre 1951 mit gleich zwei Geschichten, darunter Unerwartete Geschenke („Presents For All“, MM 51/1961, LTB Advent 4), geschrieben von Del Connell. In Amerika fiel Gustav daraufhin unter anderem in der Heftreihe Daisy and Donald (1973-1984, Zeichnungen von Bob Gregory) auf, da er mehr oder weniger durch Hexerei Glück oder Unglück auf andere Personen übertragen konnte, wobei sein Opfer natürlich stets Donald war. Dieser ungute Zug war vermutlich erstmals in dem Barks-Zehnseiter Das Maitänzchen zu sehen gewesen.

Kurz nach der Aufnahme durch amerikanische Autoren und Zeichner war Gustav natürlich auch in Italien zu finden, erstmals in der Geschichte Ehre, wem Ehre gebührt (85 Jahre Donald Duck), von Alberto Testa geschrieben und von Luciano Bottaro gezeichnet. Hier ist er bis heute einer der Standardentenhausenern und wird sehr häufig verwendet.

Charakter[Bearbeiten]

Obwohl er nichts dafür tut, sondern nur von seinem Glück geleitet wird, genießt Gustav es, den anderen überlegen zu sein und dauernd Sachen zu gewinnen. Außerdem ist er extrem selbstverliebt, arrogant, angeberisch und streitsüchtig. Eine weitere sehr auffällige Eigenschaft ist auch seine extreme Faulheit, die er sich problemlos leisten kann. Er verabscheut Arbeit, betrachtet sie sogar als Schande, weshalb er im Barks-Zehnseiter Eine peinliche Enthüllung sogar versuchte, eine Situation, in der er ernsthaft gearbeitet hatte, vor seinen Verwandten geheimzuhalten. Selbst zum Wünschen nach bestimmten Wertsachen ist er zu träge, weshalb er sich ganz auf die Schicksalsgöttin Fortuna als seine Lebensplanerin verlässt. Gustav scheint es geradezu als Lebenszweck zu empfinden, zu beweisen, dass er nicht arbeiten muss und dies seinem schwer schuftenden Vetter unter den Schnabel zu reiben. Thomas Andrae setzt ihn mit dem Aristokraten, Snob und Dandy gleich.[4] Machmal kann man Gustav sogar als regelrecht bösartig bezeichnen, sein bösartiger Wesenszug offenbart sich darin, dass er sich gerne an Donalds chronischem Pech weidet und seinen Vetter nach Herzenslust demütigt.

In Weihnachten für Kummersdorf hilft Gustav mit (© Egmont Ehapa)

Grundsätzlich zeichnet er sich also nur durch schlechte Charakterzüge aus. Doch das ist nicht immer so. Vor allem die aktuellen italienischen Autoren versuchen regelmäßig, ihm gute Seiten anzudichten und ihn ein wenig vielfältiger zu machen. So gibt es Geschichten, in denen Gustav sich wünscht, kein Glückskind mehr zu sein. Ein gutes Beispiel ist hier die Geschichte Der größte Glückspilz der Welt (von Riccardo Secchi und Francesco D’Ippolito, LTB 420): Gustav hat sein Glück satt, er möchte auch mal etwas Gutes tun, doch alle lehnen seine (gewonnenen) Geschenke ab, keiner möchte sein Freund sein, alle verabscheuen ihn… schließlich bittet er Daniel Düsentrieb, ihn von seinem Glück zu befreien. Erst einmal läuft alles glatt und Gustav widmet sich sogar mit Freuden einer Arbeit, doch am Ende ist er wieder am Anfang… Bei solchen Geschichten stellt sich sogar die Frage, ob Gustav nicht sogar Opfer seines übermäßigen Glücks ist. Außerdem gibt es Geschichten, in denen Gustav harmonisch mit den anderen Entenhausenern zusammenlebt, so die berühmte Weihnachtsgeschichte Weihnachten für Kummersdorf, in der er mit allen zusammen und mit seinem Glück den Kummersdorfern helfen will. Man kann also sagen, dass Gustavs Charakter sich nicht auf seine Arroganz und weitere negative Charakterzüge beschränkt, sondern dass er wie die meisten Entenhausener einen sehr vielschichtigen Charakter mit guten Seiten hat.

Der Ursprung seines Glücks[Bearbeiten]

Das Zeichen des „dreifachen Distelfinks“, vor dem Daphne Duck geboren wird. So bekommt sie unheimliches Glück, das sie an ihren Sohn weitervererbt. (© Egmont Ehapa)

In einigen Geschichten wird versucht, Gustavs Glück zu begründen. Das bekannteste Beispiel ist hier wohl Gustav, der Pechvogel von Don Rosa. In dieser Geschichte wird erzählt, dass Gustav sein Glück von seiner Mutter Daphne geerbt hat. Diese hat das Glück seit ihrer Geburt, da sie vor einem Glückszeichen, dem dreifachen Distelfink (der doppelte Distelfink ist altes deutsches Glückszeichen, das man auf Scheunen malte, der dreifache ist dann das ultimative Glückszeichen), geboren wurde. Laut dieser Geschichte hat Gustav jedoch seit einem Geburtstag in seiner zartesten Kindheit infolge eines Blitzschlages vor einem Unglückszeichen an jedem seiner Geburtstage unfassbares Pech. Allerdings bekommt er am Ende von Gustav, der Pechvogel sein sagenhaftes Glück auch für seine Geburtstage zurück.

Aber auch andere Autoren versuchten sich schon an der Erklärung von Gustavs Glück. In der Geschichte Das schwarze Kleeblatt von Rodolfo Cimino und Claudio Panarese (aus LTB Enten-Edition 13) bekommt Gustav sein Glück erst, als er in seiner Kindheit ein schwarzes Kleeblatt findet. Ein andermal besitzt er einen magischen Geldschein aus Fernost. Barks hingegen versucht wie bereits erwähnt, Gustavs Glück durch Tricks oder natürliche Ursachen zu erklären, es scheint also kein wirkliches Glück zu sein.

Verwandschaft[Bearbeiten]

Gustavs Neffe Güldo (© Egmont Ehapa)
  • Gustav ist Cousin von Donald und Dussel und Enkel von Oma Duck.
  • Gustavs Neffen Golo Gans (engl. „Shamrock Gander“; Donald und das Filmfestival, LTB 8), Giesbert Gans (engl. „Clyde“; Der Nachwuchs-Glückspilz, LTB 115) und Güldo Gans (Vetter im Glück, LTB Enten-Edition 23) sind ebenso vom Glück gesegnet wie ihr Onkel.
  • Laut Don Rosas Stammbaum ist sein Vater General Golo Gans und seine Mutter Daphne Duck. Von letzterer soll Gustav sein Glück geerbt haben.
Giesbert Gans (© Egmont Ehapa)

Gustav Gans in anderen Sprachen[Bearbeiten]

  • Arabisch: محظوظ
  • Chinesisch: 葛莱史东
  • Dänisch: Fætter Højben
  • Englisch: Gladstone Gander
  • Färöisch: Gullfinnur Gorront
  • Finnisch: Hannu Hanhi
  • Flämisch: Jonathan de Geluksvogel
  • Französisch: Gontran Bonheur
  • Griechisch: Γκαστόνε Γκάντερ (Gastone Ganter)
  • Holländisch: Guus Geluk
  • Indonesisch: Untung Angsa
  • Isländisch: Hábeinn
  • Italienisch: Gastone Paperone
  • Japanisch: グラッドストーン·ガンダー “ラッキーダック”
  • Lettisch: Cietsmaidis
  • Norwegisch: Anton
  • Polnisch: Goguś
  • Portugiesisch: Gastão
  • Russisch: Глэдстоун Гендер (Gladston Gander)
  • Schwedisch: Alexander Lukas
  • Serbokroatisch: Sretsko Sretskovits
  • Spanisch: Narciso Bello
  • Spanisch (Chile): Glad Consuerte
  • Spanisch (Kolumbien, Mexiko): Pánfilo Ganso
  • Vietnamesisch: Ngỗng Gladstone

Trivia[Bearbeiten]

  • Sein englischer Name Gladstone drückt „Heimatlosigkeit“ aus, denn es ist eine Bezeichnung eines leichten Reisegepäckstücks.[4]
  • Gustav Gans hat einige Auftritte in der ersten Staffel der Serie DuckTales. Bei zwei seiner Auftritte wird er im Englischen von Rob Paulsen und im Deutschen von Joachim Tennstedt gesprochen, die restlichen Auftritte sind stumme Cameos.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die tollsten Geschichten von Donald Duck Sonderheft 381, Entenhausener Geschichte(n) 275, Berlin 2018: Egmont Ehapa Media, S. ?.
  2. Zit. nach Andrae: Carl Barks and the Disney Comic Book, S. 90f.
  3. Klaus Bohn: Das Erika Fuchs Buch. Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik. Dreidreizehn, Lüneburg 1995: S. 113.
  4. 4,0 4,1 Thomas Andrae (2006): Carl Barks and the Disney Comic Book (Jackson, Mississippi: Univ. Press of Mississippi) S. 91.